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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Wertung, Kanon und die Vermittlung von Literatur in der Wissensgesellschaft"
RessourcentypCall for Papers
TitelWertung, Kanon und die Vermittlung von Literatur in der Wissensgesellschaft
BeschreibungWertung, Kanon und die Vermittlung von Literatur in der Wissensgesellschaft

Internationale Tagung des Promotionskollegs VolkswagenStiftung Wertung und Kanon
Georg-August-Universität Göttingen
04.2.2010-07.2.2010


CALL FOR PAPERS
Das von der VolkswagenStiftung finanzierte Promotionskolleg „Wertung und Kanon“ untersucht seit Oktober 2006 in transdisziplinärer Perspektive Theorie und Praxis der Literaturvermittlung in der ‚nachbürgerlichen‘ Wissensgesellschaft. Im Mittelpunkt des gemeinsamen Forschungsinteresses stehen die Steuerung von Wertungs- und Kanonisierungsprozessen durch ‚außerliterarische‘ Faktoren wie Macht und Ökonomie und der Einfluss literaturimmanenter Faktoren auf Wertung und Kanonisierung literarischer Werke der Gegenwart.
Zum Abschluss der ersten Förderungsphase veranstaltet das Kolleg eine internationale Fachtagung. Dazu werden deutsch- und englischsprachige Beiträge aus den am Kolleg beteiligten Philologien (Anglistik, Amerikanistik, Neuere deutsche Literaturwissenschaft, Romanistik und Slavistik) gesucht, die sich mit den Themenkomplexen der unten beschriebenen drei Sektionen auseinandersetzen. Für die Vorträge sind jeweils 30 Minuten Vortragszeit und 30 Minuten Diskussion vorgesehen. Abstracts mit einem Umfang von nicht mehr als 2.500 Zeichen inkl. Curriculum Vitae können bis zum 1. August 2009 per E-Mail eingereicht werden (matthias.beilein@phil.uni-goettingen.de). Die Autorinnen und Autoren der ausgewählten Beiträge werden Ende September 2009 benachrichtigt, Reisekosten und Unterkunft der Vortragenden übernimmt das Promotionskolleg. Die Publikation der Beiträge ist für 2011 vorgesehen.

Konzeption und Organisation der Tagung: Matthias Beilein, Claudia Stockinger und Simone Winko.

Sektion I: Textuelle und/oder soziale Grundlagen der Kanonbildung? (Winko)

Mit ihrer Frage nach den textuellen oder sozialen Grundlagen der Kanonbildung nimmt diese Sektion die beiden Pole auf, zwischen denen Erklärungen von Kanonbildungsprozessen in aller Regel liegen. Strittig ist, in welchem Maße es soziale Mechanismen sind, die zur Kanonisierung literarischer Texte führen, und in welchem Maße textuelle Eigenschaften dazu beitragen. Als widerlegt gilt die Auffassung, dass sich in einem Literaturkanon Texte allein wegen ihrer ‚zeitlosen’ literarischen Qualitäten durchsetzen. Vielmehr werden Kanones heute als historisch und kulturell variable Ergebnisse komplexer Selektions- und Deutungsprozesse betrachtet, die Kanonisierungsinstanzen (Schule, Universität etc.) zuzuschreiben sind und in denen inner- und außerliterarische Faktoren (gesellschaftlicher Kontext, politische Verhältnisse etc.) – zusammenwirken. Ob diese Prozesse eher intentional (z.B. als Durchsetzung von Machtinteressen) oder nicht-intentional (z.B. als invisible hand-Phänomen) zu konzeptualisieren seien, ist ebenfalls umstritten. Wie plausibel sind die vorliegenden Modelle? Wo liegen ihre Vor- und Nachteile? In welchem Verhältnis stehen textuelle und soziale Grundlagen? Warum sind Literaturkanones offenbar unvermeidbar – der massiven und theoretisch gut begründeten Kanonkritik in den 1980er und 1990er Jahren zum Trotz?
Für diese Sektion werden zum einen Beiträge gesucht, die neue Modelle der Kanonbildung entwerfen oder sich mit vorliegenden Modellen auseinandersetzen, zum anderen exemplarische Fallstudien, an denen sich Mechanismen der Kanonisierung literarischer Texte illustrieren lassen und die dabei nach dem systematischen Erklärungswert der Beispielfälle fragen. Mögliche Themenfelder sind: Kanon und Textqualitäten, Kanon und Gesellschaft, Kanon und Geschichte, Kanon und Werte, Kanon und Gender, Funktionen von Kanones, Legitimität oder Illegitimität, Vermeidbarkeit oder Unvermeidbarkeit von Literaturkanones.

Sektion II: Kanon in Institutionen (Beilein)

Diese Sektion möchte der Frage nachgehen, welchen Stellenwert literarische Kanones heute für staatlich bzw. kommunal geförderte Institutionen haben. Sind Klassiker zwar einerseits von besonderer Bedeutung hinsichtlich der oft reklamierten identitätsstiftenden Funktion von Literatur („Leitkultur“-Debatte), so sind von öffentlicher Hand geförderte Projekte andererseits davon abhängig, mit ihrer Arbeit ein möglichst großes Publikum zu erreichen und den Interessen möglichst vieler unterschiedlicher Zielgruppen gerecht zu werden, um die staatlichen oder kommunalen Investitionen, gemessen am quantitativen Zuspruch, zu rechtfertigen.
Gesucht werden Beiträge, die sich, beschränkt auf einen Untersuchungszeitraum seit 1945, in synchroner oder diachroner Perspektive mit der Bedeutung von kanonisierter Literatur und/oder kanonisierten Autoren in Institutionen wie Literaturhäusern, Literaturmuseen, Dichtergedenkstätten, Archiven, Akademien, literarischen Förderinstitutionen, aber auch öffentlichen Bibliotheken, Theaterspielplänen oder Universitäten auseinandersetzen (schulische Kanones und Kinder- und Jugendliteratur sollen, dem thematischen Rahmen des Kollegs entsprechend, dagegen nicht behandelt werden). Welche Strategien der Kanonrevision bzw. Kanonaffirmation lassen sich ermitteln? Auf welche Werte bzw. welche Wertmaßstäbe wird bei der Auseinandersetzung mit literarischen Kanones in Institutionen argumentativ zurückgegriffen? Welchen Einfluss nehmen literarische Kanones auf die Archivierung, Ausstellung, Aufführung und Auszeichnung von Literatur?

Sektion III: Markt, Medien und Communities (Stockinger)

Im Mittelpunkt der Sektion stehen die Wertungsroutinen im gegenwärtigen Literaturbetrieb unter den veränderten sozial-, ökonomie- und mediengeschichtlichen Faktoren, die auf den Prozess der Aufmerksamkeitsverteilung für Literatur einwirken. Weil sich die Prominenz und der Erfolg von Büchern vielfach keinem bildungsbürgerlichen Kulturwert verdankt, sondern einem Kultwert, muss Literatur ihren ‚Wert’ nicht zuletzt unter Konkurrenz einer Medienwelt erarbeiten, die auf den ‚Event’ setzt bzw. auf die Steigerung von Erlebnisqualitäten. Dies hat Auswirkungen auf das Marktverhalten der Autoren, die sich auf pluralisierte Nutzungskontexte und diversifizierte Adressatengruppen hin auszurichten haben. – Welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang Strategien der Erzeugung einer spezifischen ‚Corporate Identity’? Welche Konsequenzen ergeben sich daraus u. a. für die Aufmachung der Bücher, für neue Werbeformen und Marketingstrategien oder für neue Rezeptionsformen (wie etwa die Leserrezensionen)?
Davon ausgehend bildet die Frage nach den Wertungskriterien in den Neuen Medien einen Schwerpunkt der Sektion, insbesondere die Frage nach der digitalen Zukunft des Buchs. – Wie verändern Digitalisierungsprojekte, Books on Demand, neue Hardware / E-Books (Netbooks, Amazon Kindle etc.) die Produktion, Rezeption und Vermittlung von Literatur? Wie reagieren Verlage und Autoren auf die neue Situation? Welche Rolle spielen diese und andere technische Entwicklungen für die Konstruktion sozialer Netzwerke von Lesern? Wie verändern sich Leseinteressen und -gewohnheiten? Welche Auswirkungen ergeben sich daraus für bereits etablierte oder derzeit entstehende literarische Subkulturen, die sich über die Neuen Medien organisieren (zu Genreliteratur wie Science Fiction, Phantasy, Gothic, Horror u. a.; zu Computerspielen etc.)?


Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.uni-goettingen.de/de/114296.html
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortGöttingen
Bewerbungsschluss01.08.2009
Anmeldeschluss01.08.2009
Beginn04.02.2010
Ende07.02.2010
PersonName: Beilein, Matthias  
Funktion: Ansprechpartner 
E-Mail: matthias.beilein@phil.uni-goettingen.de 
Name: Stockinger, Claudia  
Funktion: Ansprechpartnerin 
E-Mail: claudia.stockinger@phil.uni-goettingen.de 
Name: Winko, Simone  
Funktion: Ansprechpartnerin 
E-Mail: simone.winko@phil.uni-goettingen.de 
KontaktdatenName/Institution: Universität Göttingen 
Strasse/Postfach: Käte-Hamburger-Weg 3 
Postleitzahl: 37073 
Stadt: Göttingen 
Telefon: 0551 3910346 
E-Mail: matthias.beilein@phil.uni-goettingen.de 
Internetadresse: http://www.wertungundkanon.uni-goettingen.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeBuchwissenschaft (Bibliotheks-, Verlagsgeschichte); Computerphilologie; Geschichte der Germanistik; Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Leserforschung; Literarische Wertung/Literaturkritik; Literatur nach 1945; Literatur- u. Kulturgeschichte; Literaturpsychologie; Literatursoziologie; Literaturtheorie: Klassiker; Literaturtheorie: Themen; Medien- u. Kommunikationsgeschichte (Hand-, Druckschrift, Film, Rundfunk, Computerspiel usw.); Medien- u. Kommunikationstheorie
Zusätzliches SuchwortKanon; Wissensgesellschaft
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.06.00 Literaturtheorie; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.13.00 Literaturkritik. Wertung; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.14.00 Literatursoziologie; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.15.00 Literatur und Medien; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.16.00 Literarisches Leben > 03.16.01 Allgemeines; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.16.00 Literarisches Leben > 03.16.02 Schriftsteller; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.16.00 Literarisches Leben > 03.16.03 Schriftstellerverbände; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.16.00 Literarisches Leben > 03.16.04 Literaturpreise; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.16.00 Literarisches Leben > 03.16.05 Literaturarchive. Museen. Forschungsinstitute. Gesellschaften. Sammlungen. Stiftungen; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.16.00 Literarisches Leben > 03.16.06 Buch- und Bibliothekswesen; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.16.00 Literarisches Leben > 03.16.07 Buchhandel. Verlage; 04.00.00 Allgemeine Literaturgeschichte > 04.03.00 Vergleichende Literaturgeschichte; 04.00.00 Allgemeine Literaturgeschichte > 04.06.00 Beziehungen einzelner Völker zur deutschen Literatur; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.03.00 Literaturgeschichtsschreibung; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.05.00 Anthologien; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.01.00 Forschung; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.05.00 Anthologien; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.06.00 Literarisches Leben; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.07.00 Literaturzeitschriften; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.09.00 Stoffe. Motive. Themen; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.10.00 Bundesrepublik Deutschland bis 1990 > 18.10.01 Forschung; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.10.00 Bundesrepublik Deutschland bis 1990 > 18.10.03 Geistes- und Kulturgeschichte; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.10.00 Bundesrepublik Deutschland bis 1990 > 18.10.04 Studien; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.10.00 Bundesrepublik Deutschland bis 1990 > 18.10.05 Literarisches Leben; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.10.00 Bundesrepublik Deutschland bis 1990 > 18.10.06 Literarische Gruppen; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.10.00 Bundesrepublik Deutschland bis 1990 > 18.10.08 Stoffe. Motive. Themen; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.11.00 DDR; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.12.00 Österreich; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.13.00 Schweiz; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.02.00 Bibliographie. Nachschlagewerke; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.05.00 Anthologien; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.06.00 Literarisches Leben; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.07.00 Literaturzeitschriften; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.09.00 Stoffe. Motive. Themen; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.10.00 Bundesrepublik Deutschland; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.11.00 Österreich; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.12.00 Schweiz
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