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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Models of Language Variation and Change / Modelle von Sprachvariation und Sprachwandel"
RessourcentypVerschiedenes (Workshops, Sommerschulen u.a.)
TitelModels of Language Variation and Change / Modelle von Sprachvariation und Sprachwandel
BeschreibungInternationale Sommerschule
"Modelle von Sprachvariation und Sprachwandel"
07.–21. 08. 2009
Philipps-Universität Marburg

Das Promotionskolleg für Geistes- und Sozialwissenschaften und das Institut für Germanistische Sprachwissenschaft der Philipps-Universität Marburg (verantwortlich: Prof Dr. Jürg Fleischer und Prof. Dr. Richard Wiese) führen vom 07. bis 21. 08. 2009 eine Sommerschule zum Thema Models of Language Variation and Change / Modelle von Sprachvariation und Sprachwandel durch. Im Zentrum der Sommerschule stehen Probleme des Sprachwandels und der Sprachvariation, insbesondere ihre Rolle bei der Entwicklung von theoretischen Modellen. Zielpublikum sind DoktorandInnen, die sich in ihrem Dissertationsprojekt mit Problemen des Sprachwandels und/oder der sprachlichen Variation auf beliebigen sprachlichen Systemebenen und in beliebigen Sprachen beschäftigen.

Unterrichtssprachen sind Englisch und Deutsch. Von den Teilnehmenden wird erwartet, dass sie drei von insgesamt sechs Kursen besuchen und in einem der Kurse ihr Dissertationsprojekt präsentieren. Rechtzeitig vor Beginn der Sommerschule erhalten die Teilnehmenden eine Leseliste zur Vorbereitung. Die Teilnahme an den Kursen und das Kurzreferat werden am Ende der Sommerschule bestätigt und mit 8 ECTS-Punkten ausgewiesen.

Interessierte DoktorandInnen sind eingeladen, sich bis zum 28. Februar 2009 mit einer Kurzbeschreibung ihres Dissertationsprojekts und einer kurzen Erläuterung ihrer Motivation zu bewerben. Die Anzahl der Teilnehmenden ist auf 40 beschränkt. Die Teilnahmegebühr beträgt 250 Euro.

Sprachvariation und Sprachwandel stehen in einem inhärenten Bezug: Jeder Sprachwandel setzt ein Stadium der Sprachvariation voraus (vgl. Wein­reich/Labov/Herzog 1968: 188). In der Sommerschule „Models of Language Variation and Change / Modelle von Sprachvariation und Sprachwandel“ sollen Sprachvariation und Sprachwandel im Hinblick auf ihre für die linguistische Modellbildung relevanten Eigenschaften im Zent­rum stehen.

Schon früh wurde versucht, Fragen, die zur Erforschung von Sprachwandelphänomenen relevant sind, durch die Untersuchung synchroner Variation zu erhellen. Die Untersuchung „am lebenden Objekt“, d. h. an zeitgenössischen gesprochenen Sprachen bzw. Varietäten, hat dabei den Vorteil, dass die Unzulänglichkeiten historischer Daten nicht vorhanden sind: Sehr pointiert beschreibt Labov (1994: 10) die traditionelle historische Linguistik, wie sie etwa durch die Indogermanistik oder durch die philologisch orientierte linguistische Tradition einzelner Philologien repräsentiert wird, als die Kunst, aus schlechten Daten den besten Nutzen zu ziehen („the art of making the best use of bad data”). Die Daten, mit denen zu arbeiten man in der historischen Linguistik gezwungen ist, sind aus verschiedenen Gründen „schlecht“: So sind historische Dokumente (vor dem späten 19. Jahrhundert) immer nur schriftlich über­liefert, d. h. sie gehören – in der Terminologie de Saussures – dem sekundären Zeichensystem an und können somit von der gesprochenen Sprache stark abweichen (vgl. dazu bereits Paul 1880/1920: 373-389); außerdem fehlen in der Regel genauere Informationen zum sozialen und historischen Kontext der Schreiber und Autoren. Für die moderne linguistische Theoriebildung ist es schließlich von besonderem Nachteil, dass für ältere Sprachstufen die Möglichkeit fehlt, Befragungen oder Experimente mit Infor­manten durchzuführen; historische Daten können deshalb immer nur positive Evidenz liefern. Wenn bestimmte Phänomene im Korpus nicht belegt sind, muss dies nicht heißen, dass es sie nicht gab; das Fehlen kann auch bloß durch die Zufälle der Überlieferung bedingt sein.

Derzeit ist festzustellen, dass sich verschiedene Ansätze der Sprachwandel- und Variationsforschung immer weiter auseinanderentwickeln. Außerdem besteht ein Problem der Forschung zur sprachlichen Variation und zum sprachlichen Wandel darin, dass der empirisch orientierten Linguistik, insbesondere der Dialektologie, ein Theorie­defizit vorgeworfen wird, während umgekehrt bei der theoretisch ausgerichteten Linguistik mangelnde Sensibilität im Umgang mit sprachlichen Daten diagnostiziert wird. Dies führte dazu, dass etwa Dialek­tologie und Linguistik in der Praxis häufig wenig miteinander zu tun haben. Ziel der Sommerschule ist es deshalb, einen Beitrag zur Überwindung der Differen­zen zwischen theoretisch und empirisch orientierter Linguistik zu leisten, indem dem wissenschaftlichen Nachwuchs ein problemorientiertes Forum mit intensiven Studienmöglichkeiten geboten wird. Durch die Vernetzung von Doktoranden und international renommierten Forschern soll ein Beitrag zur Überbrückung dieses Gegensatzes geleistet werden. Im Marburger Forschungskontext, in dem vom Großprojekt Deutscher Sprachatlas (DSA) ausgehend das Verhältnis von Theorie und Empirie seit jeher eine zentrale Rolle spielt, scheint dies besonders sinnvoll.


Zitierte Literatur
Labov, William (1994): Principles of linguistic change. Volume 1: internal factors. (Language in Society 20.) Oxford/Cambridge, Mass.: Blackwell.
Paul, Hermann (1880/1920): Prinzipien der Sprachgeschichte. [10., unveränderte Auflage Tübingen 1995: Max Niemeyer.]
Weinreich, Uriel/William Labov/Marvin I. Herzog (1968): Empirical foundations for a theory of language change. In: Lehmann, Winfried P./Yakov Malkiel (Hgg.): Directions for historical linguistics: 97-195. Austin:University of Texas Press.


URL: http://www.summerschool-marburg.de/
Bewerbungsschluss: 28.02.2009
Dauer: 07.08.2009 - 21.08.2009

Kontakt:
Zamzow, Gunnar - Summer School Manager - zamzowg@staff.uni-marburg.de

Promotionskolleg für Geistes- und SozialwissenschaftenPhilipps-Universität Marburg
Wilhelm-Röpke-Str. 6 E
- 2. Stock, Raum 210 -
35032 Marburg
Tel.: +49 (0) 6421/28-26141, 28-24069
Fax: +49 (0) 6421/28-26099
E-Mail: gsw-promotionskolleg@staff.uni-marburg.de
Homepage: http://www.uni-marburg.de/gsw-promotionskolleg



Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortMarburg
Bewerbungsschluss28.02.2009
Beginn07.08.2009
Ende21.08.2009
PersonName: Zamzow, Gunnar  
Funktion: Summer School Manager 
E-Mail: zamzowg@staff.uni-marburg.de 
KontaktdatenName/Institution: Promotionskolleg für Geistes- und Sozialwissenschaften 
Strasse/Postfach: Wilhelm-Röpke-Straße 6E 
Postleitzahl: 35032 
Stadt: Marburg 
Telefon: 06421 2826264 
Fax: 06421 2826099 
Internetadresse: http://www.uni-marburg.de/gsw-promotionskolleg 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLinguistik; Sprachgeschichte (Sprachwandel, Idg., Germ., Ahd., Mhd., Frühnhd.)
Zusätzliches SuchwortSummer School; Sommerschule
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/7312

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