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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Internationaler Workshop "Historische Konstruktionsgrammatik""
RessourcentypVerschiedenes (Workshops, Sommerschulen u.a.)
TitelInternationaler Workshop "Historische Konstruktionsgrammatik"
BeschreibungUniversität Düsseldorf: Historische Konstruktionsgrammatik: Konvergenzen und Divergenzen im Sprach- und Konstruktionswandel


Ort & Zeit: 17. und 18. Februar 2016, Haus der Universität, Düsseldorf (Details unten)
Veranstalter: undefinedProf. Dr. Alexander Ziem (Düsseldorf) undundefined Dr. Alexander Lasch (Kiel)


Das Desiderat einer historischen Konstruktionsgrammatik

In der aktuellen konstruktionsgrammatischen Forschung zum Deutschen werden historische Aspekte bei der Analyse von sprachlichen Strukturen in Varietäten der Gegenwart noch wenig berücksichtigt. Gleichwohl machen insbesondere die Diskussionen um das Verhältnis von Sprach- und Konstruktionswandel, die im angloamerikanischen Kontext lebhaft geführt werden (etwa Barðdal/Smir-nova/Sommerer/Gildea 2015, Hilpert 2013a, Traugott/Graeme 2013), deutlich, dass die historische Fundierung einer konstruktionsgrammatischen Forschungsperspektive nicht nur neue Gegenstandsfelder eröffnen kann; der konsequente konstruktionsgrammatische Fokus auf Sprachgebrauchsmuster erweist sich darüber hinaus auch in kognitiver wie in deskriptiver Hinsicht als beschreibungsadäquater. Trotz der offenkundig starken Konvergenzen (der Erforschung) von Sprach- und Konstruktionswandel findet im deutschsprachigen Raum bislang nur sehr zaghaft und vereinzelt ein inhaltlicher Austausch zwischen der Historischen Linguistik und der Konstruktionsgrammatik statt (vgl. den Überblick in Ziem/Lasch 2013: 150-152).

Konvergenzen und Divergenzen von Konstruktionsgrammatik und Historischer Sprachwissenschaft

Angestrebt wird, etablierte Themenfelder und Gegenstandsbereiche der Historischen Sprachwissenschaft unter konstruktionsgrammatischen Prämissen ‚neu‘ zu beleuchten, um auf diesem Wege neue Erkenntnisse zu erzielen. Idealerweise sollen dabei beide Perspektiven eingenommen werden: der Blick von etablierten Themenfeldern der Historischen Sprachwissenschaft auf die Konstruktionsgrammatik wie auch der Blick von der historischen Konstruktionsgrammatik über den eigenen Tellerrand hinweg auf Forschungsergebnisse und -methoden anderer sprachgeschichtlicher Zugänge. Der Workshop setzt sich zum Ziel, sowohl in inhaltlicher als auch in methodischer Hinsicht neue historisch-linguistische Forschungsperspektiven zu eröffnen, indem konstruktionsgrammatische Ansätze und ‘Werkzeuge’ systematisch mit etablierten Verfahren und Konzepten der diachronen Sprachforschung kombiniert werden. Es ist zu erwarten, dass ‘traditionelle’ Bereiche der Sprachgeschichtsforschung (historische Syntax, historische Morphologie und auch historische Phonologie sowie Lexikologie) von konstruktionsgrammatischen Zugängen erheblich profitieren und so wieder stärker in den Vordergrund der Forschung rücken in Ergänzung zu sozio- und diskurslinguistischen Arbeiten, die in den letzten Jahren dominiert haben.

TeilnehmerInnen und Themenfelder

1. Historische Konstruktionsgrammatik: Ausgangspunkte einer Forschungsperspektive

Alexander Lasch & Alexander Ziem: Historische Konstruktionsgrammatik: eine kritische Bestandsaufnahme zur Einleitung
Thomas Gloning: Historische Korpora als Grundlage einer gebrauchsbasierten Konstruktionsgrammatik des Deutschen
Horst Simon: Historisch-linguistische Fragen an die Konstruktionsgrammatik
Florent Perek: Syntactic productivity in diachrony

2. Konstruktionale Verfestigungen: Lexikalisierung, Pragmatisierung, Idiomatisierung

Claudia Wich-Reif: CxG historisch: sozusagen und genau
Natalia Filatkina: Althochdeutsch konstruktionsgrammatisch: Konvergenzen und Divergenzen beim Wandel der historischen formelhaften Sprache
Robert Mroczynski: Pragmatikalisierung konstruktionsgrammatisch: Diskursmarker
Hans C. Boas: Sprachkontakt und Sprachwandel im Texas Deutschen: Präpositionen als Konstruktionen
Mechthild Habermann: Diachrone Wortbildung unter konstruktionsgrammatischer Prämisse
Lotte Sommerer: Constructional competition and inheritance networks: What Diachronic Construction Grammar can tell us about present perfect acquisition, usage and its marginalization in EFL

3. Grammatikalisierung als Konstruktionalisierung

Martin Hilpert: Approaching grammaticalization from a constructional perspective: The upward-strengthening hypothesis
Arne Ziegler: Grammatische Sprachgebrauchsmuster in der deutschen Standardsprache als Grammatikalisierungsbaustellen
Tanja Mortelmans & Elena Smirnova: Lexical splits aus konstruktionsgrammatischer Perspektive: Diachrone Wege zur synchronen Vielfältigkeit von ‚kommen‘-Konstruktionen

4. Verben und Argumentstruktur-Konstruktionen

Alexandra Lenz: Zur semantischen Dynamik und Konstanz von Verben im Rahmen von Auxiliarisierungsprozessen
Alexander Lasch: Tempuskonstruktionen des Deutschen im Wandel
Jouni Rostila: Argumentstrukturkonstruktionen in einem historischen Valenzwörterbuch des Deutschen: Überlegungen zu prospektiven auf-Präpositionalobjekten
Katerina Stathi: Die Entstehung der modal-passivischen Konstruktion gehören + Partizip II

5. Satzstrukturen als Konstruktionen

Alexander Ziem: Satzmodi im Wandel: ein Fall für die Konstruktionsgrammatik?
Christian Braun: Satzstrukturen in althochdeutschen Gebetstexten
Markus Hundt: Die Apokoinou-Konstruktion aus konstruktionsgrammatischer Sicht


Web: http://goo.gl/JPkl1s

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortDüsseldorf
Beginn17.02.2016
Ende18.02.2016
PersonName: Ziem, Alexander, Lasch, Alexander 
Funktion: Veranstalter 
E-Mail: ziem@phil.hhu.de 
KontaktdatenName/Institution: Germanistik IV, Teilbereich Mündlichkeit: Theorie und Geschichte mündlicher Kommunikation 
Stadt: Düsseldorf 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/53034

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