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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Textprofile stilistisch"
RessourcentypCall for Papers
TitelTextprofile stilistisch
BeschreibungTextprofile stilistisch

Interdisziplinäre Konferenz an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz am 12. bis 14. Oktober 2009

Auf der Konferenz „Textprofile stilistisch“ beschäftigen sich Wissenschaftler aus philologischen Disziplinen und benachbarten Fächern mit der Frage, wie Stil und Schreibweise Texten zu einem Zusammenhalt als eigenständige, zur Vermittlung von Sinn geeignete Gebilde verhelfen. Mit dem Stichwort „Textprofile“ sind diejenigen (sprachlichen wie metasprachlichen) Mittel angesprochen, die Texten ihre Gestalt und Unterscheidbarkeit nach außen wie ihre spezifische innere Struktur verschaffen. Die Konferenz thematisiert speziell den Anteil, den stilistische Phänomene an der Ausbildung von Textprofilen haben. Dabei setzt sie folgende Schwerpunkte:

Im Zuge der stilistischen Profilierung von Texten wird die Singularität eines Textes zugleich mit seiner Allgemeinheit und Vergleichbarkeit mit anderen Texten produ-ziert. Was in den Texten in Einheit vorliegt, kann analytisch unterschieden werden, um das Zusammenspiel von interner und externer Profilierung zu ergründen.
Zum Allgemeinen eines Textprofils zählt nicht zuletzt der – positive oder negative – Bezug auf bereits existente, durch Tradition vermittelte Verfahren von Sinnproduktion. Im kulturellen Kontext wird die stilistische Ausprägung eines Texts zu einem Motor der literarischen Entwicklung.

Wir bitten potenzielle Referenten, bei der Entwicklung von Vortragsthemen aus der Perspektive des je eigenen Forschungsgebiets Fragen wie die folgenden besonders zu beachten:

- Kann man elementare Einheiten (sprachlicher, rhetorischer, ästhetischer Qualität) bestimmen, in denen ein Stil auf identifizierbare Weise ‚geprägt’ ist? Wodurch erfolgt diese stilistische Identitätsbildung des Elementarteils? Lassen sich darüber generelle Aussagen machen oder nur solche zu bestimmten historischen Stilrichtungen? Wie basal ist der Stil für die Struktur oder für die Funktion eines Textes?

- Wie hängen stilistische Phänomene mit einer Aussageintention zusammen? Gibt es diesen Zusammenhang auch unabhängig von der historischen Intention eines konkreten Autors, d. h. als ‚Eigensinn’ eines Stils oder Stilmittels? Gibt es – strategisch gehandhabte oder zufällige – Interferenzen zwischen gemeinter und stilistisch wirksamer Intention? Gibt es Stil ganz ohne Aussageintention?

- Gibt es Stile bzw. Stilformen, die wesentlich in dem begründet sind, worüber gesprochen wird (eine Art ‚Ständeklausel’ oder ‚Objektivitätsformel’ stilistisch produktiver Sprache)? Oder ist die Suggestion z. B. von Objektivität einer Beschreibung (etwa eines Gebrauchsgegenstands, einer Landschaft oder eines Naturereignisses) selber ein Produkt bestimmter Stilformen?

- Wie ist in bestimmten Stilformen das Verhältnis zwischen sprachlicher Selbstreferenz (Fortschreiben eines einmal etablierten Stils, Stilzitat), Objekt, worauf referiert wird, und Textproduzent, der die sprachliche Selbstreferenz produziert und dabei die Referenz auf ein Objekt einrichtet? Gibt es in dieser Trias einen Normalzustand und auf dieser Grundlage auch Hypertrophien? Lassen sich diese Aussagen spezifizieren – für einen individuellen Autor, für eine Gattung, eine Epoche etc.? Ist mit einer solchen Spezifizierung etwas Maßgebliches über Autor, Gattung oder Epoche festgehalten?

- Sind spezifische Haltungen – Pathos, Polemik, Vereinnahmung in Betroffenheit oder Überlegenheit – an bestimmte Stilformen geknüpft oder eignet sich alles für alles?

- Initiieren Veränderungen der stilistischen Mikrostruktur historische Verschiebungen in Makrostrukturen, womöglich mit epochaler Auswirkung? Oder verbreitern bzw. verallgemeinern sie lediglich stattfindende Brüche und Neuanfänge? Vollziehen sich beide Phänomene historisch nacheinander, womöglich sogar nebeneinander? Lässt sich die Behauptung nachvollziehen, dass im kulturellen Kontext die stilistische Ausprägung eines Textes zum „Motor der literarischen Entwicklung“ (s. o.) wird?

- Definieren sich historische oder gattungsmäßige, womöglich sogar nationale Einheiten über stilistische Unterschiede? Nur in plakativen Selbstaussagen oder in nachvollziehbaren Divergenzen?

Interessierte Kolleginnen und Kollegen, Doktorandinnen und Doktoranden wie auch Postdocs sind herzlich zur Mitarbeit eingeladen. Einen Themenvorschlag mit einem ca. 20-zeiligen Abstract erbitten wir bis zum 1. April 2009. Die Auswahl der Vortragsthemen wird bis zum 15. April erfolgen.

Auswärtige Referenten können mit der Erstattung der Fahrt- und Aufenthaltskosten rechnen.
Die Publikation des Tagungsbandes ist für 2010 geplant.

Themenvorschläge und Rückfragen bitte an:
spies@uni-mainz.de
waldsch@uni-mainz.de

Univ.-Prof. Dr. Bernhard Spies
Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
Fachbereich 05 – Philosophie und Philologie
Deutsches Institut
55099 Mainz
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortMainz
Bewerbungsschluss01.04.2009
Beginn12.10.2009
Ende14.10.2009
PersonName: Spies, Bernhard [Prof. Dr.] 
Funktion: Ansprechpartner 
E-Mail: spies@uni-mainz.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeStilistik
Klassifikation02.00.00 Deutsche Sprachwissenschaft (in Auswahl) > 02.08.00 Stilistik
Ediert von  H-Germanistik
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