Suchen in GiNDok

Recherchieren Sie hier in allen Dokumenten, die auf GiNDok publiziert wurden.

Es wurden 2 Ergebnisse gefunden.

Zeige Ergebnisse 1 bis 2 von 2.

Sortieren

  1. Fukushima oder die Musik der Zeit : zu Elfriede Jelineks Bühnenstück "Kein Licht"

    Es gibt vielleicht wenige Daten der jüngeren Zeitgeschichte, die sich in das "kollektive Gedächtnis" der Menschen einschreiben: Der 11. September 2001 hat sich als 9/11 wohl darin geradezu eingebrannt (aus Gründen, die hier nicht untersucht werden... mehr

     

    Es gibt vielleicht wenige Daten der jüngeren Zeitgeschichte, die sich in das "kollektive Gedächtnis" der Menschen einschreiben: Der 11. September 2001 hat sich als 9/11 wohl darin geradezu eingebrannt (aus Gründen, die hier nicht untersucht werden sollen oder auch nur könnten). Wird der 11. März 2011 auch dazu gehören? Die beiden Daten teilen sich die Elf als markante Zahl, sie sind auch sonst ähnlich - nicht aber in den Ereignissen selbst und nicht in der Zahl der Toten. 9/11 gilt als Terroranschlag, als allein von Menschen gemachtes monströses Morden, dem dreitausend Menschen zum Opfer fielen. Und der 11. März? Wird er sich in das Bewusstsein der Menschen einschreiben als der Tag, an dem die Erde bebte, der Tsunami kam, die Reaktorblöcke des Atomkraftwerks von Fukushima, nordöstlich von Tokio, überschwemmt wurden, ein "sogenannter Schwarzfall" eintrat und vom Betreiber Tepco ein "nukleare[r] Notfall für die Reaktorblöcke 1 bis 3" an die japanische Atomaufsichtsbehörde NISA gemeldet wurde? Der 11. März markiert zudem das Datum, von dem an in den folgenden Wochen und Monaten von der japanischen Regierung die Katastrophe kleingeredet wurde, verharmlost, geleugnet, verschwiegen, wie damals in Tschernobyl, von dem heute kaum noch jemand spricht. Und wer spricht noch davon, dass am 11. März in der Region Fukushima Hunderttausende Menschen alles verloren, über 20.000 Menschen starben und durch Verstrahlung noch viele Menschen sterben werden? Wie ja schon ein halbes Jahr nach der DreifachKatastrophe von den Flüchtlingen in den Notaufnahmelagern kaum noch die Rede ist, wie es Proteste aus der Bevölkerung kaum gegeben hat? Ein halbes Jahr nach der Havarie, am 14. Oktober 2011, wird z.B. gemeldet: "Die Region Fukushima soll, abgesehen von der hochbelasteten Zone direkt um die Schrottreaktoren, bis März 2014 viel weniger strahlen. Das Umweltministerium kündigte eine Verordnung an, die eine Dekontaminierung bis zu unter einem Strahlenwert unter 20 Millisievert jährlich festschreibt. Diese Belastung ist der Grenzwert für Evakuierungen." Dekontaminierung?

     

    Export in Literaturverwaltung
    Hinweise zum Inhalt: kostenfrei
    Quelle: GiNDok
    Sprache: Deutsch
    Medientyp: Wissenschaftlicher Artikel
    Format: Online
    DDC Klassifikation: Literatur und Rhetorik (800); Literaturen germanischer Sprachen; Deutsche Literatur (830)
    Sammlung: Passagen Verlag, Weimarer Beiträge
    Schlagworte: Jelinek, Elfriede; Kein Licht; Kernkraftwerk Fukushima <Motiv>
    Lizenz:

    Veröffentlichungsvertrag für Publikationen

  2. Der Krieg im Irak als literarisches Ereignis : vom Freudschen Vatermord über das Mutterrecht zum islamistischen Märtyrer : Elfriede Jelineks "Bambiland und zwei Monologe" : eine dekonstruktivistisch-psychoanalytische Analyse

    "Mit einer kleinen, gemeinen Installation eröffnet Elfriede Jelinek auf ihrer Homepage www.elfriedejelinek.com ihre Redeschlacht um den Irak": So kündigte 'Theater heute' Elfriede Jelineks Stück Bambiland an. Zu sehen ist das Foto eines kleinen Rehs... mehr

     

    "Mit einer kleinen, gemeinen Installation eröffnet Elfriede Jelinek auf ihrer Homepage www.elfriedejelinek.com ihre Redeschlacht um den Irak": So kündigte 'Theater heute' Elfriede Jelineks Stück Bambiland an. Zu sehen ist das Foto eines kleinen Rehs in Walt-Disney-Manier vor Tannen "aus dem Spielzeuggeschäft ", mit denen "man Spielzeugeisenbahnen dekoriert". Die "Redeschlacht" gelangte im Dezember 2003 unter der Regie von Christoph Schlingensief erstmalig am Wiener Burgtheater zur Aufführung, und wenn die Presse sich anschließend noch keine "Meinungsschlacht" lieferte, so erfolgte die schließlich nach der Inszenierung in Zürich - Elfriede Jelinek hatte das Stück dafür um zwei Monologe, Irm H. und Margit C. sprechen, erweitert -, wo Schlingensief die Installation 'Attabambi - Pornoland. Reise durchs Schwein' im Februar 2004 auf die Bühne brachte. Es mag befremden, daß der Irakkrieg, der zwar offiziell beendet, aber immer noch mit Schreckensmeldungen Thema der Nachrichten ist, schon jetzt auch Thema eines Bühnenstücks, ja mehr als das, ein "rituelles Orgien- und Hysterientheater" ist, das Elfriede Jelinek selbst folgendermaßen kommentiert: "Dieser Text ist ein Amalgam aus Medienberichten zum Irak, und Schlingensief hat es mit dieser überwältigenden visuellen Ebene nochmals amalgamiert." Wäre dann vielleicht Robert Menasse zuzustimmen, wenn er im Zeit-Interview in Bezug auf Jelinek äußert: "Ich glaube mittlerweile, dass es unerheblich geworden ist, als Schriftsteller eine Reinheit der Sprache zu verteidigen - also diese sprachpolizeiliche Tradition eines Karl Kraus fortzusetzen."

     

    Export in Literaturverwaltung
    Hinweise zum Inhalt: kostenfrei
    Quelle: GiNDok
    Sprache: Deutsch
    Medientyp: Wissenschaftlicher Artikel
    Format: Online
    DDC Klassifikation: Literatur und Rhetorik (800); Literaturen germanischer Sprachen; Deutsche Literatur (830)
    Sammlung: Passagen Verlag, Weimarer Beiträge
    Schlagworte: Jelinek, Elfriede; Bambiland; Irakkrieg
    Lizenz:

    Veröffentlichungsvertrag für Publikationen