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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Literaturwunder Ruhr"
RessourcentypCall for Papers
TitelLiteraturwunder Ruhr
BeschreibungCFP
Literaturwunder Ruhr


Veranstalter:
Stiftung Bibliothek des Ruhrgebiets (Prof. Dr. K. Tenfelde)
Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt Dortmund (H. Palm)
Ruhr-Universität Bochum, Germanistisches Institut, und Literarische Gesellschaft Bochum (Prof. Dr. G. Rupp)

Verantaltungsort:
Institut für soziale Bewegungen (Ruhr-Universität Bochum)
Stiftung Bibliothek des Ruhrgebiets
Clemensstr. 17-19
44789 Bochum / Germany

Parallel zum industriellen und wirtschaftlichen Strukturwandel haben sich im Ruhrgebiet in den letzten Jahren und Jahrzehnten ein kultureller und ein literarischer Strukturwandel vollzogen. Der hier geglückte sozio-ökomische Strukturwandel ist im Vergleich zu den Problemen in ähnlichen Industriestandorten wie Oberschlesien oder Mittelengland höchst bemerkenswert. Das Aufkommen einer neuen Ruhrgebietsliteratur aber ist – ein Literaturwunder.

Dieses Literaturwunder zeigt sich spätestens seit den 80er Jahren in einer prosperierenden Kultur- und Literaturentwicklung. Werke von Link, Lodemann, Rothmann, Seligmann. Streletz und vielen anderen bilden eine neue Qualität von Regionalliteratur heraus, die nicht nur affirmatorisch den Bezug auf die eigene Herkunft betont, sondern durch distanzierende Verfahren der Beobachtung und der Spiegelung anreichert. Dabei richten die Autor/innen den Blick nicht nur auf die Gegenwart, sondern verarbeiten immer wieder von ihrem gegenwärtigen Blickwinkel aus die Vergangenheit mit, und sie schauen nicht nur auf das Ruhrgebiet selbst, sondern sie sehen es vorzugsweise im übergeordneten europäischen Rahmen. Diese ‚Gegenbeobachtung’ verdankt sich u. a. dem Umstand, dass das Ruhrgebiet spätestens seit der Mitte des 19. Jahrhunderts selbst Ergebnis einer (geglückten) kulturellen Durchmischung ist. D.h. dass gerade hier aufgrund des hohen Migrant/innen-Anteils sich die Orientierung in europäischen und globalen Zusammenhängen bewegt.

Im Vorfeld der Kulturhauptstadt 2010 und in Rückbesinnung auf Bochum als Stadt des Wortes ist es ein aussichtsreiches Vorhaben, neue und neueste literarische Texte als Anzeichen des florierenden Kulturraums Ruhr zu untersuchen. In dieser Perspektive sind mit den literarischen Texten die anderen Künste wie Musik, Film und auch bildende Kunst mit angesprochen. In der Durchmischung von E- und U-Kultur prägen die literarischen Texte neue Gattungen und Typologien aus.

Zugestanden: parallel laufende sozio-ökomische und kulturelle Umbrüche gibt es auch in anderen Regionen: z. B. im benachbarten Rheinland oder in den metropolartigen Ballungsräumen Berlin, München oder Hamburg. Und auch eine besonders hervorstechende Regionalliteratur gibt es allerorten in Deutschland heute. Trotzdem hat die Metropole Ruhr Besonderheiten, die in ihrer Summe ein unverwechselbares Profil ergeben.

Für diesen Prozess gibt die sog. Industriekultur das Muster vor: die Umfunktionierung der Industriezechen zu Kulturzentren. In ähnlicher Weise werden Texte, Muster und Gattungen umfunktionalisiert. Realisiert wird ein (intelligenter) Eklektizismus, der die Kulturmischung mit einschließt.

Genau dieser Prozess steht im Zentrum des Kongresses „Literaturwunder Ruhr“. Die jüngere und aktuellste Literatur wird darauf hin untersucht, welche (neuen) Formen, Strukturen und Muster entstehen, welche Träger- und Verbreitungsmedien genutzt werden, welche Funktionen bestärkt, welche verändert und welche neu geschaffen werden und welches Bild des Ruhrgebiets schließlich durch die literarischen Texte transportiert und in der Rezeption aufgenommen wird.

Sektion 1: Neue Gattungskonfiguration:
- neue Gattungen der Ruhrgebietsliteratur nach dem Bergmannsroman und der Arbeiterliteratur?
- Reine Gattungen oder Gattungsmischungen
- Literatur und Musik
- Graphic novels
- Funktionswechsel von Appell und Gesellschaftskritik zur Unterhaltung

Sektion 2: Neue Bilder des Ruhrgebiets
- Widerspiegelung des Strukturwandels in der Literatur
- Neuentdeckung durch historische Rückblicke
- Regionalbezogene Literatur vs. kulturelle Mischung
- Identitätsbilder, -konstruktionen des Metropolraums Ruhr

Sektion 3: Ruhrgebiet und Ruhrgebietsliteratur im Film, in den Medien und im Netz
- Beispiel Deutschland, ein Sommermärchen
- Ruhrgebiets-TV: center-TV
- Blogs (Ruhrbarone), E-Mail-Literatur Ruhr
- Hypertextliteratur, kollaborative Schreibprojekte

Sektion 4: Ruhrgebietsliteratur interkulturell
- Migrationsliteratur in den 60er Jahren und heute
- Deutsch-türkische Literaturprojekte, Cafés, Internetausstellungen
- Interkulturelle Dialog-Orientierung vs. sprachlich-literarische Ghettoisierung
- Kulturentwürfe in der Migrationsliteratur (Erzählwelten, kulturelle Kommunikation)

Sektion 5: Ruhrgebietsliteratur live
- Slam Poetry
- Literaturfestivals
- Literaturwettbewerbe, Literaturpreise, Prorgramme der Literaturförderung
- Theaterprojekte

Die Vorträge sollen 30 Minuten nicht überschreiten. Eine spätere Publikation in Form eines Sammelbandes durch das Fritz Hüser-Instituts ist vereinbart. Fahrt- und Übernachtungskosten für Referent/innen werden übernommen.
Vorschläge mit kurzen Abstracts (ca. 1 Seite) sowie knappen bio-bibliographischen Angaben bitte bis zum 15. Juni an

Gerhard Rupp [Prof. Dr.]
Germanistisches Institut der Ruhr-Universität Bochum
44081 Bochum

gerhard.rupp@rub.de

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.ruhr-uni-bochum.de/sbr/sbr/frameset_sbr.htm; http:/www.fhi.dortmund.de; http://www.ruhr-uni-bochum.de/sbr/sbr/frameset_sbr.htm
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortBochum
Bewerbungsschluss15.06.2009
Beginn29.10.2009
Ende31.10.2009
PersonName: Rupp, Gerhard [Prof. Dr.] 
Funktion: Ansprechpartner 
E-Mail: gerhard.rupp@rub.de 
KontaktdatenName/Institution: Germanistisches Institut der Ruhr-Universität Bochum 
Strasse/Postfach: GB 4/146 
Postleitzahl: 44081 
Stadt: Bochum 
Telefon: 0234-32-28567 
E-Mail: gerhard.rupp@rub.de 
Internetadresse: http://www.rub.de/lidi/ 
LandDeutschland
SchlüsselbegriffeLiteratur nach 1945; Literatur- u. Kulturgeschichte
Klassifikation05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.06.00 Regionale deutsche Literatur; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.06.00 Literarisches Leben
Ediert von  H-Germanistik
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URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/7993

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