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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Verfolgt - heimgekehrt? Die öffentliche Diskussionen von Schicksalen und Verhaltensweisen deutscher (exilierter) Künstlerinnen und Künstler nach dem 2. Weltkrieg"
RessourcentypCall for Papers
TitelVerfolgt - heimgekehrt? Die öffentliche Diskussionen von Schicksalen und Verhaltensweisen deutscher (exilierter) Künstlerinnen und Künstler nach dem 2. Weltkrieg
BeschreibungVerfolgt - heimgekehrt? Die öffentliche Diskussionen von Schicksalen und Verhaltensweisen deutscher (exilierter) Künstlerinnen und Künstler nach dem 2. Weltkrieg


Mit dem Exodus der künstlerischen Avantgarde Deutschlands, die auf der Flucht vor dem nationalsozialistischen Terrorregime ihr Heimatland verlassen mussten, ist die oft dramatische Schicksalsgeschichte der betroffenen Künstlerinnen und Künstler keineswegs abgeschlossen. Diejenigen, die Verfolgung und Terror überlebten und denen es gelang, ihr Überleben in der Fremde zu meistern, stand häufig noch eine zweite, nicht weniger tief greifende Herausforderung bevor. Wer sich entschloss, nach dem Ende des „Tausendjährigen Reiches“ in die ehemalige Heimat zurück zu kehren, erlebte hier nicht selten dramatische Enttäuschungen.
Anstelle offener Arme oder doch zumindest einer Anerkennung des erlittenen Unrechts stießen die Rückkehrer u. a. auf offene Aversion: Von Seiten der im Reich gebliebenen, in die innere Emigration oder die Illegalität zurückgezogenen oder inhaftierten Leidensgenossen kam der Vorwurf, sich aus dem Staub gemacht zu haben, Situation und Verhalten der Deutschen aus der sicheren Entfernung also gar nicht beurteilen zu können. Auf der anderen Seite war der über Jahre gewohnte und gepflegte Antisemitismus nach wie vor virulent, Vorbehalte gegen jüdische Kulturträger ebenso wie gegen die Vertreter der „entarteten“, „undeutschen“ Kunst bestanden nach wie vor dem Ende des „Dritten Reiches“ und blieben, allen vordergründigen Bemühungen der alliierten Befreier um „Aufklärung“ und „Entnazifizierung“ zum Trotz, im deutschen Nachkriegskulturleben präsent. Auch die im Exil Verbliebenen sahen sich dieser mitunter gezielt und instrumentalisiert eingesetzten Stimmungsmache ausgesetzt.


Betroffen waren Künstler aller Sparten: Schriftsteller, Musiker, Maler, Architekten, Fotografen, Schauspieler, Regisseure. Wie stark sie von Vorbehalten oder Abwehr des deutschen Publikums oder auch der (neuen?) deutschen Obrigkeiten betroffen waren, war je nach Ausrichtung ihrer künstlerischen Aktivitäten, aber auch in Abhängigkeit von anderen Faktoren unterschiedlich. Unterschiedlich war auch deren Diskussion in der Öffentlichkeit, d.h. den neu entstehenden bzw. wiederauflebenden Zeitungen, Zeitschriften, aber auch dem Radio oder der Wochenschau – gelegentlich auch in der Literatur selbst. Ein besonderer Schwerpunkt der Publikation richtet sich weniger auf das tatsächliche Schicksal im Sinne einer faktischen Biografie, sondern vielmehr auf die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit bzw. deren gezielte und intentionale Darstellung – zum Zeitpunkt der Rückkehr aus dem Exil, der Rückkehr aus der inneren Emigration oder dem ‚offiziellen Arbeitsbeginn’ nach der Zeit des Nationalsozialismus (im Falle von Fritz Lang auch erst im Jahr 1960) – in den Medien. So sollen individuelle Vorbehalte und stereotype Argumentationsmuster aufgedeckt werden. Gleichzeitig soll auch ein Blick auf die Funktionsmechanismen der durch Medien gesteuerten (neuen) Öffentlichkeit geworfen werden. Dies soll paradigmatisch am Beispiel der jeweils Betroffenen dargestellt werden. Im Mittelpunkt der Beiträge können aber auch einschlägige Verfasser entsprechender Angriffe oder auch Verteidigungen oder Medien bzw. stereotype Argumentationsmuster und deren Motivationen stehen.
Beiträge zu Künstlern, die nicht der schreibenden Zunft zuzurechnen sind, sind herzlich willkommen.

Die Beiträge sollten einen Umfang von ca. 20 Seiten (36.000 Zeichen, inkl. Leerzeichen, einzeilig, Times New Roman 12 Punkt) nicht überschreiten. Gewünscht wird eine differenzierte Reflexion der jeweiligen Künstler in ihrem Emigrations- und Rückkehrerschicksal, die die sozialen, politischen und kulturellen Bedingungen im Nachkriegsdeutschland und deren neu entstehenden Öffentlichkeiten sowie die besonderen Erfahrungen des Betroffenen während der Emigration (Stichwort Kulturtransfer) bzw. des Nationalsozialismus einschließt und deren öffentlichkeitswirksame Diskussion in den unterschiedlichen Medien berücksichtigt

Abstracts im Umfang von ca. 500 Wörtern bitte nur per E-Mail bis 1.12.2008 an die Herausgeber (s.u.). Die Entscheidung über die Annahme der Beiträge erfolgt bis zum 17. Dezember.

Dr. Michael Grisko
michael.grisko@gmx.de

oder

Dr. Henrike Walter
henrike.walter@uni-hamburg.de
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortHamburg
Bewerbungsschluss01.12.2008
PersonName: Walter, Henrike [Dr.] 
Funktion: Herausgeber 
E-Mail: henrike.walter@uni-hamburg.de 
KontaktdatenName/Institution: Universität Hamburg, Fak. f. Geistes- und Kulturwissenschaften, FB Sprach-, Literatur- und Medienwissenschaft (07)  
E-Mail: henrike.walter@uni-hamburg.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteratur nach 1945
Klassifikation17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.04.00 Studien; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.11.00 Expressionismus
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