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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Grenzen der Katharsis in den modernen Künsten"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelGrenzen der Katharsis in den modernen Künsten
BeschreibungGrenzen der Katharsis in den modernen Künsten

Eine Veranstaltung des Teilprojekts „Antike Konzepte ästhetischer Erfahrung und ihre moderne Rezeption” (Leitung: Bernd Seidensticker) im Sonderforschungsbereich 626 „Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste“ der Freien Universität Berlin
Konzeption: Martin Vöhler, Marie-Christin Wilm

Termin: 24. - 26.11.2006
Ort: Institut für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin, Grunewaldstr. 35, 12165 Berlin

In der Aristotelischen Tradition ist das Gelingen der tragischen Katharsis an die Erfahrung von Furcht und Mitleid gebunden. Die Erregung beider Emotionen und eine damit einhergehende Reinigung des Zuschauers hängen jedoch ihrerseits von den Grenzen ab, die mit dem Kunstwerk gesetzt werden: Weder ein Zuviel noch ein Zuwenig an Leid, an Ethos oder an Nähe ist erlaubt, wenn sich die gewünschte Wirkung einstellen soll. Die ästhetische Erfahrung der Katharsis erweist sich damit zunächst als grenzbezogenes Phänomen.
Zu einem folgenreichen Traditionsbruch kommt es im 19. Jahrhundert: Mit seiner dezidiert medizinischen Deutung radikalisiert Jacob Bernays den Aspekt der Abfuhr und gibt damit den Anstoß zu einer Pluralisierung der Katharsiskonzeptionen. Breuer und Freud folgen diesem Impuls, wenn sie ihre ‚kathartische Methode‘ auf das breite Spektrum aller Affekte erweitern. Nietzsche hingegen weist die Aristotelische Deutung als ‚Mißverständnis‘ zurück und stellt die tragische Wirkung in den Dienst des gesteigerten Lebens. Mit dieser von Bernays, Freud und Nietzsche eingeleiteten Revision erfährt nicht nur der Begriff der Katharsis neue Aufmerksamkeit, sondern auch und gerade der konzeptuelle Anspruch auf Reinigung oder Heilung.
Im Blick auf die modernen Künste und ihre Theorien wird angesichts dieses Befundes nach den Folgen zu fragen sein, die sich für Katharsiskonzeptionen aus der weitreichenden Öffnung und dem aufrechterhaltenen Reinigungs- bzw. Heilungsanspruch ergeben: Kommt es zu einer Neuvermessung der Grenzen, oder werden diese im Zeichen einer Entgrenzung der Künste aufgegeben?


PROGRAMM

Freitag, 24. 11. 2006

16.00 h: Begrüßung,Werner Busch (Berlin)

16.15 h: Einführung, Martin Vöhler (Berlin)

16.30-20.00 h, Sektion 1: Die Abkehr von der Aristotelischen Katharsis-Tradition
Leitung: Matthias Luserke-Jaqui (Darmstadt)

16.30–17.30 h: Bernd Seidensticker (Berlin): Grenzen der Aristotelischen Katharsiskonzeption

17.30–18.00 h: Pause

18.00–19.00 h: Marie-Christin Wilm (Berlin): Grenzverläufe der Katharsis zwischen Lessing und Bernays

19.00–20.00 h: Glenn W. Most (Pisa/Chicago): Nietzsche gegen Aristoteles mit Aristoteles


Samstag, 25.11. 2006

09.00–11.00 h, Sektion 1 (Fortsetzung)
Leitung: Sigrun Anselm (Berlin)

09.00–10.00 h: Günter Gödde (Berlin): Die Katharsis als Heilfaktor und Therapiemethode bei Breuer und Freud

10.00–11.00 h: Michael Worbs (Stuttgart): Katharsis in Wien um 1900.

11.00–11.30 h: Pause

11.30–16.00 h, Sektion 2: ‚Katharsis‘ in den modernen Kunsttheorien
Leitung: Roberto Sanchino Martinez (Berlin)

11.30–12.30 h: Brigitte Obermayr (Berlin): ‚Laughtears‘. Zwischen Lachen und Weinen

12.30–13.30 h: Anke Hennig (Berlin): Die ästhetische Reaktion? Katharsis nach den russischen Avantgarden

13.30–15.00 h Mittagspause

15.00–16.00 h Wolf Gerhard Schmidt (Eichstätt): Pluralisierung und Kontrolle. ‚Katharsis‘ in deutschen Dramentheorien der Nachkriegszeit (1945-1961)

16.00–17.00 h, Sektion 2 (Fortsetzung)
Leitung: Antje von Graevenitz (Köln)

16.00–17.00 h: Michael Lüthy (Berlin): Reinigung wovon? Über Performance-Konzeptionen der späten 1960er Jahre

17.00–17.30 h: Pause

17.30–19.30 h, Sektion 3: ‚Katharsis‘ in den modernen Künsten
Leitung: Antje von Graevenitz (Köln)

17.30–18.30 h Heike Fuhlbrügge (Berlin/Köln): Katharsiskonzepte in der zeitgenössischen Kunst

18.30–19.30 h Oliver Jehle (Berlin): „Gedächtnis der Hände“. Zu Rilkes Semiologie der Oberfläche


Sonntag, 26.11.2006

09.00–11.00 h, Sektion 3 (Fortsetzung)
Leitung: Juliane Rebentisch (Potsdam)

09.00–10.00 h: Dirck Linck (Berlin): Verwüstung und Schweigen. Über das Drastische bei Burroughs und in Beat- und Popliteratur

10.00–11.00 h: Hans-Joachim Hinrichsen (Zürich): Katharsis in der Musik des 20. Jahrhunderts

11.00–11.30 h: Pause

11.30–13.30 h, Sektion 3 (Fortsetzung)
Leitung: Christiane Voss (Berlin)

11.30–12.30 h: Hans Richard Brittnacher (Berlin): Der Horrorfilm - Katharsis der Subkultur?

12.30–13.30 h: Friedmar Apel (Bielefeld): Dialektik der Katharsis. Katharina Hackers Roman "Die Habenichtse"


Für Nachfragen stehen Ihnen Marie-Christin Wilm (Marie-Christin.Wilm@web.de) sowie die Sachbearbeiterin des SFB, Rita Iwan-Frank (Tel. 030 83857400), gerne zur Verfügung.

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortBerlin
Beginn24.11.2006
Ende26.11.2006
PersonName: Wim, Mari-Christin 
Funktion: Ansprechpartnerin 
E-Mail: Marie-Christin.Wilm@web.de 
KontaktdatenName/Institution: SFB 626 Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste 
Strasse/Postfach: Altensteinstr. 2-4 
Postleitzahl: 14195 
Stadt: Berlin 
Telefon: +49 (0)30-83857400 
Fax: +49 (0)30-83857410 
E-Mail: sfb626@zedat.fu-berlin.de 
Internetadresse: http://www.sfb626.de/ 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeDramentheorie; Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft)
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.08.00 Poetik; 04.00.00 Allgemeine Literaturgeschichte > 04.03.00 Vergleichende Literaturgeschichte; 04.00.00 Allgemeine Literaturgeschichte > 04.05.00 Antike und abendländische Literatur; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.09.00 Gattungen und Formen > 05.09.02 Drama
Ediert von  H-Germanistik
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