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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Kritische Ausgabe. Zeitschrift für Germanistik & Literatur: "Familie und Literatur"."
RessourcentypCall for Papers
TitelKritische Ausgabe. Zeitschrift für Germanistik & Literatur: "Familie und Literatur".
BeschreibungDie "Kritische Ausgabe. Zeitschrift für Germanistik & Literatur", Bonn sucht Beiträge für die neue Ausgabe zum Thema "Familie und Literatur".


Von Adam und Eva bis zur Volksgemeinschaft, von Kronos und Zeus bis zum Holocaust – weit reichen die positiven wie negativen Interpretationen und Bilder menschlicher Sozialität. Der spannende, facettenreiche Begriff „Familie“ erlebte seit jeher vielzählige und vielartige Deutungen und Auslegungen. Jene Interpretationen und Festlegungen basierten kaum allein auf den religiösen, sozialen, politischen und mentalen Veränderungen der Moderne. In ihnen waren immer zugleich die Verständnisse, Idealisierungen, Mythisierungen der Geschichte von den mehr und mehr erforschten Urgründen der Menschheit bis in die jeweils jüngste Vergangenheit eingewoben. Für das christliche Abendland manifestierten sich die Familienbilder frühzeitig in den biblischen Überlieferungen, besonders konzentriert in der Heiligen Familie (Gott), Maria, Josef und Jesus. Im Gegensatz dazu stand eine antike bis ins Mittelalter reichende Familienauffassung, nach der neben den eigentlich Verwandten auch das Gesinde bzw. das gesamte Eigentum einzubeziehen war.

Bemerkenswerterweise kennen die meisten europäischen Sprachen kaum Synonyme für das dem Latein entlehnte Wort ‚Familie‘, das ebenso die Enge eines blutsverwandtschaftlichen Nukleus ausdrücken könnte wie die Weite aller möglichen Abstammungen.

Insbesondere seit dem 20. Jahrhundert scheinen jedoch die inneren Beziehungsbänder der Familie zum Zerreißen gespannt oder gar bereits zerrissen. Mit dem Anbruch der sogenannten Moderne, der Massengesellschaft spiegelt die Familienbande offensichtlich eine Antinomie von Kollektiv und Individuum wider. Nicht zuletzt im Nationalsozialismus erreicht ihre Deutung und Umdeutung, um die diversen Rasse- und Geschichtsbegriff erweitert, einen neuen Höhepunkt des Widersprüchlichen, der im deutschen demokratischen Sozialismus überwunden und aufgehoben werden sollte.

Mit allen Gender- und Emanzipationsdiskursen bilden sich heute in der Literatur wie in einer Parallelmontage die Veränderungen ab, in denen die Wertigkeiten dessen, was das Konkrete und Indifferente in der Familie bezeichnet, aufgegriffen werden. Nichts scheint deplazierter und doch zutreffender zu sein, als den Tod der Familie zu verkünden.

Ist die Lebenspartnerschaft nur eine begriffliche Variation eines alten Themas? Seitensprung, Scheidung, Vereinsamung, Morde und „Ehrenmord“, Inzest oder Schutzmantel und Kitsch – ist die Apostrophierung des Niedergangs lediglich eine leichtfertige Auffassung der Moderne? Welche Funktionen und mit welchen narrativen und stilistischen Mitteln wurden und werden mit dem Komplex der Verwandtschaft verknüpft?

Die seit über zehn Jahren regelmäßig erscheinende Zeitschrift "Kritische Ausgabe" plant ein neues Themenheft. Nach den letzten Veröffentlichungen zu "Abenteuer" und "Europa" soll nun die Abenteuerliteratur im Mittelpunkt der Untersuchung stehen. Hierzu suchen wir wissenschaftliche Beiträge nicht nur germanistischer Provenienz, die im Rahmen des Themas beispielsweise Beiträge zum strukturellen Textaufbau, zur inhaltlichen Themen-, Orts- und Personenwahl, zur zeitgenössischen oder wissenschaftlichen Rezeption, zur Wirkungsgeschichte im jeweiligen Leserkreis (auch im historischen Kontext) oder die Konjunkturen der Familienliteratur behandeln. Ebenso können Autoren- oder Werkportraits zu bekannten oder vergessenen Schriftstellern des Genres einen wichtigen Beitrag zur Erforschung dieser literarischen Gattung liefern.

Die eingereichten Texte sollten 18.000 Zeichen, inklusive Anmerkungsapparat, nicht überschreiten. Das Lektorat übernimmt die Redaktion der "Kritischen Ausgabe".


Kritische Ausgabe Zeitschrift für Germanistik und Literatur c/o. Germanistisches Institut der Uni Bonn
Am Hof 1d
53113 Bonn
Tel.: +49 (0)228/24027082
E-mail: juengling@kritische-ausgabe.de
Web: http://www.kritische-ausgabe.de/

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortBonn
Bewerbungsschluss15.06.2009
PersonName: Jüngling, Andreas [M.A.] 
Funktion: Koordinator 
E-Mail: juengling@kritische-ausgabe.de 
KontaktdatenName/Institution: Kritische Ausgabe Zeitschrift für Germanistik und Literatur c/o. Germanistisches Institut der Uni Bonn  
Strasse/Postfach: Am Hof 1d 
Postleitzahl: 53113 
Stadt: Bonn 
Telefon: +49 (0)228/24027082 
E-Mail: juengling@kritische-ausgabe.de 
Internetadresse: www.kritische-ausgabe.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLinguistik; Literaturwissenschaft
Klassifikation01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft; 02.00.00 Deutsche Sprachwissenschaft (in Auswahl); 03.00.00 Literaturwissenschaft; 04.00.00 Allgemeine Literaturgeschichte; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte; 06.00.00 Mittelalter; 07.00.00 Frühes Mittelalter (Von den Anfängen bis 1170); 08.00.00 Hochmittelalter; 09.00.00 Spätmittelalter und Übergangszeit (14. und 15. Jahrhundert); 10.00.00 16. Jahrhundert; 11.00.00 17. Jahrhundert; 12.00.00 18. Jahrhundert; 13.00.00 Goethezeit; 14.00.00 Romantik; 15.00.00 19. Jahrhundert; 16.00.00 Jahrhundertwende (1880-1914); 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945); 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989); 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/7737

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