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Ergebnisanzeige "Theoretische und fiktionale Glückskonzepte im deutschen Sprachraum (17.-20. Jahrhundert)"
RessourcentypCall for Papers
TitelTheoretische und fiktionale Glückskonzepte im deutschen Sprachraum (17.-20. Jahrhundert)
BeschreibungInternationales Kolloquium an der Universität Paris-Est-Créteil (UPEC), Frankreich. EA 3958 IMAGER/CAECE
19.-20. Mai 2016

Wissenschaftliche Koordination : Prof. Dr. Sylvie Le Moël (UPEC) und Dr. Elisabeth Rothmund (UPEC)

Das Streben nach Glück gilt sicher zurecht als universell. Die jeweiligen Darstellungen des Glücks in theoretischen Diskursen und fiktionalen Texten gehören allerdings zu unterschiedlichen philosophischen, religiösen oder ideologischen Systemen, die die verschiedenen Kulturen strukturieren oder die von ihnen ausgehen. Im Rahmen dieses von der Forschungsgruppe CAECE (Culture Allemande dans l'Espace Culturel Européen) organisierten Kolloquiums sollen die Wechselbeziehungen zwischen literarischen und philosophischen Glücksentwürfen betrachtet werden, wobei auch die terminologischen Ausdrucksvarianten (der Gebrauch und die Weiterentwicklung bestimmter Wörter und Bilder) Beachtung finden. Im Zentrum steht, in ideengeschichtlicher wie in literaturwissenschaftlicher Perspektive, der Ausdruck der Glückskonzepte in verschiedenen Textsorten sowie die progressive Weiterentwicklung dieser Konzepte innerhalb einer langen Zeitspanne (17.-20. Jahrhunderts) im deutschen Sprachraum.

Die Wahl der langen Zeitspanne, die unterschiedliche historische Kontexte umfasst, von denen die einen (wie z.B. die Aufklärung) als dem Glück eher förderlich und die anderen (die Katastrophen des 20. Jahrhunderts) als ihm eher abträglich gelten, soll erlauben, die weitverbreitete Überzeugung, dass die deutschsprachige Kultur dem Glück insgesamt eher abgeneigt sei, zu überprüfen. Die verschiedenen Beiträge behandeln Themen, die von der frühen Neuzeit bis ins ausgehende 20. Jahrhundert reichen : welche Glücksdarstellungen und -konzepte gibt es in der Literatur und dem Denken eines Sprachraums, der in seiner Geschichte oft mit Gewalttätigkeit konfrontiert war (sei es nun im Dreißigjährigen Krieg oder unter den totalitären Diktaturen der jüngsten Vergangenheit), und so der Schauplatz konfessioneller oder ideologischer Auseinandersetzungen wurde, die den deutschsprachigen Kulturraum langfristig geprägt haben.

In dieser jahrhunderteübergreifenden Betrachtungsweise erscheinen die Glücksdarstellungen und -konzepte in Literatur und Denken des deutschen Sprachraums, wie ja auch die ganze westeuropäische Kultur, in ihrem doppelten Bezug zu den miteinander rivalisierenden und einander ergänzenden Denksystemen der antiken Philosophie und der christlichen Religion, die sie als Erbe integrieren oder auch in Frage stellen und verurteilen. Innerhalb dieser komplexen und evolutiven zweifachen Verankerung wird Glück auf individueller wie kollektiver Ebene dargestellt als (Über)Lebenskunst, als Glücksrezept, als Projekt oder sogar als Utopie. Es stellt sich auch die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Körper und Seele sowie zwischen immanentem und transzendentem Denken. Hier führt die Philosophie der Aufklärung sicher zu einem Wendepunkt, insofern als das Glück jetzt mit dem Aufkommen der Geschichtsphilosophie innerhalb eines Projekts des Kollektivs den Wert einer wahren Leistung bekommt.

Im Blickpunkt stehen auch die subversive oder im Gegenteil die regressive Funktion des Konzepts Glück sowie seine kognitive und affektive Bedeutung in Literatur- und Ideengeschichte des deutschen Sprachraums während verschiedener historischer Kontexte. Die entworfene Problematik erlaubt ideengeschichtliche wie literaturwissenschaftliche Ansätze und sollte es möglich machen, die Rolle der neostoizistischen Philosophie sowie die Pertinenz des Konzepts der Säkularisation bei der Schaffung und Weiterentwicklung des Glücksbegriffs zu beurteilen. Während des Kolloquiums gilt es auch, gemeinsam den Darstellungsstrategien der Texte in Verbindung mit ihren Überlegungen zu den Versprechen und Aporien des Glücksdenkens nachzugehen sowie auch ihre Stellung innerhalb der traditionellen Poetik (z.B. in Bezug auf das Erbe der Anakreontik) bzw. ihren Beitrag zur Gattungshybridisierung und -durchlässigkeit (etwa über den philosophischen Roman und Brief) zu betrachten.

Beitragsvorschläge können auf Französisch oder auf Deutsch (250-300 Wörter) mit einer kurzen biobibliographischen Notiz bis zum 15. Februar 2016 bei Sylvie Le Moël (sylvie.lemoel@u-pec.fr) und Elisabeth Rothmund (rothmund@u-pec.fr) eingereicht werden.
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressesylvie.lemoel@u-pec.fr
VeranstaltungsortParis
Bewerbungsschluss15.02.2016
Beginn19.05.2016
Ende20.05.2016
PersonName: Le Moël, Sylvie (Prof. Dr.) + Rothmund, Elisabeth (Dr.) 
Funktion: Professorin für neuere deutsche Literatur + Dozentin 
E-Mail: sylvie.lemoel@u-pec. + rothmund@u-pec.fr 
KontaktdatenName/Institution: Germanistisches Institut der Universität Paris-Est-Créteil 
Strasse/Postfach: 61 avenue du Général de Gaulle  
Postleitzahl: 94010 
Stadt: Créteil 
Telefon: 0055145171182 
E-Mail: sylvie.lemoel@u-pec.fr 
Internetadresse: http://imager.u-pec.fr 
LandFrankreich
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Literatur 1580 - 1700; Literatur 1700 - 1770; Literatur 1770 - 1830; Literatur 1830 - 1880; Literatur 1880 - 1945; Literatur nach 1945; Literatur- u. Kulturgeschichte
Klassifikation01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft > 01.03.00 Germanistik; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.11.00 Stoffe. Motive. Themen; 11.00.00 17. Jahrhundert > 11.01.00 Forschung; 11.00.00 17. Jahrhundert > 11.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.08.00 Aufklärung; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.09.00 Empfindsamkeit; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.10.00 Sturm und Drang; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.12.00 Stoffe. Motive. Themen; 13.00.00 Goethezeit > 13.08.00 Spätaufklärung; 13.00.00 Goethezeit > 13.13.00 Stoffe. Motive. Themen; 14.00.00 Romantik > 14.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 14.00.00 Romantik > 14.11.00 Stoffe. Motive. Themen; 15.00.00 19. Jahrhundert > 15.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 15.00.00 19. Jahrhundert > 15.05.00 Österreich; 15.00.00 19. Jahrhundert > 15.14.00 Stoffe. Motive. Themen; 16.00.00 Jahrhundertwende (1880-1914) > 16.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 16.00.00 Jahrhundertwende (1880-1914) > 16.05.00 Österreich; 16.00.00 Jahrhundertwende (1880-1914) > 16.14.00 Stoffe. Motive. Themen; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.05.00 Österreich; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.07.00 Schweiz; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.17.00 Stoffe. Motive. Themen; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.09.00 Stoffe. Motive. Themen; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.10.00 Bundesrepublik Deutschland bis 1990 > 18.10.03 Geistes- und Kulturgeschichte; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.11.00 DDR > 18.11.03 Geistes- und Kulturgeschichte; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.12.00 Österreich > 18.12.03 Geistes- und Kulturgeschichte; 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989) > 18.13.00 Schweiz > 18.13.03 Geistes- und Kulturgeschichte
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