VIRTUELLE FACHBIBLIOTHEK GERMANISTIK Germanistik im Netz Logo

Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "1 Post-Doc-Stipendium, Historisch-Kulturwissenschaftliches Forschungszentrum (HKFZ) Trier (Universität Trier)"
RessourcentypStipendien
Titel1 Post-Doc-Stipendium, Historisch-Kulturwissenschaftliches Forschungszentrum (HKFZ) Trier (Universität Trier)
BeschreibungIm Rahmen der vom Land Rheinland-Pfalz geförderten neuen Forschungsinitiative ist am Historisch-Kulturwissenschaftlichen Forschungszentrum (HKFZ) Trier vorbehaltlich der Zuweisung der Mittel zum 01. Mai 2009 (oder später) ein Post-Doc-Stipendium zu vergeben.

Das Stipendium ist zunächst auf ein Jahr befristet, in dessen Verlauf entweder eine anderweitige Förderung eingeworben oder maximal zweimal eine je einjährige Verlängerung des Stipendiums beantragt werden kann. Eine Verlängerung des Stipendiums setzt eine positive Evaluierung durch das HKFZ voraus.

Das Stipendium wird vergeben für ein Projekt, das entweder in eine größere monographische Studie und/oder in einen größeren Drittmittelantrag münden soll.

Das Historisch-Kulturwissenschaftliche Forschungszentrum (HKFZ) bündelt Forschungsaktivitäten mit einer historischen Ausrichtung aus verschiedenen kulturwissenschaftlichen Disziplinen. Das historische Forschungsinteresse geht von der Überlegung aus, dass Beiträge zum Verständnis und zur Gestaltung aktueller gesellschaftlicher Strukturen nur auf der Grundlage systematischer Untersuchungen ihrer historischen Wurzeln geleistet werden können. Das Zentrum fördert eine arbeitsteilige inter- und transdisziplinäre Forschung, um so zu Ergebnissen zu kommen, die mit der konventionellen individuellen und einzelwissenschaftlichen Forschungstätigkeit in den Historischen Kulturwissenschaften nicht zu erzielen sind. Die Zusammenarbeit der beteiligten Forschungsprojekte und Fächer erfolgt aufgrund methodischer oder inhaltlicher Verknüpfungen im Sinne des formulierten inter- und transdisziplinären Anspruchs.

Weitere Informationen stehen auf der Homepage des Zentrums zur Verfügung: www.hkfz.uni-trier.de

Gefördert werden im Rahmen des HKFZ Trier interdisziplinäre, kulturhistorische Projekte zum Thema „Wissensräume“.

Besondere Schwerpunkte bilden dabei folgende Arbeitsbereiche, in deren Rahmen das Vorhaben angesiedelt sein soll:

Raum als Organisationsmodus von Wissen in literarischen Texten:
Fiktionale Texte, die sich mit Wissensräumen befassen, bieten in mehrfacher Hinsicht eine wichtige Ergänzung zu den Texten der philosophischen Reflexion. Zum einen sieht die Philosophie als Reflexion zweiter Stufe von den subjektiven Aspekten der Erfahrung ab, die für das Thema der Wissensräume jedoch von großer Bedeutung sind. Zum anderen sind fiktionale Texte in ihrer Darstellungsstruktur weder den klassischen logischen Standards noch den üblichen Verhältnissen der drei Zeitformen zueinander verpflichtet. Zudem ist in künstlerischen Texten der Raum nicht nur Gegenstand des Erzählens, sondern auch Strukturprinzip. Das hängt einerseits mit der grundsätzlichen räumlichen Organisation allen Denkens zusammen, andererseits damit, dass schriftliche Tradition das Früher oder Später des Dichtens oder Vortragens in ein Oben und Unten bzw. ein Vorn und Hinten umwandelt. Dieser grundsätzliche Mechanismus kann auf verschiedenen Ebenen, von der rhetorischen Figur bis zur Sinn tragenden Struktur einer Erzählung, kunstfähig werden, wenn der Rezipient in die Decodierung ähnlich eingeübt ist wie der Dichter, weil sich beide aus einem gemeinsamen Vorrat an Wissen über zeichenhafte Gestaltung bedienen.

Wissensraum Stadt:
In den Städten des späten Mittelalters und der Frühen Neuzeit pflegte man den Umgang mit zwei Wissensformen: dem praktischen Handlungswissen und dem gelehrten Bildungswissen. Die beiden Wissensformen hatten ihre spezifischen Räume – Kirchen- und Stadtschulen einerseits, Universitäten, Bibliotheken, Intellektuellenzirkel andererseits. Die Rezeption, Aneignung und Anwendung der beiden Wissensformen kennzeichnete die Lebenswelten der Stadtbürger und der in Städten lebenden Intellektuellen. Die Projekte in dieser Abteilung betreffen insbesondere die historische Stadtsprachenforschung, die Literatur in der Stadt sowie die Bereiche der Professionalisierung, der Künstlersozialgeschichte und der visuellen Repräsentation, beispielsweise des höfischen Zeremoniells.

Medien und Methoden der Konstruktion von Wissensräumen:
In diesem Arbeitsbereich werden den grundlegenden Gegebenheiten der Selbstkonstitution von Wissensräumen Rechnung getragen. Anhand von exemplarischen Fällen wird dargestellt, in welcher Hinsicht Kontinua entstehen, die auf einer medialen und methodischen Konstruktion von Räumen des Wissens beruhen. Im Mittelpunkt stehen dabei mithin nicht nur die Erforschung der Genese oder des Inhalts von Wissen, sondern seine Ausbreitung innerhalb eines definierten Raumes (insbesondere etwa die Rolle der Bibliotheken im mittelalterlichen Europa oder aber die Rekonstruktion und Erschließung mittelalterlicher Bibliotheken).

Technik und Wissensraum:
Der Arbeitsbereich umfasst insbesondere anwendungsorientierte Teilprojekte, in denen Wissensräume mit den Mitteln moderner Technologien konstruiert und damit neue Forschungsinstrumente generiert werden (etwa im Bereich der EDV-Philologie, der Quellenedition und Quellenerschließung).

Wissensraum Kommunikation. Kulturelle Praktiken, Tradition und Wandel:
Im Mittelpunkt des Forschungsinteresses steht zum einen das objektsprachliche, in der Sprache selbst tradierte Wissen über die historisch erwachsenen Strukturen einer Sprache, die Besonderheiten ihrer Verwendung im gesellschaftlichen Diskurs und unterschiedlichen Textsorten sowie die soziokulturelle Dynamik ihrer Veränderungen. Einen besonderen Schwerpunkt der Untersuchungen bildet das metasprachliche Wissen über eine Sprache, das in den älteren grammatikographischen und lexikographischen Werken enthalten ist. Die systematische Erschließung des metasprachlichen Wissens aus kulturhistorischer Perspektive sowie die Analyse der Unterschiede und der Gemeinsamkeiten der Kodifizierungsprozesse im gesamteuropäischen Kontext stehen bis jetzt in großen Teilen aus. Somit wird aufgezeigt, wie in Texten unterschiedlicher Textsorten Wissensräume über Sprache und ihre Verwendungsmöglichkeiten entstehen, die weit mehr als den herkömmlichen geographischen Raumbegriff betreffen.

Prozedere für die Bewerbung
Folgende Unterlagen sind einzureichen:
- Lebenslauf mit detaillierter Darlegung des wissenschaftlichen Werdegangs
- Publikationsverzeichnis
- Kopien der Abschlusszeugnisse von Schulen und Hochschulen
- Exposé für ein Forschungsvorhaben, aus dem der Bezug zum Thema des HKFZ ersichtlich sein soll (ca. 10-15 S. inklusive Zeitplan)
Das Exposé sollte sich an folgender Gliederung orientieren:
1. Einleitung
2. Stand der Forschung
3. Eigene Vorarbeiten
4. Fragestellung der Forschungsarbeit
5. Arbeitsplan mit Zeitplan
6. Zitierte Literatur

Höhe des Stipendiums
Die Höhe des Stipendiums beträgt monatlich EUR 1700,-.
Die Stipendiatin/der Stipendiat muss sich verpflichten, keine Nebenerwerbstätigkeit aufzunehmen, an den Aktivitäten des HKFZ teilzunehmen sowie mehrere Zwischenberichte und einen Abschlussbericht zu erstellen. Wohnsitznahme in Trier ist erforderlich.

Bewerbungen per Post sind bis zum 01.04.2009 zu richten an die Sprecherin des HKFZ Trier, Prof. Dr. Claudine Moulin, Universität Trier, Fachbereich II/ Germanistik, D-54286 Trier

Weitere Informationen können auch bei Frau Kathrin Geldermans eingeholt werden (Geschäftsführung HKFZ Trier, 0651/ 201–2318; E-Mail: hkfz@uni-trier.de)

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
Bewerbungsschluss01.04.2009
Beginn01.05.2009
Ende30.04.2010
PersonName: Geldermans, Kathrin 
Funktion: Geschäftsführung, Ansprechpartner 
E-Mail: hkfz@uni-trier.de 
KontaktdatenName/Institution: Prof. Dr. Claudine Moulin, Universität Trier, Fachbereich II/Germanistik 
Postleitzahl: 54286 
Stadt: Trier 
Internetadresse: http://www.hkfz.uni-trier.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLinguistik; Literaturwissenschaft
Klassifikation00.00.00 ohne thematische Zuordnung
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/7757

© Virtuelle Fachbibliothek Germanistik | Letzte Änderung 18.11.2009 | Impressum | Intern