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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Diachrone Interkulturalität"
RessourcentypCall for Papers
TitelDiachrone Interkulturalität
BeschreibungTagung im Rahmen des Forschungsprojekts „Diachrone Interkulturalität“, 17-19.11.2016 an der Universität Luxemburg

Kontext:
Die an interkulturellen Fragestellungen interessierte Germanistik arbeitet derzeit überwiegend gegenwartszentriert und fokussiert sich dementsprechend hauptsächlich auf „Gegenwartsliteratur […] von Autoren und Autorinnen mit einem hybriden-kulturellen Hintergrund“ (Previsic 2012: 50). Im aktuellen Theoriediskurs wird jedoch inzwischen häufiger die Notwendigkeit einer Komplexitätssteigerung durch Historisierung der Interkulturalitätsforschung betont, um eine „Unabhängigkeit“ des Forschungsfeldes „von Modekonjunkturen“ zu sichern und damit auch „das kritische Potential der Interkulturalitätsforschung“ (Heimböckel 2012: 28f) zu stärken.
Da die „Wahrnehmung kultureller Andersartigkeit“ laut Jürgen Osterhammel „zu den Grundleistungen menschlichen Gemeinschaftslebens“ (Osterhammel 2011: 55) gehört und ‚Interkulturalität‘ sich damit als ein geschichtlich durchgängiges Phänomen erweist, ist eine definitorische Beschränkung des Begriffs auf ein Globalisierungsphänomen zu kurz gegriffen. Aktuelle Phänomene haben zumindest eine diskursive Vorgeschichte, deren Analyse nicht zuletzt tiefere Einsichten in gegenwärtige Kulturationsprozesse ermöglicht.

Tagungsausrichtung und -ziel:
Während es inzwischen eine Unmenge literaturwissenschaftlicher Studien zu sog. Migrationsliteratur und transkulturell geprägter Gegenwartsliteratur gibt, sind Untersuchungen, die sich mit historischen Konstruktionsbedingungen kultureller Alterität beschäftigen, bis dato die Ausnahme. Ausgehend von der These, dass „der Begriff der Interkulturalität […] gerade dann [besonders] interessant“ wird, „wenn seine zeitliche Dimension mitgedacht wird“ (Benert 2010: 359), intendiert diese Konferenz eine Erweiterung des Forschungsfeldes im Zeichen des Diachron-Geschichtlichen, die damit auch eine Komplexitätssteigerung eines häufig zu undifferenziert gedachten Interkulturalitätsbegriffes anstrebt. Wünschenswert wäre darüber hinaus auch eine stärkere Anbindung des vorwiegend kulturwissenschaftlich geprägten Forschungsfeldes an ästhetische und genuin literaturwissenschaftliche Fragestellungen.
Folgende Aspekte könnten in diesem Kontext interessant sein:
- Vergleiche zwischen gegenwärtigen und historischen Formen des Interkulturellen
- Vernetzung von interkulturellen Konstellationen und spezifischen Geschichtskonstruktionen
- Theoretische Positionen diachroner Interkulturalität / diachrone Interkulturalität im Kontext von Historischer Anthropologie, Postkolonialismus, New Historicism, Histoire croisée etc.
- Poetologische Ansätze zur Beschreibung diachroner Interkulturalität
- Historisch perspektivierte Einzelanalysen
- Historische Perspektiven auf einzelne Gattungen
- Historische Konstruktion von Alterität / Differenz / Fremdheit / des Fremde etc.

Organisatorisches:
Wir bitten um Themenvorschläge und Zusendung eines Abstracts (ca. 800 Zeichen) bis zum 29.2.2016 an Dr. Eva Wiegmann, eva.wiegmann@uni.lu, und Prof. Dr. Georg Mein, georg.mein@uni.lu. Aus Gründen der Planungssicherheit wäre eine zeitnahe Tagungszusage hilfreich.
Reise- und Unterbringungskosten werden übernommen.

Literatur:
Britta Benert (2010): Das Elsass, eine Kultur des „Dazwischen“?, in: Dieter Heimböckel/Irmgard Honnef-Becker/Georg Mein/Heinz Sieburg (Hg.): Zwischen Provokation und Usurpation. Interkulturalität als (un)vollendetes Projekt der Literatur- und Sprachwissenschaft, München: Wilhelm Fink Verlag, 2010, S. 359-373.
Heimböckel, Dieter (2012): Interkulturalität interdisziplinär denken. Ansätze zur Erweiterung ihrer Komplexität. In: Thomas Ernst/Dieter Heimböckel (Hg.): Verortungen der Interkulturalität: die „Europäischen Kulturhauptstädte“ Luxemburg und die Großregion (2007), das Ruhrgebiet (2010) und Istanbul (2010). Bielefeld, S. 21-38.
Osterhammel, Jürgen (2011): Die Vielfalt der Kulturen und die Methode des Kulturvergleichs. In: Friedrich Jaeger/Jürgen Straub (Hg.): Handbuch der Kulturwissenschaften, Bd. 2 Paradigmen und Disziplinen, Sonderausgabe. Stuttgart, S. 50-65.
Previsic, Boris (2012): Literatur mit interkulturellem Mehrwert: Ein Prolegomenon. In: Franciszek Grucza (Hg).: Vielheit und Einheit der Germanistik weltweit. Akten des XII. internationalen Germanistenkongresses Warschau 2010, Bd. 12. Frankfurt am Main, S. 49-52.

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://wwwen.uni.lu/recherche/flshase/identites_politiques_societes_es...
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortLuxemburg
Bewerbungsschluss29.02.2016
Beginn17.11.2016
Ende19.11.2016
PersonName: Eva Wiegmann 
Funktion: Veranstalterin 
E-Mail: eva.wiegmann@uni.lu 
KontaktdatenName/Institution: Eva Wiegmann + Georg Mein/Institut für deutsche Sprache, Literatur und für Interkulturalität an der Universität Luxemburg 
Strasse/Postfach: 11, Porte des Sciences 
Postleitzahl: L-4366 Esch-Belval 
Stadt: Esch-Belval 
Telefon: +352 / 46 66 44-5185 
E-Mail: eva.wiegmann@uni.lu 
LandLuxemburg
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Historische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte)
Zusätzliches SuchwortInterkulturalität
Ediert von  H-Germanistik
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