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Ergebnisanzeige "Carl Einstein Re-Visited: Die Aktualität seiner Sprache, Prosa und Kunstkritik"
RessourcentypCall for Papers
TitelCarl Einstein Re-Visited: Die Aktualität seiner Sprache, Prosa und Kunstkritik
BeschreibungCarl Einstein Re-Visited:
Die Aktualität seiner Sprache, Prosa und Kunstkritik
L’actualité de son langage, de sa prose et de sa critique d’art
The Topicality of his Language, Prose, and Art Criticism


English Version see below
Version française voir ci-dessous

Tagungsorganisation: Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (HfG), Zentrum für Kunst- und Medientechnologie (ZKM), Literarische Gesellschaft Karlsruhe und Carl-Einstein-Gesellschaft/Société Carl Einstein e.V.

Tagungsort: Karlsruhe, 10.-12. November 2016.
Deadline für die Einreichung von Proposals: 8. Februar 2016

Der Dichter, Kunstkritiker, Ausstellungsmacher und politische Aktivist Carl Einstein (1895-1940) ist 1888 bis 1904 in Karlsruhe aufgewachsen, lebte zwischen 1905 und 1928 in Berlin und danach in Paris, bevor er sich ab 1936 in Katalonien dem Spanischen Bürgerkrieg anschloss.
Die Rezeption des Werkes von Carl Einstein gilt als Auszeichnung für Insider, denn obwohl er Zeitgenosse, Kritiker und Promoter der modernsten Kunst gewesen ist und u.a. mit Franz Pfemfert (Die Aktion), dem Galeristen Daniel-Henry Kahnweiler oder dem Künstler Georges Braque eng befreundet war, wurden seine publizierten Schriften und nachgelassenen Aufzeichnungen erst spät wiederentdeckt. In seiner Heimatstadt Karlsruhe gibt es kaum eine Einstein-Erinnerungskultur. Der Schriftsteller steht exemplarisch für die Vertreibung der intellektuellen, jüdischen Elite in Deutschland in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Einstein wird als „Prophet der Avantgarde“, als Revolutionär in Literatur und Politik angesehen, aber eben auch als „Halbvergessener“ bezeichnet, denn sein prekäres Leben und der Suizid auf der Flucht vor den Nazis erschwerten die Spurensuche nach seinem Werk. Mittlerweile sind die Arbeiten und die Person Einstein Dank der Carl-Einstein-Forschung in den Klassiker-Kanon der Kunstgeschichtsschreibung aufgerückt. Trotzdem bietet sein Werk beständig Anlass für Neuentdeckungen. So zählen Einsteins Lyrik, Kunstkritik und prosaische Schriften zu bedeutenden Zeugnissen einer Epoche der Moderne, in der er zu einem einflussreichen Vermittler im Kulturtransfer zwischen Paris und Berlin wurde und als Autor eine bis heute relevante Sprache der modernen Kunst prägte.
1912 veröffentlichte Einstein Bebuquin oder die Dilettanten des Wunders. Der als "Anti-Roman" konzipierte Text nimmt Dada und Surrealismus vorweg. 1915 erschien mit der Negerplastik eine Blickfelderweiterung gegenüber der Ästhetik der sogenannten primitiven Kunst. 1926 brachte Einstein das überaus erfolgreiche Übersichtswerk Die Kunst des XX. Jahrhunderts heraus. Typischerweise oblag die Kunstgeschichtsschreibung der Gegenwart damals den nicht-akademischen Fachvertretern. Als Kunstkritiker mit spitzer Feder begleitete Einstein den Expressionismus, Kubismus, Konstruktivismus und Surrealismus und war eine der prägenden Figuren der deutschen Kunstszene der 1920er Jahre. Einsteins Werk umfasst literarisches und wissenschaftliches Schreiben, Briefe sowie Interview-Aufzeichnungen, die einen Ausdruck sowohl seiner Zeit als auch seiner individuellen Ausdrucksweise vermitteln.

Die Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (HfG), das Zentrum für Kunst- und Medientechnologie Karlsruhe (ZKM), die Literarische Gesellschaft Karlsruhe und die Carl-Einstein-Gesellschaft/Société Carl Einstein e.V. veranstalten im Jahr 2016 zum ersten Mal eine Carl-Einstein-Konferenz in der Jugendstadt des Autors.
Die Tagung fragt nach den Potenzialen von Einsteins Schreiben, seinen zeitgenössischen Einflüssen und den Nachwirkungen seines Werkes für die Literatur- und Kunstgeschichte. Dreißig Jahre nach dem 1986 in Bayreuth von Klaus H. Kiefer organisierten, ersten Carl-Einstein-Kolloquium und im Anschluss an die Veröffentlichung des Bandes zur Historiographie der Moderne (2015), die Carl Einstein, Paul Klee und Robert Walser, deren Werke und Wirkungsgeschichte, als exemplarische Gegenstände einer neueren transnationalen und intermedialen Kunstgeschichtsschreibung beleuchtet, möchten wir nun die aktuellsten Forschungsansätze zu Einstein, seine vielfältige Prosa und seine Beziehungen zu Kunst und Politik neu evaluieren. Dies soll entlang der folgenden thematischen Schwerpunkte erfolgen:

a) Autobiographie und individueller Stil
Carl Einstein als poetischer Autodidakt: Einen Schwerpunkt der Tagung bildet der Fokus auf Carl Einsteins autobiographische Texte, unter anderem sein noch von der Forschung weitgehend unbehandeltes „Fragment" Beb II. Im Sinne einer Reflexion des Tagungsortes soll nach der (verdrängten) „Karlsruher Avantgarde" gefragt werden. Wo liegen Anknüpfungspunkte zu anderen, ähnlichen (Auto)-Biographien? Welche Lektüren und welche seiner zeitgenössischen AutorInnen können für die verschiedenen Schaffensperioden von Carl Einstein als Einflüsse oder zum Vergleich herangezogen werden? Wie lassen sich ästhetische, politische und philosophische Begriffe in der Werkbiografie des Autors nachzeichnen? Mit welchen Übersetzungsproblemen, etwa zwischen deutschen und französischen Textversionen, hat sich die Rezeptionsgeschichte zu beschäftigen? Wie kommt Einsteins Persönlichkeit in seinen Korrespondenzen zum Tragen und wo lassen sich hier Veränderungen nachvollziehen?

b) Kunstkritik
Carl Einstein als Kunstkritiker aus zeitgenössischer Perspektive: Mit welcher Rhetorik wendet sich der Kunstkritiker Einstein bestimmten Kunstschaffenden im Kunstmarkt seiner Gegenwart in Berlin und Paris zu bzw. von bestimmten Szenen ab? Welche Interessen kennzeichnen Einsteins Schriften zur europäischen bzw. zur außereuropäischen Kunst und wie werden sie formuliert? Wie unterschiedlich wurden Einsteins Kunstkritiken von Künstlern, Galeristen, Kunsthistorikern, Museumsverantwortlichen aufgenommen?
Angesichts der vielbeschworenen „Krise der Kritik" soll die Frage „Wie schreibt man die Geschichte der künstlerischen Moderne?" erneut gestellt werden.

c) Ideologie
Carl Einstein als Ideologe: Seine Kritik des Individuums in Die Fabrikation der Fiktionen sowie die in der Avantgarde verwurzelte und in Texten der 1930er Jahre umgedeutete Sehnsucht nach dem Kollektiv bedarf einer rigorosen Untersuchung. Inwieweit fusionierte die Avantgarde mit Antimodernismen? Welche mythologischen und machtpolitischen Fragen werfen Einsteins Schriften auf? Das Engagement für kommunistische und anarchistische Utopien ließ Einstein an revolutionären Bewegungen teilhaben und im Spanischen Bürgerkrieg kämpfen. Wie kommen politische Gesinnung, Kritik am Regime und strategische Gedanken für eine kommende Gesellschaft in Einsteins Schriften und Interviews zur Geltung? Zu welchen Positionen der Kulturkritik findet Einstein gegenüber seiner Zeit? Wie hebt sich dieser Diskurs von dem eines „reactionary modernism“ (Jeffrey Herf 1984) der Weimarer Republik ab, worin auch Fusionen von Antimodernismen und modernster Ästhetik sowie Technologie auszumachen sind?

d) Globalität
Carl Einstein als ‚Kosmopolit’: Zu Einsteins Lebzeiten prägten Begriffe wie „Weltkunst“ oder „ars una“ (von der Heydt) einen frühen, modernen Aufbruch in eine gleichberechtigte Rezeption von Kunstwerken und Artefakten aus der ganzen Welt. Welcher Universalitätsanspruch steckte hinter diesem proto-globalisierten Blick auf transkulturelle Einflüsse in der Kunst und welche Vergleichbarkeiten gibt es mit dem heutigen Diskurs einer „Global Art“? Dabei spielen die Kolonialgeschichte und der europäische Imperialismus eine von Einstein erkannte wichtige Rolle. Vor dem politischen Aspekt sind aber Stilfragen in Einsteins Texten vorherrschend. Wie lässt sich die heutige globale Dimension der Kunsttheorie und der kuratorischen Praxis retrospektiv mit den Texten Einsteins vergleichen, der sich auf die „Entdeckung“ außereuropäischer Kunst und Kulturen bezog? Wie reflektieren aktuelle Ausstellungen das Erbe Carl Einsteins in der Kunstgeschichte?

Zu den genannten Schwerpunkten der Tagung bitten wir etablierte und NachwuchswissenschaftlerInnen um Beiträge. Dabei können literaturwissenschaftliche, kunsthistorische, linguistische, soziologische und kulturwissenschaftliche Ansätze nutzbar gemacht werden. Erwünscht sind ausdrücklich Präsentationen zu einer internationalen Perspektive aus jedweder Fachdisziplin.
Der Umfang der Vorträge sollte nicht länger als 30 Minuten sein. Daran wird sich jeweils eine kurze Diskussion anschließen. Abstracts im Umfang von max. 3000 Zeichen und ein kurzes Curriculum werden bis zum 8. Februar 2016 erbeten. Bitte senden Sie Ihr Abstract an folgende Emailadresse: carleinstein2016@gmail.com. Vortragssprachen sind Deutsch, Englisch und Französisch.

Die Teilnahme am Carl-Einstein Kolloquium ist kostenlos. Um Teilnahme-Anmeldung – auch ohne eigene Präsentation – wird gebeten. Für die ReferentInnen werden jeweils die Reise- und Übernachtungskosten übernommen, vorbehaltlich einer erfolgreichen Drittmittelbeschaffung durch das Tagungsorganisationsteam.
Das Programm wird voraussichtlich Mitte Mai 2016 bekanntgegeben.

Organisation und Kontakt:
Maria Männig : asmmaennig@hfg-karlsruhe.de
Sebastian Baden: sbaden@hfg-karlsruhe.de
Wissenschaftliche Mitarbeitende in Kunstwissenschaft & Medientheorie
Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe/Karlsruhe University of Art and Design
Lorenzstraße 15, D-76135 Karlsruhe
http://www.hfg-karlsruhe.de

Die Carl-Einstein Gesellschaft/Societé Carl Einstein e.V.
Aktueller Vorstand: Dr. Nicola Creighton (Trinity College Dublin); Dr. Andreas Michel (Rose-Hulman Institute of Technology, Terre Haute); Prof. Dr. Hubert Roland (F.R.S./FNRS – Université catholique de Louvain).
hubert.roland@uclouvain.be
http://www.carleinstein.org/gesellschaft

The writer, art critic, exhibition organizer, and political activist Carl Einstein (1885-1940) spent his early years, from 1888 to 1904, in Karlsruhe. Between 1905 and 1928 he lived in Berlin and later in Paris, before joining the Spanish Civil War in Catalonia in 1936.
The reception of Carl Einstein’s work is considered something of an insiders’ feat. Although he was a contemporary critic and promoter of modernist art and a close friend of Franz Pfemfert (Die Aktion), the gallerist Daniel-Henry Kahnweiler, and the artist Georges Braque among others, his publications and manuscripts have been rediscovered only relatively recently. In his hometown Karlsruhe, a commemorative culture concerning Carl Einstein is still missing. The writer represents in exemplary fashion the expulsion of the intellectual Jewish elite in Germany in the first half of the 20th century. Einstein is regarded as a “prophet of the avant-garde”, as revolutionary in literature and politics, but has also been called “half-forgotten”. His precarious life, and his suicide during his flight from the Nazi regime, remain complicating factors in the search for traces of his literary remains.
Thanks to the extensive research work undertaken over the past thirty years, Carl Einstein’s name and works have been canonized in art historiography. His work continues to offer new insights, however. His poetry, art criticism and prose bear witness to the classical modern period. In the inter-war years he became an influential mediator for the cultural transfer between Paris and Berlin and as an author he shaped a specific language for modern art.
In 1912 Einstein published Bebuquin oder die Dilettanten des Wunders. This text was conceptualized as an anti-novel; as such it anticipated Dada and Surrealism. His essay Negerplastik, which opened a new perspective on so-called Primitive Art, appeared in 1915, succeeded in 1926 by a very successful survey of modern art, entitled Die Kunst des XX. Jahrhunderts. At that time it was customary that mainly non-academics wrote about contemporary art. As an art critic wielding a sharp pen, Carl Einstein accompanied relevant movements of contemporary art, such as Expressionism, Cubism, Constructivism, and Surrealism, and was an influential figure within the German art scene of the 1920s. Einstein’s work comprises literary essays and texts of art criticism, studies of art history and art historiography, letters and interview recordings that reveal both the tension of his epoch and his individual expression.

The University of Art and Design Karlsruhe (HfG), the Center for Art and Media Karlsruhe (ZKM), the Literary Society Karlsruhe and the Carl Einstein Society will host a conference on Carl Einstein in November 2016, to be held for the first time in the town of his youth. The conference asks about the potential of Einstein’s writing, his contemporary influences and the aftermath of his work in literature and art history. It was thirty years ago, in 1986, that Klaus H. Kiefer organized the first symposium on Einstein in Bayreuth. The anthology Historiographie der Moderne (2016) sheds light on Carl Einstein, Paul Klee and Robert Walser, their works and the history of their literary reception, as exemplary objects of a transnational and intermedial art historiography. We would like to evaluate the latest research approaches towards Einstein’s prose and his relations to art and politics. Contributions should deal with the following topics:

a) Autobiography and Individual Style
Carl Einstein as poet and autodidactic writer: the colloquium aims to focus on the autobiographical texts by Carl Einstein, particularly the fragmentary text, Beb. II, which to date has largely been neglected by scholarship. With regard to the venue, the question of a “repressed Karlsruhe avant-garde” could be raised. Where are the points of references to other, similar autobiographies? Which influential readings and which contemporary authors can be compared to Carl Einstein’s different creative periods? How can aesthetic, political and philosophical terms be traced in the biography of Einstein’s work? What is the nature of the translation problems, e.g. between the German and the French versions, the history of literary reception has to deal with? How does Einstein’s personality appear in his correspondence and where can we track changes?

b) Art Criticism
Carl Einstein as art critic from a contemporary perspective: What rhetoric does Einstein apply to address protagonists in the contemporary art scenes of Berlin and Paris; how does he support or reject particular art movements? Which concerns mark Einstein’s writings about European and Non-European art and how does he argue? How differently has Einstein’s critique been received by gallerists, art historians or museum executives? Against the background of a much-touted “crisis of critique” the question of how to write the history of artistic modernity may be productively reiterated.

c) Ideology
Carl Einstein as ideologist: His critique of the individual in Die Fabrikation der Fiktionen as well as the longing for collectivity that was rooted in the avant-garde movements up to the 1930s require a rigorous examination. How far did avant-garde merge with anti-modernisms? Which questions of mythology and power do Einstein’s writings pose? His support for communist and anarchist utopias saw him join revolutionary movements, e.g. the Republican forces of the Spanish Civil War against the fascist allies. In which form do political concerns, critique of the regime, and strategic proposals for a future society appear in Einstein’s texts and interviews? To which contemporary, i.e. early-twentieth-century, positions of cultural criticism does Einstein relate? How can this discourse be distinguished from the “reactionary modernism” (Jeffrey Herf 1984) of the Weimar Republic, where entanglements of anti-modernisms and modernist aesthetics and technology may also be found?

d) Globalization
Carl Einstein as ‘cosmopolitan’: In Einstein’s lifetime terms like “world art” or “ars una” (von der Heydt) tell of an early modernist struggle for an equal reception of artworks and artifacts from all over the world. Which universal approach lies behind such a proto-globalized gaze upon transcultural relations within the arts and is there a valid comparison with the contemporary discourse of “global art”? The history of colonialism and European imperialism play an important role in the discussion, as Einstein was already aware. But prior to any political aspect, style and rhetoric are predominant in Einstein’s publications. How can the contemporary global dimension of art theory and curatorial practice be retrospectively compared with Einstein’s perspective and his ‘discovery’ of non-European art and culture? How have recent exhibitions reflected on the legacy of Carl Einstein in art history?
We invite established and junior researchers to submit proposals relating to the topics of the colloquium mentioned above. All approaches - literary, art historical, linguistic, sociological or cultural studies - are welcome. We explicitly invite presentations from an international perspective and from a diversity of research disciplines.
Presentations should not exceed 30 minutes. A discussion will follow each paper. Conference languages are German, English, and French. Please send abstracts of max. 3000 characters and a short CV by February 8th, 2016 to the following email address: carleinstein2016@gmail.com.
There is no conference fee. However, we ask all participants – including those not presenting – to register. The presenters will be reimbursed for their travel-expenses, subject to a successful bid for conference funding.
We plan to provide a final programme in May 2016.

Organization and contact:
Maria Männig: asmmaennig@hfg-karlsruhe.de
Sebastian Baden: sbaden@hfg-karlsruhe.de
Research associates in the department of Art Research and Media Theory at Universty of Arts and Design Karlsruhe, Lorenzstraße 15, D-76185 Karlsruhe
http://www.hfg-karlsruhe.de

Carl-Einstein Society/ Societé Carl Einstein e.V.
Current committee: Dr. Nicola Creighton (Trinity College Dublin); Dr. Andreas Michel (Rose-Hulman Institute of Technology, Terre Haute); Prof. Dr. Hubert Roland (F.R.S./FNRS – Université catholique de Louvain).
hubert.roland@uclouvain.be
http://www.carleinstein.org/gesellschaft

Le poète, critique d’art, faiseur d’expositions et activiste politique Carl Einstein (1895-1940) a grandi à Karlsruhe de 1888 à 1904. Il vécut à Berlin de 1905 à 1928, et ensuite à Paris, avant de s’engager en Catalogne dans la Guerre Civile Espagnole en 1936. La réception de l’œuvre de Carl Einstein demeure aujourd’hui essentiellement une affaire de spécialistes, et ce en dépit du fait qu’il fut un critique et promoteur de l’art le plus moderne de son époque, notamment lié d’amitié avec Franz Pfemfert (Die Aktion), le galeriste Daniel-Henry Kahnweiler ou l’artiste Georges Braque. En réalité, ses textes publiés et inédits ne furent redécouverts que fort tard. Et à Karlsruhe, sa première ville d’accueil, il n’existe aucune culture du souvenir d’Einstein. Si cet écrivain, dont le destin est significatif de la répression d’une élite intellectuelle juive en Allemagne dans la première moitié du 20e siècle, est vu comme un « prophète des avant-gardes », révolutionnaire en littérature et en politique, on le considère également comme un « semi-oublié », après que son existence précaire et son suicide dans sa fuite des Nazis aient rendu la recherche des traces de son œuvre pénible et difficile par la suite. Depuis lors, les recherches sur la personne et l’œuvre d’Einstein l’ont certes quelque peu canonisé comme un classique de l’écriture de l’histoire de l’art. Mais cette œuvre fournit toutefois en permanence prétexte à de nouvelles découvertes. Sa poésie, mais aussi ses textes en prose et sa critique d’art, témoignent par excellence d’une époque de la modernité au sein de laquelle il figure parmi les influents médiateurs du transfert culturel entre Paris et Berlin, tandis qu’il contribua également à façonner le langage de l’art moderne.
En 1912, Einstein publia Bebuquin ou les dilettantes du miracle. Ce texte, conçu comme « anti-roman », anticipait Dada et le surréalisme. Grâce à sa Negerplastik, parue en 1915, Einstein élargit les perspectives d’une esthétique de l’art dit primitif. Et en 1926, la première édition de sa synthèse sur L’Art du XXe Siècle contribua avec succès à ce que l’écriture de l’histoire de l’art de son temps soit rendue accessible à des cercles non-académiques. En tant que critique d’art à la plume acérée, Einstein fut un compagnon de route de l’expressionnisme, du cubisme, du constructivisme et du surréalisme, de même qu’une des figures marquantes de la scène allemande de l’art des années 1920. Son œuvre englobe des écrits littéraires et scientifiques, mais aussi des lettres et des notes d’interview qui offrent un témoignage privilégié sur son époque.
La Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (HfG), le Zentrum für Kunst- und Medientechnologie Karlsruhe (ZKM), la Société Littéraire de Karlsruhe et la Carl-Einstein-Gesellschaft/Société Carl Einstein organisent pour la première fois un colloque Carl Einstein dans la ville de jeunesse de l’auteur. On y interrogera les potentiels multiples de l’écriture d’Einstein, les influences sur ses contemporains et les répercussions de ses travaux sur l’histoire de l’art et de la littérature. Trente ans après l’organisation du premier colloque Einstein à Bayreuth par Klaus H. Kiefer et à la suite immédiate de la publication de l’ouvrage Historiographie der Moderne (2016) – qui envisage les œuvres et la postérité de Carl Einstein, Paul Klee et Robert Walser comme les objets exemplaires d’une nouvelle historiographie de l’art transnationale et intermédiale – nous souhaitons évaluer les impulsions les plus actuelles des recherches sur Einstein, en particulier sur la diversité de sa prose et sur ses relations entre l’art et la politique.
Les axes de travail suivants seront privilégiés :

a) Autobiographie et style individuel
Carl Einstein comme autodidacte poétique et littéraire: Une des thématiques principales du colloque porte sur les textes autobiographiques de Carl Einstein, notamment son fragment « Beb II », qui pose encore de nombreuses questions pour la recherche. En lien avec une réflexion relative au lieu du colloque, on posera la question (refoulée) d’une « avant-garde de Karlsruhe ».
Peut-on établir des points de comparaison entre « Beb II » et d’autres (auto-)biographies ? Quelles sont les lectures et les possibles influences des auteur(e)s de son temps qui pourraient offrir des angles de comparaison avec les différentes périodes de création de l’œuvre d’Einstein ? Qu’en est-il des concepts esthétiques, politiques et philosophies qu’on peut reconnaître dans la biographie de l’œuvre de l’auteur ? Quels sont les problèmes de traduction, concernant par exemple les versions allemandes et françaises de ses textes, auxquels l’histoire de la réception doit faire face ? Quels aspects de la personnalité d’Einstein sont-ils portés dans ses correspondances et où peut-on y percevoir des changements ?

b) Le critique d’art
Carl Einstein comme critique d’art du point de vue de ses contemporains : Quels sont les moyens rhétoriques grâce auxquels le critique d’art Einstein s’est profilé au sein du marché de l’art et sur certaines scènes dans le Berlin et le Paris de son époque ? Comment s’adresse-t-il aux personnes qui font l’art ? Quels intérêts caractérisent-ils les écrits d’Einstein sur l’art européen et extra-européen ? Comment ceux-ci sont-ils formulés et comment ses critiques d’art furent-elles perçues différemment par les artistes, les galeristes, les historiens d’art, les responsable de musées ? Eu égard à cette « crise de la critique » qu’on évoque beaucoup actuellement, la question de savoir comment on écrit l’histoire de la modernité artistique mérite d’être posée à nouveau.

c) Idéologie
Carl Einstein comme idéologue: Sa critique de l’individu dans Die Fabrikation der Fiktionen, tout comme ses textes des années 1930 signifiant de nouvelles formes d’aspiration au « collectif » demandent une analyse rigoureuse. Jusqu’à quel point l’avant-garde a-t-elle pu fusionner avec les anti-modernismes ? Quelles questions, de nature mythologique mais aussi de politique du pouvoir, sont-elles esquissées dans les écrits d’Einstein? Son engagement pour des utopies communistes et anarchistes mena Einstein à participer à des mouvements révolutionnaires et à combattre dans la Guerre Civile Espagnole. Quelles convictions politiques, quelle critique du régime et quelles considérations stratégiques relatives à la société de demain se dégagent-elles des écrits et interviews d’Einstein ? Comment se positionne-t-il par rapport à la Kulturkritik de son époque et comment son discours se situe-t-il par rapport à un „reactionary modernism“ (Jeffrey Herf 1984) à l’œuvre dans la République de Weimar, avec ses accents amalgamant anti-modernismes, esthétique de l’ultra-modernité et technologie ?

d) Globalité
Carl Einstein comme « cosmopolite »: À l’époque d’Einstein, certains concepts intitulés « Weltkunst » ou « ars una » (von der Heydt) ont caractérisé un élan de la modernité dans le sens d’une réception conférant une même légitimité aux œuvres d’art et artéfacts en provenance du monde entier. Quelle exigence d’universalité était-elle présente derrière ce regard « proto-globalisant » sur les influences transculturelles et comment celle-ci peut-elle être comparée avec le discours actuel sur le « global art » ? L’histoire coloniale et l’impérialisme européen, deux matières bien maîtrisées par Einstein, jouent ici un rôle important, même si les questions de style dominent souvent dans ses textes par rapport aux aspects politiques. Comment mettre en lien la dimension globale de la théorie de l’art et des pratiques muséales de conservation aujourd’hui et les textes d’Einstein qui ont trait à la « découverte » de l’art extra-européen et des cultures qui le portent ? Comment les expositions actuelles reflètent-elles l’héritage de Carl Einstein dans l’histoire de l’art ?

Les organisateurs invitent aussi bien les chercheurs expérimentés que les jeunes chercheurs à contribuer aux volets thématiques du colloque, en se servant de méthodes empruntées à l’analyse littéraire, l’histoire de l’art, la linguistique, la sociologie ou les études culturelles. On insistera sur la nécessaire perspective internationale des présentations à l’intérieur de ces différents champs disciplinaires.

La durée des conférences est limitée à 30 minutes, auxquelles s’ajoute systématiquement une courte discussion. Un abstract de max. 3000 signes et un curriculum bref sont demandés pour le 8 février. Nous vous emprions d’ envoyer votres documents à l’adresse suivante : carleinstein2016@gmail.com. Les langues du colloque sont l’allemand, l’anglais et le français.
La participation au colloque Carl Einstein est gratuite. Une inscription est demandée, y compris pour les participants qui ne présentent pas d’exposé. Les frais de voyage et d’hôtel des conférenciers seront pris en charge, sous réserve du succès dans la recherche de subsides par l’équipe organisatrice. Le programme du colloque sera communiqué vers la mi-mai.

Organisation et contakt:
Maria Männig : asmmaennig@hfg-karlsruhe.de
Sebastian Baden: sbaden@hfg-karlsruhe.de
Assistants de recherche à l’Institut pour l’étude de l’art et de la théorie des médias. Université de l’Art et du Design (HfG), Lorenzstraße 15, D-76135 Karlsruhe
http://www.hfg-karlsruhe.de

La Societé Carl Einstein e.V.
Présidence actuelle: Dr. Nicola Creighton (Trinity College Dublin); Dr. Andreas Michel (Rose-Hulman Institute of Technology, Terre Haute); Prof. Dr. Hubert Roland (F.R.S./FNRS – Université catholique de Louvain).
hubert.roland@uclouvain.be
http://www.carleinstein.org/gesellschaft
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://kunstwissenschaft.hfg-karlsruhe.de
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortKarlsruhe
Bewerbungsschluss08.02.2016
Beginn10.11.2016
Ende12.11.2016
PersonName: Maria Männig 
Funktion: Wissenschaftliche Mitarbeiterin 
E-Mail: asmmaennig@hfg-karlsruhe.de 
KontaktdatenName/Institution: Staatliche Hochschule für Gestaltung 
Strasse/Postfach: Lorenzstraße 15 
Postleitzahl: 76135 
Stadt: Karlsruhe 
Telefon: +49 (0)721 82032277 
E-Mail: asmmaennig@hfg-karlsruhe.de 
Internetadresse: https://www.hfg-karlsruhe.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch; Englisch
SchlüsselbegriffeSemiotik (Text und Bild); Sprache und Gesellschaft (Diskursanalyse, Ethnographie, Sprachkritik, Sprachplanung, Sprachpolitik); Stilistik / Rhetorik (inkl. Argumentationstheorie, Stilbegriff, Persuasionstheorie, politische Sprache, Werbesprache); Übersetzungswissenschaft; Literaturwissenschaft; Editionstheorie; Historische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte); Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Literatur 1880 - 1945; Literatur- u. Kulturgeschichte; Literatursoziologie; Rhetorik
Zusätzliches SuchwortKunstkritik
Klassifikation01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft > 01.08.00 Zu einzelnen Germanisten, Literaturtheoretikern und Essayisten; 02.00.00 Deutsche Sprachwissenschaft (in Auswahl) > 02.08.00 Stilistik; 02.00.00 Deutsche Sprachwissenschaft (in Auswahl) > 02.10.00 Sprache im 20. Jahrhundert. Gegenwartssprache; 02.00.00 Deutsche Sprachwissenschaft (in Auswahl) > 02.12.00 Deutsche Sprache im Ausland; 03.00.00 Literaturwissenschaft; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.05.00 Editorik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.07.00 Ästhetik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.08.00 Poetik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.08.00 Poetik > 03.08.03 Dichtung und Kunst; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.11.00 Übersetzung; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.13.00 Literaturkritik. Wertung; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.14.00 Literatursoziologie; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.16.00 Literarisches Leben; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.16.00 Literarisches Leben > 03.16.02 Schriftsteller; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945); 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.11.00 Expressionismus; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.12.00 Dadaismus; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.14.00 Literatur der NS-Zeit. 1933-1945; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.15.00 Exilliteratur; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.16.00 Gattungen und Formen > 17.16.05 Weitere Formen
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
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