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Ergebnisanzeige "Konstruierte Authentizität. Fiktionale Interviews in Literatur und anderen Medien Panel (NeMLA 2017, 23.-26. März 2017, Baltimore/USA)"
RessourcentypCall for Papers
TitelKonstruierte Authentizität. Fiktionale Interviews in Literatur und anderen Medien Panel (NeMLA 2017, 23.-26. März 2017, Baltimore/USA)
Beschreibung---------------------------------------------------------------------------------
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Konstruierte Authentizität. Fiktionale Interviews in Literatur und anderen Medien
Panel NeMLA 2017, 23.-26. März, Baltimore/USA

Interviews werden in der Regel als faktuale Texte rezipiert. In der Literaturwissenschaft hat man sie lange – wenn überhaupt – als Paratexte verhandelt, die den eigentlichen literarischen Text umgeben und erklären. Doch seit der Erfindung des journalistischen Interviews im 19. Jahrhundert wird es auch als fiktionale Erzählform genutzt, und zwar innerhalb wie außerhalb literarischer Texte. Julius Stettenheim veröffentlicht schon in den 1870er Jahren ausgedachte Zeitschrifteninterviews mit Bismarck, Richard Wagner und anderen, darunter auch fiktive Figuren. Hier wie in den Fake-Fernseh-Interviews, die Alexander Kluge seit einigen Jahren mit Helge Schneider und Peter Berling führt, entsteht die Komik aus dem Authentizitätsversprechen des Interviews, das es auch in offensichtlich fiktionalen Kontexten beibehält. Und selbst in aktuellen Interviewhandbüchern für Journalisten kann man nachlesen, dass das gedruckte Interview weniger authentisch als attraktiv sein müsse (was in seiner radikalsten Umsetzung, den gefälschten Interviews Tom Kummers, zum Skandal geführt hat). In literarischen Texten werden Interviews seit Mitte des 20. Jahrhunderts vermehrt als neue Spielform des Erzählens eingesetzt – wobei die Fiktionalität offengelegt (u.a. in Wolf Haas’ ‚Das Wetter vor 15 Jahren‘ oder in John von Düffels ‚KL‘), verschleiert (so bei Wolfgang Herrndorfs ‚Die Rosenbaum-Doktrin‘) oder in der Schwebe gehalten werden kann (etwa im Fall von Kathrin Rögglas ‚wir schlafen nicht‘). Einen Sonderfall stellen Interviews in Faktualität suggerierenden Romanen (etwa von Thomas Meinecke) dar. Darüber hinaus werden Interviews als Grundlage von Theaterstücken (u.a. bei Angela Richter) oder Filmen genutzt. Im Kontext eines immer kreativer operierenden Literaturbetriebs wird das fiktionale Interview zudem als Werbemaßnahme eingesetzt, wenn etwa der Fischer-Verlag ein Interview von Felicitas Hoppe mit ihrem Romandouble ‚fh‘ auf seine Homepage setzt.

Anschließend an die jüngste literaturwissenschaftliche Interviewforschung, die sich zunehmend für die Literarizität von Interviews interessiert, sollen in diesem Panel Textstrategien und Funktionen fiktionaler Interviews in Texten und anderen Medien analysiert und verglichen werden. Es sind deutsch- und englischsprachige Beiträge willkommen. Eine Übernahme von Reisekosten ist leider nicht möglich.

Abstracts (von 300 Wörtern) sind bis zum 30.9.2016 über diesen Link einzureichen: https://www.cfplist.com/nemla/Home/S/16240.

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Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttps://networks.h-net.org/node/79435/discussions/133099/cfp-fictional...
Anmeldeschluss30.09.2016
PersonName: Hoffmann, Torsten 
Funktion: Ansprechpartner 
E-Mail: t.hoffmann@lingua.uni-frankfurt.de 
LandDeutschland
SchlüsselbegriffeLiteratur nach 1945; Medien- u. Kommunikationstheorie; Motiv- u. Stoffgeschichte
Klassifikation19.00.00 1990 bis zur Gegenwart > 19.08.00 Gattungen und Formen > 19.08.05 Weitere Formen
Ediert von  UB-Frankfurt
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