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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Literarische Experimente"
RessourcentypCall for Papers
TitelLiterarische Experimente
BeschreibungCall for Papers

Konferenz / „Humboldt-Kolleg“, 26. -28. März 2010
Vanderbilt University, Nashville, TN, USA


Literarische Experimente: Medien | Kunst | Texte 1950-2010


Experimente in Kunst und Literatur kamen als neue Formen künstlerischen Ausdrucks während einer Phase politischer Restauration in den 1950er Jahren auf. In Anlehnung an die historischen Avantgarden verlagerte sich der Schwerpunkt des Schreibens vom Erzählen zur Darstellung der erzählerischen Elemente. Impulse erfuhren experimentelle Praktiken in Literatur und Kunst durch medientechnologische Entwicklungen, die eine Variationsbreite an medialen Einsatzmöglichkeiten erlaubten (Video, Computer, TV, Radio, Theater, Music, etc.). Künstlerische Experimente hoben entsprechend die visuelle Qualität der Dichtung, die textuelle Struktur von Bildern, die performativen Aspekte von Buchstaben, die musikalischen Elemente von Worten hervor und schufen neue Dimensionen ästhetischer Erfahrung.

Im Rückgriff auf Futurismus, Dadaismus, Surrealismus, auf S. Mallarmé, G. Apollinaire, G. Stein, E. E. Cummings und viele andere bildeten sich zeitgleich künstlerische Bewegungen an unterschiedlichen Orten und mit ähnlichen künstlerischen Absichten. Schriftsteller und Künstler aus Brasilien, Japan, Großbritannien, der damaligen Tschechoslowakai, Frankreich, den USA, Österreich, der Schweiz und Deutschland erkannten Gemeinsamkeiten seit den späten 1950er Jahren, schufen Netzwerke und erhielten zunehmend öffentliche Aufmerksamkeit. Insbesondere in deutschen und österreichischen Städten entstanden Zentren künstlerischen Austauschs und Laboratorien für neue ästhetische Ideen, so etwa in Stuttgart, Darmstadt, Wiesbaden, Köln, Wien und Graz. Die Konferenz wird sich mit der Wirkungsweise, dem Anspruch und den Transformationsprozessen der in diesen Städten aktiven künstlerischen Bewegungen und ihrer Protagonisten befassen. Werke, Korrespondenzen, Begegnungen, Ausstellungen, Festivals und Manifeste dienen dabei als Material für wissenschaftliche Untersuchungen, die den Einfluss der visuellen und konkreten Poesie, der Konzeptkunst, des Nouveau Réalisme, Fluxus und anderer neo-avantgardistischer Bewegungen in Literatur und Kunst beleuchten.

Den internationalen Verknüpfungen und gegenseitigen Einflussnahmen literarischer Experimente besonders in Deutschland, Österreich und der Schweiz wird dabei besonderes Interesse zu schenken sein:

- Worin bestehen die transkulturellen Merkmale künstlerischer Bewegungen während der 1950er, 1960er und 1970er Jahre?
- Was sind die spezifisch ästhetischen Charakteristika dieser Bewegungen?
- Welche interextuellen und intermedialen Techniken dominierten deren Werke?
- Wie definierten diese Bewegungen den experimentellen Status ihrer Werke?
- Inwieweit diente Sprache als verbindendes oder trennendes Element in Kunstwerken jener Epoche?
- Welche historischen Bedingungen führten zum Aufkommen neo-avantgardistischer Bewegungen und literarischer Experimente?
- Wie veränderten sich experimentelle Techniken und Methoden im Laufe der Zeit?
- Was kann gegenwärtig als experimentelles Schreiben bezeichnet werden?

Des Weiteren wird sich die Konferenz den inter- und transmedialen Aspekten literarischer Experimente widmen:

- Wie transformiert sich Literatur in andere Medien, andere Medien in Literatur?
- Welche nicht-literarischen Kunstwerke gehen auf literarische Strukturen zurück?
- Welche literarischen Strukturen waren (und sind) vorherrschend in nicht-literarischer Kunst?
- Wie verhält sich Sprache zu den Sprachen der Kunst?
- Auf welche Weise haben Collage- und Montagetechniken neue Genres in Kunst und Literatur hervorgebracht?

Vorträge sollten sich an diesen Fragen orientieren und sich auf Gattungen, Genres, Praktiken, Medien, Bewegungen oder Individuen unter dem Begriff des Experiments konzentrieren. Gegenstände der Diskussion könnten etwa die visuelle und konkrete Poesie, experimentelle Prosa und Theaterstücke bzw. -inszenierungen, Hörspiele, Video-Kunst, Film, Malerei, Fotografie, Grafik-Design, Typografie, Performance Art, Happening, Tanz, Musik und digitale Literatur sein. Künstlerische Bewegungen umfassen die Wiener und die Stuttgarter Gruppe, Lettrismus, Spatialismus, Wiener Aktionismus, Nouveau Réalisme, Fluxus, Noigandres etc. Neben vielen anderen Schriftstellerinnen und Schriftstellern der Gegenwart wären Untersuchungen etwa zu A. + H. de Campos, I. + P. Garnier, H. Kamimura, B. Grögerová, J. Hiršal, E. Williams, J. Mac Low, W. Burroughs, F. O’Hara, sowie natürlich aus Österreich, der Schweiz und Deutschland E. Gomringer, E. Jandl, F. Mayröcker, H. Heissenbüttel, R. Döhl, F. Mon, L. Harig, D. Rot, D. Spoerri, H. C. Artmann, O. Wiener, E. Jelinek, H. Gappmayr und O. Pastior wünschenswert.

Vorschläge für Vorträge sollten nicht mehr als 300 Worte umfassen und auf Deutsch oder Englisch, zusammen mit einer kurzen Biographie, an Christoph Zeller geschickt werden (christoph.zeller@vanderbilt.edu)

Einsendeschluss ist der 15. August 2009.

Ausgewählte Beiträge sind zur Publikation vorgesehen.
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortNashville, TN, USA
Bewerbungsschluss15.08.2009
Beginn26.03.2010
Ende28.03.2010
PersonName: Zeller, Christoph [Assistant Professor] 
Funktion: Ansprechpartner 
E-Mail: christoph.zeller@vanderbilt.edu 
KontaktdatenName/Institution: Vanderbilt University 
Strasse/Postfach: VU Station B #351567, 2301 Vanderbilt Place 
Postleitzahl: 37235-1567 
Stadt: Nashville 
Telefon: +1 (1)615 3222821 
Fax: +1 (1)615 3437258 
E-Mail: christoph.zeller@vanderbilt.edu 
Internetadresse: www.vanderbilt.edu/german 
LandVereinigte Staaten von Amerika
SchlüsselbegriffeLiteratur nach 1945; Literaturtheorie: Themen; Medien- u. Kommunikationsgeschichte (Hand-, Druckschrift, Film, Rundfunk, Computerspiel usw.); Medien- u. Kommunikationstheorie
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.06.00 Literaturtheorie; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.07.00 Ästhetik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.08.00 Poetik > 03.08.03 Dichtung und Kunst; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.08.00 Poetik > 03.08.04 Dichtung und Musik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.15.00 Literatur und Medien; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.16.00 Literarisches Leben; 04.00.00 Allgemeine Literaturgeschichte > 04.03.00 Vergleichende Literaturgeschichte; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.06.00 Literarisches Leben; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.10.00 Bundesrepublik Deutschland bis 1990 > 18.10.08 Stoffe. Motive. Themen; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.11.00 DDR > 18.11.07 Stoffe. Motive. Themen; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.12.00 Österreich > 18.12.07 Stoffe. Motive. Themen; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.13.00 Schweiz > 18.13.03 Geistes- und Kulturgeschichte; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.06.00 Literarisches Leben; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.10.00 Bundesrepublik Deutschland > 19.10.08 Stoffe. Motive. Themen; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.11.00 Österreich > 19.11.07 Stoffe. Motive. Themen; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.12.00 Schweiz > 19.12.03 Geistes- und Kulturgeschichte
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