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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Korrespondenzen. Theater – Ästhetik − Pädagogik"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelKorrespondenzen. Theater – Ästhetik − Pädagogik
BeschreibungTagung
Korrespondenzen. Theater – Ästhetik − Pädagogik

Freitag, 20. Februar bis Sonntag, 22. Februar 2009
Beginn 16.00 Uhr


Veranstaltungsort

Leibnizhaus
Holzmarkt 4-6
30159 Hannover




Theater und Theaterpädagogik sind über Jahrzehnte getrennte Wege gegangen, ja sie standen sich zum Teil feindlich gegenüber. Bekannt ist die Geringschätzung der Pädagogik als kunstfeindlich seitens manch eines Theatermachers. Weniger bekannt dürfte sein, dass Theaterpädagogik auch in der Nachfolge der Studentenbewegung als politischer Begriff gegen das vorherrschende Stadt- und Staatstheater entstand bzw. an Bedeutung gewann; ein Theater als „Musentempel“ oder Ort der reinen Unterhaltung wurde entschieden abgelehnt. Diese Trennung hat trotz vieler Berührungspunkte und punktueller Kooperation lange Bestand gehabt und manifestierte sich in dem Gegensatz von Theater als pädagogisches Mittel in sozialen Feldern und Theater als Kunst.

Mit dem cultural turn in unserer Gesellschaft und einer allgegenwärtigen Theatralisierung, mit einer veränderten Vorstellung von Kunst, der Infragestellung des Werkbegriffs und der Betonung performativer Prozesse, änderte sich auch das Verhältnis von Künstler und Publikum, von Spezialisten und Amateuren, von Prozess, Produkt und Präsentation. Kunst und Vermittlung waren nicht mehr inhaltlich getrennte und zeitlich aufeinander folgende Bereiche, sondern bildeten immer öfter ein Ganzes. Auch Pädagogik veränderte sich von einer Theorie der Vermittlung im sozialen Kontext hin zu einer offenen, ästhetische Prozesse zunehmend einbeziehenden (Kultur-)Wissenschaft und entsprechender Praxis.
So stellt sich heute nicht mehr die Frage Theater oder Theaterpädagogik und selbst die Formulierung Theater und Theaterpädagogik ist in ihrer additiven Form zu unpräzise. Vielmehr entwickelt sich ein Netz von sehr unterschiedlichen Beziehungen und Verbindungen, Korrespondenzen und Korrelationen bis hin zu Identitäten.

Theater und Theaterpädagogik verbinden sich zunehmend im Selber-Spielen und theatralen Handeln als Theaterspiel von Amateuren, im Zusammenspiel von professionellen Schauspielern und Laien und in der Integration von vor allem jugendlichen Spielern in den Theaterbetrieb; Theater als (performative) Vorführkunst steht immer stärker im Zentrum. Das Theater erfordert und fördert aber zugleich auch Wahrnehmung und genaue Beobachtung, Sehschulung und – wie Brecht es nennt – „Zuschaukunst“ und ist damit trotz und gerade wegen der neuen Medien ein wichtiger ästhetischer Bereich.

Theater wird überall gespielt, die Theater öffnen sich und die szenischen Örtlichkeiten vervielfältigen sich: Von dem Theater mit seinen Jungend- und Kindertheatersparten über die Jugendclubs und den am Theater arbeitenden Theaterpädagogen über Freie Theater, Amateurtheater und Theaterarbeit in den verschiedensten sozialen Feldern bis hin zur Schule mit den altbekannten Theater-AGs und dem relativ jungen Unterrichtsfach Theater/Darstellendes Spiel bzw. bis zu den Hochschulen mit ihrer Ausbildung von Theaterpädagogen und Theaterlehrern.

In welchem Verhältnis aber stehen Zuschaukunst und Vorführkunst zueinander?
Wie verbinden sich Kunstprozess und soziale Fragen in den ästhetischen Erfahrungen?
Wie stehen künstlerischer Prozess, theatrales Produkt und ästhetische Vermittlung zu einander und welche Rolle spielen dabei kollektive künstlerische Prozesse?

Diesen Fragen, entstanden aus einer veränderten Konstellation von Kunst und Pädagogik, will dieses Symposium aus theaterwissenschaftlicher, theaterpädagogischer und theaterpraktischer Sicht nachgehen.

Die Teilnahme ist kostenlos.




Programm
Freitag

16.00 Begrüßung
Friedrich Johannsen (Dekan der Philosophischen Fakultät)
Wilfried Schulz (Intendant des schauspielhannover)
Klaus Hoffmann (Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft Spiel und Theater)

17.00 Einführungsvortrag − Theorie
Hans-Thies Lehmann: Theater/Performance: zwischen Ästhetik und Pädagogik

18.00 Einführungsvortrag – Praxis
Barbara Kantel: rastlos. taktlos. ungestüm. Theater mit jungen Menschen und für junge Menschen am jungen schauspielhannover

Imbiss im Leibnizhaus
19.30 Besuch der Uraufführung von Paula Fünfecks „Fine“ im jungen schauspielhannover

Samstag
Theater/Pädagogik in gesellschaftlichen Kontexten
Diskussionsleitung: Gerd Koch

9.30 Klaus Hoffmann: Theater über Leben – Theater und Entwicklung

10.15 Gerhard Fischer: GRIPS – Ästhetik, Politik und Pädagogik eines populären Theaters

Kaffeepause

11.30 Manfred Schewe: Community Theatre und Kulturtransfer: Calderon via Einsiedeln nach Cork

12.15 Dorothea Hilliger: Die Kunst zu erben – Das Bauhaus als Modell für die Theaterpädagogik?

Mittagsimbiss im Leibnizhaus

Experimentieren − Lernen
Diskussionsleitung: Patrick Primavesi
14.30 Leopold Klepacki: Theaterspielen − Was man lernen kann und was man lernen muss

15.15 Geesche Wartemann: Experimentierfeld Theater. Beobachtungen zu aktuellen Formaten der Theatervermittlung

16.00 Mira Sack: Konstellationen von Künstlern und Kindern. Beobachtungen aus der künstlerischen Praxis

Kaffeepause

Zwischenspiel – Verunsicherung − Erforschung
Diskussionsleitung: Geesche Wartemann

17.15 Ulrike Hentschel: Zwischenspiel. Theaterpädagogik im Kontext von künstlerischer und sozialer Praxis

18.00 Patrick Primavesi: Theater der Verunsicherung. Anmerkungen zu „That Night Follows Day“ (Tim Etchells/Victoria)

18.45 Ute Pinkert: Theater als Darstellung von Forschungsprozessen? Befragung eine Topos unter aktuellen Vorzeichen

20.00 Gemeinsames Abendessen im Leibnizhaus

Sonntag
Theater – Spielen − Üben
Diskussionsleitung: Marianne Streisand

10.00 Ingrid Hentschel: Der Gegensatz von Spiel ist nicht Ernst, sondern Wirklichkeit – Über performative Paradigmenwechsel im Theater der Gegenwart

10.45 Florian Vaßen: „Lernen und Üben“ − Erfahrung, Einsehen und Unstetigkeit im ästhetisch-sozialen Prozess des Theater-Spielens

Kaffeepause

12.00 Hajo Kurzenberger: Wiederholen, reproduzieren und wiederbeleben. Theatrale Verfahren der Vergegenwärtigung

12.45 Gerd Koch: Hannover? Ja, Hannover!

13.30 Abschluss des Symposiums




Informationen

Prof. Dr. Florian Vaßen
florian.vassen@germanistik.uni-hannover.de
Tel: 0511-762-4210 + 4457
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover
Deutsches Seminar
Studiengang Darstellendes Spiel
Königsworther Platz 1
30167 Hannover


Mit freundlicher Unterstützung durch den Freundeskreis der Leibniz Universität Hannover e.V. und der Gesellschaft für Theaterpädagogik e.V.

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortHannover
Beginn20.02.2009
Ende22.02.2009
PersonName: Florian Vaßen [Prof. Dr.] 
Funktion: Kontakt 
E-Mail: florian.vassen@germanistik.uni-hannover.de 
KontaktdatenName/Institution: Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover, Deutsches Seminar, Studiengang Darstellendes Spiel 
Strasse/Postfach: Königsworther Platz 1 
Postleitzahl: 30167  
Stadt: Hannover 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeTheater (Aufführungspraxis)
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.07.00 Ästhetik
Ediert von  H-Germanistik
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