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Ergebnisanzeige "Geänderter Tagungstermin: Exploration urbaner Räume. (alltags)kulturelle, künstlerische und literarische Blicke auf die (Groß)Stadt in der österreichischen Zwischenkriegszeit (1918-1938)"
RessourcentypCall for Papers
TitelGeänderter Tagungstermin: Exploration urbaner Räume. (alltags)kulturelle, künstlerische und literarische Blicke auf die (Groß)Stadt in der österreichischen Zwischenkriegszeit (1918-1938)
BeschreibungCfP: Internat. Arbeitstagung im Rahmen des FWF-Projekts Transdisziplinäre Konstellationen

Exploration urbaner Räume. (alltags)kulturelle, künstlerische und literarische Blicke auf die (Groß)Stadt in der österreichischen Zwischenkriegszeit (1918-1938) / Exploring urban spaces. Cultural, artistic and literary views of the city in the Austrian Interwar period (1918-1938)

Urbane Räume nehmen seit G. Simmels kulturanalytischer Schrift Die Großstädte und das Geistesleben, W. Benjamins Passagen-Werk und neueren Beiträgen/Reflexionen von M. Butor, P. Nizon u.a. sowie seit den Forschungsarbeiten von K.R. Scherpe bis hin zu kürzlich vorgelegten raumsoziologischen und -theoretischen Studien einen wichtigen Stellenwert in der kulturellen, künstlerischen und literarischen Präfiguration bzw. Auseinandersetzung mit Aspekten von Modernisierungserfahrungen ein.

Als zentrale Bezugsräume werden meist Paris und Berlin, die »Hauptstädte« der Moderne, genannt. Auf sie konzentrieren sich die wichtigsten, Kanon bildend wirkenden Texte der ersten Hälfte des 20. Jhdts. – von Rilkes Malte Laurids Brigge bis hin zu Döblins Alexanderplatz.

Wien, obgleich Schauplatz rasanter Veränderungen/Umbrüche in sozialer, urbanistischer, kultureller und politischer Hinsicht, figuriert in der Zeit zwischen 1918 und 1938 eher als Nebenschauplatz. Dies verdankt sich unter anderem dem Umstand, dass zahlreiche Texte oder Werkprojekte, welche Facetten dieser Umbrüche nach 1918 mit zum Thema gemacht haben (man denke nur an H. Bettauer, E. Feldmann, R. Neumann oder K. Sonnenfeld in der Literatur, an O. Strnad u.a. in der Architektur), gewöhnlich nicht zum jeweiligen Kanon gerechnet werden. Da ein bedeutender Teil von Texten an den Schnittflächen von Publizistik und Literatur (Genrebilder, Stadtfeuilletons, Reportagen) im Zuge der politischen Zäsuren infolge des Austrofaschismus und Nationalsozialismus bzw. aufgrund nachfolgenden Exils aus dem kulturellen Bewusstsein gedrängt worden bzw. gerückt ist, hat eine Rezeption derselben nach 1945 quasi nicht mehr oder nur sehr partiell stattgefunden. Zugleich sind solche Texte, die in der Zwischenkriegszeit maßgeblich zur (nicht nur) Wiener Feuilleton-Kultur beigetragen haben, wie u.a. A. Kuh festgehalten hat, als wesentliche Quellen anzusehen, in denen zeitgenössische städtische Diskurse verhandelt und mitgestaltet worden sind.

Die Tagung setzt sich daher zum Ziel, urbane Räume der österreichischen Zwischenkriegszeit, d.h. insbesondere Wiens (aber auch andere wie Graz oder Salzburg sind denkbar) in den Blick zu nehmen und unter verschiedenen thematischen, methodischen und disziplinären Blickwinkeln auszuleuchten und gegebenenfalls neu zu bewerten. Im Besonderen geht es darum der Frage nachzugehen, ob und wenn ja, inwiefern in verschiedenen literarisch-künstlerischen Stadt-Auseinandersetzungen das Urbane in konkreten Aspekten bzw. Umbruchsituationen (Räumlichkeit, Verkehr, Masse und Vereinzelung, Warenwelt und deren Präsenz/Inszenierung, Alltag, politische Konfrontation auf der Straße, Unterhaltungskultur etc.) fassbar wird und inwieweit diese Phänomene auch auf die jeweiligen literarischen oder künstlerischen Verfahrensweisen gewirkt haben (z.B. Kinostil-Technik, Geräuschkulisse, Visualisierungen etc.).

Themen der Beiträge (nach Möglichkeit mit Bezug auf österr. Texte bzw. Diskurslagen) werden folgenden Sektionen zugeordnet:
• (Groß)Stadt – Selbstverständnis in verschiedenen künstlerischen Feldern
• (Groß/Klein)Stadterzählungen
• Feuilleton und Stadt
• Künstlerischer Experimentierraum Stadt
• Konfrontationsraum Stadt
• Sozial- und Lebensraum Stadt

Spezielle Fragestellungen, die u.a. von Interesse erscheinen:
* Thematisierung urbaner Phänomene in Zeitschriften der 1920er, frühen 1930er Jahren
* Verbindungen von Stadtarchitektur, Wohnkultur und literarischen Innen-Außen-Räumen
* Stadt als Begegnungs- und Konfrontationsraum für die Geschlechter
* Soziale Ränder vs. inszenierte Zentren
* Alltagskulturelle Repräsentationen in der Stadt
* internationale Transfers urbaner Freizeitkonzepte

Voraussichtlicher Termin und Ort: 6.-8.10.2016, Universität Klagenfurt/Österreich

Einreichung von Themenvorschlägen (zirka 1 Seite), versehen mit kurzen biogr. Angaben bis 10.5.2016 erwünscht; Entscheidung über die Annahme (von bis zu max. 15 Vorschlägen) bis 15.6.2016. Eine Publikation der Tagung ist für 2017 angedacht.
Tagungskonzept und Tagungsorganisation: Prof. Dr. Primus-Heinz Kucher (primus.kucher@aau.at) und Mag. Martin Erian (martin.erian@aau.at)

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortKlagenfurt
Bewerbungsschluss10.05.2016
Beginn20.10.2016
Ende22.10.2016
PersonName: Kucher, Primus-Heinz [Prof. Dr.]  
Funktion: Universitätsprofessor 
E-Mail: primus.kucher@aau.at 
LandÖsterreich
BenutzerführungDeutsch
Ediert von  H-Germanistik
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