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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Konzepte des Hermetismus in der Literatur der Frühen Neuzeit"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelKonzepte des Hermetismus in der Literatur der Frühen Neuzeit
BeschreibungKonferenz
Konzepte des Hermetismus in der Literatur der Frühen Neuzeit - Wolfenbüttel 06/09

Leitung: Prof. Dr. Peter-André Alt (Berlin),
und Dr. Volkhard Wels (Berlin/Potsdam) (VolkhardWels@aol.com), Wolfenbüttel



24.06.2009-26.06.2009, Bibelsaal in der Bibliotheca Augusta;
Lessingplatz 1


Im Sinne einer Weisheitslehre mit dezidiert antiaristotelischer bzw.
antischolastischer, konfessionell übergreifender Tendenz fand das
hermetische Denken, das seinerseits enge Bezüge zum Paracelsismus, zur
Alchemie, zum Rosenkreuzertum und zur christlichen Kabbala aufweist, im
frühneuzeitlichen Europa wachsende Resonanz in Kunst und Philosophie.
Seine literarische Rezeption stützte sich dabei auf die Überlieferung
der ersten 14 der 18 Traktate des "Corpus Hermeticum" in der
lateinischen Übersetzung Marsilio Ficinos ("Poimandres", 1471) und den
erweiterten Editionen Lazarellis (1507) und Patrizis (1591). Selbst
nachdem Isaac Casaubon 1614 in seiner Abhandlung "De rebus sacris
ecclesiasticis exercitationes XVI" im Anschluss an Henri Estienne (1566)
und Matthieu Beroalde (1575) die Entstehung des "Corpus Hermeticum" auf
die Zeit des Frühchristentums datiert und damit die Spekulation über
seine arkane vorbiblische Weisheit entzaubert hatte, bewahrten seine
Texte für zahlreiche Autoren der Zeit eine starke Anziehungskraft. Gegen
die von ihm ursprünglich verfolgte Intention schuf Casaubons
philologischer Fund letzhin die Voraussetzungen für eine freiere
Rezeption hermetischer Topoi jenseits strikt theologischer Fragen nach
dem genealogischen Zusammenhang zwischen biblischer und nicht-biblischer
Offenbarung. Frances A. Yates hat im Hinblick auf diesen Effekt von
einer "Wasserscheide" gesprochen, die mit der Publikation von Casaubons
Schrift das alte Europa der Renaissance vom neuen Europa der Moderne
getrennt habe.

Die Tagung möchte die Spuren der produktiven literarischen Rezeption
hermetischer Topoi vor und nach Casaubon untersuchen. Sie befasst sich
mit den Modellen poetischer Adaption in Erzählung, Lehrschrift,
geistlichem Lied, Bukolik und Trauerspiel, mit Mustern der formalen
Umsetzung hermetischen Denkens in Allegorik, Symbolik, Enigma, in
Akrostichen und Ekphrasen, mit politischen Subtexten des Hermetismus,
Verbindungen zwischen hermetischer Naturphilosophie und new science, mit
Spielarten sozialer Semantik und panegyrischer Rhetorik im literarischen
Hermetismus, mit dem Zusammenhang von Enthusiasmuskonzepten und
hermetischen Inspirationslehren in den Poetiken der Frühen Neuzeit. Der
Zeitraum der Untersuchung soll sich vom 16. bis zum Beginn des 18.
Jahrhunderts erstrecken, der Schwerpunkt auf deutschsprachigen Texten
liegen.


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Mittwoch, 24.6.

19.00 Uhr Abendvortrag in der Halle der Bibliotheca Augusta
Prof. Dr. Hans-Georg Kemper (Universität Tübingen):
Hermetisch-poetischer Liebes-Zauber. Von der mystischen "Jeßus-wollust"
zur 'Passion' der Liebesehe


Donnerstag, 25.6.

9.00 Uhr Prof. Dr. Peter-André Alt (Freie Universität Berlin):
Einführung

9.30 Uhr Priv.-Doz. Dr. Volkhard Wels (Freie Universität
Berlin/Universität Potsdam): Das Corpus Hermeticum als literarisches
Modell

10.30 Uhr Kaffeepause

11.00 Uhr Kristine Hannak (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg):
Pimander als 'inneres Wort'. Sebastian Francks Übersetzung des Corpus
Hermeticum in der Tradition mittelalterlicher Logosmystik

12.00 Uhr Mittagspause

14.00 Uhr Prof. Dr. Peter-André Alt (Freie Universität Berlin): Das
Imaginäre und der Logos. Hermetische Grundlagen frühneuzeitlicher
Poetiken

15.00 Uhr Dr. Dietmar Till (Universität Tübingen): Zu Hermetismus und
Literaturbegriffen im 17. Jahrhundert

16.00 Uhr Kaffeepause

16.30 Uhr Priv.-Doz. Dr. Carlos Gilly (Universität Basel/ Universität
Amsterdam): Vom ägyptischen Hermes zum Trismegistus Germanus: Die
Verwandlungen des Hermetismus in der paracelsistischen und
rosenkreuzerischen Literatur von Alexander von Suchten bis auf Heinrich
Nollius

17.30 Uhr Prof. Dr. Joachim Telle (Universität Heidelberg): John Dee in
Prag. Spuren eines elisabethanischen Magus in der deutschen Literatur


Freitag, 26.6.

9.00 Uhr Dr. Philipp Theisohn (Universität Zürich): Zur
Funktionalisierung hermetischer Liebeskonzeptionen in der "galanten"
Literatur

10.00 Uhr Prof. Dr. Rosmarie Zeller (Universität Basel): Rappolts
"Jäger-Lust". Zur Poesie der Herstellung des Steins des Weisen

11.00 Uhr Kaffeepause

11.30 Uhr Dr. Hanns-Peter Neumann (Martin-Luther-Universität
Halle-Wittenberg): Bemerkungen zu hermetischen Implikationen in Ludovico
Lazzarellis 'De Bombyce'

12.30 Uhr Mittagspause

14.00 Uhr Prof. Dr. Anne Eusterschulte (Freie Universität Berlin):
Hermetische Motive im Ausgang von Sebastian Franck

15.00 Uhr Prof. Dr. Ralph Häfner (Universität Tübingen): Spuren des
Hermetismus in Jean Bodins "Colloquium heptaplomeres"

Abschluss gegen 17:00

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortWolfenbüttel
Beginn24.06.2009
Ende26.06.2009
PersonName: Wels, Volkhard [PD Dr.] 
Funktion: Ansprechpartner 
E-Mail: VolkhardWels@aol.com 
KontaktdatenName/Institution: Freie Universität Berlin Institut für Deutsche und Niederländische Philologie Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften 
Strasse/Postfach: Habelschwerdter Allee 45  
Postleitzahl: 14195 
Stadt: Berlin 
Telefon: 030 838 59 200 / 201 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Literatur- u. Kulturgeschichte
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte; 10.00.00 16. Jahrhundert; 11.00.00 17. Jahrhundert
Ediert von  H-Germanistik
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