VIRTUELLE FACHBIBLIOTHEK GERMANISTIK Germanistik im Netz Logo

Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Irrwege. Zur Ästhetik und Hermeneutik des Fehlgehens"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelIrrwege. Zur Ästhetik und Hermeneutik des Fehlgehens
BeschreibungIrrwege. Zur Ästhetik und Hermeneutik des Fehlgehens
Eie Tagung der Forschergruppe 'Ästhetische Bewegungsmuster'

Mainz, 6.-8. 10. 2008
Philosophicum, Alter Fakultätssaal

Von der 'Odyssee' bis zum 'Ulysses' und darüber bildet die Erfahrung, vom Weg abzukommen, die Orientierung zu verlieren, einen der grundlegenden, immer wieder aufgenommenen und variierten Gegenstände des Erzählens. Der Irrweg gibt dabei nicht allein ein abenteuerliches Thema, sondern vor allem auch ein narratives Strukturmodell an die Hand: Indem er sich als Komplikation zwischen Anfang und Ende, Ausgangs- und Zielpunkt schiebt, öffnet er jenen Raum, in dem sich das Erzählen erst entfalten kann. Vor diesem Hintergrund möchte die Tagung den Irrweg als ein elementares artistisches Bewegungsmuster in den Blick nehmen, als ein traditionsreiches Modell, über das ästhetische Gebilde die ihnen eigene Prozeßhaftigkeit organisieren. Allem Anschein nach unterhält der Irrweg als eine arabeske, nach den Maßstäben strenger Zweckmäßigkeit ‘überflüssige’ Raumfigur eine grundsätzliche Affinität zur Sphäre der Kunst. Als Prototyp einer freien, nicht gegängelten Bewegung, als ‘holdes Irren’ (Goethe) rückt er etwa in eine eigenwillige Nähe zum Begriff der Anmut; die Surrealisten wiederum erheben es zu einem ihrer vornehmsten Programmpunkte, sich „die Irrtümer meiner Finger die Irrtümer meiner Augen nicht mehr [zu] versagen“ (Louis Aragon). Die Tagung möchte somit – an einem Schnittpunkt von Epistemologie und Ästhetik – nicht zuletzt der Frage nachgehen, wie es um die (artistischen, narrativen, erkenntnistheoretischen) Potentiale des Irrens bestellt ist respektive inwieweit sich Irrweg und ‘rechter Weg’ auf den Spielfeldern der Kunst aneinander relativieren.


Montag, den 6. 10. 2008

12:00-12:45
Einführung

12:45-14:45
Mittagspause

14:45-15:30
Jochen Althoff (Mainz): Odysseus polytropos

15:30-16:15
Maren Jäger (Mainz): „... this huge labyrinth which is Ulysses“. Der Text als 'maze', die Irrfelsen-Episode im 'Ulysses' und das Problem narrativer Simultaneität

16:15-16:45
Kaffepause

16:45-17:30
Matthias Däumer (Mainz): Irren ist unmöglich. Räume und Rahmen in der zweiten Fortsetzung von Chrétiens 'Conte du Graal'

17:30-18:15
Christiane Witthöft (Göttingen): Der Weg in die Irre. Lancelots Wahnsinn

18:15-18:30
Kaffepause

18:30-19:15
Uta Störmer-Caysa (Mainz): Warum die Boten in der 'Kudrun' nicht wissen, wohin sie sollen


Dienstag, den 7. 10. 2008

9:00-9:45
Hanno Rüther (Münster): Der Held am Ziel oder der Weg aus der Irre. Beobachtungen zum
mittelhochdeutschen Artusroman

9:45-10:30
Franziska Hammer (Berlin): Das Spiel mit dem Irrweg. Poetologische Strategien in Gottfrieds 'Tristan'

10:30-11:00
Kaffepause

11:00-11:45
Björn Harms (Freiburg): Der irrende Autor. Dietrichs langer Weg zu Virginal

11:45-12:30
Astrid Lembke (Frankfurt): Übertretung und Verirrung. Folgen des Regelbruchs in jüdischen Erzählungen des Mittelalters.

12:30-12:45
Kaffepause

12:45-13:30
Anette Volfing (Oxford): Scrutemurque vias nostras: Irrwege, Abwege und Umwege in der Mystik

13:30-15:30
Mittagessen

ab 16:00
Führung durch die Mainzer Katakomben


Mittwoch, den 8. 10. 2008

9:00-9:45
Marco Lehmann (Mainz): Irren mit Goethe. Zielvorgaben und Fehlbewegungen im ‛Bildungsroman’

9:45-10:30
Markus Häfner (Mainz): Inverse Wegweiser. 'Lyrisches' Erzählen in Achim von Arnims 'Laura'

10:30-11:00
Pause

11:00-11:45
Jan Gerstner (Mainz): „Schriftsteller nennen es meist 'studieren', wie sie einer Stadt sich nähern.“ Walter Benjamins Poetik und Epistemologie der Stadt

11:45-12:30
Maren Lickhardt (Mainz): Klaus Manns 'Flucht in den Norden' – Entscheidungsweg zwischen Ästhetik und Ethik

12:30-12:45
Kaffeepause

12:45-13:30
Christine Waldschmidt (Mainz): Irrwege als Wege des Erzählens bei Ingeborg Bachmann und Ilse Aichinger

13:30-15:30
Mittagspause

15:30-16:15
Christian Riedel (Mainz): „Sowieso verlauf ich mich gern!“ - Gehen, Fehl-Gehen und Umwege als strukturgebendes Element bei Peter Kurzeck

16:15-17:00
Nicole Thiemer (Mainz): Methodische Irrwege und die vergessene Phronesis. Zu Gadamers Wiederbelebung des praktischen Wissens für die Hermeneutik

17:00-17:15
Kaffepause

17:15-18:00
Andreas Rauscher (Mainz): Digitale Dungeons und Story-Labyrinthe: Spielerische Irrwege in PC-Adventures und Rollenspielen

18:00-18:45
Schlußdiskussion


Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Organisation:
Matthias Däumer
Marco Lehmann
Maren Lickhardt
Christian Riedel
Kerstin Rüther
Uta Störmer-Caysa
Christine Waldschmidt

Kontakt:
ruether@uni-mainz.de

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortMainz
Beginn06.10.2008
Ende08.10.2008
PersonName: Kerstin Rüther 
Funktion: Kontakt 
E-Mail: ruether@uni-mainz.de  
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeHistorische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte); Literatur- u. Kulturgeschichte; Literaturtheorie: Themen
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.06.00 Literaturtheorie; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.12.00 Interpretation. Hermeneutik
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/5466

© Virtuelle Fachbibliothek Germanistik | Letzte Änderung 01.10.2008 | Impressum | Intern