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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Mediale Codierungen des Sports"
RessourcentypCall for Papers
TitelMediale Codierungen des Sports
Beschreibung*********************************************
CALL FOR PAPERS

für die Tagung

MEDIALE CODIERUNGEN DES SPORTS

des Kulturwissenschaftlichen Forschungskollegs „Medien und kulturelle
Kommunikation“ SFB / FK 427

in Zusammenarbeit mit dem DGB Bildungswerk Hattingen

26. bis 28. Januar 2007

Wir bitten um Abstracts für Vorträge im Umfang von höchstens einer Seite
(2500 Zeichen) bis zum 30. September 2006 an jens.jaeger@uni-koeln.de
Weitere Informationen auf der der Homepage des Kollegs unter "Aktuelles":
http://www.uni-koeln.de/inter-fak/fk-427/

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MEDIALE CODIERUNG DES SPORTS - Konzeption

Das Phänomen „Sport“ ist ohne massenmediale Vermittlungsinstanzen nicht zu
denken. Dies gilt umso mehr für jene Sportarten, die durch regelmäßige –
auch globale – „Events“ (Ligen, Meisterschaften, Turniere) ein sich
verlässlich wiederholendes und zugleich sukzessive entwickelndes Geschehen
für mediale Berichterstattung in-szenieren. Was Sport ist, wie er verstanden
wird und/oder werden soll, wird somit vor allem in medialen
Präsentationsformen ausgehandelt, die ökonomisch und kulturell eine zentrale
Stellung in der gegenwärtigen Gesellschaft und ihrem Mediensystem einnehmen.
Während dieser Mediensport auf der einen Seite durch spezifische
Darstellungsformen, ausdifferenzierte Codes und Regelhaftigkeiten sowie eine
oftmals klare räumliche und temporale Abgrenzung als ein gesell-schaftlicher
Sonderbereich definiert ist, bildet er auf der anderen Seite ‚eine’ zentrale
Schnittstelle zwischen sportlichem Geschehen, medialen Verfahren und
umfassenderen kulturellen Diskursen und funktioniert somit als ein
spezifischer Ort der Vergesellschaftung. Im Mediensport werden zeitliche
Strukturen und Wissensfor-men einer Gesellschaft geprägt, Symbole und
Modelle für Zugehörigkeit und Ausgrenzung, für Freundschaft und Feindschaft
inszeniert und spezifische Modi der Sichtbarkeit und Sagbarkeit etabliert.
Insofern die Institutionen und Diskurse des Mediensports – der Vereinssport
ebenso wie die übertragenden Medienorganisationen – fast durchgängig
regional und national verankert sind, wird eine kulturelle Veror-tung von
„Sport“ innerhalb medial adressierter Öffentlichkeiten gestützt. Dies zeigt
sich insbesondere daran, dass der Mediensport von gesellschaftskonstitutiven
Konzepten wie ‚Nation’, ‚Rasse’, ‚Geschlecht’, ‚Klasse’ u.a. durchdrungen
ist, die er aus umfassenderen Diskursen aufgreift und gemäß seiner eigenen
Regelhaftigkeiten weiterverarbeitet, umformt und mit seinen spezifischen
Varianten und Plausibilitäten anreichert. Die Großkon-zepte ‚Nation’, ‚Rasse
’, ‚Geschlecht’, ‚Klasse’ werden dabei gerade im Blick auf den Mediensport
als zwar vermeintlich unumgängliche, zugleich aber relationale und
dynamische (nicht-essentialistische) Kategorien ein-sichtig, die immer in
Bezug auf ein selbst Variables „Außen“ oder „Anderes“ Gestalt erhalten.
Das Wechselverhältnis zwischen Sport, öffentlicher Kommunikation, medialer
Vermittlung und Vergesellschaf-tung mit einem besonderen Fokus auf Verfahren
von Inklusion und Exklusion, von Vergemeinschaftung und ras-sistischer
Zuschreibung genauer in Augenschein zu nehmen und zu diskutieren ist der
Grundgedanke der geplanten Tagung. Besonderes Augenmerk wird auf die
massenmedial präsenten, professionalisierten Sport-arten gerichtet, wobei
andere Formen des Sports wie Breitensport, Fitnessbewegung, Randsportarten
wie Po-ker und Billard, Showsport wie Wrestling usw. nicht im Zentrum der
Diskussion stehen sollen, aber als Vergleichsebene durchaus ihren Platz
haben.
Zu fragen ist dabei, was den Mediensport als einen gesellschaftlichen wie
medialen Sonderbereich ausmacht, welche kulturellen Darstellungsformen
(Narration, Spiel, Ritual etc.) und welche Praktiken und Wissensformen
(Medizin, Statistik etc.) er verarbeitet und für die Darstellung (und
Bewertung) von Gesellschaften und Indivi-duen, von Kulturen und
Verhaltensweisen fruchtbar macht.


Die Beiträge zur Tagung können dabei folgende Themen und Fragestellungen
aufgreifen:

# Körper / Physiologie
Sport definiert sich stark über Körper, Körperlichkeit und Zuschreibungen
bestimmter Fähigkeiten, die eine Sportart erfordert bzw. fördert. Körper
sind aber auch der Ort von rassistischen und geschlechtlichen Codie-rungen.
Diese Zuschreibungsprozesse gilt es hinsichtlich ihrer medialen Verfahren
und ihrer historischen Be-dingtheit zu analysieren: Wie kommt es zur
Konzeption einer „weißen“ oder „schwarzen“ Sportart in unterschiedlichen
nationalen Settings? Welche Rolle spielen dabei die Verzahnung von Klasse,
Rasse und Ge-schlecht? Daran schließen sich Fragen nach der Diskursivierung
(und Visualisierung) des Körpers in der Trai-ningswissenschaft, der
Sportmedizin und - zum Teil daran anknüpfend - den Massenmedien an. Die Nähe
zu rassistischen Diskursen ist augenfällig und bildet einen wichtigen
Bezugspunkt in dem Themenkomplex.

# Nation / Identität
Sport ist ein Bereich, der sich aufgrund seines antagonistischen Charakters
für identifikatorische Praktiken an-bietet und im körperlichen Wettstreit
das Eigene und das Andere klar zu trennen vorgibt. Das Abrufen natio-naler
und patriotischer Mechanismen und Reflexe gehört auch zu den wichtigen
Elementen massenmedialer Vermittlung sportlicher Ereignisse. Basieren
hierauf die Erfolge und gegebenenfalls Misserfolge der Mediali-sierung von
Sportarten? Welche kompensatorischen Möglichkeiten sind vorhanden, falls die
„nationale Karte“ versagt oder nicht gespielt werden kann? Können
popkulturelle Formen und Starkult als solche Möglichkeit aufgefasst und
systematisiert werden? Wie lassen sich Kriterien oder Bestimmungsgründe für
die „Nationali-sierung“ bzw. „Individualisierung“ einer Sportart fassen?

# Ökonomie / Individualisierung
Die parallele Professionalisierung und Globalisierung von Mediensystemen und
Sportorganisationen verän-dert das Verhältnis zwischen adressierter
Öffentlichkeit, Individualität der Sportler und symbolischen Kollekti-ven.
Schaffen ökonomische Faktoren nicht stärkere Identifikationen – wie z.B. im
Wetten? Einerseits ist die Frage nach dem Sieger bei einem Sportereignis für
diejenigen, die eine Wette eingehen, entscheidender als dessen/deren
Nationalität oder ethnische Zuordnung, andererseits unterliegt dem
Mediensport insgesamt ei-ne ökonomisierte Struktur, die im Grunde genommen
als eine unternehmerische Wette auf den Erfolg einer Sportart angesehen
werden kann. Unter diesen Aspekten stellt sich auch die Frage, welche
Kriterien die inter-nationalen Sportverbände (IOC, FIFA, UCI usw.) für die
Zulassung oder Anerkennung von Sportarten und na-tionalen Verbänden anlegen,
damit diese auf einer potenziell weltweiten Bühne sichtbar werden können.

# Global / lokal
Fragen der Identifikation und der Ökonomie stellen sich kaum allein in einem
globalen Maßstab. Der mediali-sierte Sport ist auch lokal verankert und baut
auf vermeintlich regionale Charakteristika von Vereinen, Sport-lern, aber
auch Sportarten. Dabei nimmt er gesellschaftliche Funktionen wahr, die sich
als gleichermaßen differenzierende wie integrative, kulturdefinierende
Funktionen betrachten lassen. Zu fragen wäre also bei-spielsweise nach den
Rückwirkungen bzw. Austauschprozessen zwischen Mikro-, Meso- und Makroebene.
Ein Ansatzpunkt hierfür könnten Debatten über die Authentizität des Sports
und seine mediale Verfälschung bilden. Hier wären auch die
Austauschprozesse zu verfolgen, in denen eine Überformung anderer
gesellschaftlicher Bereiche durch Praktiken und Semantiken des Mediensports
erfolgt, und die ebenfalls zur Bedeutung des Phänomens Sport für die
Realisierung gesellschaftlicher Inklusion und Exklusion beitragen.


Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.uni-koeln.de/inter-fak/fk-427/
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortKöln/Hattingen
Bewerbungsschluss30.09.2006
Beginn26.01.2006
Ende28.01.2006
PersonName: Jens Jäger 
Funktion: Organisation 
E-Mail: jens.jaeger@uni-koeln.de 
KontaktdatenName/Institution: Kulturwissenschaftliches Forschungskolleg, MEDIEN UND KULTURELLE KOMMUNIKATION, (SFB/FK 427), Universität zu Köln 
Strasse/Postfach: Bernhard-Feilchenfeld-Str. 11 
Postleitzahl: 50969  
Stadt: Köln 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteratur- u. Kulturgeschichte
Klassifikation00.00.00 ohne thematische Zuordnung
Ediert von  H-Germanistik
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