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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Arbeit - Kultur - Identität. Zur Transformation von Arbeitslandschaften in der Literatur"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelArbeit - Kultur - Identität. Zur Transformation von Arbeitslandschaften in der Literatur
BeschreibungSymposion
"Arbeit - Kultur - Identität"
Zur Transformation von Arbeitslandschaften in der Literatur
Datum: 23.-25.03.2006
Veranstaltungsort: Westfälisches Industriemuseum, Zeche Zollern /II/IV,
Grubenweg 5, 44388 Dortmund

Anmeldung:
Fritz-Hüser-Institut
Ostwall 64
44135 Ostwall
e-mail: jpalm@stadtdo.de
Tel.:+49-(0)231-50-23135 / 26061
Fax: +49-(0)231-50-23229

Bitte geben Sie an, ob Sie an Symposion und Exkursion teilnehmen oder nur an
einer der Veranstaltungen, für welches Datum Sie eine Hotelreservierung
wünschen.

Anmeldeschluss: 10.03.2005


Das Symposion ist eine gemeinsame Veranstaltung des
Fritz Hüser-Instituts und des Westfälischen Industriemuseums
in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, der
Humboldt-Universität zu Berlin und der Universität Osnabrück

Hanneliese Palm, Dr. Dagmar Kift, Prof. Dr. Gertrude Cepl-Kaufmann, Prof.
Dr. Erhard Schütz, Prof. Dr. Walter Fähnders


Kurzbeschreibung des Symposions
"Arbeit - Kultur - Identität"
Zur Transformation von Arbeitslandschaften in der Literatur

Massenarbeitslosigkeit und ein rasanter Abbau von Industriearbeitsplätzen
kennzeichnen den tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel der letzten Jahre.
Sie erfordern die Entwicklung eines neuen Verständnisses von Arbeit und
Arbeitsbiografien eines anderen Verhältnisses zu ihnen. Literatur und Kunst
können dazu einen wichtigen Beitrag leisten, denn sie reflektieren und
verarbeiten auf besondere Weise menschliche Erfahrungen.

Die Darstellung von Arbeit in der Literatur, insbesondere in der
Arbeiterliteratur, war und ist einer der Sammlungsschwerpunkte des
Fritz-Hüser-Instituts. Die Literatur der Arbeitswelt hat Arbeit als Faktor
gesellschaftlicher Desintegration genauso thematisiert wie die Phänomene von
Arbeitslosigkeit und Arbeitsverweigerung. Damit bieten die Bestände des
Instituts eine exzellente Basis dafür, die Arbeitsproblematik bis in die
Gegenwart weiterzuverfolgen.

Mit dem Verlust der industriellen Arbeit im Strukturwandel ist weder die
Arbeit noch die Notwendigkeit des Nachdenkens darüber verschwunden.
Kernfragen des Symposions sind: Welche Rolle spielten und spielen Literatur
und Kunst der Arbeitswelt in der Bildung und Abgrenzung von
Gruppenidentitäten? Welchen Beitrag können sie dazu leisten, die derzeitigen
Veränderungen in der Arbeitswelt zu begreifen? Wie sollten die notwendigen
Parameter zur Anregung eines aktualisierten Diskurses über Arbeit in der
Literatur aussehen?


Sektion 1: Arbeit in der Literatur

Arbeit ist vielleicht kein Topthema der schönen Literatur wie die Liebe oder
der Tod es sind. In bestimmten historischen Epochen gerät Arbeit - wie auch
die Figur des Arbeiters, seltener der Arbeiterin - dann aber doch ins Visier
der Literatur. Das gilt in besonderem Maße für die Weimarer Republik, der
klassischen Phase industrieller Produktion, zugespitzter
Klassenauseinandersetzungen und wachsender Arbeitslosigkeit. Wie ist die
Literatur dieser Zeit, insbesondere die proletarische Literatur, mit den
Themen Arbeit, Arbeitslosigkeit und Arbeitsverweigerung umgegangen? Wie geht
die Gegenwartsliteratur in Deutschland damit um? Ist - nach Bestrebungen der
Gruppe 61 und des Werkkreises Literatur der Arbeitswelt in den 1960er und
70er Jahren - Arbeit heute überhaupt noch Thema von Literatur? Wie wird sie
dargestellt? Welche "Arbeits-Perspektiven" tun sich womöglich auf?


Sektion 2: Arbeiterkultur nach dem Zweiten Weltkrieg

Die Förderung schreibender, malender und singender Arbeiter erfuhr in den
1950er Jahren in beiden deutschen Staaten einen enormen Aufschwung. Im Osten
wurde sie in den sozialistischen Aufbruch integriert, im Ruhrgebiet in den
Aufbau einer neuen Revierkultur, an der viele gesellschaftliche Kräfte wie
Gewerkschaften, Unternehmen und Kommunen mit je eigenen, teilweise aber auch
gemeinsamen Interessen mitwirkten. Ziel der Sektion ist es, einen
vergleichenden Einblick in die Entwicklung neuer Formen von Arbeiterkultur
nach dem Zweiten Weltkrieg herauszuarbeiten, dabei Akteure, Zweckbündnisse
und Intentionen sichtbar zu machen und damit nicht zuletzt die Literatur der
Arbeitswelt in einem größeren kulturellen und kulturpolitischen Kontext zu
stellen.


Sektion 3: Arbeit und Identität

Arbeit dient der Identitätsbildung und war in der Vergangenheit trotz ihres
ausbeuterischen und zerstörerischen Charakters eine klassenintegrierende
Kraft. Gleichzeitig trennt die Abwesenheit von Arbeit, sei es durch
Arbeitslosigkeit oder durch bewusste Arbeitsverweigerung, die Arbeitenden
von den Arbeitslosen. Die Entwicklung von Arbeit und Arbeitsethos ist in
Deutschland aktuell durch das Verschwinden ganzer Arbeitsbereiche
gekennzeichnet. Dies riss die Menschen aus ihren tradierten kulturellen
Zusammenhängen und veränderte die sozialen Strukturen. Im Mittelpunkt der
Sektion steht der Zusammenhang von Arbeit und Identität in literarischen
Texten aus unterschiedlichen sozialen Kontexten und Epochen.


Sektion 4: Autobiografie und Migrantenliteratur

Die autobiografische Literatur, in den letzten Jahrzehnten erweitert durch
die Erinnerungsliteratur von Migrantinnen und Migranten ist ein wichtiger
Bestandteil der Literatur der Arbeiterbewegung. Ihr Kennzeichen ist das
Spannungsfeld von persönlichem Erleben und literarischer
Wirklichkeitsverarbeitung. Vor dem Hintergrund der erzählten
Lebensgeschichte werden aktuelle Krisensituationen gedeutet und im Hinblick
auf zukünftige Handlungsperspektiven erörtert. Krisen ergeben sich gerade in
den industriellen Ballungsräumen aus der Forderung nach Mobilität und dem
damit verbundenen Verlust von Heimat. Die Sektion fragt nach literarischen
Verfahren und Symbolen in der autobiografischen Literatur der Arbeitswelt
sowie der Vagabunden- und Migrationsliteratur.


Tagungsablauf
23.-25.03.2006

Donnerstag, 23.03.2006
Ab 11.00
Anmeldung, Anmeldung im
Westfälischen Industriemuseum (WIM) oder im
Fritz-Hüser-Institut (FHI)

12.00
Angebot einer Führung durch das FHI

13.15
Bustranfer zum Tagungsort

14.30
Begrüßung: Dirk Zache, Museumsdirektor WIM
Einführung: Hanneliese Palm, FHI und Dr. Dagmar Kift, WIM

15.00
Eröffnungsvortrag:
Prof. Dr. Erhard Schütz, Humboldt-Universität zu Berlin
"Literatur - Museum der Arbeit?"

16.00
Kaffeepause

16.30 - 18.30
Sektion 1: Arbeit in der Literatur
Moderation: Prof. Dr. Walter Fähnders, Universität Osnabrück

PD Dr. Torsten Unger, Georg-August-Universität Göttingen:
Arbeit, Arbeitslosigkeit und Arbeitsverweigerung in der proletarischen
Literatur der Weimarer Republik

PD Dr. Julia Bertschik, Freie Universität Berlin:
"Junge Talente". Über Jobs und Müßiggang in der Gegenwartsliteratur

Dr. Enno Stahl, Heinrich-Heine-Institut Düsseldorf:
"Wir schlafen nicht². New Economy in der Literatur

19.30
Abendessen

20.30
Filmabend "Filmschätze: Kultur im Revier in den 1950er Jahren"


Freitag 24.03.2006

9.00-11.00
Sektion 2: Arbeiterkultur nach dem Zweiten Weltkrieg
Moderation: Prof. Dr. Gertrude Cepl-Kaufmann, Heinrich-Heine-Universität
Düsseldorf

Dr. Dagmar Kift, Westfälisches Industriemuseum Dortmund:
Über die Klassengrenzen hinweg: die neue Kulturpolitik im Bergbau

Dr. Simone Barck, Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam:
Der Bitterfelder Weg - schreibende Arbeiter in der DDR

Dr. Ludger Claßen, Klartext Verlag Essen:
Träger und Akteure der Arbeiterkultur im Ruhrgebiet

11.00
Kaffeepause

11.30-13.00
Führungen Westfälisches Industriemuseum Zeche Zollern II/IV oder Ausstellung
"Aufbau West"

13.00
Imbiss

13.30 -15.30

Sektion 3: Arbeit und Identität
Moderation: Moderation: Dr. Ludger Claßen, Klartext Verlag Essen

PD Dr. Franz-Josef Deiters, Eberhard-Karls-Universität Tübingen:
Wozu braucht der Intellektuelle das Proletariat? Literarisierung ,Arbeit und
Identitätsbildung des Intellektuellen bei Bertolt Brecht

Mag.a. Rita Garstenauer, Ludwig Boltzmann Institute of Rural History, St.
Poelten: Gebrochen, zerbrochen oder wiederhergestellt: Lebensgeschichtliche
Diskontinuität in der Landarbeit

Dipl.-Soz. Daniel Tech, Sozialforschungsstelle Dortmund:
Ein Unternehmen stiftet "Kultur". Die EKO Stahl GmbH zwischen DDR-Tradition
und Weltkonzernstandort

15.30
Kaffeepause

16.00-18.00
Sektion 4: Autobiografie und Migrantenliteratur
Moderation: Hanneliese Palm
Fritz-Hüser-Institut Dortmund

Dipl. Soz.Wiss. Volker Zaib, Fritz-Hüser-Gesellschaft, Dortmund:
Zur Bedeutung von (auto-)biografischen Quellen in der Forschung zur Kultur
der Arbeitswelt

Michael Tonfeld, Werkkreis Literatur der Arbeitswelt, Augsburg:
Von der Gastarbeiterliteratur zur Migrantenliteratur

Prof. Dr. Ute Gerhard, Universität Dortmund:
Literarische Zwischen-Räume. Fragen zur Vagabunden- und Migrationsliteratur

18.30
Abendessen

20.00
Grußwort Bürgermeisterin Birgit Jörder, Stadt Dortmund

Lesung
Michael Kamp liest: 150 Jahre Arbeit und Literatur
Studio B Stadt- und Landesbibliothek, Königswall 14, Dortmund

Samstag 25.03.2006

10.00 -13.00
Exkursion: Land der Arbeit, Land der Arbeiterkultur?
Zu exemplarischen Orten der Montangeschichte, Industriekultur und
ruhrpolnischen Migration
Leitung: Dr. Thomas Parent
Anmeldung erforderlich

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortDortmund
Anmeldeschluss10.03.2006
Beginn23.03.2006
Ende25.03.2006
KontaktdatenName/Institution: Fritz-Hüser-Institut für deutsche und ausländische Arbeiterliteratur 
Strasse/Postfach: Ostwall 64 
Postleitzahl: 44135  
Stadt: Dortmund 
Telefon: +49 (0)231 50-23135 / 26061 
Fax: +49 (0)231 50-23229 
E-Mail: jpalm@stadtdo.de 
Internetadresse: http://www.fhi.dortmund.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeHistorische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte); Literatur nach 1945; Literatursoziologie
Zusätzliches SuchwortArbeiterliteratur; Gruppe 61; Werkkreis Literatur der Arbeitswelt
Klassifikation18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.08.00 Gattungen und Formen > 18.08.05 Weitere Formen; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.10.00 Bundesrepublik Deutschland bis 1990 > 18.10.08 Stoffe. Motive. Themen; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.11.00 DDR > 18.11.07 Stoffe. Motive. Themen; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.08.00 Gattungen und Formen > 19.08.05 Weitere Formen; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.10.00 Bundesrepublik Deutschland > 19.10.08 Stoffe. Motive. Themen
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
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