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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Schreibverfahren der Literatur um die Jahrtausendwende"
RessourcentypCall for Papers
TitelSchreibverfahren der Literatur um die Jahrtausendwende
BeschreibungCALL FOR PAPERS

Susanne Krones / Evi Zemanek (Hg.):
Schreibverfahren der Literatur um die Jahrtausendwende

Der komparatistisch ausgerichtete Sammelband bietet einen Einblick in Schreibverfahren um die Jahrtausendwende. Die einzelnen Beiträge beschäftigen sich mit internationaler Erzählliteratur, die zwischen 1995 und 2005 erschienen ist, und beantworten dabei Fragen wie: Welche Schreibverfahren lassen sich um die Jahrtausendwende beobachten? Welche Strömungen oder Trends zeichnen sich hinsichtlich Thematik und Stil literarischer Neuerscheinungen ab? Unter welchen Bedingungen entsteht Literatur um die Jahrtausendwende, welche Trends dominieren Buchmarkt, Literaturkritik und Autorenausbildung?

Zur "Literatur um die Jahrtausendwende"
Die Wahl des Begriffs 'Jahrtausendwende' zur zeitlichen Einordnung der besprochenen Werke kennzeichnet das Vorhaben als einen selektiven Überblick über literarischer Neuerscheinungen um jenes signifikante Datum, das in der Öffentlichkeit als Ereignis gefeiert wurde. Obgleich die hier betrachteten Texte, die in den letzten Jahren des vergangenen und in den ersten des neuen, jungen, dritten Jahrtausends erschienen, aus heutiger Perspektive auch mit dem Etikett 'Gegenwartsliteratur' versehen werden könnten, wird dies bewusst vermieden. Der nicht nur im Feuilleton, sondern auch in der literaturwissenschaftlichen Forschung häufig verwendete Begriff ist zwangsläufig unscharf, weil er immer auf die jeweils aktuelle Literaturproduktion verweist und ihm somit ein knappes Verfallsdatum gesetzt ist. Außerdem haftet er heute noch beharrlich an den im vergangenen Jahrzehnt unter diesem Etikett erschienenen Studien, welche die "Wende-Literatur" der Neunziger Jahre untersuchen und diese stets im Hinblick auf den historischen Kontext der Wiedervereinigung und der Ost-West-Gegensätze interpretieren.
Um vielfach Besprochenes nicht noch einmal zu wiederholen, lässt der Sammelband überholte deutsche Modeerscheinungen wie das bald nach der deutschen Wiedervereinigung beginnende Bemühen um den 'Berlin-Roman', die breit diskutierte 'Pop-Literatur' der neunziger Jahre oder das 'Fräuleinwunder' im alten Jahrtausend hinter sich zurück. Schließlich treten um 2000 andere Themen in den Vordergrund.
Die "Literatur der Jahrtausendwende" ist literaturgeschichtlich eindeutig lokalisierbar und sie ist ein internationales Phänomen. Deshalb überschreitet der Sammelband die Grenzen des deutschen Sprachraums. Auf welche Weise die "Literatur der Jahrtausendwende" von ihrem Entstehungsdatum geprägt ist, Stimmungen und Ereignisse dieser Zeit thematisch widerspiegelt und sich davon zu neuartigen Schreibverfahren inspirieren lässt, sollen die Textbetrachtungen des Sammelbandes zeigen. Im Fokus des Interesses steht an erster Stelle die Frage wie um die Jahrtausendwende geschrieben wird, an zweiter Stelle worüber.


Zur Perspektive auf die literarischen Werke

Die literaturwissenschaftliche Forschung schreibt Literaturgeschichte in der Regel retrospektiv, aus größerem zeitlichem Abstand. Dabei ist für den nachgeborenen Leser oft nicht mehr nachvollziehbar, welche Autoren einst den literarischen Markt eroberten, wenn deren Erfolg beim Publikum nur von relativ kurzer Dauer war. Anders als die Literaturkritik des Feuilletons schenken literaturwissenschaftliche Studien meist nur denjenigen Autoren Beachtung, die schon oder mit größter Sicherheit bald als kanonisch gelten.
Der geplante Sammelband nähert sich insofern der Literaturkritik an, als mitunter Autorinnen und Autoren Beachtung finden, die heute viel gelesen werden, deren Erfolgsdauer jedoch noch nicht absehbar ist. Im Unterschied zur Feuilleton-Kritik werden die Werke jedoch literaturwissenschaftlichen Betrachtungsweisen jenseits von Polemik unterzogen. Auf diese Weise strebt der Sammelband danach, die literaturwissenschaftliche Perspektive mit dem feuilletonistischen Fokus des Hier und Jetzt zu verbinden.

Zu den untersuchten Autoren und ihren Werken

In diesem Sinne werden die neuesten Werke von AutorInnen wie etwa Juli Zeh, Wilhelm Genazino, Martin Suter sowie Jonathan Safran Foer und Nicole Krauss, aber auch Ian McEwan und Paul Auster besprochen, um an dieser Stelle nur einige Namen der deutsch- und englischsprachigen Literaturlandschaft zu nennen.
Die Bandbreite der Autoren und Werke aus verschiedenen Nationalliteraturen bringt automatisch die gewünschte thematische Vielfalt mit sich: Sie reicht von den Werken, die infolge der Terroranschläge vom 11. September 2001 als literarische Verarbeitung derselben erschienen, über solche, die sich mit der Globalisierung und den damit verbundenen wirtschaftspolitischen Veränderungen beschäftigen oder mit Formen des wissenschaftlichen Fortschritts auseinandersetzen, bis hin zur indirekten Thematisierung der Auswirkungen der europäischen Einigung auf verschiedenste Alltagsbereiche.

Zu den Einzelbeiträgen

Um den 'Querschnitt' möglichst breit zu gestalten, sollen Beiträge zu literarischen Tendenzen um 2000 aus verschiedensten Philologien versammelt werden. In diesem Rahmen sind Aufsätze (10-20 Seiten) zu (a) einem individuellen Schreibverfahren eines einzelnen heute vielbeachteten Autors, zu (b) 'Schreibverfahren' und 'Themen' einer nach diesem Kriterium zusammengestellten Gruppe von Autoren oder zu (c) beobachtbaren Entwicklungstendenzen auf dem literarischen Markt vorgesehen.
Im Hinblick auf die breite Zielgruppe des Sammelbandes – Literaturwissenschaftler in Studium und Beruf, Profis im Literaturbetrieb sowie literarische Interessierte – wünschen wir uns Beiträge, die Schreibverfahren methodisch und tiefgehend reflektieren, dabei jedoch darauf verzichten, literaturwissenschaftliche Theoriedebatten exzessiv auszufechten.

Formalia und Termine

Kurze Abstracts von ca. 1500 Zeichen bitte bis 1. September 2006 an beide Herausgeberinnen, evi_zemanek@yahoo.it und susanne.krones@t-online.de.
Die Aufsätze, die zur Publikation ausgewählt werden, müssen den Herausgeberinnen dann bis zum Redaktionsschluss am 31. Oktober 2006 vorliegen.


Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
Bewerbungsschluss01.09.2006
PersonName: Evi Zemanek, Susanne Krones 
Funktion: Herausgeberinnen 
E-Mail: evi_zemanek@yahoo.it, susanne.krones@t-online.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteratur nach 1945; Stilistik
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.08.00 Poetik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.10.00 Stilistik. Rhetorik; 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart
Ediert von  H-Germanistik
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