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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Schreiben im Holocaust"
RessourcentypCall for Papers
TitelSchreiben im Holocaust
BeschreibungXII. Kongress der Internationalen Vereinigung für Germanistik (IVG)
Warschau, 30.07. – 07.08.2010

ACHTUNG: Deadline endet bereits am 15.12.2008


Sektion: Schreiben im Holocaust

Initiatoren: Jörg Riecke (Heidelberg), Ruth Schwertfeger (USA), Krystyna Radziszewska (Polen)


Schreiben im Holocaust

Während literaturwissenschaftliche Studien zur Holocaust-Literatur bereits in größerer Zahl vorhanden sind, hat die Beschäftigung mit der sprachlichen Form des Schreibens im Holo­caust bisher nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Es ist aber davon auszugehen, dass Unter­suchungen an diesen Randzonen der Sprache auch etwas über die Mechanismen der Verfol­gung und des Terrors des Nationalsozialismus zum Ausdruck bringen können.

Neben literarischen Texten kommen dann vor allem Tagebücher und Briefe in den Blick, die mit sprachwissenschaftlichen Methoden untersucht werden müssen. Je nach den jeweiligen Lebensumständen der vom Nationalsozialismus Verfolgten sind aber auch Textsorten wie Chroniken, Enzyklopädien, Essays und Reportagen entstanden, die etwa aus den Gettos in Litzmannstadt (Lodz) und auch in Warschau in größerer Zahl erhalten sind. Über die in den übrigen Großgettos wie Minsk oder Riga entstandenen Texte ist noch kaum etwas bekannt.

Eine Sektion „Schreiben im Holocaust“ sollte die unterschiedlichen Schreibsituationen der Opfer des Nationalsozialismus thematisieren (häusliche Isolation /z.B. Victor Klemperer/, Zuchthaus, Getto, Konzentrationslager, bis hin zur Emigration), und die damit verbundenen unterschiedlichen Bedingungen herausarbeiten. Auch Sprachkontaktphänomene oder der be­wusste Verzicht auf die deutsche Sprache können in diesem Zusammenhang eine Rolle spielen. Mit dem Thema verknüpft ist auch die Frage, ob mit dem Untergang einer jüdisch-deutschen bildungsbürgerlichen Kultur eine spezifische Form der deutschen Sprache unwie­derbringlich verloren gegangen ist. Die Jahre nach 1945/50 wären dann deutlicher als bisher als Epocheneinschnitt der deutschen Sprachgeschichte zu werten.

Die Sektion richtet sich an Sprachwissenschaftlerinnen und Sprachwissenschaftler, aber auch an Literaturwissenschaftlerinnen und Literaturwissenschaftler, die ihren Forschungsgegen­stand unter einer textuellen und sprachlichen Perspektive betrachten. Die Beiträge sollten je­doch ausschließlich auf das Schreiben im Holocaust abzielen, nicht auf das nachträgliche Schreiben über den Holocaust.


Bitte senden Sie einen Vortragstitel samt kurzer Zusammenfassung bis zum 15.12.2008 an riecke@gs.uni-heidelberg.de

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortWarschau
Bewerbungsschluss15.12.2008
Beginn30.07.2010
Ende07.08.2010
LandPolen
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteratur 1880 - 1945
Klassifikation17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.17.00 Stoffe. Motive. Themen
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