VIRTUELLE FACHBIBLIOTHEK GERMANISTIK Germanistik im Netz Logo

Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Fama. Die Kommunikation der Gerüchte"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelFama. Die Kommunikation der Gerüchte
BeschreibungFAMA: DIE KOMMUNIKATION DER GERÜCHTE

4.-6. Oktober 2006, Universität Bonn

Tagung des Instituts für Germanistik, Vergleichende Literatur- und
Kulturwissenschaft in Verbindung mit dem Zentrum für
Kulturwissenschaft/Cultural Studies
www.fama.uni-bonn.de

"Es hat sich herumgesprochen": Gerüchte sind Nachrichten und
Geschichten vom Hörensagen. Was Gerüchte als solche kennzeichnet, ist
nicht in erster Linie ihr Inhalt, sondern die Form ihrer Weitergabe.
Schon die wohl älteste Figur des Gerüchts, seine mythologische
Verkörperung als Fama, bezieht sich weniger auf die Botschaften selbst
als auf die Mittel und Wege, derer sich Fama bedient, um etwas zu
verbreiten.

Der Resonanzraum der Fama beschränkt sich nicht auf mündliche
Kommunikation. Gerade die Tendenz moderner Gesellschaften, alles zu
archivieren und als technisch vermittelte Information bereitzuhalten,
kommt der Wirkungsmacht der Fama entgegen. Sie sorgt einerseits für die
schnelle Verfertigung von Mitteilungen, versieht diese aber
gleichzeitig mit dem Vorbehalt des Vorläufigen, Provisorischen,
Ungesicherten. Die Besonderheit der Gerüchtekommunikation,
Beschleunigung mit Vorläufigkeit zu verbinden, wird in den
verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen genutzt – auch in solchen,
die besonders auf die Zuverlässigkeit ihrer Informationen angewiesen
sind (in der Wirtschaft: die Börse; in der Politik: die 'gut
unterrichteten Kreise'; im Nachrichtenwesen: die Agenturen).

Die Tagung nimmt die Figur der Famazum Ausgangspunkt, um
Wissenschaftler/-innen verschiedener Disziplinen über die
"Kommunikation" der Gerüchte ins Gespräch zu bringen: über die
Geschichte und Geschichten der Fama, über ihre Medien und Rhetoriken,
über die Logik der Ausbreitung von Gerüchten und die Versuche, diese
Logik zu modellieren. Gefragt wird in Sektion I nach den kulturellen
Kategorien, die auf Formbildungen des Gerüchts Einfluss haben, nach den
Agenten der Gerüchtekommunikation sowie nach Handlungs- und
Erzähltypen. Lässt sich etwa eine Poetik der Schnelligkeit
rekonstruieren, die über eine Beschreibung von Famain der
ikonographischen Tradition hinaus geht?

Sektion II widmet sich dem Verhältnis von Nachricht und Gerücht, der
Konkurrenz zwischen den 'offiziellen' Versionen einer Geschichte und
den 'inoffiziellen' Gerüchten. Wie wird diese Unterscheidung in
unterschiedlichen gesellschaftlichen Feldern prozessiert und produktiv
gemacht? Welche medienspezifischen Verfahren lassen im Vergleich von
Internet, Fernsehen und Film beobachten?

Fama operiert mit einem Modell von Ausbreitung, das als Chiffre für
die Distribution von Mitteilungen gerade in der globalen
'Informationsgesellschaft' gelten kann: alinear, metamorphotisch,
infizierend. Sektion III untersucht die Analogie von
Gerüchtekommunikation und epidemischer Ausbreitung, die nicht nur in
der Alltagssprache zu beobachten ist. Sie ist auch in
wissenschaftlichen Modellen und literarischen Schreibweisen am Werk,
die der nur schwer einzudämmenden 'Übertragung' unbestätigter
Nachrichten eine Logik der 'Ansteckung'unterstellen.


Programm

Mittwoch, 4.10.2006

13.30 Begrüßung (Jürgen Fohrmann)

Sektion I: Medien und Rhetoriken des Gerüchts

13.45 Einführung (Jürgen Brokoff)

14.00 Dorothee Gall
Monstrum horrendum, ingens – antike Konzeptionen von Fama

15.00 Albrecht Koschorke
Das Volk als Gerücht. Zur Labilität souveräner Herrschaft im Drama des
17. Jahrhunderts

16.00 Kaffeepause

16.30 Natalie Binczek
‚Vom Hörensagen’. Erzählräume des Gerüchts am Beispiel von Thomas
Bernhards „Das Kalkwerk“

17.30 Daniela Gretz
Antisemitismus als Gerücht über die Juden. Will Eisners „Wahre
Geschichte der Protokolle der Weisen von Zion“


Donnerstag, 5.10.2006

Sektion II: Die Nachricht des Gerüchts und ihre Felder

9.15 Einführung (Hedwig Pompe)

9.30 Irmela Schneider
Parasitäre Relationen – Gerücht und Nachricht. Zur Theorie des
Nachrichtenwerts im 20. Jahrhundert

10.30 Kaffeepause

11.00 Hans-Joachim Neubauer
Quasi Fakten – Mediale Strategien im Umgang mit Gerüchten

12.00 Birger Priddat
Märkte und Gerüchte

13.00 Mittagspause

14.30 Claus Leggewie/Mathias Mertens
Famanet: Das Internet als politische Gerüchteküche

15.30 Kaffeepause

16.00 Birgit Althans
Wer kolportiert? Geschlechtertransformationen in der aktuellen
Präsentation von politischen Talkshows und ihre historischen Wurzeln

17.00 Lorenz Engell
Film und Fama – Citizen Kane


Freitag, 6.10.2006

Sektion III: Epidemische Ausbreitung: Kommunikation und Kontamination

9.15 Einführung (Brigitte Weingart)

9.30 Rembert Hüser
Gerücht kam in die Küche

10.30 Kaffeepause

11.00 Olaf Briese
„Gerüchte als Ansteckung“. Grenzen und Leistungen eines Kompositums

12.00 Mittagspause

13.00 Sylvia Sasse
Die Unaufhaltbarkeit des Gerüchts. Zur Politik und Poetik des
Weitersagens bei Danilo Kis

14.00 Brigitte Weingart
Gerücht – Übertragung – „Contagion mentale“

15.00 Abschlussdiskussion

Veranstaltungsort:
Universitätsclub der Universität Bonn
Konviktstraße 9, 53113 Bonn
Telefon: 0228-72960


Veranstalter & Kontakt:
Dr. Jürgen Brokoff, Prof. Dr. Jürgen Fohrmann, Dr. Hedwig Pompe, Dr.
Brigitte Weingart

Institut für Germanistik, Vergleichende Literatur- und
Kulturwissenschaft
in Verbindung mit dem Zentrum für Kulturwissenschaft/Cultural Studies

Universität Bonn
Am Hof 1d, 53113 Bonn
Tel.: 0228-737478
fama@uni-bonn.de
www.fama.uni-bonn.de

Gefördert durch die VolkswagenStiftung


Dr. Brigitte Weingart
Engelbertstr. 11, D-50674 Koeln
Tel.: +49 221/2719572

Universitaet Bonn
Institut für Germanistik,
Vergleichende Literatur- und
Kulturwissenschaft
Am Hof 1d, D-53113 Bonn

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortBonn
Beginn04.10.2006
Ende06.10.2006
PersonName: Weingart, Brigitte [Dr.] 
Funktion: Ansprechpartnerin 
E-Mail: fama@uni-bonn.de 
KontaktdatenName/Institution: Universität Bonn 
Strasse/Postfach: Am Hof 1d 
Postleitzahl: 53113 
Stadt: Bonn 
Telefon: +49 (0)228-737478 
E-Mail: fama@uni-bonn.de 
Internetadresse: http://www.fama.uni-bonn.de/ 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeKomparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Medien- u. Kommunikationsgeschichte (Hand-, Druckschrift, Film, Rundfunk, Computerspiel usw.)
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.15.00 Literatur und Medien; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.11.00 Stoffe. Motive. Themen
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/769

© Virtuelle Fachbibliothek Germanistik | Letzte Änderung 09.12.2007 | Impressum | Intern