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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Gotthold Ephraim Lessing im kulturellen Gedächtnis – Zur Lessing-Rezeption im ›Kulturraum Schule‹ (1800 -1945)"
RessourcentypVerschiedenes (Workshops, Sommerschulen u.a.)
TitelGotthold Ephraim Lessing im kulturellen Gedächtnis – Zur Lessing-Rezeption im ›Kulturraum Schule‹ (1800 -1945)
BeschreibungGotthold Ephraim Lessing im kulturellen Gedächtnis – Zur Lessing-Rezeption im ›Kulturraum Schule‹ (1800 -1945)

Workshop in Kamenz vom 10.-12.12.2008
Anmeldung bis 08.12.2008


Bereits in frühen Arbeiten haben Jan und Aleida Assmann darauf verwiesen, dass Kultur sich dem Gedächtnis »als der Fähigkeit« verdankt, »durch Erinnern des Bedeutsamen und Vergessen des Kontingenten«Sinnwelten zu erzeugen. Dabei ist das Kollektivgedächtnis darauf aus, einen »Usable Past« zu schaffen. Es versucht, eine Harmonisierung von Gegenwart und Vergangenheit herzustellen, also jene Teile in Geschichten und Riten zu erinnern, die in der Lage sind, eine Gemeinschaft zu stiften und
eine kollektive Identität auszubilden. In pluralen Gesellschaften erfolgt diese Aushandlung über komplexe Meinungsbildungsprozesse, in denen sich entscheidet, was zum Gegenstand kollektiver Erinnerung wird. Über Bewertungsakte werden aus einer Vielzahl möglicher Vergangenheitsreferenzen – Orte, Personen,
Ereignisse, Zusammenhänge – jene Elemente ausgewählt, die vor dem Hintergrund gegenwärtiger Interessen und Bedürfnisse als bedeutsam und erinnerungswürdig eingestuft werden. Sie werden narrativ konfiguriert, und es findet auf diese Weise eine »Sinnbildung über Zeiterfahrung« (Jörn Rüsen) statt. Untersuchungen zum ›kulturellen Gedächtnis‹ stehen nun vor der Aufgabe, an konkreten Personen, Texten, Ereignissen zu zeigen, auf welche Weise und mit welchen Gründen ganz bestimmte Werte, Normen, Bilder, Texte Eingang
in das kulturelle Gedächtnis finden. Wenn man nun nach Autoren und Texten fragt, die im kulturellen Gedächtnis ›der Deutschen‹ in besonderer Weise verankert sind, dann gehört G. E. Lessing seit Beginn des 19. Jahrhunderts dazu. Dies allerdings war nur möglich, weil es Instanzen gab, die die ›Konservierung‹ wie die ›Pflege‹ der Bestände übernahmen. Im Fall von G. E. Lessing hat insbesondere die Institution
Schule eine herausragende Rolle bei der Inthronisierung von Lessing im Kanon und mithin im kulturellen Gedächtnis gespielt. Erst durch individuelle Wahrnehmung, durch Wertschätzung und Aneignung in der ›Institution Schule‹ wurde Lessing zu einem Kanonautor, und seine Texte gerieten in den Status von
»Wiedergebrauchstexten«. Der Workshop wird der Frage nachgehen, welche Rolle Lessing zu verschiedenen Zeiten im Kulturraum Schule – insbesondere im Humanistischen Gymnasium – gespielt hat. Dabei reicht das Spektrum der Untersuchungen von der Auseinandersetzung mit konkreten Texten Lessings (u. a. »Nathan der Weise«, »Emilia Galotti«) über das Ritual der Schulfeier bis hin zur Untersuchung von konkreten Vorgaben
für die Behandlung von Lessing in einzelnen Klassenstufen. Darüber hinaus wird der Frage nachgegangen, welche Rolle ein Autor wie G. E. Lessing im kulturellen Gedächtnis von Ländern gehabt hat, die seit Beginn des 19. Jahrhunderts mit Deutschland – wie auch immer – in Verbindung standen (Polen, Russland).


Wissenschaftlicher Workshop vom 10.-12. Dezember im Rathaus Kamenz. Ausgerichtet von der Arbeitsstelle für Lessing-Rezeption Kamenz und Prof. Dr. Carsten Gansel (Universität Gießen) in Verbindung mit der Universität Zielona Góra.
Gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages sowie durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst.



URL: http://www.uni-giessen.de/cms/fbz/fb05/germanistik/abliteratur/glm/forschung/tagungen/programm-lessing


Kontakt:
Prof. Dr. Carsten Gansel
carsten.gansel@germanistik.uni-giessen.de


Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortKamenz
Bewerbungsschluss08.12.2008
Anmeldeschluss08.12.2008
Beginn10.12.2008
Ende12.12.2008
PersonName: Gansel, Carsten [Prof. Dr.] 
Funktion: Ansprechpartner 
E-Mail: carsten.gansel@germanistik.uni-giessen.de 
KontaktdatenName/Institution: Justus-Liebig-Universität Gießen, Institut für Germanistik 
Strasse/Postfach: Otto-Behaghel-Straße 10B 
Postleitzahl: 35394 
Stadt: Gießen 
Telefon: 0641/99-29121 (Sekretariat) 
Internetadresse: http://www.uni-giessen.de/cms/fbz/fb05/germanistik/ 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeDeutsch als Fremdsprache / Deutsch als Zweitsprache; Literaturwissenschaft; Editionstheorie; Geschichte der Germanistik; Historische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte); Literatur 1770 - 1830; Literatur- u. Kulturgeschichte; Literaturdidaktik; Literatursoziologie
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.17.00 Deutschunterricht. Literaturdidaktik; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.13.00 Zu einzelnen Autoren
Ediert von  H-Germanistik
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