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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Laboratorium/Baustelle Kultur: Konzeptionen/Debatten/Diskurse der Zwischenkriegszeit in Österreich"
RessourcentypCall for Papers
TitelLaboratorium/Baustelle Kultur: Konzeptionen/Debatten/Diskurse der Zwischenkriegszeit in Österreich
BeschreibungCall for Papers

>Laboratorium/Baustelle Kultur: Konzeptionen/Debatten/Diskurse der Zwischenkriegszeit in Österreich<

Eine internationale Arbeitstagung des Instituts für Germanistik an der Alpen-Adria Universität Klagenfurt; 16.-18.9.2009

Die österreichische Zwischenkriegszeit (1918-33/38) wurde vom Philosophen und Kulturhistoriker Friedrich Heer als ‚latenter Bürgerkrieg’ definiert, eine Einschätzung, die das politisch-soziale Konfliktpotential der Ersten Republik treffend zusammenfasst. Ebenfalls höchst kontrovers, dynamisch, die Moderne- und Avantgardediskussionen der Zeit aufgreifend sowie den sozialen und technologischen Wandel kommentierend begleitend präsentierte sich das heterogene kulturelle Feld dieser jungen Republik, das sich einerseits auf einen beträchtlichen Anteil der nach dem Zusammenbruch der k.k. Monarchie wesentlich nach Wien (u. z.T. nach Berlin) orientierten, sich progressiv verstehenden intellektuellen, künstlerischen und wissenschaftlichen Ressourcen stützen konnte. Gegen diese standen andererseits maßgebliche Teile der politischen Eliten des Landes und der Peripherie auf, um Gegenprogramme (angefangen von den Salzburger Festspielen) zu etablieren und diese im Austrofaschismus ab 1933/34 in einer ‚Kulturpolitikskultur’ auch weitgehend umzusetzen. Der Kontrast zwischen dem ‚roten Wien’ und seiner betont sozial konturierten Alltags-Kulturprogramme (ohne sich polemisch von der sog. Hochkultur abzugrenzen sondern neue Synthesen anzustreben) und den ‚schwarzen Ländern’ mit ihrer geradezu denunziatorischen Abwehr des Urbanen, Modernen, des fremden ‚Anderen’ steht mittlerweile als eine der zentralen Erfahrungen jener Zeit außer Streit.
Die österreichische Literatur der (langen) 20er Jahre hat sich an diesen Polarisierungen und Diskursen bekanntlich produktiv beteiligt, auch öffentlich exponiert und Texte vorgelegt, die neben ihrer ästhetisch-sprachlichen Eigenart auch und gerade jenes Diskursmaterial verarbeiten.
Im Rahmen des FWF-Projektes >Literatur und Kultur der 20er Jahre/Zwischenkriegszeit< sollen jene Diskurse systematisch bearbeitet und in ihrer wechselseitigen Relevanz untersucht und in theoretische Bezugsfelder/Systeme verankert werden. Ein ‚weites Land’ zwar, aber auch eine spannende und nötige Herausforderung. Es stellen sich daher Fragen wie jene nach ‚Leitdiskursen’ in den unterschiedlichen Phasen der Ersten Republik (z.B. Revolution/ Demokratie/Utopie; Ökonomie zwischen Kapitalisierung und Inflationserfahrungen; Arbeit und Freizeit; Mode und Körperbewusstsein; Generationsdiskurse; Geschlecht und Gewalt etc.) sowie nach wechselseitigen Einflüssen zwischen Medialisierung, Literatur, Kunst, Politik und Alltagskultur (Rolle neuer Medien wie des Radios, der Unterhaltungsindustrie, Arbeiterkultur, Musik und Literatur, Literatur und politische Agitation, Klerikalismus & Kultur etc.).
Die Tagung sieht daher folgende thematische Blöcke (mit jeweils max. 3-4 Beiträgen) vor:

• Kulturelle Potentiale/Diskurse der 20er Jahre
• Umbruch/Aufbruch/Einbruch 1918/19 bzw. 1927: Kulturschock vs. kulturelles Labor
• Alltagskultur(en)
• Medien zwischen Unterhaltungsindustrie und Kulturarbeit
• Fallstudien: Literatur in ‚neuen’ kulturellen Kontexten/Herausforderungen

Interessierte Kolleginnen und Kollegen sind herzlich zur Mitwirkung eingeladen. Einen Themenvorschlag mit einem etwa 20zeiligen Abstract erbitten wir bis 31.1.2009.
(Die definitive Auswahl der eingelangten Themenvorschläge wird bis 31.3.2009 erfolgen.)

Es wird von den teilnehmenden Kolleginnen und Kollegen erwartet, dass Sie in der Folge ein auf dem Abstract aufbauendes Thesenpapier bzw. eine Kurzfassung (von etwa 2-3 Seiten) bereits 3-4 Wochen vor Tagungsbeginn bereitstellen.
Die Veranstalter werden sich um finanzielle Unterstützung der Tagung bemühen, wobei die Aufenthaltskosten (Unterbringung, Verköstigung) bereits im Vorfeld zugesichert werden können.
Die Publikation der Beiträge ist für 2010 vorgesehen.

Anmeldungen sind zu richten an: elisabeth.debazi@uni-klu.ac.at


Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortKlagenfurt
Bewerbungsschluss31.01.2009
Beginn16.09.2009
Ende18.09.2009
PersonName: Kucher, Primus-Heinz [Ao.Univ. Prof. Dr.] 
Funktion: Veranstalter 
E-Mail: Primus.Kucher@uni-klu.ac.at 
Name: Debazi, Elisabeth H. [Mag.] 
Funktion: Ansprechpartnerin 
E-Mail: elisabeth.debazi@uni-klu.ac.at 
KontaktdatenName/Institution: Institut für Germanistik an der Alpen-Adria Universität Klagenfurt 
Strasse/Postfach: Universitätsstr. 65 
Postleitzahl: 9020 
Stadt: Klagenfurt 
LandÖsterreich
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteratur 1880 - 1945; Literatur- u. Kulturgeschichte
Klassifikation17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.05.00 Österreich
Ediert von  H-Germanistik
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