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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Literarische Inszenierungen naturwissenschaftlichen Wissens"
RessourcentypVortragsreihen
TitelLiterarische Inszenierungen naturwissenschaftlichen Wissens
BeschreibungRingvorlesung: "Literarische Inszenierungen naturwissenschaftlichen Wissens"
Leitung: Dr. Anne-Kathrin Reulecke

Technische Universität Berlin
Institut für Literaturwissenschaft

Straße des 17. Juni 135
10623 Berlin
Hörsaal H 1012

WS 2006/2007
jeweils Montag, 18.00 c.t bis 20.00 h
Beginn 23.10. 2006

Neuere philologische Forschungsarbeiten haben zeigen können, dass auch naturwissenschaftliche Aufschreibesysteme mit literarischen Verfahrensweisen wie Metaphern, Erzählungen, Rhetoriken etc. operieren; dass auch an der Konstitution von naturwissenschaftlichem Wissen − etwa in den Bereichen Physik, Astronomie, Biologie, Chemie, Medizin oder Genetik − Imaginationen und Phantasien beteiligt sind. Zudem sind die genuin literarischen Möglichkeiten in den Blick geraten, mit denen poetische Texte naturwissenschaftliches Wissen zur Darstellung bringen und immer schon gebracht haben. Es geht dabei um die Frage, mit welchen spezifischen Ausdrucksformen und Schreibweisen − mit welchen Erzähltechniken, narrativen Mustern, Rhetoriken und sprachlichen Bildern − sich die Literatur den naturwissenschaftlichen Disziplinen nähert; auf welche Weise sie die fremden Wissenskulturen aufgreift; wie sie deren epistemologisches Selbstverständnis, deren Diskurse, Rituale und (ungeschriebene) Gesetze in Szene setzt.

Ein Großteil der Vorträge unserer Ringvorlesung fragt danach, auf welche Weise in literarischen Texten naturwissenschaftliche Methoden und Erkenntnisse reflektiert, kommentiert oder fortgeschrieben werden. Untersucht werden aber ebenso Beispiele aus der Literaturgeschichte, in denen naturwissenschaftliche Modelle und Verfahrensweisen als Impulse für poetische Prozesse dienen. Mehrere Vorträge befassen sich mit der Vorgeschichte der Trennung von scientia und poiesis und somit mit vorneuzeitlichen Wissenskulturen, die noch nicht im heutigen Sinne strikt zwischen Literatur und naturkundlichem Wissen unterscheiden. Außerdem sollen literarische Texte berücksichtigt werden, die sich als maßgebliche Schauplätze für Gedankenexperimente und als Ideen-Laboratorien (zukünftigen) naturwissenschaftlichen Wissens verstehen − so die Gattungen der Phantastischen Literatur oder der Science Fiction. Last but not least werden wir die Literatur als ein Medium zur Diskussion stellen, das auch Affekte und Wertungen zum Ausdruck bringt, die mit den realen naturwissenschaftlichen und technischen Entwicklungen einhergehen. Gestalten doch literarische Visionen häufig profunde Gegenentwürfe zum naturwissenschaftlichen Fortschrittsoptimismus, während es zugleich gerade auch literarische Phantasien sind, die der Wissenschafts- und Technikbegeisterung ihrer Zeit das Wort reden.


PROGRAMM

23.10. 2006
Prof. Dr. Sigrid Weigel
Experimente in litera − Gedankenexperimente bei Condillac und Kleist

30.10.
Prof. Dr. Karina Kellermann
Mittelalterliche Naturbilder − Kosmologien und Kartographien

6.11.
Dr. Carsten Rohde
Natur und Naturwissenschaften in Goethes „Wanderjahren“

13.11.
Dr. Gesa Horstmann
Das Grab der Poesie – Naturwissenschaft in der Lyrik des Realismus

20.11.
PD Dr. Jens Pfeiffer
„die nâch der Êven g'êvet sind“ − Ein literarischer Topos und seine naturwissenschaftlichen Hintergründe

4.12.
Dr. Roman Lach
Fantastischer Szientismus − Wissenschaft und Schrecken bei Jules Verne

11.12.
PD Dr. Cornelia Ortlieb
Zwischen Eismeer und Meereis − Der Untergang der Titanic und die Glaziologie

18.12.
Dr. des. Friederike Günther
Welle und Teilchen. Ossip Mandelstams Anverwandlung des physikalischen Dualismus in seinem „Gespräch über Dante“ (1933)

8.1. 2007
MA Constanze Baum
’Pataphysik oder ±Gott ist der kürzeste Weg von 0 bis ~ (im einen oder anderen Sinne). (Natur-) Wissenschaft und Metaphysik in der ubuesken Parodiemaschine

15.1.
Prof. Dr. Stephan Braese
Wie Alexander von Humboldt sich einmal an Georg Forster erinnerte – Zur Perspektivik deutscher Forschungsreisender um 1800

22.1.
Prof. Dr. Hans Dieter Zimmermann
Die Anfänge der Science-Fiction am Beispiel von Kurd Lasswitz' „Auf zwei Planeten“ (1897)

29.1.
Dr. Anne-Kathrin Reulecke
Science in Fiction − Autorschaft, Wissen und Fälschung in Carl Djerassis Nobelpreis-Roman „Cantors Dilemma“ (1989)

5.2.
Prof. Dr. Martin Disselkamp
Ein Jahrhundert der Mathematik. Dilettantische Betrachtungen über Harsdörffer / Schwenters „Deliciae Physico-Mathematicae“ (1636)

12.2.
Thomas Lehr
AutorenLesung aus dem 2005 erschienenen Roman „42“ und anschließende Diskussion


Kontakt:
Dr. Anne-Kathrin Reulecke
kathrin.reulecke@tu-berlin.de

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortBerlin
Beginn23.10.2006
Ende12.02.2007
PersonName: Reulecke, Anne-Kathrin [Dr.] 
Funktion: Ansprechpartnerin 
E-Mail: kathrin.reulecke@tu-berlin.de 
KontaktdatenName/Institution: Technische Universität Berlin, Institut für Literaturwissenschaft 
Strasse/Postfach: Straße des 17. Juni 135 
Postleitzahl: 10623 
Stadt: Berlin 
Telefon: +49 (0)30 314-26583 
Fax: +49 (0)30 314-23107 
Internetadresse: http://www.fk1-tu-berlin.de/litwiss/dephil/deutsche_philologie.html 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeHistorische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte); Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft)
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.06.00 Literaturtheorie
Ediert von  H-Germanistik
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