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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "lyrik.markt.heute. Über den Warenwert von Gedichten"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
Titellyrik.markt.heute. Über den Warenwert von Gedichten
BeschreibungXXI. Mainzer Kolloquium

lyrik.markt.heute. Über den Warenwert von Gedichten

Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Mainzer Institut für Buchwissenschaft
Alte mensa, Atrium Maximum

Freitag, 29. Januar 2016

PROGRAMM


Lyrik wohin man blickt. Seit Jan Wagner den Preis der Leipziger Buchmesse für einen Gedichtband erhielt, ist die Gattung in aller Munde. Aber ein Markt für Lyrik? Gilt sie doch eher als marktfern. Auch äußern Dichterinnen und Dichter, sie trügen ihre Waren ungern zu Markte. Andererseits ist Koketterie Teil des Geschäfts – eines zugegeben schwer kalkulierbaren Geschäfts. Wie dem auch sei: Longseller wie Erich Kästners Lyrische Hausapotheke sind keine Seltenheit. Und immer wieder begegnet man lyrischen Titeln auf den oberen Plätzen der Verkaufslisten. Die Poetry-Slammerin Julia Engelmann hat mit zwei Bänden Lyrik jüngst Beachtliches erreicht. Es ist daher höchste Zeit, die Ökonomie der Lyrik ernst zu nehmen und zu fragen, wie marktgerechte Gedichte produziert, gestaltet, beworben, subventioniert und verlegt werden.



9:30
STEPHAN FÜSSEL: Grußworte des Institutsleiters


9:45
ALEXANDER NEBRIG: Theorie des lyrischen Warenwerts

Der ökonomische Wert lyrischer Texte wird mehr noch als der von anderen belletristischen Formen durch symbolisches Kapital generiert. Warenwerte von Gedichten werden von kleinen Kreisen, in intimer Kommunikation, in Zeitschriften oder den sozialen Medien des Internets vorbereitet. Die Beobachtung, dass marktferne Formen wie Manuskriptbücher, Samisdat-Lyrik oder Privatdrucke, blogs, twitter-Meldungen der eigentlichen Feilbietung auf dem Markt vorausgehen, gibt Anlass, den Lyrikmarkt weniger als Ort akuter Nachfrage und Bedürfnisbefriedigung denn als Schauplatz zu verstehen, auf dem mediale Aufmerksamkeit monetär belohnt wird.


10:15
DIRK VON PETERSDORFF: Einige Überlegungen zum Umfang, zur Struktur und zur Gestaltung von Gedichtbänden

Üblicherweise schreiben Autorinnen und Autoren über einen längeren Zeitraum hinweg Gedichte, die sie dann als Buch veröffentlichen. Vor dem Erscheinen müssen Autor und Verlag aber einige Entscheidungen treffen. Zu klären sind der Umfang der Gedichtsammlung, die Anordnung der Gedichte innerhalb des Bandes sowie die Gestaltung des Buches. Anhand von drei Beispielen sollen die damit einhergehenden Fragen sowie Antwortmöglichkeiten erläutert werden. Es wird um Goethes von ihm selbst zusammengestellte Gedichtsammlungen und die dort vorgenommene Bildung von Gedichtgruppen gehen, um die vielleicht konsequente Gestaltung von Gedichtbänden durch Stefan George sowie anhand einiger später Veröffentlichungen Gottfried Benns um die Frage nach dem Mindestumfang von Gedichtbänden.


11:00 Kaffeepause


11:30
HOLGER PILS: Lyrikförderung und Lyrikmarkt

Die schwache Marktposition der Lyrik lässt vermuten, dass sie stärker auf Förderung angewiesen ist als andere Gattungen. Möglicherweise wird sie auch als förderungswürdiger angesehen. Gefragt werden soll beispielhaft und praxisnah, welche Rolle öffentliche oder mäzenatische Förderung (der Autoren und der Vermittlung) für die Positionierung von Lyrik am Markt spielen kann und wie sich die vielfältige Förderung auf das Ansehen der Gattung und die Selbstwahrnehmung der Lyriker auswirkt. Ein Beispiel ist die Fördertätigkeit der Stiftung Lyrik Kabinett. Ein anderes die Verleihung des Preises der Leipziger Buchmesse an Jan Wagner. Sie steigert individuellen »Marktwert« und schafft außerdem Aufmerksamkeit für die Gattung. Die Reaktionen auf die Preisverleihung reflektieren das hartnäckige Braunkohle-Image der vermeintlich subventionssüchtigen Lyrik bei gleichzeitig aktuellem Boom.


12:15
THEDEL VON WALLMODEN: Summa summarum. Über das Verlegen von Gedichten

Gebundene Sprache steht am Anfang aller Literatur. Deshalb ist es nicht überraschend, dass sich jeder Literaturverlag mit den Fragen auseinandersetzen muss, die das Verlegen von Lyrik aufwirft. Dabei unterscheiden sich die Editionen kanonischer Werke der Dichtung von kritischen oder hybriden Editionen und Gesamtausgaben von abgeschlossen vor liegenden lyrischen Lebenswerken, und diese unterliegen wiederum anderen Bedingungen als Gedichtbände von Autorinnen und Autoren der Gegenwart. Es werden die »Probleme der Lyrik« zwischen Barthold Heinrich Brockes und dem kürzlich erschienenen Band »Lyrik von Jetzt 3« unter den Gesichtspunkten der Programmgestaltung ebenso wie der Verlagsökonomie diskutiert.


13:00 Gemeinsame Mittagspause im Vortragsraum


13:45
DANIELA SEEL: Das amortisiert sich nicht

Dass eine*r etwas zu sagen hat, sich einer Sache gewidmet und mich dem zu widmen sich lohnt. Erwartungen, Adressierungen, Aufmerksamkeit, Ökonomie. Was ich aufbringe, investiere. Arbeit, Liebe, Persistenz, Begehren, Zorn. Mich hineinzustellen in die
verdichtete Leere. Gottlosigkeit. Dass Sprache mir nicht gehört und keinem, dass sie durch Körper hindurchgeht, sie rekollektiviert. Dass Sprache Kollektiv ist. Dass ich – mir, dir, uns – etwas aufwende, etwas wie Zeit. Wie Fiktives Realitäten speist. Sie zu teilen. In Anwesenheit. Rede, Verantwortung. Arbeit, Liebe, Persistenz, Begehren, Zorn. Und wer zahlt, wer bildet Staat? Dass es Vertrauen braucht, dass wir einbringen, was wir braucht.


14:30
MICHAEL KRÜGER: Warum gibt es und was machen eigentlich Dichter?

Lyrik? das liest doch kein Mensch! Wer sich unterscheiden will von »Mensch«, der liest sie eben doch.



15:00 Schlussdiskussion


Eine Tagungsgebühr wird nicht erhoben; aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung im Sekretariat des Instituts für Buchwissenschaft gebeten:
– per Brief: Johannes Gutenberg-Universität
Institut für Buchwissenschaft, 55099 Mainz
– per Fax: (061 31) 39-2 54 87
– per E-Mail: sekretariat-buchwissenschaft@uni-mainz.de
– telefonisch: (061 31) 39-2 25 80


Mit freundlicher Unterstützung durch den Verein der Freunde des Instituts für Buchwissenschaft, die Gutenberg-Gesellschaft und den Börsenverein des Deutschen Buchhandels
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortMainz
Beginn29.01.2016
Ende29.01.2016
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/51936

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