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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Übersetzen bei J. G. Herder. Theorie und Praxis"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelÜbersetzen bei J. G. Herder. Theorie und Praxis
BeschreibungÜbersetzen bei Johann Gottfried Herder (1744-1803) :
Theorie und Praxis

Internationale Tagung
Centre Circulation des savoirs et des textes Allemagne/Autriche-Europe
(EA n° 4283 C.E.R.C.L.L.)


Amiens (Bibliothèque Louis Aragon)
26.-28. März 2009

Leitung : Dr. Clémence Couturier-Heinrich


Die Frage des Dialogs zwischen den Kulturen zieht sich wie ein roter Faden durch das breite Spektrum von Johann Gottfried Herders Gesamtwerk. Im Bereich der Literatur, wo Herder als Autor, Literaturkritiker und –theoretiker tätig war, galt sein Interesse für interkulturelle Beziehungen vor allem der Übersetzung, die bei der Entstehung der deutschen Nationalliteratur in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts eine entscheidende Rolle spielte. Schon Herders erste grössere Veröffentlichung, die Fragmente Über die neuere deutsche Literatur (1766-1767), machte es der Übersetzung zur Aufgabe, die deutsche Sprache und Literatur zu poetisieren.
Bis in die 8. und 9. Sammlung der Briefe zu Beförderung der Humanität hinein, die genau 30 Jahre später, also 1796-1797 erschienen, führte Herder seine Reflexionen über die Übersetzung als spezifischen Modus der Nachahmung ausländischer Vorbilder durch die deutschsprachigen Autoren fort. Zu Zwecken und Mitteln des Übersetzens äußerte sich Herder auch in Rezensionen, namentlich als er 1769, bzw. 1772 die Übertragung der Gedichte Ossians durch den österreichischen Jesuiten Michael Denis in der Allgemeinen Deutschen Bibliothek besprach. Seit den neunziger Jahren des 18. Jahrhunderts veröffentlichten die Frühromantiker, insbesondere August Wilhelm Schlegel, der sich als „Schüler“ Herders ansah, zahlreiche Übersetzungen, welche diesem ebenfalls Gelegenheit zur kritischen Beurteilung boten.

Herder selbst war ein unermüdlicher Übersetzer poetischer Texte aus den unterschiedlichsten Sprachen und Kulturen. Gleichzeitig mit den berühmten Volksliedern (1778-1779 erschienen) veröffentlichte er unter dem Titel Lieder der Liebe (Leipzig, 1778) eine Übertragung des Hohenlieds. Die ersten zwei Sammlungen der Zerstreuten Blätter (1785-1786) boten dem nicht-philologischen Publikum erstmals ein großes Korpus von 324 Epigrammen aus der Anthologia graeca, während Herders allerletzte Veröffentlichung, die Stücke 9 und 10 der Zeitschrift Adrastea (1803-1804), den Anfang des spanischen Romanzenzyklus Der Cid enthielten, dessen Übersetzung er vor seinem Tod hatte vollenden können.
Vorstellbar ist, dass zu diesen Übertragungen von Gedichten in gebundener Rede Übersetzungen von Prosatexten kommen könnten, die Herder zum Zwecke des Spracherwerbs, namentlich während seiner Aufenthalte in Frankreich (1769) und Italien (1788-1789), angefertigt hätte.

Die Tagung soll Theorie und Praxis der Übersetzung bei Herder im ganzen zeitlichen Umfang seines Schaffens beleuchten.


Programm

Jeudi 26 mars

9h30 : Accueil des participants – ouverture du colloque

10h-12h15 :

Michael Maurer (Jena) : Herders Auffassung von interkulturellen Beziehungen

Patricia Rehm (Mainz) : Vom Sinn der Übersetzung bei Herder

Hans Adler (Madison) : Übersetzung als Kulturtransfer

Déjeuner

14h30-16h45 :

Ulrich Gaier (Konstanz) : Mentalübersetzung von Sprache, Poesie und Kultur

Elena Polledri (Konstanz/Udine) : Herders Ton und die Übersetzungen der Romantiker

Sylvie Le Moël (Tours) : « Büchersprache »: alte und neuere Sprachen in den Übersetzungsplänen des jungen Herder



Vendredi 27 mars

9h30-10h45 :

Daniel Weidner (Berlin) : « Das menschlichste aller Bücher » - Herders Übersetzungen der Bibel im Spannungsfeld von Säkularisierung und Sakralisierung

Rüdiger Singer (Göttingen) : « Erklärende Übersetzung » an Beispielen biblischer und homerischer Poesie

Pause

11h15-12h30 :

Wolfgang Proß (Bern): Übersetzung oder Nachahmung? Urpoesie und Moderne in Herders Überlegungen zur orphischen und pindarischen Lyrik

Wulf Koepke (Boston) : Die griechische Anthologie und die Form des Epigramms

Déjeuner

14h30-17h :

Howard Gaskill (Edimburgh) : Ossian und die Volkslieder

Wolf Gerhard Schmidt (Eichstätt) : « Abdruck der innern Empfindung » im « Abdruck des Äußern ». Herders Ossianübersetzungen als kongeniale « Originalarbeit »

Kristina Jaremko Porter (Edimburgh) : Inventing a Latvian Voice: the Humanist Issues within Herder's Volkslieder (1778-79)



Samedi 28 mars

9h30-12h :

Christine Roger (Amiens) : Hamlet und Macbeth als « Tragödien des Schicksals ». Herders dramaturgische Betrachtungen und Übersetzungsproben in der Adrastea im Rahmen der deutschen Shakespeare-Rezeption um 1800

Gregory Moore (St Andrews) : Ein « deutscher Pope » ?: Herders Übersetzung von Popes Messiah

Clémence Couturier-Heinrich (Amiens) : Deutsch und Französisch als Übersetzungssprachen in den Briefen zu Beförderung der Humanität

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortAmiens
Beginn26.03.2009
Ende28.03.2009
PersonName: COUTURIER-HEINRICH, Clémence [Dr.] 
Funktion: maître de conférences am germanistischen Institut 
E-Mail: clem.heinrich@orange.fr 
KontaktdatenName/Institution: Faculté des Langues - Université de Picardie Jules Verne 
Strasse/Postfach: Campus universitaire Chemin du Thil  
Postleitzahl: F-80025 cedex 1 
Stadt: Amiens 
LandFrankreich
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.11.00 Übersetzung
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
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