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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "„Von alten Damen, Physikern und ungebetenen Gästen“. Prozesse und Prozessualität im Werk von Friedrich Dürrenmatt"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
Titel„Von alten Damen, Physikern und ungebetenen Gästen“. Prozesse und Prozessualität im Werk von Friedrich Dürrenmatt
Beschreibung„Von alten Damen, Physikern und ungebetenen Gästen“
Prozesse und Prozessualität im Werk von Friedrich Dürrenmatt
Evangelische Akademie Villist

Schwerte, 28. bis 30. November 2008

Zeitlebens hat sich der 1990 gestorbene Pastorensohn Friedrich Dürrenmatt mit den Entwicklungsmöglichkeiten der Menschen beschäftigt: als Zeichner, als Autor, als naturwissenschaftlich interessierter Laie, als philosophischer und theologischer Denker. Nie waren für ihn Stoffe oder Gedanken ab¬geschlossen, sondern immer Ausgangspunkt für eine neuerliche Reflexion und Gestaltung.
Die Zerstörung des Turmbaus zu Babel hat Dürrenmatt als Beispiel für die vielen Geschichten in der Bibel gelesen, in denen auf je unterschiedliche Weise die Möglichkeit und die Notwendigkeit beschrieben wird, „falsche“ Entwicklungen zu beenden. Und so hat Friedrich Dürrenmatt sein Schreiben genutzt, um immer wieder auszuprobieren, wie und ob sich die Welt neu erdenken lässt. Wie kaum ein anderer Autor hat sich Dürrenmatt dabei der Diskrepanz zwischen naturwissenschaftlicher Erkenntnis und ethischem Potential der Menschen gestellt. Beim „Besuch der alten Dame“ hat er seine Zweifel an der Moral der bigotten Bürger ebenso zum Ausdruck gebracht wie seine Frage danach, ob es das Richtige im Falschen gibt, ob die Schuld, das „Böse“ sich eher am Individuum oder am Kol¬lektiv festmachen lässt. Bei den „Physikern“ geht es ihm darum, ob sich wissenschaftliche Erkenntnis einer unmoralischen wirtschaftlichen und machtpolitischen Vereinnahmung entziehen kann, ob also die Entwicklung zu steuern ist. „Das Porträt eines Planeten“ charakterisiert seinen kosmologischen Ansatz, in dem die Ökonomisierung der Welt eine entscheidende, tragische Rolle spielt. Mit „Das Hirn“, einem seiner letzten großen Texte, hat er sowohl sein Konzept des Schreibens als auch die Summe aller seiner Themen auf den Punkt gebracht: Chaos und Kosmos, Natur und Mensch sind nur als Prozess zu denken und zu beschreiben. Im Sinne dieser schöpfungsbedingten Notwendigkeit des ste¬ten Neubeginns hat Dürrenmatt nie seine Lust am Erzählen und seinen Sinn für die Komödie verloren. Gerade deswegen wird er in einer „Welt, die am Zusammenpacken ist wie die un¬srige“, von Lesern und Regisseuren, Autoren und Wissenschaftlern wieder entdeckt.

Prof. Dr. Martin Stingelin,
Institut für deutsche Sprache und Literatur, Universität Dortmund
Dr. Rüdiger Sareika, Evangelische Akademie Villigst


Freitag, 28. November 2008
17.00 Uhr
Anreise, Anmeldung am Empfang

18.00 Uhr
Abendessen

19.00 Uhr
Begrüßung und Einführung
Prof. Dr. Martin Stingelin, Universität Dortmund
Dr. Rüdiger Sareika, Evangelische Akademie Villigst

Friedrich Dürrenmatt oder Von der Lust, die Welt nochmals zu erdenken
Dr. Ulrich Weber, Dürrenmatt-Zentrum Neuchâtel

21.30 Uhr
Treffpunkt: Cafeteria im Schlösschen


Samstag, 29. November 2008
8.15 Uhr
Frühstück

9.00 Uhr
„Der Besuch der alten Dame“ und „Mondfinsternis“: Die Verflüssigung des Werks beim Schreiben
Dr. Ulrich Weber, Neuchâtel

10.30 Uhr
Stehkaffee

11.00 Uhr
Forum I - Kurzvorträge
Geschichte(n) - zu Ende gedacht.
Literatur, Mathematik und Naturwissenschaft in der Dramaturgie Friedrich Dürrenmatts
Prof. Dr. Karl Richter, Saarbrücken

Friedrich Dürrenmatt und das böse Geld
Dr. Lutz Tantow, Braunschweig

Wahrheit und Variation. Prozessualität in Dürrenmatts Stoff „Die Brücke“
Tobias Lachmann, Universität Dortmund

12.30 Uhr
Mittagessen

14.30 Uhr
Kaffeetrinken

14.45 Uhr
Forum II – Werkstattgespräche zu den o.g. Kurzvorträgen
Prof. Dr. Karl Richter, Saarbrücken
Dr. Lutz Tantow, Braunschweig
Tobias Lachmann, Universität Dortmund

16.00 Uhr
Kaffeetrinken

16.30 Uhr Die Menge ist „das Böse“
Zur Figur des Einzelnen bei Kierkegaard und Dürrenmatt
Dr. Annette Mingels, Zürich *)

18.00 Uhr
Abendessen

19.30 Uhr
Autorenlesung
Keine Wahrheit. Nirgends. Von Matrosen, Romantikern und anderen Subjekten
Annette Mingels, Zürich *)

21.00 Uhr
Treffpunkt: Cafeteria im Schlösschen


Sonntag, 30. November 2008
8.00 Uhr
Andacht in der Kapelle

8.15 Uhr
Frühstück

9.00 Uhr
Die Evolution von und in Dürrenmatts letztem Stoff: „Das Hirn“ Radikalisierter Konstruktivismus oder moralistischer Traktat?
Prof. Dr. Martin Stingelin, Universität Dortmund

10.30 Uhr
Stehkaffee

11.00 Uhr
Abschlussdiskussion mit den ReferentInnen der Tagung

12.30 Uhr
Mittagessen, anschließend Abreise

*) Annette Mingels hat ihre Dissertation über Dürrenmatt und Kierkegaard geschrieben. In ihrem eigenen schriftstellerischen Werk finden sich immer wieder Querbezüge zu diesem Themenkomplex. In der FAZ ist sie mit regelmäßigen Kolumnen vertreten. Weitere Informationen zur Autorin und zu den Referenten finden Sie im Veranstaltungskalender auf unserer Homepage unter
http://www.kircheundgesellschaft.de/akademie

Organisatorisches:

Tagungsleitung:
Dr. Rüdiger Sareika, Schwerte
Anmeldung:
Gabriele Huckenbeck 02304 / 755-324
Fax: 02304 / 755-318
e-mail: u.pietsch@kircheundgesellschaft.de

Tagungskosten:
Einzelzimmer m. Vollpension: 97,00 € / erm. 56,00 €
Doppelzimmer m. Vollpension: 82,00 € / erm. 41,00 €
ohne Übernachtung / Frühstück: 56,00 € / erm. 28,00 €
zuzüglich Tagungsgebühr: 50,00 € / erm. 25,00 €
Wir bitten, die Tagungskosten bei Ankunft zu begleichen. Sie können mit
EC-Karte und Geheimzahl bezahlen.
Die ermäßigten Preise gelten für SozialhilfeempfängerInnen, Arbeitslose,
Wehr- und Zivildienstleistende sowie für SchülerInnen, StudentInnen und
Auszubildende bis zum Alter von 35 Jahren. Eine Ermäßigung kann nur bei
Teilnahme an der gesamten Tagung gegen Vorlage einer entsprechenden
Bescheinigung gewährt werden.

Anmeldung:
Bitte melden Sie sich frühzeitig an. Sie erhalten eine
Anmeldebestätigung mit Anfahrtsbeschreibung. Ihre Anmeldung bindet auch Sie. Wenn Sie sich später als 1 Woche vor Tagungsbeginn abmelden, müssen wir eine Ausfallgebühr in Höhe von 50% der Kosten berechnen. Wenn Sie sich erst am Tag des Tagungsbeginns oder später abmelden, werden Ihnen die vollen Kosten in Rechnung gestellt. Vormittags sind alle Sekretariate erreichbar. Einige Büros sind nachmittags nicht mehr besetzt. Sie können in diesem Fall die Nummer 02304/755-325 anrufen. Außerhalb der üblichen Bürozeiten sind die Büros nicht besetzt.

Tagungsort:
Ev. Tagungsstätte Haus Villigst, Iserlohner Str. 25,
58239 Schwerte, Tel. 02304/755-0, Fax 02304/755-249
Mehr Infos unter
http://www.kircheundgesellschaft.de/akademie

Dr. Rüdiger Sareika
Studienleiter. Beauftragter für
Kunst und Kultur der Ev. Kirche von Westfalen

Institut für Kirche und Gesellschaft
Ev. Akademie Villigst
Iserlohner Str. 25
58239 Schwerte
Tel.: 02304/755-323
Fax: 02304/755-318
http://www.kircheundgesellschaft.de

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortSchwerte
Beginn28.11.2008
Ende30.11.2008
PersonName: Sareika, Rüdiger [Dr.] 
Funktion: Ansprechpartner 
E-Mail: r.sareika@kircheundgesellschaft.de 
KontaktdatenName/Institution: Ev. Akademie Villigst, Institut für Kirche und Gesellschaft 
Strasse/Postfach: Iserlohner Str. 25 
Postleitzahl: 58239  
Stadt: Schwerte 
Telefon: +49(0)2304/755-323 
Fax: +49(0)2304/755-318 
Internetadresse: http://www.kircheundgesellschaft.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteratur nach 1945
Klassifikation18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.14.00 Zu einzelnen Autoren
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