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Ergebnisanzeige "An den Grenzen der Disziplinen – Auf dem Weg zu einer interdisziplinären Literaturwissenschaft?"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelAn den Grenzen der Disziplinen – Auf dem Weg zu einer interdisziplinären Literaturwissenschaft?
BeschreibungAn den Grenzen der Disziplinen
Auf dem Weg zu einer interdisziplinären Literaturwissenschaft?


Zeit: 15. bis 16. Januar 2016

Ort: Universität des Saarlandes, Campus C 9.3, Konferenzsaal R 1.17


Literaturwissenschaftler, die sich am Rand von Disziplinen bewegen, sind stets Grenzgänger. Dabei oszilliert ihre Arbeit zwischen zwei gegensätzlichen Polen: Die Grenzüberschreitung birgt einerseits Gefahren, weil sie ins Niemandsland führen kann oder andere Disziplinen das ›fremde‹ Territorium beanspruchen. Andererseits hat der Grenzgänger die Chance, als Pionier innovative Erkenntnisse zu produzieren, die sich dann in symbolisches Kapital überführen lassen. Die Aufeinanderfolge wissenschaftlicher turns in immer kürzer werdenden Abständen zeigt dabei gegenwärtig die Notwendigkeit auf, innovativ zu bleiben und transdisziplinär zu arbeiten.
Auf den ersten Blick mag verwundern, dass man in Zeiten, in denen Interdisziplinarität – einer globalwissenschaftlichen Orientierungshilfe gleich – als ›buzz word‹ omnipräsent ist, überhaupt noch Grenzen überschreiten kann. Beim genaueren Hinsehen zeigt sich jedoch, dass der eigentlich omnidirektional offene Wissenschaftsbetrieb eine Vielzahl impliziter wie expliziter Grenzen aufweist.
Denn während allerorten in den Geistes- und Kulturwissenschaften über ›travelling concepts‹ geredet wird, sind die Gegenstände der Nationalphilologien relativ gefestigt und werden von strengen Diskursregeln umhegt. Während also Theorien und Methoden wie selbstverständlich zwischen den Disziplinen wandern, bleibt den Gegenständen die gleiche Mobilität verwehrt.
Daran anschließend muss man sich fragen, mit welchen Argumenten die Trennung zwischen mobilen Konzepten und stabilen Gegenständen etabliert und aufrechterhalten wird. Wer darf welchen Gegenstand untersuchen, und mit welchen Argumenten beansprucht welche Philologie die (alleinige) Deutungshoheit über welchen Gegenstand? Welche Medien fallen in wessen Hoheitsgebiet? Wer ›darf‹ sich für Literatur, Comic, Film, Musik, Clips verantwortlich fühlen und diese erforschen? Diese Fragen verschärfen sich, wenn man berücksichtigt, wer für die wissenschaftliche Arbeit welche Methoden benutzen darf. Kann von einer festen Theorieheimat gesprochen werden und haben Methoden einen weiteren Bewegungsradius als die Theorien selbst?
Die Vorträge der Tagung geben Einblicke in laufende Projekte, die sich Theorien und Methoden fachfremder Disziplinen bedienen und diese für die eigenen Gegenstände operationalisieren. Sie reflektieren die sprachliche und/oder kulturelle Verankerung von Gegenständen und Theorien. Darüber hinaus sind arbeitspraktische Auseinandersetzungen mit Wissensbeständen aus anderen Disziplinen, wie etwa der Soziologie, der Psychologie, der Geographie, der Bildwissenschaften und der Biologie vertreten. Ergänzt wird dieser Blickwinkel durch kritische Bestandsaufnahmen bisheriger Konzepttransfers.


Eine Tagungsgebühr wird nicht erhoben. Interessierte sind herzlich eingeladen.


Freitag, 15. Januar 2016

9.00
Caroline Frank, Daniel Kazmaier, Katharina Meiser, Markus Schleich (Saarbrücken): 
Tagungseröffnung und Einführung
Audio-Lektüren
9.30-10.00
Elisabeth Hollerweger (Siegen): »Zukunft vorbye«? Musikalische Kriseninszenierungen als interdisziplinäre Herausforderung
10.00-10.30
Sascha Seiler (Mainz): Literaturwissenschaft und Popmusik
10.30-11.00
Anna Maria Olivari (Berlin): Musik und Literatur. Reflexionen einer Grenzgängerin

11.00-11.15
Pause

Didaktische Lektüren
11.15-11.45
Tom Klimant (Bayreuth): Spuren schöpferischer Schreibprozesse in den Handschriften Heiner Müllers und deren deutschdidaktisches Potenzial
11.45-12.15
Maxi Steinbrück (Paderborn): Kinder- und Jugendliteratur als Gegenstand erziehungs- und literaturwissenschaftlicher Forschung
12.15-12.45
Gudrun Marci-Boehncke, Ricarda Trapp (Dortmund): Mediatisierung im sanktionierten Kinder- und Jugendbuch. Ein Forschungsprojekt mit Lehramtsstudierenden

12.45-14.15
Mittagspause
Projektreflexionen
14.15-14.45
Fermin Suter/Mira Shah (Bern): Bericht aus dem Feld. Von den Problemen und Vorteilen interdisziplinärer Literaturwissenschaft am Beispiel eines Projekts
14.45-15.15
Michael Mayer (Bayreuth): „Vorher passiv, nachher passiv“? Wendeliteratur im interdisziplinären Kontext

15.15-15.30
Pause

Naturwissenschaftliche Lektüren
15.30-16.00
Sabine Zubarik (Erfurt): Von Texten am Doppelspalt und superpositionierten Romanen. Wie sinnvoll sind physikalische Strukturmodelle für die literarische Analyse?
16.00-16.30
Angela Gencarelli (Lüneburg): Erzählen und Wissen. Überlegungen zur Übertragung narratologischer Ansätze auf naturwissenschaftliche Texte

16.30-16.45
Pause
Theoretisierungen des Lesens
16.45-17.15
Raphaela Knipp (Siegen): Literaturrezeption praxeologisch. Wie erforscht man als Literaturwissenschaftler Leserpraktiken?
17.15-17.45
Malte Lorenzen (Burg): Eine rezeptionswissenschaftliche Begründung interdisziplinärer Literaturwissenschaft
17.45.-18.15

Doris Pichler (Graz): Das interdisziplinäre Potential des literaturwissenschaftlichen Textbegriffs


Samstag, 16. Januar 2016
Eröffnungsvortrag
9.00-9.45
Romana Weiershausen (Saarbrücken): „Fachkulturtransfer?“ Die Germanistik als Gegenstand der border studies

9.45-10.00
Pause
An den Grenzen der Künste
10.00-10.30
David-Christoper Assmann (Frankfurt a.M.): An den Grenzen der Lesbarkeit. Müll, Metonymie, Metapher
10.30-11.00
Julia Nantke (Wuppertal): An den Grenzen der Künste. Zur Notwendigkeit einer transdisziplinären Herangehensweise bei der Untersuchung des literarischen Werks von Kurt Schwitters
11.00-11.30
Erik Schilling (München): Liminalität und Literatur. Konzept, Transfer, Anwendung

11.30-11.45
Pause

Soziologisch-philosophische Lektüren
11.45-12.15
Matthias Rath (Ludwigsburg): Auch ein Echolot. Autobiographische Schnipsel als Daten einer Theorie nationaler Identität
12.15-12.45
Annemarie Matthies (Halle): Black boxes und blinde Flecken. Wissen, Erzählung und Fiktion im Spiegel soziologischer Erkenntnisinteressen
12.45-13.15
Philipp Sammel (Saarbrücken): Kampf zwischen Könnenskörpern. Körper- und sportsoziologische Perspektiven auf die literarische Darstellung des Boxens

13.15-14.15
Mittagspause

Neue Perspektiven für die Philologien
14.15-14.45
Ulrike Wagner (Berlin): Zwischen Anthropologie, Theologie und bildender Kunst. Goethes, Herders und Winckelmanns philologische Praktiken
14.45-15.15
Jana-Katharina Mende (Vechta): Begriffsgeschichte als Problemfeld und Grundlage komparatistischer Forschung

15.15-15.30
Pause

15.30-16.00
Mike Rottmann (Jena): Philologie und/oder Ideengeschichte? Möglichkeiten und Grenzen einer "interdisziplinären Wiedervereinigung" in der Literaturwissenschaft
16.30-17.00
Mirco Limpinsel (Stuttgart): Gegenstand und Methode in den Literaturwissenschaften

17.00
Abschlussdiskussion und Tagungsende


Organisation und Kontakt:

Dr. Caroline Frank
Mitarbeiterin »Neuere Dt. Literaturwiss./Medienwissenschaft«, Fon +49 (0) 681 / 302 57434, c.frank@mx.uni-saarland.de

Dr. des. Daniel Kazmaier
Mitarbeiter »Frankophone Germanistik«, Fon +49 (0) 681 / 302 4514,
daniel.kazmaier@uni-saarland.de

Dr. Katharina Meiser
Mitarbeiterin »Neuere Deutsche Philologie und Literaturwissenschaft«, Fon +49 (0)681 / 302 2356, k.meiser@mx.uni-saarland.de

Markus Schleich, M.A.
Mitarbeiter »Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft«, Fon +49 (0)681 / 302 2825,
markus.schleich@uni-saarland.de

Tagungswebseite:
www.uni-saarland.de/tagung_grenzen
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.uni-saarland.de/tagung_grenzen
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortSaarbrücken
Beginn15.01.2016
Ende16.01.2016
PersonName: Markus Schleich 
Funktion: Organisator 
E-Mail: markus.schleich@uni-saarland.de 
KontaktdatenName/Institution: Markus Schleich / Lehrstuhl für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft 
Strasse/Postfach: Universität Campus, Geb. C5.3 Raum 4.12 
Postleitzahl: 66123 
Stadt: Saarbrücken 
Telefon: 0681 / 302 2825 
E-Mail: markus.schleich@uni-saarland.de 
Internetadresse: www.uni-saarland.de/tagung_grenzen 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Erzähltheorie; Genderforschung; Geschichte der Germanistik; Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Leserforschung; Literatur- u. Kulturgeschichte; Literaturdidaktik; Literaturpsychologie; Literatursoziologie; Literaturtheorie: Klassiker; Literaturtheorie: Themen; Medien- u. Kommunikationsgeschichte (Hand-, Druckschrift, Film, Rundfunk, Computerspiel usw.); Medien- u. Kommunikationstheorie; Motiv- u. Stoffgeschichte; Rhetorik; Stilistik
Klassifikation01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft; 02.00.00 Deutsche Sprachwissenschaft (in Auswahl); 03.00.00 Literaturwissenschaft; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.04.00 Methodik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.07.00 Ästhetik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.08.00 Poetik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.08.00 Poetik > 03.08.02 Dichtung und Sprache; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.08.00 Poetik > 03.08.03 Dichtung und Kunst; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.08.00 Poetik > 03.08.04 Dichtung und Musik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.12.00 Interpretation. Hermeneutik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.13.00 Literaturkritik. Wertung; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.14.00 Literatursoziologie; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.15.00 Literatur und Medien; 04.00.00 Allgemeine Literaturgeschichte; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945); 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
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