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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Literatur und Literaturwissenschaft im Zeichen der Globalisierung. Themen - Methoden - Herausforderungen"
RessourcentypCall for Papers
TitelLiteratur und Literaturwissenschaft im Zeichen der Globalisierung. Themen - Methoden - Herausforderungen
BeschreibungCFP

Literatur und Literaturwissenschaft im Zeichen der Globalisierung Themen – Methoden – Herausforderungen

Internationale Tagung des Instituts für Germanische Philologie der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań (Abteilung Deutsche Literaturgeschichte) 18.-21. Oktober 2009 in Obrzycko bei Poznań

Unter dem Begriff Globalisierung versteht man „charakteristische und am Ende des 20. Jahrhunderts sowie am Anfang des 21. Jahrhunderts dominierende Tendenzen in Weltwirtschaft, -politik, -demografie, -gesellschaftsleben und –kultur, die auf der Ausbreitung von analogen Erscheinungen, unabhängig vom geographischen Kontext und dem Fortschrittsniveau der betreffenden Region, beruhen. Die Globalisierung führt zur Vereinheitlichung des Weltbildes als einer homogenen Ganzheit von miteinander verknüpften Elementen und einer gemeinsamen Kultur konsumtiver Art.“ (Wojciech J. Burszta, Wielka Encyklopedia PWN). Die Bedeutung der Globalisierung als einer Dominante unserer Zeit unterstreicht ihre bildhafte Bezeichnung als „die größte tektonische Bewegung unserer Ära“ (Anna Zorska). Die Tagung in Obrzycko setzt sich die Reflexion über die Rolle der Globalisierung in Literatur und Literaturwissenschaft als Ziel. Aus dem breiten Themenspektrum sollen dabei drei Aspekte herausgegriffen und diskutiert werden, die im Untertitel der Tagung angedeutet werden: (1) die Kondition des Menschen angesichts der Globalisierungsprozesse als Thema der Literatur, (2) der Einfluss der Globalisierung auf die Methoden der Literaturwissenschaft (Interkulturalität), sowie (3) die neuen Herausforderungen, die im Zuge der Globalisierung (und insbesondere der fortschreitenden Intermedialität) an die Literaturvermittlung gestellt werden. Diesen Themenfeldern entsprechen die Themen der drei geplanten Panels.
PANEL 1: Der Mensch und die Dimensionen der Globalisierung als Thema der zeitgenössischen Literatur
Anknüpfend an das Denkbild von Theodor Adorno, der ein gut gemachtes literarisches Werk mit einem Spinngewebe verglich, kann man sagen, dass der literarische Text ein aus Zeichen gewobenes Netz ist, das in eine aktive Beziehung mit der Umwelt tritt und in diesem Zeichennetz Bruchteile unserer Wirklichkeit einfängt (Ryszard Nycz). Unabhängig von den sich wandelnden Lebensbedingungen bleibt die Literatur deswegen derjenige Ort, an dem man Spuren der Geschichte ausfindig machen kann, die an anderen Stellen nicht verzeichnet sind – weder in Statistiken, noch in Geschichtswerken oder anderen wissenschaftlichen Studien. Auf diese Tatsache wiesen unter anderen so namhafte Forscher wie der Soziologe Jerzy Szacki, der Psychiater und Psychologe Kazimierz Dąbrowski sowie der Psychiater Antoni Kępiński hin. Das erste Panel möchte somit zur Reflexion über die Kondition des Menschen unter den Bedingungen der fortschreitenden Globalisierung einladen, die durch das Prisma der neuesten Literatur betrachtet wird. Besondere Aufmerksamkeit soll hier Erfahrungen geschenkt werden, die Bestandteile oder Folgen der Globalisierungsprozesse sind, wie:
1. die Homogenisierung der Weltkultur,
2. das Verwischen der Grenzen dank der Entwicklung von Verkehrs- und Kommunikationsmitteln (Internet, Mobiltelefon),
3. die Ausweitung des grenzüberschreitenden Personenverkehrs sowie die Promotion der Mobilität,
4. multikulturelle Wirklichkeit, insbesondere in den Ballungsgebieten,
5. die Entstehung von so genannten Hyperräumen (Flugplätze, standardisierte Restaurantketten, Hypermärkte), in denen die Menschen zu anonymen Individuen ohne jegliche Kulturbezüge werden,
6. der verstärkte Einfluss von Massenmedien auf die Ausgestaltung der Inhalte menschlichen Bewusstseins.
Angesichts dieser und anderer Symptome der Globalisierung von Wirtschaft, Politik, Kultur, aber auch von Gesellschaft, wurden in den letzten Jahren mehrere Bewährungsstrategien erarbeitet; eine von ihnen ist die Interkulturalität, mit der das Thema des zweiten Panels zusammenhängt.
PANEL 2: Interkulturalität als neues Forschungsparadigma der Literaturwissenschaft – Versuch einer Zwischenbilanz
Im Rahmen der deutschen Literaturwissenschaft wurde die Interkulturalität in den 1980er Jahren zum Forschungsparadigma erhoben. Der Begriff Interkulturalität bezeichnet Interaktionsformen, „bei denen die Interaktionspartner sich wechselseitig als unterschiedlich kulturell geprägt identifizieren“ (Ortrud Gutjahr). In der Forschung legt man dabei insbesondere den Schwerpunkt auf Projekte, die zur Überwindung von Fremdheit führen sowie auf Strategien der ‘Übersetzung’ einer Kultur in die Sprache bzw. den Code einer anderen Kultur. Diese Erscheinung darf als Antwort auf die Konjunktur der Interkulturalität insbesondere in der Europäischen Union angesehen werden – ein anschauliches Beispiel dafür sind Anschubfinanzierungen für interkulturellen Austausch in der Wissenschaft in Form von Sokrates-Austauschprogrammen. Einen zusätzlichen Beweis für den hohen Stellenwert der Interkulturalität in der EU-Politik stellt die Schaffung einer europäischen Kulturagenda im Zeichen der Globalisierung (2007) dar, als deren erstes Ziel die Förderung der kulturellen Vielfalt sowie die Stärkung der interkulturellen Kompetenzen und des interkulturellen Dialogs definiert wurde. Der Einfluss der Interkulturalität auf die Literaturwissenschaft bekundet sich hauptsächlich durch die Einbeziehung der Methoden der Imagologie, der Stereotypenforschung, der interkulturellen Hermeneutik und der Kulturthemenforschung in ihr Forschungsfeld – Disziplinen also, die sich auf die Untersuchung von kulturspezifischen Zuschreibungsverhältnissen konzentrieren. Bei der Analyse und Interpretation von literarischen Texten macht die interkulturelle Literaturwissenschaft darüber hinaus Anleihen bei Disziplinen wie der Ethnographie, Kultur- und Sozialanthropologie, der kulturtheoretisch orientierten Ethnopsychoanalyse und Psychohistorie sowie der Gender-Forschung. Im Rahmen des zweiten Panels soll der Wert dieser methodologischen Neuerungen für die Untersuchung der neuzeitlichen Literatur diskutiert werden.
PANEL 3: Literaturvermittlung im Zeitalter der Intermedialität
Am Anfang des 21. Jahrhunderts haben wir es mit dem gleichzeitigen Wirken von „ungleichzeitigen“ Kulturmodellen zu tun – dem klassischen literarischen, dem audiovisuellen und der Cyberkultur (Ryszard Nycz) –, von denen ein jeder der Literatur einen anderen Platz und eine andere Rolle zuweist und die Literaturstudien vor unterschiedliche Herausforderungen stellt. Das Thema des dritten Panels bezieht sich auf die Herausforderungen, die angesichts der fortschreitenden Intermedialität an die Literaturvermittlung gestellt werden. Die Wechselwirkung verschiedener Medien (z.B. Text und Bild), die mit dem Begriff Intermedialität gemeint ist, lässt sich zwar schon in Bezug auf ältere Literaturepochen feststellen – ein Beispiel dafür ist die Buchmalerei des Mittelalters oder die konkrete Poesie der 1950er Jahre. Doch die gegenwärtige Ausdehnung von Intermedialität durch die Entwicklung von Fernsehen, Internet, multimedialen Telefonen, MP3-Playern, Werbung und sogar multimedialen Spielwaren verursacht, dass die Lektüre von traditionellen literarischen Texten ohne multimediale Aufmachung zu einer Herausforderung für die junge Generation wird. Wie kann die Literaturvermittlung attraktiver gestaltet werden für Studenten, die an eine dynamische, eine Vielzahl von Sinnen reizende Kommunikation und eine nichthierarchische, simultane und mehrdimensionale Perzeption gewöhnt sind? Die Antwort auf diese Frage sollen die Teilnehmer des dritten Panels suchen.
Es stehen insgesamt 40 Plätze für die Teilnahme an der Tagung in Obrzycko zur Verfügung. Die Tagungsgebühr beträgt 200 PLN. Interessierte Literaturwissenschaftler werden um ein Abstract von 1-2 Seiten und ein kurzes Curriculum Vitae bis zum 15. März 2009, wenn möglich in digitaler Form, gebeten. Tagungssprache ist Deutsch.
Bewerbungen und Nachfragen bitte richten an:
Dr. Anna Kochanowska-Nieborak
kochanow@amu.edu.pl
Instytut Filologii Germańskiej
al. Niepodległości 4
PL-61-874 Poznań
Tel: +48-(0)61-829-35-40
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortObrzycko
Bewerbungsschluss15.03.2009
Anmeldeschluss15.03.2009
Beginn18.10.2009
Ende21.10.2009
PersonName: Kochanowska-Nieborak, Anna [Dr.]  
Funktion: Koordination des Projekts 
E-Mail: kochanow@amu.edu.pl 
KontaktdatenName/Institution: Instytut Filologii Germanskiej UAM 
Strasse/Postfach: al. Niepodleglosci 4 
Postleitzahl: PL 61-874 
Stadt: Poznan 
Telefon: 0048 61 8293540 
Fax: 0048 61 8536937 
E-Mail: ifguam@amu.edu.pl 
Internetadresse: http://www.staff.amu.edu.pl/~ifguam/index.php?option=com_frontpage&Itemid=1 
LandPolen
BenutzerführungDeutsch; Polnisch
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft
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