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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Erzählte Flucht: Die aktuelle Flüchtlingsdebatte in der Gegenwartsliteratur"
RessourcentypCall for Papers
TitelErzählte Flucht: Die aktuelle Flüchtlingsdebatte in der Gegenwartsliteratur
Beschreibung"Erzählte Flucht: Die aktuelle Flüchtlingsdebatte in der Gegenwartsliteratur." Panel auf der Konferenz "65 Jahre Genfer Flüchtlingskonvention“ des Netzwerks Flüchtlingsforschung 6.-8.10.2016 in Osnabrück (Bewerbungsschluss 31.3.2016).

Organisation und Leitung des Panels: Sarah Steidl (Universität Hamburg) und Ivo Theele (Europa-Universität Flensburg).

Der Diskurs, den die Gegenwartsliteratur über die aktuelle Flüchtlingsthematik führt, unterscheidet sich deutlich von dem, der in Medien und Politik geführt wird. Sie nimmt diesen zwar aufmerksam zur Kenntnis und setzt sich entsprechend kritisch mit ihm auseinander, entwickelt jedoch eigenständige Fragestellungen und Kategorien, die in der öffentlichen Debatte wenig Berücksichtigung finden. Zudem leihen Autoren in ihren Texten über ihre Figurengestaltung jenen eine Sprache, denen entweder aufgrund von Kriegs- und Entortungstraumata noch keine Sprache zur Verfügung steht oder angesichts vorherrschender Stereotype kein Raum im öffentlichen Diskurs zugestanden wird (z.B. ‚Schlepper‘ oder ‚Wirtschaftsflüchtlinge‘). Von Bedeutung für den literarischen Diskurs über Flucht und Vertreibung im 21. Jahrhundert sind u.a. Romane wie Abbas Khiders Der falsche Inder (2008) und Ohrfeige (2016), Jenny Erpenbecks Gehen, ging, gegangen (2015), Merle Krögers Havarie (2015), Dorothee Elmingers Schlafgänger (2014) Maxi Obexers Wenn gefährliche Hunde lachen (2011) und ihr Hörspiel/Theaterstück Illegale Helfer (2015), Elfriede Jelineks Theaterstück Die Schutzbefohlenen (2013), Hans-Werner Kroesingers Dokumentarstück Frontex Security (2014) sowie die Graphic Novels von Paula Bulling Im Land der Frühaufsteher (2012) und Reinhart Kleist Der Traum von Olympia (2015). Diese Auswahl aus der deutschsprachigen Literatur zeigt, dass die Flüchtlingsthematik für die Literatur zunehmend von Bedeutung ist. Darüber hinaus verdeutlicht sie, dass sich eine lange Zeit als ‚unengagiert‘ kritisierte Gegenwartsliteratur wieder vermehrt an gesellschaftspolitischen Debatten beteiligt.

Im Panel „Erzählte Flucht: Die aktuelle Flüchtlingsdebatte in der Gegenwartsliteratur“ sollen einige der folgenden Fragestellungen über einzelne Werkanalysen hinaus diskutiert werden:
- Gibt es einen genuinen Beitrag, den die Gegenwartsliteratur zur aktuellen gesellschaftlichen Debatte leistet und wenn ja, worin genau besteht er?
- Welche in den Fluchtprozess eingebundenen Akteure sind neben der Figur des Flüchtlings für die Literatur offenbar von besonderem Interesse? Wie wird ihre Präsenz inszeniert und die jeweilige Motivation für ihr Handeln dargelegt?
- Wie wird die Rolle der am Prozess der Flucht beteiligten Institutionen und Organisationen (z.B. Frontex, Asylbehörde, ‚Schlepperbanden‘) verhandelt? Mit welchen narrativen Verfahren wird ihr Handeln kritisch hinterfragt?
- Welche Bedeutung haben literarische Formen (z.B. Roman, Theaterstück, Hörspiel, Graphic Novel) und Genres (z.B. Kriminalroman, Kinder- und Jugendliteratur) hinsichtlich der Erzählbarkeit von Grenz- und Entortungserfahrungen und der Vermittlung von Fluchterfahrungen? Gibt es wiederkehrende Motive und transmediale Erzählmuster?
- Wie stellen Autoren ihr Recherchematerial aus? Welche Bedeutung kommt Interviews zu, ist eine Nähe zur Dokumentarliteratur vorhanden? Inwieweit werden mehrsprachige Schreibverfahren und Übersetzungen als literarische Strategien eingesetzt?

Darüber hinaus sind weitere inhaltliche Vorschläge ebenfalls willkommen.

Für das Panel werden insgesamt drei Vorträge (á 20 Minuten) ausgewählt. Im Anschluss an die Vorträge ist eine Diskussion geplant. Eine Übernahme der Kosten für Anreise und Unterkunft kann leider nicht übernommen werden. Kurzexposés mit biographischen Angaben (max. 600 Wörter) bitte per Mail und als PDF bis spätestens 31.3.2016 sowohl an Sarah Steidl (Sarah.Steidl@uni-hamburg.de) als auch Ivo Theele (Ivo.Theele@uni-flensburg.de) senden.
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://fluechtlingsforschung.net/
VeranstaltungsortOsnabrück
Bewerbungsschluss31.03.2016
Beginn06.10.2016
Ende08.10.2016
PersonName: Dr. Ivo Theele; Sarah Steidl 
Funktion: Panelleitung 
E-Mail: Ivo.Theele@uni-flensburg.de; Sarah.Steidl@uni-hamburg.de 
KontaktdatenName/Institution: Dr. Ivo Theele, Europa-Universität Flensburg 
Strasse/Postfach: Campusallee 3 
Postleitzahl: 24943 
E-Mail: Ivo.Theele@uni-flensburg.de 
LandDeutschland
Ediert von  H-Germanistik
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