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Ergebnisanzeige "Bayern und der europäische Späthumanismus. Kolloquium zum 400. Todestag von Justus Lipsius"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelBayern und der europäische Späthumanismus. Kolloquium zum 400. Todestag von Justus Lipsius
BeschreibungKommission für bayerische Landesgeschichte bei der
Bayerischen Akademie der Wissenschaften
und
Institut für bayerische Geschichte an der LMU München, München
06.10.2006, Ludwigstr. 14

Bayern und der europäische Späthumanismus.
Kolloquium zum 400. Todestag von Justus Lipsius

Als Justus Lipsius, das Haupt des europäischen Späthumanismus, am 23.
März 1606 in Löwen im heutigen Belgien starb, verlor die Res publica
litteraria einen herausragenden Philologen und Philosophen, dessen
Neostoizismus das Denken der Zeit nachhaltig beeinflusst hatte.

Wie in ganz Europa, so nahm man auch in Augsburg vom Ableben des
„Meistergelehrten“ Kenntnis. So bekundete der Jesuit Matthäus Rader,
ein herausragender Altphilologe und Byzantinist, in einem Schreiben an
den Augsburger Stadtpfleger Marcus Welser seine Anteilnahme, brachte
aber zugleich auch seine Distanz zum Ausdruck: „amavi Iustum viuum,
colam mortuum ... praedicabo eruditionem, sequor tamen in stilo
Ciceronem ...“ – „ich habe Iustus zu seinen Lebzeiten geschätzt, ich
werde ihn nach seinem Tod verehren ... ich werde seine Bildung preisen,
dennoch halte ich mich in meinem Stil an Cicero ...“.

War diese distanzierte Haltung typisch für die Rezeption des
Späthumanismus in Süddeutschland, das in diesem Zusammenhang nicht nur
das Herzogtum Bayern, sondern auch Territorien wie die Reichsstadt
Augsburg und das Hochstift Würzburg sowie das Erzstift Salzburg umfasst?

Die Kommission für bayerische Landesgeschichte nimmt zusammen mit dem
Institut für Bayerische Geschichte der Universität München den 400.
Todestag des Justus Lipsius zum Anlass, um mit einer Tagung am 6.
Oktober 2006 den Platz Bayerns in der europäischen Gelehrtenwelt um 1600
zu erhellen und den umstrittenen Epochenbegriff „Späthumanismus“ am
Fallbeispiel Bayern einer kritischen Würdigung zu unterziehen.

Elf Historiker, Literaturwissenschaftler und Kunsthistoriker gehen in
drei Sektionen der Vernetzung Bayerns im Kommunikationsgefüge des
europäischen Späthumanismus, den vornehmlich klerikalen Trägern vor Ort
und der komplexen Beziehung zwischen Späthumanismus und Politik nach.
Ein öffentlicher Abendvortrag über die Wissenssicherung in dieser Epoche
beschließt das Kolloqium, dessen Beiträge in einem Beiheft der
Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte zeitnah erscheinen werden.


Bavaria and the European Late Humanism.
A conference to commemorate the 400th Anniversary of Justus Lipsius

(6. October 2006, Munich)


When Justus Lipsius, the head of European Late Humanism, died in Louvain
on the 23th of March 1606, the Res publica litteraria lost an
outstanding philologist and philosopher, whose neostoicism had
significantly influenced the thinking of his time.
In the Imperial City of Augsburg the death of the „master scholar“ was
also felt as a great loss. So the Jesuit Matthäus Rader (1561-1634), an
excellent Classics scholar, articulated his grief in a letter to the
Stadtpfleger Marcus Welser (1558-1614), but distanced himself at the
same time from Lipsius:
„amavi Iustum viuum, colam mortuum .... praedicabo eruditionem, sequor
tamen in stilo Ciceronem ...“ - „I esteemed Iustus during his lifetime,
I will revere him in death ... I will praise his erudition, but in
matters of style, I will follow Cicero.“

Was this distance typical for the reception of Late Humanism in southern
Germany, which means in this context not only the Dukedom of Bavaria,
but also the neighbouring territories such as Augsburg and the
Prince-bishoprics of Würzburg and Salzburg?
The Committee for Bavarian History at the Bavarian Academy of Sciences
and Humanities (Munich) honours the 400th anniversary of the death of
Justus Lipsius with a conference to be held on 6th October 2006 in the
Institute for Bavarian History (University of Munich), Ludwigstr. 14,
80539 München.
The focus of this event will be the place of Bavaria in the world of
European scholarship around 1600 and the critical discussion of the term
“Late Humanism“.
Eleven historians and historians of literature and art from Germany and
Italy will analyse in three sections the place of Bavaria in the
communication system of European Late Humanism, the clerical mediators
of Late Humanism in Bavaria and the complex relationship between Late
Humanism and politics. The conference will end with an evening lecture
on the methods of securing knowledge in Late Humanism.
The lectures will be published in an special edition of the Zeitschrift
für bayerische Landesgeschichte.

Direction: Prof. Dr. Alois Schmid, Committee for Bavarian History at the
Bavarian Academy of Sciences and Humanities, Alfons-Goppel-Str. 11,
D-80539 Munich
Contact: Dr. R. Gabriele Greindl, Committee for Bavarian History, Phone:
(49)089-23031-1174, e-mail: Greindl@kbl.badw.de

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Freitag, 6. Oktober 2006

8.30 Prof. Dr. Ferdinand Kramer – Prof. Dr. Alois Schmid
Eröffnung
Grußworte

I. Bayern im Kommunikationsgefüge des Späthumanismus

9.00 Prof. Dr. Alois Schmid, München
Bayern im Netzwerk der europäischen Res publica litteraria um
1600

9.30 Dr. Magnus U. Ferber, Bonn
Die Korrespondenz des Marcus Welser

10.00 Diskussion
10.30 Kaffeepause

10.45 Dr. Helmut Gier, Augsburg
Die späthumanistische Verlagslandschaft:
Augsburg, München, Tierhaupten, Dillingen und Ingolstadt

11.45 Diskussion
anschließend Mittagspause bis 13.30


II. Der Späthumanismus und seine Träger

13.30 Dr. Rita Haub, München
Die Gesellschaft Jesu und das bayerische Bildungssystem im
Späthumanismus

14.00 Prof. DDr. P. Ulrich Faust, Ottobeuren
Ottobeuren und die Gründung der Benediktineruniversität
Salzburg

14.30 Diskussion
15.00 Kaffeepause



III. Der Späthumanismus und die Politik

15.15 Dr. R. Gabriele Greindl, München
Zur Visualisierung der Staatsideologie Kurfürst Maximilians
I.: Die Fassade der Münchner Residenz

15.45 Stefan W. Römmelt, Würzburg/München
Die Panegyrik und der Späthumanismus

16.15 Prof. Dr. Lucia Longo, Trento/München
Baldassare Pistorini als Panegyriker am bayerischen Hof

16.45 Diskussion
17.15 Pause

17.30 Dr. Eric O. Mader, München/Saarbrücken
Prudentia-Konzepte und ihre Umsetzung

18.00 Prof. Dr. Wolfgang E. J. Weber, Augsburg
Lipsius und das Politikverständnis seiner Zeit

18.30 Diskussion
19.00 Abendessen


IV. Öffentlicher Abendvortrag

20.00 Prof. Dr. Helmut Zedelmaier, München
Wissenssicherung im Späthumanismus

20.45 Abschlußdiskussion




Veranstalter: Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der
Bayerischen Akademie der Wissenschaften und Institut für Bayerische
Geschichte, München

Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Alois Schmid, München

Ansprechpartnerin: Dr. Gabriele Greindl, Kommission für bayerische
Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften,
Alfons-Goppel-Str. 11, 80539 München, Tel.: 089/23031-1174, Mail:
Greindl@kbl.badw.de

Termin: Freitag, den 6. Oktober 2006

Ort: Institut für Bayerische Geschichte, Ludwig-Maximilians-Universität,
Ludwigstr. 14, 80539 München

Die Publikation der Referate wird zeitnah als Beiheft zur Zeitschrift
für bayerische Landesgeschichte erfolgen.

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Ansprechpartnerin: Dr. R. Gabriele Greindl, Kommission für bayerische
Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften,
Alfons-Goppel-Str. 11, 80539 München, Tel.: 089/23031-1174, Mail:
Greindl@kbl.badw.de

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URL zur Zitation dieses Beitrages
http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=5709


Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortMünchen
Beginn06.10.2006
Ende06.10.2006
PersonName: Greindl, R. Gabriele [Dr.] 
Funktion: Ansprechpartnerin 
E-Mail: Greindl@kbl.badw.de 
KontaktdatenName/Institution: Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften 
Strasse/Postfach: Alfons-Goppel-Str. 11 
Postleitzahl: 80539 
Stadt: München 
Telefon: +49 (0)89 23031-1174 
E-Mail: Greindl@kbl.badw.de 
Internetadresse: http://www.kbl.badw-muenchen.de/ 
LandDeutschland
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