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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Glück paradox. Literatur-, kultur- und medientheoretische Lektüren"
RessourcentypCall for Papers
TitelGlück paradox. Literatur-, kultur- und medientheoretische Lektüren
BeschreibungCall for Papers

Glück paradox.
Literatur-, kultur- und medientheoretische Lektüren (Sammelband)

Die geplante Sammlung von Aufsätzen wird das Glück literarisch und medial dort suchen, wo es nicht zu erwarten wäre. Der Glücksforschung, die seit den 90er Jahren multidisziplinär vorangetrieben wird, sowie der kulturellen Präsenz des Themas soll eine vertiefende Perspektive angeboten werden, die sich aus theoretischen Fragen und Zugängen der Literatur- bzw. Medienwissenschaft ergibt. Von daher entzieht sich jenes Vorhaben ebenso dem Verdacht banaler Populärkultur wie den Absichten der Kritischen Theorie. Bei den vorgeschlagenen Aspekten handelt es sich zudem nicht um allgemeine philosophische Paradoxien, wie sie auch Lebensratgeber diskutieren, sondern vor allem um Inversionen und Dekonstruktionen der literaturwissenschaftlichen Reflexion des Problems.

Folgende Abteilungen des Bandes sind entworfen:

1) Glück im Unsinn
verkehrt die Sinn-Erwartung der überlieferten Vorstellungen von Idylle und Utopie, statt erfüllte Bedeutung nun Poesie und Performanz, lyrische oder dramatische Beispiele

2) glückliches Denken
liest gegen die Dominanz des Sinnlichen (z.B. Rausch), zielt auf die reflektierte, vorgeführte Selbstgenügsamkeit des Denkens, auch philosophische oder theoretische Beispiele

3) (De-)Konstruktionen des Happy Ends
untersucht die Unentscheidbarkeit von zeitlicher Ordnung und Zeitlosigkeit, setzt Konstruktion und Dekonstruktion glücklicher Erzählschlüsse in Beziehung, spürt das Glück in der Katastrophe auf

4) beredtes Glück – seliges Schweigen
hinterfragt die These von der Undarstellbarkeit/Unaussprechlichkeit des glücklichen Zustands, demonstriert die Spannung der beiden Pole am Text-oder Bildmedium

5) subjektives – subjektloses Glück
bearbeitet die postmoderne Überzeugung, nur das Individuum, nicht mehr das Kollektiv könne Wunschlosigkeit erreichen bzw. empfinden, thematisiert die Uneinholbarkeit des Glücksbewusstseins sowie die Phantasie vom Verschwinden des Subjekts

6) Glück als Medienvergessenheit
befasst sich mit dem Reflexionsdefizit medialer Glückserfahrung, zeigt den Unterschied zum ausschließlich lustbetonten Konsum, z.B. in einer differenztheoretischen Figur, die Medienbewusstsein und Glück als ästhetische Erfahrung vermittelt

Übergreifend zielt der Band darauf, in den vermeintlich differenzlosen Zustand des Glücks durch Theorie Differenzen einzuführen. In dieser Hinsicht sei eine weitere unkonventionelle Behauptung aufgestellt: Gegen die herrschende Ansicht vom „unliterarischen“ Gegenstand kann man sagen, dass nur in Literatur und Medien, genauer gesagt in deren theoretischer Rezeption die Paradoxien des Glücks entfaltet werden können.
Zu den genannten Abteilungen sind alle Beiträge willkommen, die an frei gewählten Text- oder Medienbeispielen theoretische Lektüren durchführen möchten, einzelne Aufsätze können rein theoretisch angelegt sein. Zu 3) "(De-)Konstruktionen des Happy Ends" wurden bereits filmorientierte Lektüren gemeldet. Obwohl das Konzept nicht literarhistorisch angelegt ist, kann es als problemgeschichtlicher Aufriss zur Moderne ab 1800 gelesen werden, unterliegt also trotz der methodisch eingesetzten Theorien keiner Beschränkung auf die Postmoderne.

Erste Rückmeldungen mit Angaben zur Abteilung des vorgeschlagenen Beitrags werden ab sofort entgegengenommen; Kurzexposés (200-500 Wörter)können bis einschließlich 22. Dezember 2008 eingereicht werden; die Aufsatztexte sollten bis 1. Mai 2009 vorliegen.
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
Bewerbungsschluss22.12.2008
Anmeldeschluss22.12.2008
PersonName: Gerigk, Anja [Dr.] 
Funktion: Herausgeberin 
E-Mail: anjagerigk@gmx.de 
KontaktdatenName/Institution: Ludwig-Maximilians-Universität München, Institut für Deutsche Philologie 
Strasse/Postfach: Schellingstr. 3, RG 
Postleitzahl: 80799  
Stadt: München 
E-Mail: anja.gerigk@germanistik.uni-muenchen.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteraturtheorie: Themen
Klassifikation00.00.00 ohne thematische Zuordnung
Ediert von  H-Germanistik
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