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Ergebnisanzeige "ich bin niht niuwe? Neuerung als paradoxer Effekt ihrer Infragestellung im mittelalterlichen Liebesdiskurs"
RessourcentypWeitere Forschungsvorhaben
Titelich bin niht niuwe? Neuerung als paradoxer Effekt ihrer Infragestellung im mittelalterlichen Liebesdiskurs
Beschreibung"Ziel des Teilprojekts ist die Rekonstruktion variabler ‚alt’­‚neu’­Relationen, wie sie im hoch- und spätmittelalterlichen Liebesdiskurs in komplexer Verschränkung auftreten und über implizite (allusive, metaphorische, ironische, klangrhetorisch­performative) wie explizite (argumentative, selbstreflexive) Formen der Diskursivierung des Neuen auch auf andere Text­, Gattungs­ und Wissenstraditionen ausstrahlen. Angestrebt ist daher ein komparatistisch orientierter Ansatz, der das für die mittelalterliche Epik bereits reich traktierte Forschungsfeld der ‚Retextualisierung’ auf die Lyrik – ihre spezifischen medialen, poetologischen und performativen Bedingungen – überträgt und modifiziert.

Fokussiert auf ambivalente Prozesse minnelyrischer Diskursivierungen des Neuen, erarbeitet das Projekt ein historisch und systematisch signifikantes Textcorpus, das, mit zwei synchronen Schnitten präpariert, komplementär bearbeitet werden soll: Der eine Untersuchungsbereich gilt im Kern Walther von der Vogelweide im Kontext deutsch-lateinischer Interferenzen (‚Walther im Kontext’), der andere zweisprachigen Autoren, volkssprachig­lateinischen Mischmilieus und mehrsprachigen Sammelhandschriften (‚Novation und Mehrsprachigkeit im späten Minnesang’). Mit der einerseits mehr autorbezogenen, anderseits mehr überlieferungsbezogenen Argumentation soll eine methodisch möglichst breite Basis erreicht werden. Voraussetzung für die Klärung der Dynamiken liebeslyrischer Novation im Mittelalter ist in diesem Sinn eine enge Zusammenführung von überlieferungsbezogener, textpoetologischer und textpragmatischer Argumentation, die die Ebene der Vergleichbarkeit garantieren und differenzierte Kriterien für die Interpretation gattungstransformierender Sprach­ und Diskursinterferenzen bereitstellen soll.

Das Teilprojekt versteht sich als Vorstoß zu einer historisch prägnanten Poetik und Pragmatik liebeslyrischer Novation im Mittelalter. Auf der Basis paradigmatischer Textreihen soll eine genuin lyrische Poetik des niuwen entworfen werden, vor dem Hintergrund je verschieden (asynchron oder asymmetrisch) reflektierter Formsemantiken, Gattungstraditionen und Wissensdiskurse. Dieses Spannungsfeld liegt, so eine Hypothese des Projekts, für das semantisch und epistemisch hochgradig integrative Minnethema besonders nahe, weswegen die Novationsansprüche der Texte sich zwischen sehr heterogenen Interferenzbereichen bewegen: Diskursinterferenzen (weltlich­geistlich, antik-höfisch­christlich), Gattungsinterferenzen (im Übergang zum Epischen), medialen (mündlich-schriftlich) und kultursprachlichen Interferenzen (volkssprachlich, lateinisch).

Besonderen Aufschluß versprechen dabei performativ selbstwidersprüchliche Prozesse, in denen Novation ausdrücklich in Frage gestellt und doch produziert (oder umgekehrt: programmatisch beschworen und unterlaufen) wird."
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters/Redaktion Germanistik im Netz
Internetadressehttp://www.for2305.fu-berlin.de/teilprojekte/tp01/index.html
PersonName: Köbele, Susanne [Prof. Dr.] 
Funktion: Projektleiterin 
KontaktdatenName/Institution: Universität Zürich / ... / Deutsches Seminar 
Strasse/Postfach: Schönberggasse 9, Raum SOD 2015 
Postleitzahl: CH-8001  
Stadt: Zürich 
Telefon: +41 44 634 2564 
LandSchweiz
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeMotiv- u. Stoffgeschichte
Zusätzliches SuchwortLiebesdiskurs
Klassifikation06.00.00 Mittelalter > 06.08.00 Stoffe. Motive. Themen
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
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