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Ergebnisanzeige "Die Sachen der Aufklärung – Matters of Enlightenment – La cause et les choses des Lumières"
RessourcentypCall for Papers
TitelDie Sachen der Aufklärung – Matters of Enlightenment – La cause et les choses des Lumières
BeschreibungCFP: Die Sachen der Aufklärung – Matters of Enlightenment – La cause et les choses des Lumières

DGEJ-Jahrestagung vom 30. September – 3. Oktober 2010 in Halle a. d. Saale

deadline: 15. Juli 2009
Homepage: http://www.izea.uni-halle.de/veranst/sachen2010.htm


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La version française se trouve ci-dessous.



Die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für die Erforschung des 18. Jahrhunderts (DGEJ) wird vom Interdisziplinären Zentrum für die Erforschung der europäischen Aufklärung der Universität Halle-Wittenberg (IZEA) in Kooperation mit dem Exzellenznetzwerk „Aufklärung – Religion – Wissen“ sowie den Franckeschen Stiftungen zu Halle veranstaltet.

Die Sachen der Aufklärung

Geläufig ist die Rede von der ‚Sache‘ der Aufklärung. Damit ist ihr vernünftig begründetes Anliegen, ihr programmatischer Kern, ihre Zielvorstellung angesprochen, auch ein normativer Gehalt, der weit über die Epoche der Aufklärung hinaus wirksam ist. Die ‚Sachen‘ der Aufklärung zu thematisieren richtet den Blick dagegen auf das Konkrete, auf die Praktiken, auf das jeweils Verhandelte bzw. Umstrittene sowie auf die materiale Dimension von Erkenntnis, Kultur und Überlieferung, von Laboreinrichtungen, Handelswaren, Kunst- oder Gedächtnisobjekten. Die entsprechenden Blickwendungen hat die Aufklärungsforschung in den vergangenen Jahren vielfach vorgenommen. Unser Bild des Jahrhunderts hat dadurch auf der einen Seite enorm an Komplexität gewonnen. Diese Differenzierung macht es auf der anderen Seite aber immer schwieriger, die Kontur der Epoche von einem durchgängigen Prinzip – von der Sache der Aufklärung – her zu bestimmen.

Unter dem Titel Die Sachen der Aufklärung soll die Spannung zwischen Sache und Sachen fokussiert werden, um die Entwicklung und Diskussion von Blickweisen zu befördern, die einen produktiven Umgang mit ihr ermöglichen. Dabei ist daran zu erinnern, dass die Unterscheidung von Sache und Sachen, von Programmatik und Pragmatik der Aufklärung nur eine analytische sein kann, denn im historischen Prozess treten beide in wechselseitiger Bedingtheit auf. Zum einen werden die Sachen stets im Licht der von der Aufklärung verfochtenen Sache wahrgenommen: Die Sachen erhalten ihre Kontur wesentlich dadurch, welcher Sache sie dienen. Zum anderen geht die Selbstverständigung der Aufklärung weit häufiger, als Zerrbilder eines einseitigen Rationalismus unterstellen, vom Konkreten aus, so wie sich die Durchsetzung aufklärerischer Anliegen notwendig auf konkrete Objekte und Sachverhalte bezieht und – wie weitreichend ihre Ziele auch seien mögen – in jeweils aktuellen Praktiken realisieren muss. Als typisch aufklärerisch für diese Immersion ins Konkrete kann die Anklage von intellektuellen, religiösen, politischen, sozialen oder ästhetischen Missständen vor dem Gerichtshof der Vernunft gelten: Indem die Aufklärung ihre Sache als Streitsache verhandelt, wird auch sie zum Verhandlungsgegenstand. Darin liegen eine Schwächung – der Eintritt ins je Bedingte – und eine Stärkung – die Nötigung zu dauernder Selbstreflexion – zugleich. So oder so: Wie Kehrseiten ein und derselben Medaille ist die Sache der Aufklärung an deren Sachen gekoppelt. Es bedarf daher keiner Entscheidung, ob der Sache oder den Sachen der Vorrang zu geben sei, sondern es ist zu fragen, welche Folgen ihre vielfältigen Beziehungen auf beiden Seiten haben.

Beantworten lässt sich diese Frage nur auf der breiten Grundlage gegenwärtiger Erforschung der kulturellen Vielfalt des 18. Jahrhunderts. Mit den Sachen der Aufklärung sind sowohl die Dinge der Alltagskultur und Warenwelt als auch die Objekte wissenschaftlicher Erkenntnis angesprochen, sowohl die causae, welche die Aufklärung vor ihren Gerichtshof bringt, als auch die res, die das rhetorische System als Gegenstand der Rede und der Künste definiert, sowohl die Medien der Kommunikation und Überlieferung als auch das erkenntnistheoretische Verhältnis von Verstand und Sinnlichkeit. Die in sich interdisziplinären Panels der Tagung setzen an den zahlreichen epistemischen Schnitt- und Bruchstellen an, an denen der Wechselbezug von Sache und Sachen der Aufklärung zutage tritt. Durchgängige Leitfrage ist die nach der Spannung sowie den Interferenzen zwischen der Sache und den Sachen der Aufklärung:

1. Redesachen: Gegenstände der Rhetorik (Sektionsleitung: Prof. Dr. Carsten Zelle, Bochum)

Nichts wird in der Aufklärung zur Sache, wenn es nicht zur Sprache gebracht wird. Wie die Sache als Rede zur Sprache gebracht und dargestellt werden kann, regelt das rhetorische System. Es sorgt dafür, dass Sachen gefunden (inventio), lokalisiert (dispositio) und formatiert (elocutio) werden können, und zwar unabhängig davon, ob es sich um programmatische Anliegen des Projekts Aufklärung, um einzelne Kampfideen, Probleme und Anliegen oder einfach nur um Gerüchte, Klatsch und Tratsch handelt. Dabei nehmen nicht nur die Sachen selbst Gestalt an, sondern auch das rhetorische System als solches, das im Prozess der Aufklärung alte Aufgaben verliert und neue übernimmt. Damit stehen einerseits die Relationierung von res und verba in der Aufklärungsrhetorik, ihr Wandel im Blick auf die Betonung von Interesse, Perspektive und Standortgebundenheit (praktisch z.B. in der Disputierkunst; theoretisch z.B. in Ästhetik oder Geschichtswissenschaft) zur Diskussion. Andererseits schließen diese Probleme zu einer spezifischen Rhetorik des Wissens mit ihren unterschiedlichen Verfahren der Darstellung, Bildgebung und Evidenzerzeugung auf. Mit den Gegenständen der Rhetorik geht es also auch um die Umstände, unter denen eine Sache zur wissenschaftlichen oder gar zum epistemischen Ding werden kann.

2. Streitsachen: Akteure, Praktiken und Situationen (Sektionsleitung: Jun.-Prof. Dr. Marian Füssel, Göttingen)

Die Sache der Aufklärung realisiert sich genuin als Streitsache, denn an den tradierten Ordnungen des Lebens, Wissens und Glaubens hat sie kein Genügen. Indem die Aufklärung das Gegebene nicht als selbstverständlich hinnimmt, sondern als begründungsbedürftig auffasst, wird auch ihre eigene Sache verhandelbar: Denn Prozesse führen nicht nur (intendierterweise) zu einem Urteil über die jeweilige Streitsache, sondern setzen (meist nicht-intendierterweise) ebenso die Regel der Diskussion aus. Von ihren Streitsachen her gesehen handelt es sich bei der Aufklärung um eine Sache, die sich nicht allein aufgrund von Prinzipien und Systementwürfen rekonstruieren lässt, sondern die immer über ihre kulturellen Konkretionen und Praktiken ausgehandelt wird. Hier soll jedoch nicht allein der Stil des Streitens im Vordergrund stehen, sondern die Wirkmächtigkeit der Streitsache selbst. Welchen Unterschied machte die Gestalt der Streitsache für die Frage mit wem, wie und mit welchen Mitteln gestritten wurde? Wo wurde um die Sache der Aufklärung selbst gestritten und wo gerieten altbekannte Streitsachen in den Sog einer aufgeklärten Streitkultur? Ein Blick auf die Streitsachen der Aufklärung eröffnet mithin neue Perspektiven auf Akteure, Praktiken und Situationen, mit und in denen Aufklärung stets aufs Neue verhandelt wird.

3. Sinnliches Erfassen der Sachen: Ästhetik als neue Wissenschaft (Sektionsleitung: PD Dr. Ulrike Zeuch, Wolfenbüttel/ Göttingen)

Als die ‚Wissenschaft von allem, was sinnlich ist‘, wird die Ästhetik im 18. Jahrhundert zur Leitdisziplin. Die Aufwertung der unteren gegenüber den oberen Erkenntnisvermögen durch Baumgarten und Meier verleiht den Sachen in ihrer Materialität eine neue Dignität. Da die Ästhetik weit mehr als die so genannten Schönen Künste umfasst, wird sie zur Grundlage für sehr verschiedene Disziplinen – Psychologie, Semiotik, Rhetorik und Poetik, Metaphysik, Theologie und Ethik; aber auch Physik (Optik) und Medizin –, und die Sinnlichkeit neben der Vernunft zur zweiten zentralen Instanz auf der Suche nach gewisser Erkenntnis. Inwiefern nun erschließt die Ästhetik als Grundlage verschiedener Disziplinen neue Gegenstände bzw. Sachen? Entsteht ein anderer Typus von Wissenschaftler? Erfordert die Ästhetik eine grundlegend andere Methode zur Gewährleistung sicherer Erkenntnis? Oder ist die Ästhetik mit Blick auf die Wahrnehmungstheorien im 17. Jahrhundert kaum neu? Welche Rolle schließlich spielt die Ästhetik für die Abgrenzung des Idealismus von der Aufklärung? Diese Fragen an die Ästhetik der Aufklärung überprüfen den Status der Sinnlichkeit sowohl im interdisziplinären Zusammenhang als auch im Kontext seiner Verhandlung.

4. Medialität der Sachen: Materialität der Kommunikation (Sektionsleitung: Dr. Stephan Kammer, Berlin/ Düsseldorf)

Die Sachen der Aufklärung sind kommunizierte Sachen – und ihre Kommunikation beschränkt sich nicht auf die Verständigung und Belehrung über Semantiken, sondern hat immer auch materiale und performative Facetten. Im Laufe des 18. Jahrhunderts entwickeln sich deshalb auf der einen Seite Modelle und Theorien, die auf die (Möglichkeits )Bedingungen der elementaren Kommunikationsvehikel reflektieren: Schriftlichkeit (Hand- und Druckschrift), Mündlichkeit und Bildlichkeit. Parallel dazu explodieren auf der anderen Seite geradezu die Gebrauchsmodalitäten dieser Vehikel. Zwar mag eine späte Selbstbeschreibung der Epoche als ‚tintenkleksendes Säkulum‘ sich ihrerseits schon polemischer Abgrenzung verdanken, in der Tat aber werden die Materialien der Kommunikation – beispielsweise in den umfänglichen Korrespondenzen sowie in der rasanten Entwicklung moderner Buch- und Medienkultur – unübersehbar. Doch auf die Domäne der Schriftlichkeit bleiben diese Entwicklungen nicht beschränkt. Von den Bühnen des Theaters und Musiktheaters über die Räumlichkeiten des Sammelns zwischen Wunderkammer und Antikensaal bis hin zur pädagogischen Praxis des Realienunterrichts: Alles kann zum Medium der aufklärerischen Sache werden.

5. Schöne Sachen: Deutung und Bedeutung der Künste und ihrer Geschichte (Sektionsleitung: Prof. Dr. Joachim Jacob, Gießen)

Während die Kunst in den vorangegangenen Jahrhunderten um ihrer Bedeutung willen geachtet wurde, ist das 18. Jahrhundert vordringlich an ihrer Sinnlichkeit interessiert. Winckelmann entdeckt die griechischen Plastiken in ihrer Dinglichkeit neu. Dabei bedient er sich zwar des traditionellen Begriffs der Allegorie, bereitet aber – von der Sache her – den Boden für jenen Paradigmenwechsel, der am Ende des 18. Jahrhunderts auf den Begriff des Symbols gebracht wird. Ob über den Leisten der Allegorie geschlagen oder an der Elle des Symbols gemessen, von nun an bestimmt die Sinnlichkeit das Leistungsprofil der Bildenden Kunst und der Literatur. Bedeutung wird nicht mehr als etwas verstanden, das den Sachen von außen angetragen wird, indem man die entsprechenden Regeln beachtet, sondern als etwas, das von den Sachen selbst verkörpert wird. Dass dabei plötzlich auch künstliche (Monstren, Maschinen), eingebildete, geträumte oder unheimliche Sachen (Geister, Gespenster) eine Rolle spielen oder dass sich die Dinge im Auge des Betrachters verselbständigen und beginnen, auf eigene Rechnung zu wirtschaften, wird nicht erst von der Aufklärungskritik entdeckt.

6. Gedächtnis der Dinge: Materialität von Erinnerungsobjekten und Gedächtnismodellen (Sektionsleitung: Dr. Christiane Holm, Halle)

Unter den Vorzeichen der Temporalisierung von Kommunikationsprozessen und mit einem gesteigerten Interesse für psychische Vorgänge arbeitet die Aufklärung am Umbau des rhetorisch gestützten, räumlichen Gedächtnismodells zur dynamisch konzipierten Erinnerung. Dabei rücken gerade deren Eigendynamiken wie partielle Amnesien oder eingebildete Erinnerungen ins Zentrum sensualistischer oder seelenkundlicher Untersuchungen. Das bedeutet keinesfalls, dass räumlich-dingliche Zusammenhänge obsolet würden, vielmehr werden diese selbst mit einem Zeitindex versehen. Neue dingbasierte Memorialtechniken werden weniger in Theorien als in Kulturpraktiken erprobt und ausgehandelt, für deren Notation und Reflexion die Literatur eine zentrale Rolle übernimmt.

In den Blick genommen werden sollen erstens die Transformationen und Inventionen von Erinnerungsmedien der Aufklärung, etwa die politischen Medaillen oder intimen Zimmerdenkmäler, sowie ihre Beziehung zu Referenzphänomenen wie Fetisch, Reliquie, Trophäe. Zweitens ist nach den Formen und Formationen der mit ihnen verbundenen Erinnerungspraktiken zu fragen, nach den Gründungsszenen des Andenkens, z.B. im anakreontischen Freundschaftskult, sowie dem Verwahren und Zeigen von Erinnerungsstücken, z.B. bei Autographensammlungen.

7. Empirie der Tatsachen: Sachverstand in Beobachtung und Versuchsanordnung (Sektionsleitung: Prof. Dr. Olaf Breidbach, Jena)

Die wissenschaftliche Frage nach der Natur der Sache wird im 18. Jahrhundert in neuer Weise am konkreten Objekt geklärt und diskutiert. Die Naturwissenschaften erklären die Forschung an den Sachen selbst zur conditio sine qua non. Damit gewinnen die Sammlungen neues Interesse; es werden die Möglichkeiten erörtert, mit und an ihnen zu experimentieren, sowie die nötigen Apparaturen, Verfahren und Konstruktionen. Über diese Empirisierung und das Streben nach Neuem hinaus bemüht man sich zudem um eine Öffentlichkeit für dieses Neue. Dadurch geraten die neu gefundenen Sachen auf die Bühne und werden in öffentlichen Demonstrationen für ein Laienpublikum nun ihrerseits für die Sache der Aufklärung instrumentalisiert. Es geht um nicht weniger als eine gesellschaftliche ‚Elektrisierung‘ durch etwas, das bisher noch gar nicht bestimmt oder nur nach äußeren Kriterien geordnet wurde. Interessant werden freilich gerade die Ausnahmen, in denen sich die Empirie nicht den Theoremen fügen möchte.

8. Schaustücke und Lehrmodelle: Dingbasierte Bildungskonzepte in Realienunterricht, Museen, Wissenstransfer (Sektionsleitung: Dr. Thomas Müller-Bahlke, Halle)

Die Sektion wird sich mit Formen des Wissenstransfers anhand von konkreten Objekten beschäftigen. Diese Objekte können singulär oder in einem Sammlungszusammenhang stehen. Für die Sektion können folgende Fragen Leitfunktion haben: Welche Bedeutung haben Sammlungsstücke und Lehrmodelle in pädagogischen Konzepten und im Schulunterricht? Wer sind die Adressaten der objektbezogenen Vermittlung und welche Methoden finden dabei Anwendung (Anschauen, Begreifen, Vorführen, Versuchen u.a.)? Welche Bedingungen konstituieren ein Objekt als Wissensträger? In welchen Zusammenhängen werden Objekte pädagogisch aufbereitet (Kunst- und Naturalienkammern, Gelehrtensammlungen, Bibliotheken, Gärten u.a.)? Wie vollzieht sich Wissenstransfer als Objekttransfer (Sozietäten, Missionen, Reisen, Korrespondenzen)?

9. Fall und Fallgeschichte: Der Mensch als Sache anthropologischer Diskurse (Sektionsleitung: Dr. Dr. Yvonne Wübben, Berlin)

In der anthropologischen Wende des 18. Jahrhunderts spielt die Sache des Menschen eine besondere Rolle: in Erfahrungsseelenkunde und Literatur (Briefroman, Drama, Autofiktion, Kurzprosatext) steht der Mensch als individueller Fall zur Diskussion, an dem sich zugleich eine Regel oder etwas Allgemeines zeigen soll. Dafür greift die Aufklärung auf juristische, populäre (moralische) oder medizinische Fall-Sammlungen der Frühen Neuzeit zurück (auf die narratio facti oder historia morbi), um sie den veränderten Bedürfnissen und neuen wissenschaftlichen, vor allem anthropologischen Erkenntnissen anzupassen. Zugleich bilden sich in der Literatur entsprechend neue Erzählweisen aus, die zwischen psychologischer Auktorialisierung und pathologischer Personalisierung alle Register ziehen. Bleiben indes die topischen Muster von frühneuzeitlichen Sammlungen und anthropologischen literarischen Fallgeschichten dieselben oder verändern sie sich? Neben Geschichte, Theorie und Epistemologie des Falls legt die Sektion deshalb den Schwerpunkt auf das Verhältnis von Narration, Medien und Episteme. Dabei sollen Aufzeichnungsformen, Schreibszenen, Kompilations- und Sammelpraktiken untersucht werden, die es erlauben, den Fall und die Fallgeschichte in der materialen bzw. literalen Kultur der Aufklärung zu situieren.

10. Spielsachen und Luxusgüter: Zum Nutzen der unnützen Sachen (Sektionsleitung: PD Dr. Dominik Schrage, Dresden)

Den unnützen Sachen gegenüber sehen sich viele Aufklärer in einem Zwiespalt: Während die zweckfreie Beschäftigung mit den Spielsachen auf der einen Seite einen Unwert bedeutet, weil die Gelegenheit zu einer Besserung der Moral, der Lebensverhältnisse oder der Gesellschaft versäumt wird, werden auf der anderen Seite traditionelle religiöse oder moralische Verurteilungen des Nutzlosen aufgehoben. Vielfach entdeckt die Aufklärung den Nutzen des (vermeintlich) Nutzlosen: Zum einen verschaffe das scheinbar bloß vergnügliche Spiel eine nötige Erholung und schule, besonders bei den Kindern, Aufmerksamkeit, Gemüt und Verstand. Zum anderen hätten die Spielsachen, ein unter dem Gesichtspunkt der Selbsterhaltung unnötiger Luxus, auch positive Effekte für die ihn bedienenden Handwerker und Fabriken. Der pädagogische und der ökonomische Nutzen der Spielsachen fällt zusammen in den Modepuppen und Puppenhäusern, in denen die Neuerungen der Warenwelt als verkleinertes Modell der spielerischen Neugier (nicht nur der Kinder) zugänglich und be-greifbar werden. Fragen lässt sich, welche Spiel-Sachen und Luxusgüter den Aufklärern vor Augen stehen, wenn sie deren Beitrag zur ihrer ‚Sache‘ kalkulieren. Fragen lässt sich weiterhin, wie sie mit dem genannten Zwiespalt umgehen, mit welchen Argumenten sie ihn zu schließen versuchen oder aus welchen Gründen sie ihn offenhalten.

11. Wertsachen: Ökonomie (Sektionsleitung: Prof. Dr. Michael North, Greifswald)

Bereits die frühe Aufklärung nimmt eine epochale Aufwertung der gehandelten Sache vor: Der Austausch von Waren verbinde und bereichere die Völker. Positiv bzw. moralisch neutral kann nun sowohl der ökonomische als auch der symbolische Umgang mit materiellen Werten eingestuft werden, so dass die Produktionsweisen und Prozesse der Wirtschaft ebenso an Aufmerksamkeit gewinnen wie Interieur, Mode, Schmuck, Bücher, Kunst. Von weitreichender Bedeutung für die Entstehung einer Marktgesellschaft ebenso einer Konsumgesellschaft ist die semantische wie mentale Verschiebung, die das bisher sündhafte Streben nach dem Besitz der Dinge zum ‚Interesse‘ adelt. Einigen Autoren gilt es bereits als eigentliche Antriebskraft des gesellschaftlichen Fortschritts, so dass der Fortgang der aufklärerischen ‚Sache‘ (auch) von der Zirkulation der Sachen abzuhängen scheint. Fragen lässt sich, wie die Sachen der Ökonomie und des Konsums werthaft besetzt werden, und zwar in einem nicht nur ökonomischen Sinne.

12. Kultobjekte: Reliquien, Fetische, Andachtsmedien (Sektionsleitung: Prof. Dr. Udo Sträter, Halle)

Das Projekt der Aufklärung versteht sich gemeinhin als ein Programm der Austreibung der Fetische, sie verleugnet ihren eigenen Bezug zum Fetisch. Die abergläubischen Bindungen an heilige Dinge sollen durch die Kraft der Vernunft überwunden werden. Dem Fetisch erliegen immer die Anderen. Doch „je antifetischistischer die mentale Haltung, desto fetischistischer die Praxis.“ (H. Böhme). Die Besetzung der (heiligen) Dinge mit Projektionen, Bedeutungen und affektiven Energien lässt sich an religiösen, wissenschaftlichen und künstlerischen Kultobjekten und ihrer jeweiligen Sammlungsgeschichte studieren. Dabei soll den eigenen Fetischen, etwa den „heiligen Häuptern“ bzw. Meisterdenkern der Aufklärung, die sich in Büsten, Statuen, Medaillons und Grabmälern materialisieren, ebenso Aufmerksamkeit geschenkt werden wie der Erforschung der Welt der Dinge, die sich dem religionswissenschaftlichen wie dem ethnologischen Blick u.a. in der Begegnung mit dem Fremden erschließt. Neben den Dingen selbst interessieren die Frömmigkeits- und Verehrungspraktiken im Umgang mit den Objekten.

Die Leitung haben Prof. Dr. Daniel Fulda (Halle) und PD Dr. Frauke Berndt (Frankfurt am Main).

Bitte benutzen Sie für Ihre Anmeldung das bereitgestellte Formular auf unserer website: http://www.izea.uni-halle.de/veranst/sachen2010.htm

Kontakt
Shirley Brückner M.A.
Interdisziplinäres Zentrum für die Erforschung der europäischen Aufklärung
Franckeplatz 1, Haus 54
06110 Halle (Saale)
sachen2010@izea.uni-halle.de


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From September 30th to October 3rd 2010 the annual meeting of the German Society for the Research of the Eighteenth Century (DGEJ) will be hosted by the Interdisciplinary Centre for the Study of the European Enlightenment, Halle, in conjunction with the Excellency Network „Enlightenment – Religion – Knowledge“ and the Francke Foundation, Halle. Research themes are:

Matters of Enlightenment

It is common to speak of the „matters” of Enlightenment; these include the programmatic core, rationally-based assumptions, envisioned goals and a normative dimension which has been relevant far beyond the historical epoch of Enlightenment itself. To focus on „matters,” however, also means taking into account the concrete, practical dimensions of the Enlightenment, of that which is negotiated or disputed, as well as the material dimensions of understanding, culture and tradition, of laboratory conditions, commodities, and art or memorial objects. Enlightenment studies have increasingly focused on these elements in recent years. This has made our image of the eighteenth century on the one hand enormously complex; while on the other this has made it increasingly difficult to identify any one central constant „matter” of the Enlightenment with which we can trace the contour of the epoch.

The title „Matters of Enlightenment“ will focus on the tensions between the conceptual and material dimensions of Enlightenment in order to develop a productive mode of enquiry from various viewpoints. It is important to bear in mind that the differentiation between matter and matters, between the programmatic and pragmatic side of the Enlightenment, is merely analytical, as both sides of the equation are inextricably linked within the historical process. Firstly the material dimension is only ever observable within the framework of Enlightenment concepts: the objects are always defined by the function they fulfil in the pursuit of specific conceptual frameworks. Secondly the formation of Enlightenment concepts – thus disrupting previous caricatures of a one-dimensional rationalist Enlightenment – often starts with the material dimensions. Likewise the implementation of enlightened conceptual matters is necessarily related to concrete objects and facts and must be realized – irregardless of the universality of these aims – in actual concrete practices. The appeal to the law of reason in matters of intellectual, religious, political, social or aesthetic problems can be seen as a typically enlightened immersion in material dimensions: insofar as the Enlightenment negotiates its own conceptual matters as a matter of debate it too becomes an object of debate. This involves both a weakening (the introduction of conditionality) and a reinforcement (the necessity to continuous self-reflection) of the Enlightenment at one time. In either case, the matter reveals itself to be intricately linked to the matters of the Enlightenment as two sides of the same coin. There is therefore no need to enquire whether the matter or the matters are more important, rather to enquire what the result of the multi-facetted links are on both sides of the equation.

This question can only be answered on the broad basis of contemporary research on the cultural diversity of the eighteenth century. Matters of Enlightenment means that both the ‘things’ of everyday culture and the world of consumption as well as the objects of scientific investigation are addressed equally, both the causae referred by the Enlightenment to its law of reason and the res which define the rhetorical system as the objects of debate and the arts; both the media of communication and tradition and the theoretical relationship between reason and sensibility. The interdisciplinary panels at the conference will address the various epistemological interfaces and ruptures at which the relationship between matter and matters of Enlightenment become visible. The central question to be addressed is that of the tension and the interferences between the matter and the matters of the Enlightenment:

1. Rhetorical Matters: Objects of Rhetoric (Panel Convenor: Prof. Dr. Carsten Zelle, Bochum)

Nothing can become an Enlightenment matter without being discussed; and how something can be discussed and represented in the medium of language is regulated by rhetorical means. Rhetoric ensures that matters can be discovered (inventio), localized (dispositio) and formulated (elocutio), and ensures that this is the case regardless as to whether what is being discussed is the Enlightenment programme, its individual ideals, problems and goals or just rumours and gossip. Of note is the fact that the rhetorical system itself – and not just that which is discussed – is (re-)formed in the course of the Enlightenment, as it is stripped of older tasks and is afforded new ones. On the one hand the relationship between res and verba is a matter of debate in Enlightenment rhetoric, including a change in how the importance of interest, perspective and location are viewed (e.g. practically in the art of disputation; theoretically in aesthetics or historical study). On the other hand these problems open up a specific rhetoric of knowledge with its own various forms of description, imagery and production of evidence. The objects of rhetoric thus also include the question as to how different things can become scientific or even epistemological objects.

2. Matters of Dispute: Agents, Practices and Situations (Panel Convenor: Jun.-Prof. Dr. Marian Füssel, Göttingen)

The matter of the Enlightenment is manifested as a genuine matter of dispute as it refuses to accept traditional orders of life, knowledge or belief as sufficient. Insofar as the Enlightenment refuses to accept given reality as a matter of course by demanding of it a rational explanation, it also turns itself into a matter of dispute: processes not only lead (intentionally) to judgement on the individual matter of dispute, rather also (unintentionally) expose the rules of engagement. Judging the Enlightenment from the perspective of its objects of dispute, one can conclude that it is a matter which cannot be reconstructed solely according to principles and systematic proposals; rather one needs to take account of its cultural realizations and practices. This not only means the need to focus on the stylistic nature of disputation but rather on the impact of the matter of dispute itself. What difference does the form of the dispute have on the question of with whom, how and with what means the dispute is conducted? Where was the matter of the Enlightenment itself the object of dispute and how did familiar matters of dispute become embroiled in enlightened disputes? By looking at the matters of dispute in the Enlightenment it is possible to develop new perspectives on the agents, practices and situations with which, and in which, the Enlightenment itself was constantly re-negotiated.

3. Sensual Cognition of Objects: The New Science of Aesthetics (Panel Convenor: PD Dr. Ulrike Zeuch, Wolfenbüttel/ Göttingen)

Aesthetics – as the „science of all things sensual“ – becomes a leading discipline in 18th century thinking. The revaluation of the lower forms of Erkenntnis in relation to their higher counterparts through Baumgarten and Meier affords things in their materiality a new dignity. As aesthetics includes so much more than the so-called „Arts“, it can advance as the basis of very different disciplines – including psychology, semiotics, rhetorics and poetics, metaphysics, theology and ethics, physics (optical physics) and medicine – and can furthermore ensure that the sensual becomes a second central pillar alongside reason in the search for certain knowledge. How can aesthetics – as the cornerstone of various disciplines – develop new objects or matters? Does this lead to a new type of academic? Does aesthetics require a radically new methodology in securing certain knowledge? Can one really claim that aesthetics is so new when judged in comparison to theories of perception in the 17th century? What role does aesthetics play in differentiating the Enlightenment from idealism? These considerations question the status of the sensual both in interdisciplinary terms and according to the context of its debates.

4. Mediality of Objects: Materiality of Communication (Panel Convenor: Dr. Stephan Kammer, Berlin/ Düsseldorf)

Matters of Enlightenment are matters communicated – and their communication is not restricted to discussing and teaching semantics but always includes material and performative facets. On the one hand models and theories reflecting on the (possible) conditions of elementary vehicles of communication are developed in the course of the 18th century: textuality (handwriting and print), orality and visuality. On the other hand, and almost parallel to these developments, an explosion can be observed in the use of these media. Even if a late (self-)description of the epoch as the „ink-spilling century“ is meant as a polemical rejection of this tendency, the materials of communication are obvious – e.g. in the exorbitant correspondences and the rapid growth of modern print-culture. Such developments are not confined to the textual domain: from the stages of the theatre and the opera to the places such as the Wunderkammer and rooms with antiques where things are collected, and finally to the pedagogical practices of material-based learning: All these things can be seen as media of Enlightenment matters.

5. Beautiful things: Interpretation and Meaning of the Arts and their History (Panel Convenor: Prof. Dr. Joachim Jacob, Gießen)

Whereas previous centuries respected art for its meaning the 18th century is more concerned with its sensual side. Winckelmann re-discovered Greek statues by virtue of the materiality; he may indeed still employ traditional terminology such as the allegory, but he also lays the – material – groundwork for the paradigmatic change which the terminology of the symbol was to bring at the close of the century. Whether judged against the allegory or against the yardstick of the symbol, the sensual becomes the defining category of what art and literature can achieve. Meaning is no longer merely understood as something which is thrust upon the material by observing necessary rules; instead meaning is held to be something embodied in the material. That artificial (monsters, machines), invented, dreamed or uncanny things (spirits, ghosts) suddenly play an important role, or that things take on their own identity in the eye of the beholder or begin to act on their own terms is not a discovery made by critics of the Enlightenment.

6. Memorial Matters: Materiality of Memorial Objects and Memory Models (Panel Convenor: Dr. Christiane Holm, Halle)

The Enlightenment engages in a reconfiguration of mnemotechnics from largely rhetorically based spatial mnemonic models to a dynamic concept of memory using the signature of temporalization of communication procedures and heightened interest in psychological processes. Independent momentums such as partial amnesia or imagined memories become the site of sensualist or psychological investigation. This does not mean that spatial and object-related interrelations become obsolete, rather they are afforded a time-index of their own. New object-related mnemotechnics are not primarily theoretically advanced; they are rather tested and developed through cultural practises in which literature plays a crucial role in the notation and reflexion of these developments. We wish to focus firstly on the transformation and invention of enlightened memorial media and investigate their relations with reference phenomena such as fetish-objects, relics and trophies. Secondly we wish to investigate the forms and formations of memorial practices related to these media, e.g. the founding scenes of memories and mementos, in the anacreontic cult of friendship and in the storage and display of keepsakes such as autograph-collections.

7. Empirical Facts: Empirical Knowledge Gained through Observation and Experimentation (Panel Convenor: Prof. Dr. Olaf Breidbach, Jena)

Scientific inquiry into the nature of things is subject to new modes of study and discourse on concrete objects in the course of the 18th century. The hard sciences declare research on the things themselves as conditio sine qua non of scientific study. This leads to scientific collection gaining new importance: the different methods of experimentation on and with these objects and the necessary apparatuses, procedures and constructions become the object of debate. One result other than this empiricization and the pursuit of the new is the creation of a new form of public communication for these new findings. These newly discovered objects are transported onto the stage and are presented in public demonstrations in front of non-specialist viewers and thus become themselves instrumentalized towards enlightened goals. This is nothing less than a social „electrification” through objects that have been neither identified nor ordered according to objective categories. Of particular interest are those exceptions in which the empirical method does not prove previous theories.

8. Presentation Objects and Didactic Models: Material-Based Education Concepts in Object-Based Learning, Museums and Transfer of Knowledge (Panel Convenor: Dr. Thomas Müller-Bahlke, Halle)

This section is concerned with forms of knowledge-transfer via concrete objects. These objects can be considered individually or as part of a larger collection. The following key-questions can guide the contributions in this section: What role do the collection-objects and didactic models have in pedagogical concepts and in school lessons? Who are the addressees of object-based teaching and what methods are used (e.g. viewing, touching, presentations, experimentation)? Under what conditions are objects constituted as media for transporting knowledge? How are objects pedagogically processed (e.g. art collections and nature cabinets, scholarly collections, libraries, gardens)? How is the transfer of knowledge achieved through transferring objects (societies, missions, excursions, correspondence)?

9. Cases and Case Studies: Man as Object of Anthropological Discourses (Panel Convenor: Dr. Dr. Yvonne Wübben, Berlin)

The anthropological turn in the 18th century means that the matter of man takes on an important role: in Enlightenment psychology and literature (epistolary novel, drama, auto-fiction, short-prose texts) the nature of man is offered as an object of debate as individual cases which simultaneously reveal a general rule or law. In doing so, the Enlightenment returns to Early-Modern collections of legal, popular (moral) or medical case studies (the narration facti or historia morbi) in order to adapt them to new scientific – and in particular anthropological – knowledge and requirements. Simultaneously new narrative modes are developed in literature spanning the range from psychological authorization to pathological subjectivity. Do the tropes and patterns of Early-Modern collections remain the same in anthropologically-based literary case studies? In order to answer this question the panel will focus not only on history, theory and epistemology but will also look at the relationship between narration, media and epistemes. This will involve focussing on recording methods, scenes of writing, compilation and collecting practices which allow the cases and case studies to be located in the material and literal culture.

10. Games and Luxury Goods: On the Use of Useless Things (Panel Convenor: PD Dr. Dominik Schrage, Dresden)

Useless objects place many Enlightenment thinkers in a tricky position: while the preoccupation with luxury-goods for its own ends is, on the one hand, worthless (because it implies a missed opportunity to improve morals, living and social conditions), it also leads to the abandonment of religious and moral condemnation of useless objects on the other hand. The Enlightenment discovers the use of the (seemingly) useless in many ways: firstly games – which on first view seem to be no more than amusement – are seen to provide necessary relaxation and to train the attention span, mind-power and reason of children in particular. Secondly the objects of play – a useless luxury from the perspective of self-preservation – are also seen to have a positive effect on craftsmen and factory employees using them. The pedagogical and economic use of play-things can also be seen in fashion-dolls and dolls-houses in which the novelties from the world of merchandise are made available to the playful curiosity of both children and adults on a smaller, manageable scale. This raises the question as to which play-things and luxury Enlightenment thinkers consider helpful to their enlightened cause. It also raises the question as to how they deal with the predicament of useless things – what arguments do they employ to solve this problem?

11. Valuables: Economics (Panel Convenor: Prof. Dr. Michael North, Greifswald)

The objects of trade and exchange are afforded new importance from the early Enlightenment onwards: the exchange of goods connects and enriches nations. The economic and symbolic engagement with material values can thus be considered positively or morally neutral so that production and economic processes gain in importance alongside the interior, fashion, jewellery, books and art. The semantic and mental shift towards an ennobling „interest” in material objects from what was previously considered the sinful attempt to acquire objects is of great importance for the development of the market economy. This is for some writers already understood as the actual motor of social improvement so that the progression of Enlightenment goals also seems to depend on the circulation of goods. The question remains how the possession of economic objects and goods can be valuable – and not only in an economic sense.

12. Cult-Objects: Relics, Fetish, Devotionals (Panel Convenor: Prof. Dr. Udo Sträter, Halle)

The Enlightenment project generally presents itself as a programme to rid society of its fetishes; the Enlightenment denies its own relationship to the fetish. The superstitious bonds with holy objects are supposed to be overcome by the power of reason – only the Other falls prey to the fetish. But – as Hartmut Böhme has suggested – „the more anti-fetishist the mental attitude, the more fetishist the practise.“ The role of investing objects with projections, meanings and affective energies can be studied in the creation of religious, scientific and artistic cult-objects and the respective history of their collection. Objects of study should include the Enlightenment’s self-fetishism in the „holy heads“ of great enlightened thinkers as materialised in the form of busts, statues, medals and gravestones. A further discussion topic will be the religious and ethnological study of the world of objects, as become visible for example in encounters with foreign cultures. Also of interest, besides the objects themselves are the pious and reverence practises surrounding these objects.

Translation: Barry Murnane


The conference will be organised by Prof. Dr. Daniel Fulda (Halle) and PD Dr. Frauke Berndt (Frankfurt upon Main).

Please use for your registration the made available form on our website: http://www.izea.uni-halle.de/veranst/sachen2010.htm

Contacts
Shirley Brückner M.A.
Interdisciplinary Centre for the Study of the European Enlightenment
Franckeplatz 1, Haus 54
06110 Halle (Saale)
sachen2010@izea.uni-halle.de


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Le congrès annuel de la Société allemande pour l’étude du XVIIIe siècle (DGEJ) qu’organise le Centre interdisciplinaire de Recherche sur les Lumières en Europe de l’Université Halle-Wittenberg en collaboration avec le Centre d’excellence « Lumières – Religion – Savoir » et la Fondation Francke se tiendra à Halle du 30 septembre au 3 octobre 2010. Il portera sur:

La cause et les choses des Lumières

Il est courant de parler, en allemand, de la « cause » de l’époque des Lumières (« Sache der Aufklärung »), terme sous lequel on peut comprendre, entre autres, le dessein qu’elle formule en s’appuyant sur la raison, le cœur de son programme, son objectif, ou encore son contenu normatif, dont l’impact s’est fait sentir bien longtemps. Mais parler de Sache der Aufklärung, implique aussi de porter son regard sur les choses et les objets (Sachen) concrets, les pratiques, les sujets traités ou débattus, de même que sur les conditions matérielles de la connaissance et de sa divulgation, ou sur celles de la culture. Il n’est pas moins nécessaire de considérer les lieux d’expérimentation des Lumières, les œuvres d’art, les objets dont il est fait commerce, et ceux qui recèlent la mémoire. Ces dernières années, la recherche dix-huitièmiste s’est justement intéressée à ces aspects, et l’image de l’époque des Lumières a, ainsi, gagné en complexité, ce qui n’en rend que plus difficile de la définir à partir de ce seul principe qu’est la cause au sens défini plus haut.

Le congrès annuel de la Société allemande pour l’étude du XVIIIe siècle « La cause et les choses des Lumières » se consacrera à l’étude des tensions existant entre les causes de cette époque et ses objets, et il s’efforcera tant d’ouvrir des perspectives que de susciter des discussions propres à rendre fructueuse cette tension. Il va de soi que la distinction opérée ici, à propos de l’époque des Lumières, entre causes et choses, entre aspect programmatique et dimension pragmatique ne saurait être qu’analytique, dans la mesure où, d’un point de vue historique, ces aspects se déterminent réciproquement. D’une part, en effet, les objets ne sont bien souvent perçus qu’à la lumière des sujets pour lesquels les Lumières prennent fait et cause, de sorte que c’est seulement grâce à eux que ces objets prennent forme. D’autre part, et au contraire de l’image déformée qu’en donne un rationalisme étriqué, l’époque des Lumières n’accède bien souvent à la conscience de soi qu’en s’appuyant sur des objets concrets. Pareillement, les causes que défendent les Lumières, quelles que soient leurs desseins à long terme, se révèlent dans des cas concrets et elles trouvent leur expression dans des pratiques réelles. Cet ancrage dans le concret, typique pour le XVIIIe siècle, se manifeste dans la critique de ce qui, au tribunal de la raison, est perçu comme imperfection, que ce soit dans le domaine intellectuel, religieux, politique, social ou encore esthétique. En défendant leur cause sur le mode polémique, les Lumières deviennent elle-même objet de débats. C’est là leur faiblesse, en ce qu’elles s’aventurent dans le champ de l’hypothétique, mais c’est aussi leur force, car elles sont sans cesse contraintes à s’interroger sur elles-mêmes. Dans tous les cas, la cause des Lumières est indissociablement liée à leurs objets. Force est donc, non de décider s’il faut privilégier leur cause ou leurs objets, mais d’examiner les conséquences qui résultent des rapports qu’entretiennent ceux-ci avec celles-là.

Pour ce faire, on peut se fonder sur les nombreux axes actuels de la recherche dix-huitièmiste, qui ont montré la diversité culturelle de cette époque. Sous la notion de « causes et choses des Lumières », nous entendrons les objets du quotidien, fût-ce dans leur aspect mercantile, les objets de la connaissance scientifique, mais aussi les causes que plaident les Lumières devant le tribunal de la raison, les sujets assignés au discours et aux arts par les différents systèmes rhétoriques, sans oublier ni les conditions de communication et de transmission des savoirs, ni la relation entre entendement et sensibilité. Ce congrès, résolument interdisciplinaire, s’attachera à examiner les points de jonction et de friction entre la cause et les objets des Lumières afin d’éclairer leur tensions et leurs interférences, en les considérant tout particulièrement sous les angles suivants :

1. Les objets du discours: la rhétorique (Responsable: Prof. Dr. Carsten Zelle, Bochum)

Rien ne devient objet d’intérêt pour les Lumières, avant d’avoir été formulé verbalement. C’est le dispositif rhétorique qui règle les modes selon lesquelles s’opère ce passage à la parole. C’est lui, en effet, qui permet de trouver les objets (inventio), de les disposer (dispositio) et de les mettre en forme (elocutio), et cela indépendamment du sujet traité, qui peut tout aussi bien concerner un des axes centraux du programme que souhaitent réaliser les représentants du discours éclairé, un problème capital, une question polémique ou encore un simple on-dit ou une rumeur. Ce faisant, ce ne sont pas uniquement les objets du discours qui prennent forme, mais également le système rhétorique lui-même qui, au cours des Lumières, se défait lentement de ses tâches traditionnelles pour en assumer de nouvelles. Cela invite à s’interroger sur la relation entre res et verba dans la rhétorique des Lumières, aux changements dont cette dernière fait l’objet quant à son intentionnalité, à sa perspective et à son ancrage dans des genres plus précis (d’un point de vue pratique, par exemple, dans l’art de la discussion et, dans une perspective théorique, en esthétique ou en histoire). D’autre part, les problèmes qu’engage cette évolution aboutit à la naissance d’une rhétorique spécifique du savoir, en ce qu’elle conduit à une conception différenciée de la représentation, du choix des images et, enfin, de la persuasion. S’attacher aux objets de la rhétorique revient donc à examiner également les circonstances dans lesquelles quelque chose peut devenir objet d’un discours scientifique, voire même accéder à une dimension épistémique.

2. Les objets de polémiques: acteurs, pratiques et situations (Responsable: Jun.-Prof. Dr. Marian Füssel, Göttingen)

La cause que défendent les Lumières signifie fondamentalement une polémique, dans la mesure où elles ne se satisfont généralement pas des conceptions traditionnelles portant sur l’organisation de la vie, du savoir ou encore sur la foi. Dans la mesure où les Lumières n’acceptent pas comme allant de soi ce qu’elles ont reçu du passé, mais qu’elles jugent que cet héritage doit faire l’objet d’une légitimation, leur cause elle-même devient objet de discussions. En effet, un procès ne mène pas, d’un point de vue intentionnel, seulement à un jugement sur la cause qu’il entend trancher, mais il implique aussi, même si ceci ne relève pas de son intention première, de s’interroger sur les règles de la discussion. Abordées dans la perspective des polémiques auxquels elles donnent lieu, les Lumières ne sont pas un objet qu’on pourrait reconstruire uniquement à partir de leurs principes et des systèmes alternatifs qu’elles ébauchent. Il faut, bien plus, envisager toujours les concrétions culturelles et les pratiques dont émanent ces discours polémiques. Il ne s’agira pas, ici, de s’interroger sur le style des polémiques uniquement, mais aussi sur leur portée. De plus, on examinera dans quelle mesure l’objet débattu est important pour déterminer qui participe au débat, comment, et avec quels moyens. Enfin, on tentera de mettre en lumière la frontière qui, au sein de ces polémiques, existe entre des débats caractéristiques des Lumières et d’autres qui représentent, bien plus, la recrudescence de discussions plus anciennes. Se pencher sur les polémiques des Lumières ouvrira, enfin, des perspectives nouvelles sur les acteurs, les pratiques et les situations dans et par lesquelles les Lumières elles-mêmes sont l’objet de débats.

3. L’approche sensible des choses : de l'esthétique comme nouvelle discipline (Responsable: PD Dr. Ulrike Zeuch, Wolfenbüttel/ Göttingen)

En tant que science de tout ce qui est sensible, l’esthétique devient, au cours du XVIIIe siècle, la discipline fondamentale. La revalorisation, par Baumgarten et Meier, de ce mode de la connaissance considérée longtemps comme secondaire par rapport aux facultés cognitives comme l’entendement, revient à attribuer aux choses considérées dans leur matérialité une nouvelle dignité. Comme l’esthétique embrasse bien plus que les Beaux-Arts, elle devient le fondement de disciplines très diverses – psychologie, sémiotique, rhétorique, poétique, métaphysique, théologie et éthique, mais également physique (optique) et médecine. Par là, la sensibilité est érigée, aux côtés de la raison, en seconde instance dans la recherche de nouvelles connaissances. Il convient pourtant de s’interroger afin de savoir dans quelle mesure l’esthétique, perçue comme le fondement de disciplines différentes, intègre de nouveaux objets, tout comme de se demander si un nouveau type de scientifique apparaît alors, et si l’esthétique, enfin, implique une méthode fondamentalement nouvelle pour aboutir à des connaissances certaines. D’un autre côté, on sera en droit de se demander aussi si l’esthétique, à l’horizon des théories sur la perception développées dès le XVIIe siècle, est réellement innovatrice. En dernier lieu, il faudra s’interroger sur le rôle que joue l’esthétique pour démarquer l’idéalisme de l’époque des Lumières. Afin de répondre à ces questions, on examinera le statut de la sensibilité dans une perspective interdisciplinaire, sans jamais perdre de vue la dimension contextuelle de l’esthétique.

4. La médiatisation des choses: les conditions matérielles de la communication (Responsable: Dr. Stephan Kammer (Berlin/Düsseldorf)

Les causes défendues par les Lumières sont indissociables de leur mode de communication. Et cette dernière ne se limite pas à s’entendre sur les contenus sémantiques ou à les propager, mais elle a toujours des aspects matériels et performatifs. Cela explique qu’au cours du XVIIIe siècle des théories et des modèles soient formulés qui cherchent à rendre compte des conditions permettant une communication élémentaire, et qui s’interrogent, par conséquent, sur le statut de l’écrit (qu’il s’agisse du manuscrit ou de l’imprimé), sur l’oralité ou la portée de l’image. Parallèlement, le recours à ces modes de la communication se développe de manière inflationniste à cette époque. Que, par la suite, pour s’en démarquer de manière polémique, cette époque se soit décrite elle-même comme un « siècle écrivassier », ne doit pas faire oublier la dimension capitale des aspects matériels de la communication qui la caractérise, et dont témoigne, par exemple, l’existence de vastes correspondances, de même que l’explosion de la production livresque et le développement extrêmement rapide des médias. Cette évolution n’est pas caractéristique de la culture écrite seulement. En effet, elle concerne tout aussi bien le théâtre et l’opéra, l’intérêt passionné apporté aux collections, intérêt qu’illustrent tant les cabinets de curiosité que les musées consacrés à l’art antique, ou encore le souci d’un enseignement qui fasse leur place aux objets concrets, autant d’éléments susceptibles de devenir le médium de la lutte menée par les Lumières.

5. Les belles choses: interprétation et signification des arts et de leur histoire (Responsable: Prof. Dr. Joachim Jacob, Giessen)

Alors que les siècles antérieurs ne s’étaient souciés que de la signification des œuvres d’art, le XVIIIe siècle, lui, s’intéresse surtout à leur dimension sensible. C’est ainsi Winkelmann redécouvre la statuaire grecque dans ce qu’elle a de plus concret. Certes, il continue à utiliser le concept traditionnel de l’allégorie, mais il ouvre, dans le même temps, la voie à ce changement paradigmatique, qui incitera la fin du XVIIIe siècle à recourir au concept de symbole. Qu’on les mesure à l’aune de l’allégorie ou à celle du symbole, c’est leur caractère sensible qui sert maintenant pas juger des réalisations des Beaux-Arts ou de la littérature. On ne perçoit dès lors plus la signification comme quelque chose que l’on incorpore aux objets, en respectant un certain nombre de règles, mais on l’appréhende comme quelque chose d’incarné par les objets eux-mêmes. Et bien avant que la critique formulée à l’encontre des Lumières le dénonce, on perçoit déjà, à cette époque, que, dans ce processus, les objets artificiels (comme des monstres ou des machines), imaginaires, oniriques ou étranges (comme les fantômes et les esprits) jouent un rôle non négligeable, et que certains objets accèdent, dans la vision de l’observateur, à une espèce d’indépendance.

6. La mémoire des choses: le fondement matériel des objets de mémoire et les formes de la mémoire (Responsable: Dr. Christiane Holm, Halle)

Consciente de la temporalité inhérente aux procédures de communication, et portant un intérêt croissant aux processus psychiques, l’époque des Lumières s’efforce de modifier les modèles mnémotechniques traditionnels qui se fondaient sur la rhétorique et une conception de l’espace, au profit d’une conception dynamique du souvenir. Ce faisant, des aspects comme les amnésies partielles ou les souvenirs imaginaires accèdent à une position centrale dans les études consacrées aux phénomènes sensibles ou spirituels. Cela ne signifie nullement que des théories fondées sur l’espace perdraient tout intérêt. Elles se voient seulement réinterprétées en ce qu’on leur adjoint, désormais, une dimension temporelle. C’est moins dans les théories que dans les pratiques culturelles que les nouvelles techniques de la mémoire sont discutées et expérimentées. À ce titre, la littérature joue un rôle fondamental, qui s’avère le lieu privilégié où ces techniques sont transcrites et examinées. On s’attachera ici à la transformation des vecteurs traditionnels de la mémoire et à la création de nouveaux durant l’époque des Lumières, deux aspects dont témoignent les médailles politiques ou les monuments érigés dans l’espace privé et intime, ainsi qu’aux rapports qu’ils entretiennent à des phénomènes référentiels comme les fétiches, les reliques ou encore les trophées. On s’interrogera, de plus, sur les formes et les stratégies discursives que prennent les pratiques du souvenir émanant de cette conception nouvelle de la mémoire, telles qu’elles apparaissent dans les scènes fondatrices du souvenir (par exemple dans le culte de l’amitié caractéristique de la poésie anacréontique) ou dans la conservation et la présentation de souvenirs, par exemple dans la collection de manuscrits autographes.

7. Le caractère empirique des choses: manières d’observer et de classifier (Responsable: Prof. Dr. Olaf Breidbach, Jena)

Le XVIIIe siècle discute et cherche à éclairer la question scientifique de la nature des choses d’une manière nouvelle : en se fondant sur l’objet concret. Les sciences exactes proclament même que l’examen des choses est la condition sine qua non pour accéder à la scientificité. Cela explique l’intérêt croissant porté aux collections ainsi qu’à leurs conditions de constitution. On s’interroge, en effet, sur les possibilités d’expérimenter avec et grâce aux collections, sur les appareils, les installations et les procédures qu’on devrait y trouver. Au-delà de ce souci pour la dimension empirique, d’une part, et de l’effort pour aboutir à de nouvelles connaissances, d’autre part, on cherche également à rendre publiques ces dernières. Les nouveaux objets de la connaissance sont ainsi mis en scène au cours de démonstrations publiques s’adressant à des non-spécialistes, devenant, par là, des instruments servant à la cause des Lumières. Il s’agit donc ici de faire passer dans la société comme un courant électrique, grâce à quelque chose qui jusque-là n’était pas encore déterminé, ou était classé selon des critères extrinsèques. Dans cette perspective, les exceptions c’est-à-dire les cas dans lesquels la dimension empirique ne se laisse pas subsumer sous des théorèmes, s’avèrent particulièrement intéressantes.

8. Objets de démonstration et modèles pédagogiques: le regard sur les choses dans les conceptions pédagogiques nouvelles, les musées et le transfert de savoir (Responsable: Dr. Thomas Müller-Bahlke, Halle)

Le travail de cette section portera sur les formes de transfert du savoir que permettent les objets concrets. Ces derniers peuvent être ou pris individuellement, ou éléments de collections. Les axes de réflexion de cette section pourront être : quelle signification les pièces de collection ou les modèles développés peuvent-ils avoir dans les conceptions pédagogiques ou la pratique scolaire ? À qui s’adresse un enseignement se fondant sur des objets concrets et quelles sont les méthodes qu’il met en pratique (observation, compréhension, démonstration, expérimentations etc.) ? Quels sont les conditions permettant d’ériger un objet en porteur de savoir, et dans quel cadre ces objets sont-ils soumis à un traitement pédagogique (collections d’objets d’art, cabinets de curiosité, collections rassemblées par des érudits, bibliothèques, jardin etc.) ? Comment s’opère le transfert du savoir lorsqu’on perçoit ce dernier comme transfert des objets (société, mission, voyages, correspondances) ?

9. Causes exemplaires: l’humain comme objet du discours anthropologique (Responsable: Dr. Dr. Yvonne Wübben, Berlin)

Au sein du tournant anthropologique du XVIIIe siècle, la cause de l’humain joue un rôle tout particulier. Dans la science psychologique naissance et la littérature (roman épistolaire, drame, fiction autobiographique, formes courtes de la prose), l’homme est présenté comme un cas individuel permettant d’illustrer, cependant, une règle ou au moins quelque chose de général. L’époque des Lumières met à profit, pour ce faire, des exemples juridiques, moraux ou médicaux que le début de l’époque de Lumières avait déjà collectionnés, et elle les transforme pour les adapter au contexte nouveau qu’entraînent les découvertes scientifiques et anthropologiques. Dans le même temps apparaissent, en littérature, de nouveaux modes de narration, qui exploitent tous les registres, de la mise en scène psychologique d’un auteur à la personnalisation pathologique. La question est de savoir si les modèles topiques des collections datant du début du siècle et si les histoires exemplaires au caractère anthropologique et littéraire restent les mêmes, ou bien se modifient. Outre à l’histoire, à la théorie et à la dimension épistémologique des cas considérés, cette section s’intéressera, pour cette raison, à la relation entre narration, médias et épistèmes. Cela impliquera d’examiner aussi les manières de transcription de ces histoires, la façon dont elles ont été compilées et rassemblées, ce qui permettra de replacer ces cas exemplaires et leur histoire dans la culture matérielle et littéraire de l’époque des Lumières.

10. Objets ludiques et objets de luxe: du bon usage des choses inutiles (Responsable: PD Dr. Dominik Schrage, Dresden)

Confrontés aux choses inutiles, beaucoup des représentants de l’époque des Lumières se trouvent dans une position difficile. D’une part, en effet, le recourt sans finalité aux objets ludiques leur paraît dénué de toute valeur, dans la mesure où il signifie qu’on néglige l’occasion de contribuer à une amélioration de la morale, des conditions de vie ou de la société. D’un autre côté, cette époque lève la condamnation portée par le discours religieux ou moral traditionnel à l’encontre de ce qui est prétendument inutile. En effet, elle découvre l’utilité de ce qu’on considérait comme inutile et on juge, désormais, que le jeu qui, au premier regard, sert à la seule distraction, est fondamentalement nécessaire pour se reposer ; on constate aussi qu’il contribue, en particulier chez les enfants, à exercer la faculté de concentration, ainsi qu’à former le sentiment et l’entendement. De plus, les jouets, pour être un luxe inutile à la conservation, a des effets positifs pour les artisans et les entreprises qui les produisent. L’intérêt pédagogique et économique des jouets trouve sa meilleure illustration dans les poupées de modes et les maisons de poupées, qui sont le moyen tout à la fois de présenter les dernières créations et, en tant que modèles réduits, de satisfaire la curiosité ludique non seulement des enfants, mais aussi des adultes. On est en droit de se demander à quels jouets et à quels objets de luxe les représentants des Lumières pensent vraiment, lorsqu’ils considèrent que les uns et les autres sont susceptibles de servir à leur cause. Il faudra s’interroger également sur la manière dont les partisans des Lumières résolvent cette situation ambiguë à l’égard des biens inutiles, quels arguments ils mettent en œuvre pour le faire, ou encore pour quelles raisons ils laissent subsister cette ambiguïté.

11. Objets de valeur: économie (Responsable: Prof. Dr. Michael North, Greifswald)

Des ses débuts, l’époque des Lumières adopte une position radicalement nouvelle à l’égard du commerce. En effet, selon les auteurs éclairés, l’échange de marchandises signifierait un lien entre les peuples qui les enrichirait. Le rapport économique, et également le rapport symbolique aux valeurs matérielles peut être considéré, désormais, positivement, ou du moins, sans qu’il s’accompagne d’un jugement de valeur négatif. Cela entraîne un intérêt croissant pour les modes de production et les procédés économiques, de même qu’un surcroît d’intérêt pour l’aménagement intérieur, la mode, les bijoux, les livres et l’art. Ce déplacement sémantique et ce changement mental sont d’une importance considérable pour la naissance d’une économie de marché et celle d’une société de consommation. Et le souci condamnable de l’acquisition des biens le cède, désormais, à la notion, connotée positivement, d’« intérêt ». Pour certains auteurs, celui-ci est le moteur fondamental du progrès social, de sorte que le progrès de la cause défendue par les partisans des Lumières semble dépendre d’une circulation accrue des biens. Force sera de se demander comment les productions de l’économie et les objets de consommation peuvent devenir porteurs de la notion de valeur, et ce non seulement dans une perspective économique.

12. Objets du culte: reliques, fétiches, objet de la ferveur (Responsable: Prof. Dr. Udo Sträter, Halle)

Le projet de l’époque des Lumières est perçu généralement comme un programme destiné à éliminer les fétiches, et elle dénie elle-même le rapport qu’elle entretient à ces derniers. Le lien superstitieux qui rattache aux choses sacrées doit être surmonté, grâce à la force de la raison. Et dans un tel discours, ce sont toujours les autres qui succombent aux fétiches. Or, comme l’a écrit H. Böhme, plus les positions mentales refusent le fétiche, et plus la pratique s’y rattache. On peut ainsi mettre en lumière, grâce aux objets des cultes religieux, scientifiques et artistiques, et à la manière dont ils ont été collectionnés, combien les choses sacrées s’avèrent le lieu de projections, combien elles sont chargées de significations extrinsèques et combien, enfin, elles focalisent les énergies affectives. Pour le montrer, il faudra se pencher, premièrement, sur les propres fétiches de l’époque des Lumières, par exemple « les têtes sacrées », c’est-à-dire les penseurs principaux de cette époque -- la vénération qu’on leur porte s’exprimant dans des bustes, des statues, des médaillons et des tombeaux -- en second lieu sur la manière dont le monde des choses est examiné à cette époque, ainsi que, finalement sur le regard porté, dans la rencontre de l’autre (ce regard étant structuré par un discours ethnologique et religieux). Outre aux objets du culte lui-même, on s’intéressera aussi aux pratiques de la piété et de la dévotion auxquelles il donne lieu.

Traduction: Christophe Losfeld

La direction du Congrès sera assumée par Prof. Dr. Daniel Fulda (Halle) et PD Dr. Frauke Berndt (Francfort-sur-le-Main).
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Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortHalle
Bewerbungsschluss15.07.2009
Beginn30.09.2010
Ende03.10.2010
PersonName: Shirley Brückner [M.A.] 
Funktion: Kontakt 
E-Mail: sachen2010@izea.uni-halle.de 
KontaktdatenName/Institution: Interdisziplinäres Zentrum für die Erforschung der europäischen Aufklärung 
Strasse/Postfach: Franckeplatz 1 
Postleitzahl: 06110  
Stadt: Halle (Saale) 
LandDeutschland
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SchlüsselbegriffeLiteratur 1700 - 1770; Literatur 1770 - 1830; Literatur- u. Kulturgeschichte
Klassifikation12.00.00 18. Jahrhundert > 12.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.08.00 Aufklärung; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.12.00 Stoffe. Motive. Themen
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