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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "ZfdPh Sonderheft: Grenzen im Raum – Grenzen in der Literatur"
RessourcentypCall for Papers
TitelZfdPh Sonderheft: Grenzen im Raum – Grenzen in der Literatur
BeschreibungCall For Papers

Sonderheft der "Zeitschrift für deutsche Philologie", hg. v. Eva Geulen und Stephan Kraft:

Grenzen im Raum – Grenzen in der Literatur

Der Begriff der Grenze ist in den aktuellen Literatur- und Kulturwissenschaften nahezu ubi-quitär. Grenzziehungen, Grenzüberschreitungen, Be- und Entgrenzungen stellen unstreitig ein Lieblingsobjekt der Forschung dar. Klassisch-philologisch werden dabei die Grenzen zwischen verschiedenen Gattungen, Epochen oder Stilen untersucht, aus kulturwissenschaftlicher Perspektive die zwischen Mensch und Tier, Religiösem und Säkularem oder Leben und Tod, um nur einige Beispiele zu nennen. Der Begriff der Grenze ist dabei zu einer universalen Metapher für alles geworden, was dichotomisch aufgespalten und anschließend wieder miteinander verschränkt werden kann. Auffällig ist, dass diese Wissenschaftskonjunktur genau in eine Zeit fällt, in der wirkliche, im Sinne von territorialen Grenzen vor allem in Mitteleuropa rapide an Bedeutung verloren haben.
Bei alldem kann es durchaus überraschen, dass die literatur- und kulturwissenschaftliche Raumforschung selbst sich des Konzepts der Grenze noch kaum angenommen hat – zumindest nicht in seiner konkretesten Bedeutung einer exakt lokalisierbaren Trennlinie zwischen zwei distinkten Räumen – seien diese nun staatlich verfasst, natürlich gegeben oder auf andere Weise konstituiert. Dabei herrscht an Texten, in denen dieses Phänomen reflektiert wird, wahrlich kein Mangel: Es manifestiert sich in Goethes Zögern vor dem Übertritt nach Italien, Michael Kohlhaas am Schlagbaum, Eichendorffs Taugenichts als Grenzer, Heines Harfenmädchen im „Wintermärchen“, dem Steinwall in „Romeo und Julia auf dem Dorfe“, dem Deich im „Schimmelreiter“, Kafkas chinesischer Mauer, Kästners kleinem Grenzverkehr, Johnsons „Zwei Ansichten“ oder Thomas Brussigs Berliner Grenzöffnungsphantasien – die Liste ist nahezu beliebig verlängerbar.
Geplant ist ein Sonderheft der „Zeitschrift für deutsche Philologie“, das sich dieses Desiderats annimmt. Was passiert, wenn die vagierende Grenzmetapher selbst wieder begrenzt und auf ihre wörtliche Bedeutung zurückgeführt wird? Wie werden Staatsgrenzen und sonstige konkret im Raum verortbare Grenzen in der Literatur thematisiert? Wie werden sie erlebt, semantisiert, und was kann eine Beschäftigung mit ihnen zum Verständnis des allgemeiner gefassten Grenzbegriffs und seiner eigenartigen Konjunktur beitragen? Wir laden dazu ein, fertige Texte im Umfang von bis zu zwanzig Seiten oder ausführliche Exposees mit einem Umfang von mindestens vier Seiten aus dem Bereich der neueren deutschen Literatur zur Begutachtung einzusenden. In ihnen soll ausgehend von konkreten Textlektüren geprüft werden, was eine solche Reaktualisierung des Grenzbegriffs sowohl für die Diskussion um Be- und Entgrenzungen als auch für die Debatte um die Kategorie des Raums in der Literatur überhaupt beizutragen hat.

Einsendeschluss für die Vorschläge ist der 30. September 2009.

Einsendungen bitte an:
Prof. Dr. Eva Geulen
Dr. Stephan Kraft
Zeitschrift für deutsche Philologie
Universität Bonn
Institut für Germanistik, Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft
Am Hof 1d
53113 Bonn

Für Nachfragen und nähere Auskünfte stehen zur Verfügung:
Stephan Kraft: st.kraft@uni-bonn.de und Eva Geulen: egeulen@uni-bonn.de



Call for Papers
Special Issue of „Zeitschrift für deutsche Philologie“, ed. Eva Geulen and Stephan Kraft

Topographical Borders – Borders in Literature

The concept of borders has become virtually ubiquitous in current literary criticism and cultural studies. Drawing borders, crossing borders, limiting and delimiting has become a preferred research subject: Philology investigates the borders between different genres, epochs and styles; Cultural Studies examine the borders between man and animal, the sacred and the profane, or life and death, to name but a few examples. In the course of these developments, the border has become something like a universal metaphor for almost anything which can be split and subsequently be recombined. It is hard to ignore that this academic interest in borders comes at a time when territorial borders rapidly loose significance, especially in middle Europe.

Yet it is surprising that all this topographical research has rarely considered the concept of border itself, at least not with regard to its most concrete meaning of a localizable borderline separating two distinct spaces – be they those of states, naturally occurring, or constituted in another fashion. There is certainly no lack of texts concerned with this phenomenon: it manifests itself in Goethe’s hesitation to cross into Italy, Michael Koohlhaas at the barrier, Eichendorff’s Taugenichts as border patrol, Heines harf-girl in “Wintermärchen,” the stone wall in Keller’s “Romeo und Julia auf dem Dorfe,” the levy in Storm’s “Schimmelreiter,” Kafka’s Chinese wall, Kästner’s “kleinem Grenzverkehr,” Johnson’s “Zwei Ansichten” or Thomas Brussig’s phantasies of open borders in Berlin – many others could be added.

Our special issue of the ZfdPh is dedicated to addressing this issue: What happens when the multifarious metaphor of borders is in turn limited and returned to its original or, at least, most common, meaning? How do literary texts thematize the borders of states and other localizable borders ? How are they experienced, what semantics are involved, and what could this contribute to understanding the current fascination with borders in a more general sense? We invite you to submit completed manuscripts (max. 20 pages) or detailed abstracts (min. 4 pages). On the basis of readings of specific texts, we ask you to assess their possible contributions to the current re-actualization of the concept of borders and, more generally, the prevailing interest in topography today.

Deadline for proposals September 30, 2009.

Please send the proposals to:
Prof. Dr. Eva Geulen
Dr. Stephan Kraft
Zeitschrift für deutsche Philologie
Universität Bonn
Institut für Germanistik, Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft
Am Hof 1d
53113 Bonn
Germany

For further questions please contact:
Stephan Kraft: st.kraft@uni-bonn.de or Eva Geulen: egeulen@uni-bonn.de
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
Bewerbungsschluss30.09.2009
PersonName: Kraft, Stephan  
Funktion: Ansprechpartner 
E-Mail: st.kraft@uni-bonn.de 
KontaktdatenName/Institution: Universität Bonn, Institut für Germanistik, Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft 
Strasse/Postfach: Am Hof 1d 
Postleitzahl: 53113 
Stadt: Bonn 
E-Mail: st.kraft@uni-bonn.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch; Englisch
SchlüsselbegriffeKomparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft)
Klassifikation00.00.00 ohne thematische Zuordnung
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/8296

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