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Ergebnisanzeige "Kritische Ausgabe Nr. 30 (2016): Freundschaft"
RessourcentypInhalte von Fachzeitschriften
TitelKritische Ausgabe Nr. 30 (2016): Freundschaft
Beschreibung
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Kritische Ausgabe - Zeitschrift für Germanistik & Literatur

Heft Nr. 30 (2016)
Themenschwerpunkt: Freundschaft

Freunde können vieles sein: Brieffreunde, Blutsbrüder, Seelenverwandte, Mentoren und Lebensretter. Denkt man an Wortneuschöpfungen wie ›Freundschaft plus‹ werden sie sogar zu exklusiven Sexualpartnern. Freundschaft beginnt immer dort, so formuliert es Georg Simmel in seiner Soziologie der Freundschaft, wo sich zwei Menschen begegnen, voneinander wissen und in die Sphäre des anderen eindringen. Sie beruht dabei nicht nur auf Freiwilligkeit. Wer Freundschaften pflegt, weiß, es sind gerade die unterschiedlichen Formen des Austauschs, die die zwischenmenschliche Beziehung auszeichnen. In der Gegenwart wird dies besonders bewusst, wenn man aufgrund von wachsender digitaler Kommunikation an die unterschiedlichen Möglichkeiten von Freundschaften denkt. Gerade die neuen sozialen Medien und die Verlagerung der Gespräche in neue Räume haben in der Vergangenheit die gesellschaftliche Auseinandersetzung über das Thema Freundschaft angeregt. Angesichts der Nutzung neuer technischer Möglichkeiten der Kontaktaufnahme und Solidarisierung wurde in diesem Zusammenhang weniger an die positiven Momente erinnert. Vielmehr wurde immer wieder in das Klagelied eingestimmt, dass nicht nur ein Wandel im Verständnis von Freundschaft, sondern sogar eine Krise zu beobachten ist. Doch ist dem wirklich so? Oder verhält es sich nicht eigentlich anders und Freundschaft ist in Zeiten, in denen der familiäre Zusammenhalt – auch über Generationen hinweg – oft brüchig erscheint, gar ein alternatives Lebensmodell mit prächtiger Vergangenheit und ebenso rosiger Zukunft?

Im vorliegenden Heft versammelt die Kritische Ausgabe zahlreiche Beiträge, die sich dem Thema Freundschaft mit Blick auf die Literatur und das literarische Leben wissenschaftlich, aber auch essayistisch nähern. Die Zeitspanne, die sie dabei erfassen, reicht vom Spätmittelalter bis in die Gegenwart. Illustriert wird das Heft durch Fotografien zum Begriffsfeld »Freundschaft«, die Studierende des Instituts für Kunsterziehung, Bildende Kunst und Ästhetische Erziehung der Universität Regensburg eigens für diese Ausgabe angefertigt haben. Auch sie geben einen Eindruck vom Facettenreichtum, der in der Auseinandersetzung nicht nur mit zwischenmenschlichen Beziehungen deutlich wird und sich gleichsam wie ein roter Faden durch das gesamte Heft zieht. Neben den Texten tragen so auch die Bilder dazu bei, dass aus die 30. Kritische Ausgabe ein Magazin ganz im Zeichen der Freundschaft geworden ist.

(Aus dem Editorial)

INHALT
Thema
Caroline Frank (Saarbrücken)
Vom Ich zum Du – und wieder zurück. Die Beziehung zwischen Freundschaft und Identitätsbildung im deutschsprachigen Adoleszenzroman der Gegenwart

Antje Graf (Dresden)
Figur der Freundschaft. Sebastian Lukasser als textüberschreitendes Phänomen im Werk Michael Köhlmeiers

Izabela Rakar (Oxford | Berlin)
»verbrei / terte breitn-/wirkun’?« Thomas Kling in Freundschaftskonstellationen

Milena Niesen (Bonn | St Andrews)
Hommage an eine Riesin. Virginia Woolfs Friendships Gallery als heimliches Manifest weiblicher Solidarität

Erkan Osmanovic (Wien | Brno)
Die Vermessung einer Freundschaft. Thomas Glavinic und Daniel Kehlmann

Friederike von Schwerin-High (Claremont, CA)
Der beste Freund als Biograf. Thomas Manns Doktor Faustus und Christa Wolfs Nachdenken über Christa T.

Anne D. Peiter (Saint-Denis)
»Mir geht es immer gut.« Frauenfreundschaften im Pflanzenzuchtkommando des Auschwitzer Nebenlagers Rajsko

Anne-Katrin Federow (Dresden)
Freundschaft zwischen narrativer Ausformung und sprichwörtlicher Rede. Der Zusammenhang von paradigmatischer und dialogischer Struktur im Loher und Maller

Portrait & Interview
Hannah Komrowski (Bonn) | Milena Niesen (Bonn | St Andrews)
»Lyrik muss man nicht vor dem Kamin mit einem Glas Rotwein lesen«. Interview mit dem Lyriker Christoph Wenzel

Tobias Stenzel (Unna)
Fünfzehn Jahre später. Andreas Neumeisters fortgesetzte Auseinandersetzung mit Popgeschichte in Gut laut

Rezensionen
Peter Berger (Bonn)
Die Kunst der Weltklugheit. Adam Soboczynskis Roman Fabelhafte Eigenschaften

Michael Eckardt (Stellenbosch)
Weimar(er) Roman - Bau - Technik. Vom Ingenieur, dem auch eine Trilogie nicht zu schwör ist

Clarissa Benning (Bonn)
»Leben ist eins und Tod ist null«. Christoph Poschenrieders Mauersegler mischt Gesellschaftskritik mit Humor

Fabian Beer (Bonn)
»Die Dozentin strahlt mit Worten«. Julia Trompeters Zum Begreifen nah – Gedichte einer logophilen Philosophin und sophophilen Philologin

Forschung
Ján Demčišák (Trnava)
»Es gibt mehr als Weibernähe!« Zum Konzept der Freundschaft in frühen Texten Bertolt Brechts

Kay Nagel (Chemnitz)
Georg Spalatin und Veit Warbeck – Netzwerk und Freundschaft im 16. Jahrhundert

Christina Küpper (Bonn)
»Lassen Sie mal von sich hören und grollen Sie nicht«. Marcel Reich-Ranicki als Netzwerker innerhalb der Gruppe 47

Matthias Hennig (Berlin)
Das Ohr im Text. Notiz zu Kafkas Der Bau

Franziska Klemmer (Bonn)
»Laß uns fest zusammenhalten!/ Denn wir kennen uns einander.« Lyrik und Lebenswelt: Zu einem grundlegenden Zusammenhang bei Eduard Mörike

Hannah Fissenebert (Berlin)
Zwischen Theorie und Alltag. Philipp Felschs Fallstudie über die Westberliner Theoriekultur von 1960–1990

In der Tat: Linguistik
Martin Voigt (München)
Voll Hübsch Süße ! ♥ – Danke mein schatz du aber auch ♥. Zur emotionalisierten Sozialkompetenz in online vernetzten Mädchencliquen

Fabian Bross (Stuttgart)
Anlauttabellen – Segen oder Fluch im Schriftspracherwerb?

Vergessene Autoren
Michael Wetter (Bonn)
»Schön ist sie auch nicht.« Maria Lazars Spottlust in Die Eingeborenen von Maria Blut

Literatur
Lukas Hermann (Bonn)
Ich habe irgendwo gelesen

Crauss (Siegen)
rosenzauber. and so there is no violet there but by accident

Phillip Kampert (Bischkek | Bonn)
Vergängnis

Lothar Kittstein (Bonn)
Was glaubst du, wer du bist

Hazel Rosenstrauch (Berlin)
Können wir auch? Hommage an Siegfried Kracauer mit geschlechtsbedingter Widerrede

Johannes Witek (Salzburg)
Landschaftsporträt mit Hund | Geschwisterliebe | Dobermänner, Kokain, Transvestiten, Sonntagabend | Gerede | Die Champagne Supernova der Zwischenmenschlichkeit

Causerie – Kolumne – Kommentar
Andy Scholz (Essen | Regensburg)
Daran beißt man sich die Zähne aus

Online-Special
Julia Kerscher (Tübingen)
»Freundschaft, Künstlerfreundschaft! dachte ich, mein Gott, was für ein Wahnsinn!«.(Geistes-)Freundschaft unter Männern in Thomas Bernhards Der Untergeher (→ Zum Volltext des Beitrags)

Michael Preidel (Bonn)
Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Ein neuer Sammelband zeigt, wie Freundschaft im Mittelalter zelebriert wurde
(→ Zum Volltext des Beitrags)


Kritische Ausgabe - Zeitschrift für Germanistik & Literatur
20. Jahrgang, Heft Nr. 30 (2016): Freundschaft; 142 Seiten, zahlr. Ill.
ISSN 1617-1357
http://www.kritische-ausgabe.de/heft/nr-30-2016-freundschaft




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