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Ergebnisanzeige "Die Geburt der Neueren deutschen Literaturwissenschaft aus der Goethe-Philologie / The Emergence of modern German literary Studies out of Goethe Philology"
RessourcentypCall for Papers
TitelDie Geburt der Neueren deutschen Literaturwissenschaft aus der Goethe-Philologie / The Emergence of modern German literary Studies out of Goethe Philology
BeschreibungCall for Papers:
"Die Geburt der Neueren deutschen Literaturwissenschaft aus der Goethe-Philologie“ / „The Emergence of modern German literary Studies out of Goethe Philology". Panel of the Goethe Society of North America at the Thirty-Third Annual Conference of the German Studies Association in Washington, D.C., 8-11 October 2009.

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Die Goethe Society of North America (GSNA) veranstaltet auf der 33. Jahrestagung der German Studies Association (GSA) in Washington, D.C., vom 8.-11. Oktober 2009 ein Panel zum Thema “Die Geburt der Neueren deutschen Literaturwissenschaft aus der Goethe-Philologie“.

Die Wissenschaftsgeschichte hat als Grundlagendisziplin für die Germanistik in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Dabei wurde in unterschiedlichen Zusammenhängen die Goethe-Philologie als Paradigma für die Theorie- und Methodenentwicklung in der Literaturwissenschaft insgesamt beschrieben. Nicht ausreichend aufgearbeitet ist indes, dass die Neugermanistik im 19. Jahrhundert nicht nur aus der Goethe-Philologie heraus entstanden, sondern ihre disziplinäre Gestalt noch bis in die Gegenwart hinein von diesen Entstehungsbedingungen geprägt ist. Die Literaturwissenschaft bezog ihre Grundbegriffe und damit zentrale Elemente ihrer Wissenschaftssprache insgesamt systematisch aus Goethes Schriften. Diese ursprünglich intentionale Vermischung von Objekt- und Metasprache ist ursächlich für zentrale systematische Probleme der Germanistik als moderner analytischer Wissenschaft.
Nicht nur auf dieser Ebene der Terminologie und der Begriffsgeschichte, sondern auch in der disziplinären Struktur der Germanistik insgesamt und bei den interdisziplinären Anschlüssen dienten Goethe und die Struktur seines Werks den germanistischen ‚Gründervätern’ wie Wilhelm Scherer als Maßstab und Orientierung. Scherers unvollendet gebliebener Versuch der Begründung einer empirischen Ästhetik verdankt sich zumindest einer doppelten Optik: einerseits der Aufnahme von Impulsen der seinerzeit avanciertesten Wissenschaften und Theorien wie der Entwicklungsbiologie und der Nationalökonomie, andererseits aber stets dem Seitenblick auf Goethe und auf die Verflechtung unterschiedlicher disziplinärer Perspektiven in dessen Werk.
Auf der Basis der historischen Rekonstruktion ist die aktuelle Theorieentwicklung der Literaturwissenschaft neu in den Blick zu nehmen: Insbesondere rezente Entwürfe einer ‚biologischen’ Ästhetik bzw. Poetik zeigen sich vor dem Hintergrund der am Modell Goethes entwickelten Tradition vergleichbarer Fragestellungen bei Scherer und anderen in neuem Licht. Entsprechendes gilt für die gesamte Fachentwicklung; als Beispiele sind Teildisziplinen wie die Literaturgeschichtsschreibung, die Editionswissenschaft und die Biographik zu nennen.
Für all diese Bereiche gilt, dass die wissenschaftsgeschichtliche Rekonstruktion die Goethe-Philologie nicht etwa nur als problematisches Erbteil der Neueren deutschen Literaturwissenschaft erweist; der historisch informierten Analyse der aktuellen disziplinären und methodischen Lage eröffnen sich vielmehr innovative Perspektiven für die Fachentwicklung in der theoretischen Grundlegung einerseits und interdisziplinären Anschlüssen andererseits. Ein Beispiel wäre das Feld der Kreativitätsforschung.
Darüber hinaus ist die internationale Dimension zu berücksichtigen: Inwiefern haben die unterschiedlichen Auslandsgermanistiken und die German Studies, vor allem in den USA, Teil an der skizzierten Entwicklung? Welche Rolle spielte und spielt Goethe dort als Orientierungsgröße für die konzeptionelle und institutionelle Ausgestaltung des Faches? Welche nationalen und internationalen Konsequenzen lassen sich für die Fachentwicklung ziehen? Welche Rolle spielte und spielt die Politik – wie wurden und werden der Zusammengang von Goetheforschung und Germanistik politisch instrumentalisiert, vor allem in den 1960er Jahren, aber auch heute?
Zu allen erwähnten Aspekten des Zusammenhangs der Goethe-Philologie mit der (inter)disziplinären Konzeption der Neueren deutschen Literaturwissenschaft vom späten 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart sind Vorschläge willkommen – sowohl für Fallstudien als auch für Grundsatzreferate.

Exposés (nicht mehr als eine Seite) werden bis zum 2. Februar 2009 erbeten an:
Bernd.Hamacher@uni-hamburg.de

PD Dr. Bernd Hamacher
Universität Hamburg
Institut für Germanistik II / Goethe-Wörterbuch
Von-Melle-Park 6
20146 Hamburg, Germany
Bernd.Hamacher@uni-hamburg.de

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The Goethe Society of North America (GSNA) organizes a panel on „The Emergence of modern German literary Studies out of Goethe Philology“ at the Thirty-Third Annual Conference of the German Studies Association (GSA) in Washington, D.C., 8-11 October 2009.

Over the past few years, the history of criticism and theory (Wissenschaftsgeschichte) has gained new importance as a basic discipline for Germanistik. In various contexts, Goethe philology has been described as a paradigm for the shaping of theories and methods in the study of literature as a whole. However, the fact that modern Germanistik evolved out of Goethe philology at the end of the 19th century and that the shape of the discipline continues to be influenced by this genealogy has not yet been sufficiently explored. Basic terminology for Germanistik was systematically drawn from Goethe’s texts. This intentional blending of object language and meta-language is responsible for important systemic difficulties for Germanistik as a modern critical discourse.

Goethe’s works structurally served the ‘founding fathers’ of Germanistik like Wilhelm Scherer as a point of orientation, not only in terms of its critical terminology and conceptual development, but also in articulating its overall disciplinary structure, as well as certain interdisciplinary questions. In his unfinished project for an empirical aesthetics, Scherer pursued two goals: on the one hand, he wanted to acknowledge recent work in fields like evolutionary biology and national economics, while on the other, he looked to the conversation of different disciplinary perspectives in Goethe’s works.

On the basis of an historical reconstruction, theoretical developments in the field of literary theory and criticism should be reconsidered. In this regard, the recent project of ‘biological’ aesthetics or poetics (as well as the evolution of Germanistik) can be seen in a different light, especially if examined in the context of comparable projects developed referring to Goethe. Certain sub-fields like the history of literature, biography, or scholarly editing may serve as examples.

In all them, the historical reconstruction shows that Goethe philology need not be just a problematic inheritance of Germanistik, but might also open new perspectives for the theoretical discussions, on the one hand, and interdisciplinary issues on the other. One example could be the field of creativity research (Kreativitätsforschung).

Additionally, of course, the international dimension must be taken into account: To what extent do the disciplines of Germanistik and German Studies (in both the US and other countries) share these concerns? What role has Goethe played in the non German-speaking world for the conceptual and institutional design of literary studies? And what consequences may be drawn for the further development of Germanistik? What role has politics played in these scholarly settings: How was Goethe and Germanistik used in political contexts (the 1960s), and how might he still be used today?

Case studies and position papers considering all of these aspects of the interdependence of Goethe-scholarship and the (inter)disciplinary concept of modern literary studies (in different national and global settings) from the end of the 19th century to the present are welcome.


Please send abstracts (mot more than one page) to:
Bernd.Hamacher@uni-hamburg.de

Deadline for submission is 2nd February 2009.

PD Dr. Bernd Hamacher
Universität Hamburg
Institut für Germanistik II / Goethe-Wörterbuch
Von-Melle-Park 6
20146 Hamburg, Germany
Bernd.Hamacher@uni-hamburg.de



Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortWashington, D.C.
Bewerbungsschluss02.02.2009
Beginn08.10.2009
Ende11.10.2009
PersonName: Hamacher, Bernd [PD. Dr.] 
Funktion: Koordinator (Chair) 
E-Mail: Bernd.Hamacher@uni-hamburg.de 
KontaktdatenName/Institution: Universität Hamburg, Institut für Germanistik II / Goethe-Wörterbuch 
Strasse/Postfach: Von-Melle-Park 6 
Postleitzahl: 20146 
Stadt: Hamburg 
Telefon: +49 (0)40 42838-2757 
LandVereinigte Staaten von Amerika
BenutzerführungDeutsch; Englisch
SchlüsselbegriffeMethodologie / Wissenschaftsgeschichte; Literaturwissenschaft; Geschichte der Germanistik
Klassifikation01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft; 01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft > 01.04.00 Wissenschaftsgeschichte; 01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft > 01.07.00 Germanistik im Ausland; 01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft > 01.08.00 Zu einzelnen Germanisten, Literaturtheoretikern und Essayisten; 03.00.00 Literaturwissenschaft; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.04.00 Methodik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.08.00 Poetik
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