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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "De/Konstruktionen von Okzidentalismus"
RessourcentypCall for Papers
TitelDe/Konstruktionen von Okzidentalismus
BeschreibungDe/Konstruktionen von Okzidentalismus. Eine geschlechterkritische Intervention in die Herstellung des Eigenen am Anderen

Humboldt-Universität zu Berlin, 21.-23. Juni 2007

Wir freuen uns, Ihnen unseren Call for Papers für die oben genannte Konferenz übermitteln zu dürfen. Erbeten sind Abstracts auf Deutsch oder Englisch mit einer Länge von 200 Wörtern. Bitte senden Sie uns auch einen kurzen CV (max. 1 Seite) mit Ihrer aktuellen Kontaktinformation. Darüber hinaus bitten wir Sie darum, Ihr Abstract einer der vier thematischen Sektionen der Konferenz zuzuordnen:

A (Wissen -- Glaube -- Geschlecht)

B (Hegemoniekritische Theorien im Dialog)

C (Okzidentalismus -- Ökonomiekritik -- Neue Allianzen)

D (,Kritischer Okzidentalismus')

Die Deadline für Abstracts ist der 1. November 2006. Bitte schicken Sie Ihr Abstract und Ihre biografischen Informationen an: gradkollgeschlecht@hu-berlin.de

Es ist uns leider nicht möglich, Kosten für die An- und Abreise zur Konferenz zu übernehmen. Wir bitten Sie deshalb darum, sich bei Ihren Heimatinstitutionen um entsprechende Gelder zu bemühen.



De/Constructions of Occidentalism. A Gender-Critical Intervention in the Construction of the Self through the Other

Humboldt University Berlin, June 21-23, 2007

We are pleased to announce our Call for Papers for the above conference and invite 200-words abstracts in either German or English. We also would like to ask you for a one-page CV which includes your contact information. Please specify under which of the following four thematic sections you would like your abstract to be considered.

A (Knowledge -- Religious Belief -- Gender),

B (Criticizing Hegemony: Theories in Dialogue),

C (Occidentalism -- Criticism of Economy -- New Alliances), or

D ('Critical Occidentalism').

The deadline for abstracts is November 1, 2006. Please e-mail all information to this address: gradkollgeschlecht@hu-berlin.de

Unfortunately, we will not be able to cover any travel expenses. If you are interested in attending the conference, please apply for funding from your home institution as soon as possible.

De/Konstruktionen von Okzidentalismus.

Eine Geschlechterkritische Intervention in die Herstellung des Eigenen am Anderen

In Debatten um ,Parallelgesellschaften', Integrationspolitiken und die ,Demokratietauglichkeit' von ImmigrantInnen aktualisieren sich nicht nur Ängste vor ,Überfremdung', sondern die Beschreibungen des ,Fremden' dienen auch einer Absicherung und Neukonstruktion des (unausgesprochenen) ,Eigenen'. Das legt theoretisch eine Bezugnahme auf den Begriff ,Orientalismus' (Edward Said) nahe, der Konzepte eines orientalischen ,Anderen' als Konstruktionen kolonialer Überlegenheit analysiert hat. Angesichts von gegenwärtigen ,Cultural Wars' gegenüber muslimischen und anderen als ,fremd' identifizierten ImmigrantInnen in europäischen Einwanderungsländern kann von einem Neo-Orientalismus gesprochen werden. Dieser steht im Zusammenhang mit Euro- und Ethnozentrismus, der in postkolonialen Theorien auch ,Okzidentalismus' (Fernando Coronil) genannt wird. Die Tagung will sich mit einer Neukonstruktion von ,Abendländischkeit' im Sinne eines ,kritischen Okzidentalismus' befassen. Diese neue Okzidentalität wird über angeblich unüberbrückbare kulturelle ,Differenz' argumentiert, die sich angeblich vorwiegend in geschlechts- und sexualpolitischen Feldern (Patriarchat, Kopftuch, Zwangsheirat) manifestieren soll. Die Konferenz wird sich dementsprechend um einen Transfer genderkritischer postkolonialer Theorie auf deutsch/europäische Verhältnisse bemühen. Ziel des Unternehmens ist es, über eine hegemonie(selbst)kritische Dezentrierung von Okzidentalität, Wege zu einer Unterbrechung der Konstruktion des ,Eigenen' am ,Anderen' zu diskutieren. Folgende thematische Schwerpunkt-Panels sind geplant:

A Wissen -- Glaube -- Geschlecht.
Wie europäisch ist Wissenschaft? Wie christlich ist Europa? Wissen, Glaube und Geschlecht bilden ein Netz von gesellschaftlichen Differenzierungen und Hierarchisierungen. Als naturwissenschaftlich erscheint nur das, was sich seit dem 17. Jahrhundert in Westeuropa entwickelt hat. Als humanwissenschaftlich erscheint nur das, was Aufklärung erfolgreich absolviert hat. Solchen okzidentalistischen (Selbst-)Entwürfen soll in dem Panel historisch und wissenschaftsgeschichtlich nachgegangen werden. Dazu sollen Verdrängungen und Vereinnahmungen nicht-christlicher Wissensarchive und Techniken ebenso thematisiert werden wie die (Re-) Konstruktionen orientalistischer Fremdbilder. Und es wird nach den Sexual- und Geschlechterökonomien zu fragen sein, die das Wissen und Selbstbild der "aufgeklärten" deutschen/europäischen Gesellschaften strukturieren.

B Hegemoniekritische Theorien im Dialog.
Hier geht es um die Sichtung und Diskussion von Versuchen, Neo-Rassismen und die symbolische Produktion von Okzidentalität im politischen und medialen Feld zu theoretisieren. Zentral sind dabei Schnittstellen und Interdependenzen zwischen unterschiedlichen hegemoniekritischen Ansätzen und Gender-Perspektiven wie /postcolonial theory, masculinity- /und /critical whiteness studies, /sowie/ queer theory. /Es soll gefragt werden nach einer theoretisch produktiven Auflösung von Grenzen, nach dem interdependenten und unfixierbaren Charakter von sowohl Identitäts- als auch Analysekategorien, und danach wie und ob sich ,dritte Räume' erschließen. Es soll aber auch beleuchtet werden, wie das emanzipative Potenzial sogenannter "Trans"-konzepte für eine Zirkulation von (kulturellem) Kapital verwertbar gemacht werden kann. Der Schwerpunkt dieses Panels liegt auf Kategorien und politischen Interventionen, die Identitätsangebote jenseits von Nation, Staatsbürgerschaft, Ethnizität und Geschlecht suchen.

C Okzidentalismus -- Ökonomiekritik -- neue Allianzen.
Okzidentalismus ist als diskursive Praxis eng mit globalisierten ökonomischen und politischen Interessen verbunden, die sich zu ihrer Durchsetzung eines breiten Spektrums an Gewaltanwendungen bedienen. Abendländische Akteure dieser Praxen bedürfen der beständigen Re/Konstruktion von Andersheiten, um sich ihrer selbst zu vergewissern und ihre Ansprüche zu legitimieren. Die weit reichenden sozioökonomischen Transformationen werden von Konstellationen extremer Ungleichheit begünstigt, zugleich aber auch widerständig herausgefordert. Neben Analysen der Verkopplung von Gewalt und globalisierten Ökonomien interessieren uns widerständige Allianzen und Strategien sozialer und politischer /New Communities /und ihre transnationalen und antipatriarchalen Potentiale. Welche Relevanz haben Begriffe wie Demokratie und Zivilgesellschaft in diesen Zusammenhängen?

D ,Kritischer Okzidentalismus'.
Eine solche Erkenntnisperspektive soll als Instrument der Hegemonie(selbst)kritik produktiv gemacht werden. Untersucht werden soll hier, wie sich Okzidentalität in politischen, medialen und Alltagsdiskursen von Einwanderungsgesellschaften herstellt. Wie z.B. bildet sich in Abgrenzung (oder Konstruktion) von nicht-weißen nicht-abendländischen 'Anderen' eine neue Vorstellung von Nation und Staatsbürgerschaft? Im Fokus steht dabei die Verknüpfung von (Neo)-Rassismus und Sexualpolitik. Warum z.B. fixieren sich gegenwärtige 'neo-orientalistischen' Besorgniskulturen auf ein sogenanntes 'orientalische Patriarchat', oder warum ist die Bildkonstellation Kopftuch/Frauen-Unterdrückung so wirkmächtig? Es ist danach zu fragen, inwieweit sich Abendländischkeit als säkulare Liberalität und Geschlechterdemokratie neu definiert und wie ,feministisch' die Leitkultur ist.


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De/Constructions of Occidentalism.

A Gender-Critical Intervention in the Construction of the Self through the Other

Debates about 'parallel societies', the politics of integration and recognition, as well as the perceived degree to which immigrants might be able to submit to democratic organizational structures and values, can be seen as an expression of anxieties about the presence of 'too many foreigners'. At the same time, representations of what seems 'foreign' also serve to stabilize and persistently (re)construct the unmarked 'Self'. With reference to the scholarship of Edward Said who has analyzed concepts of an oriental 'Other' as constructions of colonial hegemony, it seems obvious why the aforementioned processes should be linked to his work on 'Orientalism'. Yet, in the face of current 'cultural wars' against Muslims and other persons living in European immigration societies who are being identified as 'foreign' or 'not belonging', one can even/ /speak of 'Neo-Orientalism'. This apparently new manifestation of 'Orientalism' must be seen in close relation with eurocentrism and ethnocentrism and in conjunction with what some postcolonial theorists have also termed 'Occidentalism' (Fernando Coronil). The conference will take up the task of examining new constructions of the 'Occident' in the sense of a 'Critical Occidentalism'. It is being argued that these renewed expressions of 'Occidentalism' can be most clearly observed in debates about a seemingly unbridgeable cultural 'difference' which is seen as manifesting itself first and foremost in the arena of gender and sexual politics (patriarchy, headscarf, forced marriage). Therefore, the conference will make a sustained attempt to contribute to a transfer of gender-critical postcolonial theory to German/ European societal contexts. It also aims at a decentralization of Occidentalism which aspires to be (self)-critical of hegemonic structures. And finally, the conference seeks to envision ways that point to possibilities of how to interrupt constructions of the 'Self' through the 'Other'. Submissions are invited for the following four thematic panels:

· A Knowledge -- Religious Belief -- Gender.
How European is science? To what extent does Europe self-define as Christian? Knowledge, religious belief and gender form a web of social differentiations and hierarchies. In this context, the natural sciences, on the one hand, are almost exclusively linked to scientific developments and innovations in Western Europe since the 17^th century. The humanities, on the other hand, are inseparably linked to the Enlightenment's ideals of rational science and the value of education. This panel offers a platform to interrogate such Occidental self-inventions from both a historical and a history of science perspective. For this purpose, exclusions and appropriations of non-Christian knowledge archives and techniques shall be addressed in the same way as (re)constructions of Orientalist representations of 'enemies' are to be highlighted. In addition, questions shall be raised about those gendered and sexual economies which structure the knowledge and self-image of 'enlightened' German/European societies.

· B Criticizing Hegemony: Theories in Dialogue.
This panel sets out to map and discuss attempts to theorize what has been referred to as "neo-racisms" or "cultural racisms" (e.g. Balibar) and the symbolic (re)production of Occidentality in the fields of politics and media. The intersections and interdependencies between different approaches and gender-informed theories which aim at a critique of hegemonic structures, including /postcolonial theory/, /masculinity/ and /critical whiteness studies/, as well as /queer studies/, are central to this project. We invite proposals that discuss how to theorize borders in a productive way and that raise questions about the interdependent and unfixable nature of categories of identity as well as of analysis, and which, finally, examine how and whether 'third spaces' might be useful tools for critical analysis. Equally, the emancipatory potential so-called 'trans'-concepts might have on a circulation of (cultural) capital is to be interrogated and tested as to its applicability. The panel focuses on categories and political interventions which explore ways of identification outside the narrow confines of nation, citizenship, ethnicity and gender.

· C Occidentalism -- Criticism of Economy -- New Alliances.
Occidentalism as a discursive practice is closely linked to globalized economic and political interests which are enforced by the use of a broad spectrum of violence. Occidental actors involved in these practices are in need of a persistent re/construction of Otherness to reassure themselves and to legitimate their entitlement to economic resources. Far-reaching economic transformations are aided by constellations of extreme unequality, but are also challenged by various forms of resistance on part of the marginalized. Besides research that analyzes the interlocking relationship between violence and globalized economies, this panel takes a special interest in the alliances and strategies of social and political /new communities/ and their transnational and antipatriarchal potentials. What is the relevance of concepts such as 'democracy' and 'civil society' for critical analyses in these contexts?

· D 'Critical Occidentalism'.
Such a perspective shall be made productive as an instrument of critique focusing on the hegemonic self and how it is embedded in processes of knowledge construction and dissemination. Therefore, we welcome papers that interrogate how Occidentality manages to (re)produce itself in political, medial and everyday life discourses in immigrant societies. What new conceptualizations of nation and citizenship can be currently observed and how is their emergence connected with attempts to distinguish oneself from non-White and non-Occidental 'Others'? In this context, the focus lies on the complex interrelationships between (neo)-racisms and sexual politics. Why is it, for example, that contemporary 'neo-Orientalists' concern themselves with a so-called 'Oriental patriarchy', or to put it differently: Why are visual representations of headscarves and related debates about women's oppression so powerful? We further invite papers that tackle questions as to how Occidentality newly self-defines as an expression of secular liberalism and gender democracy as well as questions about the 'feminist' nature of the so-called 'Leitkultur'.

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortBerlin
Bewerbungsschluss01.11.2006
Beginn21.06.2007
Ende23.06.2007
PersonFunktion: Informationen 
E-Mail: gradkollgeschlecht@hu-berlin.de 
KontaktdatenName/Institution: Humboldt-Universität, Philosophische Fakultät III, Institut für Kultur- und Kunstwissenschaften 
Strasse/Postfach: Sophienstraße 22a 
Postleitzahl: 10178  
Stadt: Berlin 
Telefon: +49 (0)30 2093 8244 
Fax: +49 (0)30 2093 8258 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch; Englisch
SchlüsselbegriffeGenderforschung
Klassifikation04.00.00 Allgemeine Literaturgeschichte > 04.03.00 Vergleichende Literaturgeschichte
Ediert von  H-Germanistik
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