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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "deixis – Vom Denken mit dem Zeigefinger"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
Titeldeixis – Vom Denken mit dem Zeigefinger
Beschreibungdeixis – Vom Denken mit dem Zeigefinger
Eine internationale Tagung vom 24. – 26. November 2006

Das Programm des Deutschen Literaturarchivs Marbach steht 2006 zum ersten Mal unter einem Jahresthema, das zwischen Denken und Schreiben, Wissen und Poesie, Bewahren und Vermitteln, Germanistik und anderen Wissenschaften, Literatur und anderen Künsten Brücken schlägt. Es gehört zur Spezifik des Deutschen Literaturarchivs, literarisches Material nicht nur zu sammeln, zu
erschließen, zu konservieren und zu dokumentieren, sondern auch museal zu exponieren. Mit der Eröffnung des Literaturmuseums der Moderne im Juni 2006 und dem Zuwachs von 1.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche liegt das erste Jahresthema auf der Hand: Zeigen. Am Ende des Jahres zeigt der Cursor auf den Akt des Zeigens selbst: deixis.

Zeigen heißt: den Blick lenken auf etwas Drittes. Der Zeiger ist Mittel, er muss als solches erkannt und beim Wahrnehmungsvorgang ›herausgefiltert‹ werden. Er kann und muss als solches aber auch in seiner Technizität reflektiert werden. Das Zeigen ist nicht zuletzt eine Angelegenheit der Rhetorik. In rhetoriktheoretischen Traktaten werden Verfahren entwickelt, mit deren Hilfe etwas vorgeführt, etwas aufgezeigt, etwas vor Augen und zur Schau gestellt werden kann.

Was nun zeigt die Literatur? Wie zeigt sie es? Kann sie und soll sie selbst überhaupt gezeigt werden? Wie wird sie gedeutet, indem auf sie gedeutet wird? Thesen rund um das Thema Zeigen, wie sie in Ausstellungen, Gesprächen, Lesungen und Tagungen diskutiert und in der Praxis auf die Probe gestellt wurden, verdichten sich in der Jahrestagung des Deutschen Literaturarchivs.
Experten stellen die deixis-Frage – aus der Perspektive der Kunst- und Ausstellungstheorie,
der Literaturwissenschaft und Linguistik, der Semiotik, der Psychologie und der Philosophie.


Freitag, 24. November 2006

14.00 Uhr Anreise, Imbiss

Begrüßung: Prof. Dr. Ulrich Raulff, Dr. Heike Gfrereis, DLA

14.30 Uhr 1. Sektion: »Was zeigt ein Rahmen?« – zur Ausstellungstheorie und Museologie

Die Kunst des Ausstellens ist eine Kunst des Zeigens. Die erste Sektion der deixis-Tagung beschäftigt sich mit Ausstellungs- und Museumstheorien, mit der ›historischen Anthropologie‹
des Sammelns und Ausstellens, mit der Dramaturgie bzw. dem Narrativ des Museums. Auf einer theoretischen Achse wird es um die Ausstellbarkeit von Literatur gehen, auf einer historischen Achse speziell um die Entwicklung der literarischen Ausstellungspraxis – vom Dichterhaus zum
Literaturmuseum.
Moderation: Marcel Lepper, DLA

Eröffnungsvorträge:

Prof. Dr. Hubert Locher, Kunstakademie Stuttgart: Die Dinge und die Worte – zur Geschichte der visuellen und literarischen ›deixis‹ im Museum und seinen Vorläufern

Prof. Dr. Krzysztof Pomian, CNRS Paris: Literarische Objekte im Museum

16.30 Uhr Kaffeepause

Steffen Siegel, BBAW Berlin: Zeigen/sich zeigen. Erscheinung und Ausstellung des Bild-Körpers

Prof. Dr.Werner Oechslin, ETH Zürich: Auf einen Blick

18.30 Uhr LiMo-Rundgang, Archivführung

20.30 Uhr Dinner


Samstag, 25. November 2006

9.30 Uhr 2. Sektion: Schriftbild, Bildband, Tonband – Medien und Material

Literatur ist oft für die Augen geschrieben. Die zweite Sektion stellt die Medien und Materialien in den Mittelpunkt: Schrift und Illustration, Brief und Buch, Aufbau und Gestalt eines Manuskripts, Typographie, Beschreibstoffe. Kann man Schrift zeigen? Wie verhält es sich mit dem wechselseitigen Zeigeverhältnis von Bild und Text, Stimme und Text?
Moderation: Prof. Dr. Hubert Locher, Kunstakademie Stuttgart

Prof. Dr. Horst Wenzel, HU Berlin: Deixis und Initialisierung. Zeighände in alten und neuen Medien

Prof. Dr. Gottfried Boehm, Basel: Was sich zeigt. Deiktische Wurzeln des Bildes

11.30 Uhr Kaffeepause

Prof. Dr. Dorothee Kimmich, Tübingen: Wie Dinge sich zeigen

12.30 Uhr Lunch und Kaffee (Cafeteria)

15.00 Uhr 3. Sektion: »cf.!« – zur Philosophie des Zeigeakts

›Index‹ heißt der Zeigefinger. Ein ›Index‹ ist ein Referenzsystem, eine Verweisstruktur – eine Leseliste, Verbot und Lockung. ›Index‹ heißt auch ein Zeichentypus, der als ›Anzeichen‹, als ›Folgezeichen‹ zu interpretieren ist. Die dritte Sektion wird sich darum auf philosophisch-zeichentheoretischer Ebene mit dem Zeigeakt beschäftigen.
Moderation: Prof. Dr. Horst Wenzel, HU Berlin

Dr. Carsten Dutt, DLA: »Die Dinge zeigen, wie sie sind.« Über Wahrheit und Genauigkeit

Marcel Lepper, DLA: Bühlers Phantasma

17.00 Uhr Kaffeepause

Prof. Dr. Günter Figal, Freiburg: Zeigen und Sichzeigen. Zum Phänomen-Begriff der Phänomenologie

PD Dr.Uwe Wirth, ZfL Berlin: Spuren am Rande zwischen genuiner und degenerierter Indexikalität

19.00 Uhr Dinner

20.00 Uhr Vortrag mit Musikbeispielen, Humboldt-Saal, DLA (öffentlich)

Prof. Jörg Widmann, Freiburg: Ver-Rückungen. Aspekte der Syntax und Harmonik im Werk Robert
Schumanns


Sonntag, 26. November 2006

9.30 Uhr 4. Sektion: »Man zeigt nicht ... !« – für eine Ethik des Zeigens?

Zeigen hat bis zu einem gewissen Grad immer Bekenntnischarakter. Der Zeigeakt verletzt Schamgrenzen – bei denen, die zeigen, bei denen, auf die gezeigt wird. ›Exposition‹ und ›Exhibition‹ sind als falsche Freunde gefürchtet. Muss der Zeigefinger als moralischer gedacht werden? Warum kann Zeigen unanständig sein?

Moderation: Prof. Dr. Ulrich Raulff, DLA

Dr. Peter Geimer, ETH Zürich: ›Diese Vase wurde von Marcel Proust zerbrochen‹ – Reliquien, Reste, Zeugs

Christian Baudisch, DLA: Der Meister – die ironiefreie Inszenierung Stefan Georges

11.30 Uhr Kaffeepause

Dr. Heike Gfrereis, DLA: Nichts als schmutzige Finger: Soll man Literatur überhaupt zeigen?

12.30 Uhr Imbiss, Abreise


Veranstaltungsort:
Deutsches Literaturarchiv Marbach
Schillerhöhe 8
71672 Marbach am Neckar

Kontakt:
Deutsches Literaturarchiv Marbach
Schillerhöhe 8-10
71672 Marbach am Neckar
Telefon +49 7144 848-0
Telefax +49 7144 848-299
daetsch@dla-marbach.de

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.dla-marbach.de/aktuelles/veranstaltungen/einzelansicht_term...
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortMarbach am Neckar
Beginn24.11.2006
Ende26.11.2006
PersonName: Dätsch, Christiane 
Funktion: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 
E-Mail: daetsch@dla-marbach.de 
KontaktdatenName/Institution: Deutsches Literaturarchiv 
Strasse/Postfach: Schillerhoehe 8-10 
Postleitzahl: 71672 
Stadt: Marbach 
Telefon: +49 (0)7144-848113 
Fax: +49 (0)7144-848117 
E-Mail: daetsch@dla-marbach.de 
Internetadresse: http://www.dla-marbach.de/ 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteratur- u. Kulturgeschichte; Literaturdidaktik; Rhetorik
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.10.00 Stilistik. Rhetorik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.16.00 Literarisches Leben > 03.16.05 Literaturarchive. Museen. Forschungsinstitute. Gesellschaften. Sammlungen. Stiftungen
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