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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Sentimentalität und Grausamkeit. Poetische (De-)Figuration von Emotion und Emotionslosigkeit in der literarischen Moderne Skandinaviens und Deutschlands"
RessourcentypCall for Papers
TitelSentimentalität und Grausamkeit. Poetische (De-)Figuration von Emotion und Emotionslosigkeit in der literarischen Moderne Skandinaviens und Deutschlands
BeschreibungSentimentalität und Grausamkeit. Poetische (De-)Figuration von Emotion und Emotionslosigkeit in der literarischen Moderne Skandinaviens und Deutschlands

Internationale Konferenz am Institut für Nordische Philologie /Skandinavistik,
Westfälische Wilhelms-Universität Münster, 26.–28. November 2009

Die literarische Gestaltung von Emotionen, Affekten, Stimmungen ist für die Literatur der Moderne keine Selbstverständlichkeit. Der dissoziierte moderne Erzähler kann oder will Gefühle nicht mehr unmittelbar ausdrücken, sondern pflegt eine Ästhetik der Distanz, die sich bis zu grausamer Passivität steigern kann. Gleichzeitig forciert eine immer weiter fortschreitende Modernisierung das Bedürfnis nach nicht-rationalem, sentimentalisch-gefühlvollem „Welt- und Selbsterleben“, nach „Affektivität“ und „Leidenschaft“. Wie unter diesen Voraussetzungen Emotion und Emotionslosigkeit literarisch gestaltet, welche Emotionskonzepte entworfen und über welche Erzählinstanzen sie an den Leser vermittelt werden, soll auf der Konferenz untersucht werden.
Der konkrete Anlass einer solchen Konferenz liegt in einem doppelten Jubiläum begründet: Das Jahr 2009 ist nicht nur ein Knut Hamsun-Nachdenkjahr, sondern auch ein Hans Henny Jahnn-Jubiläumsjahr. Und für beide Autoren ist die Frage nach dem Umgang mit Emotion und Emotionslosigkeit von paradigmatischer Bedeutung. Denn ob nun Hamsuns Leutnant Glahn angesichts eines vertrockneten Astes in sentimentalische Tränen ausbricht oder Jahnns Perrudja Gewalt als vitale Notwendigkeit lebt, immer ist es das ganze, und vor allen Dingen das große Gefühl, das auf dem Spiel steht. Doch die scheinbare Authentizität dieser Gefühle erweist sich schnell als poetisch konstruiert und medial gebrochen. Das explizit nicht-humane, ästhetizistische, sie selbst stimulierende Gebaren der Figuren und Erzähler lässt sowohl Sentimentalität wie Grausamkeit als literarische Überbietungsstrategien sichtbar werden, die humanistisch-moralisches Denken radikal in Frage stellen. Wie diese Infragestellung ästhetisch, anthropologisch oder politisch zu bewerten ist, ist eine offene und spannende Frage. Die Konferenz möchte sich dieser Frage stellen und untersuchen, wie und mit welchen Konsequenzen das Spiel der Gefühle in der Literatur der Moderne ästhe¬tisch wie ethisch gespielt wird.

Von diesen Fragestellungen ausgehend freuen wir uns auf
Beiträge, die sich grundsätzlich und theoretisch reflektiert mit textuell vermittelten Prozessen emotionaler Dynamik auseinandersetzen,

Beiträge, die fragen, inwiefern es literarischen o.a. Kunstwerken möglich ist, ihre Leser oder Betrachter zu affizieren, inwiefern Kunst also überhaupt zu erregenden Effekten oder gar Handlungen führt und ob sie insofern als „kulturelle Kraft“ verstanden werden kann,

Beiträge, die untersuchen, wie welche Emotionen in der deutschen und skandinavischen Literatur der Moderne figuriert, ästhetisiert und diskursiviert werden, welche künstlerische oder philosophische „Arbeit am Affekt“ mithin geleistet wird, und auf

Beiträge, die an konkreten Texten Hamsuns, Jahnns u.a. zeigen, wann und warum „Sentimentalität und Grausamkeit“ getrennt oder zusammen auftreten, inwiefern sie Ausdruck einer bestimmten Geisteshaltung sind, wie damit ein bestimmtes literarisches Programm bedient wird und wie unter welchen gesellschaftlichen Bedingungen darauf reagiert wird.

Bitte schicken Sie uns bei Interesse bis zum 10. Februar 2009 eine ca. einseitige Skizze eines möglichen Vortrags sowie Angaben zu Ihrer Person bzw. zu Ihrem akademischen Werdegang.
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortMünster
Bewerbungsschluss10.02.2009
Anmeldeschluss01.11.2009
Beginn26.11.2009
Ende28.11.2009
PersonName: Wennerscheid, Sophie [Prof. Dr.] 
Funktion: Veranstalterin 
E-Mail: sophie.wennerscheid@uni-muenster.de 
KontaktdatenName/Institution: Institut für Nordische Philologie/Skandinavistik 
Strasse/Postfach: Robert-Koch-Str. 29 
Postleitzahl: 48149 
Stadt: Münster 
Telefon: 0251 - 83 32822 
Fax: 0251 - 83 32828 
E-Mail: sophie.wennerscheid@uni-muenster.de 
Internetadresse: http://www.uni-muenster.de/NordischePhilologie/Mitarbeiter/Wennerscheid/Wennerscheid.html 
LandDeutschland
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Erzähltheorie; Historische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte); Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Literatur 1880 - 1945
Zusätzliches SuchwortModerne, Emotion, Ethik
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.08.00 Poetik; 04.00.00 Allgemeine Literaturgeschichte > 04.03.00 Vergleichende Literaturgeschichte; 16.00.00 Jahrhundertwende (1880-1914); 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945)
Ediert von  H-Germanistik
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