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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "READing Violence: Ambivalenzen der Gewalt"
RessourcentypCall for Papers
TitelREADing Violence: Ambivalenzen der Gewalt
BeschreibungTagung: READing Violence: Ambivalenzen der Gewalt


Call for Papers
Datum der Tagung: 24.-26. Oktober 2016
Veranstaltungsort: Universitat de València (Spanien)


Ästhetische Diskurse in literarischen Texten und anderen künstlerischen und medialen Ausdrucksformen besitzen die Fähigkeit, versteckte Beziehungen zwischen verschiedenen Ausformungen von Gewalt offen zu legen und Handlungen überhaupt erst als gewaltsam zu entlarven. Dabei können durch ästhetische Prozesse, wie beispielsweise sprachliche Ausdifferenzierungen, diese Gewaltdiskurse verarbeitet sowie eine Verbindung mit Kategorien von Makrogewalt sinnproduzierend hergestellt werden. Die vielschichtigen und vielseitigen Beiträge der Gewaltforschung in den letzten Jahrzehnten haben den Bereich unterschiedlich abgesteckt. Dabei wurde Gewalt oftmals vor allem als abweichendes Verhalten definiert und Mikrodimensionen, Doppeldeutigkeiten und ambivalente Aspekte nicht ausreichend beachtet. Somit wird einer ‚Naturalisierung‘ der Gewaltphänomene Vorschub geleistet, was zur Folge hat, dass feine Unterschiede und potentielle, sich im Verborgenen formierende Konfliktherde nicht in den Blick geraten. Die Tagung „READing Violence: Ambivalenzen der Gewalt“ will diesen bislang vernachlässigten Aspekt fokussieren und damit zu einer Ausdifferenzierung des Gewaltbegriffs beitragen.
Aufgabe und Inhalt der Tagung ist es, unterschiedliche Wahrnehmungsformen von Gewalt in ästhetischen Ausdrucksformen wie Literatur, Film aber auch vermehrt in digitalen Medien aus einer interdisziplinären, inter- und transnationalen Perspektive zu untersuchen. Zum einen soll das destabilisierende Potential der literarischen und allgemeinen ästhetischen Ausdrucksformen untersucht und zum anderen die Frage aufgeworfen werden, inwiefern ästhetische Prozesse selbst Duplikatoren und Produzenten von Gewalt sind.

A. Beitragsvorschläge für folgende thematische Schwerpunktsetzungen sind erwünscht.

1) Mediale Phänomene der Gewalt

Diese Sektion wird die Spannung zwischen Medien und Gewalt beleuchten, wobei sowohl explosive Formen der Gewalt (z.B. Kriegsdarstellungen, Tortur, Massaker, Terror) und implosive Gewaltausdrücke (Freiheitsverlust, Verlust von Ambiguität) zentrale Rollen spielen. Beitragsvorschläge können zum einen in historischer Perspektive (Moderne, Zeitschwellen vor dem Ersten und Zweiten Weltkrieg) mediale Phänomene und Einschnitte beleuchten. Zum anderen sind auch Fokussierungen auf die medienspezifische Gewaltdarstellung in Literatur, Film und anderen Künsten sowie neue Formen immanenter Gewalt in digitalen Medien möglich.


2) Phantome der Gewalt: Individuelle und kollektive Erinnerungen von Gewalt

Diese Sektion untersucht die Verzahnung der Erinnerungen von Tätern und Opfern in der deutschsprachigen Literatur, aber auch im Vergleich zu anderen Literaturen in Hinblick auf den Aspekt der Gewalt. Untersucht werden können u.a. a) die Repräsentation von nationalsozialistischer, franquistischer oder diktatorischer Gewalt als Paradigma für asymmetrische Gewaltausübung, die den Opfern Menschwürde und jegliche (physische, psychologische, soziale) Integrität untersagen; hierbei soll der Rolle von Frauen als Täterinnen besondere Beachtung geschenkt werden; b) Diskurse über Gewalt als Paradigma einer gemeinsamen europäischen Geschichte, die koloniale, rassistische, ideologische und politische Gewalt verbindet; c) Diskurse von Schuld und Gedächtnis/Erinnern in den verschiedenen vertretenen Ländern in ihrer jeweiligen spezifischen Konstellation.


3) Diskurse der Gewalt nach 1989/1990

Nach einer friedlichen Revolution, dem Fall der Mauer und des Eisernen Vorhangs haben sich die politischen Grenzen und Machtverhältnisse neu organisiert. Neue diskursive Muster und Interdependenzen sind entstanden und wirken auf das persönliche sowie kollektive Gedächtnis. Diese Sektion beleuchtet, wie die Produktion neuer Mechanismen von Einbezug und Ausgrenzung, die Legitimierung von Gewaltdiskursen, den Stellenwert von Autorität, besonders in der literarischen Produktion seit 1990 ihren Niederschlag gefunden haben. Besonders geeignet sind hier u.a. inter- und transkulturelle Gegenwartsliteraturen sowie Perspektiven einer neuen deutsch-deutschen Realität und Literatur.


B. Nachwuchsworkshop:

Zur besonderen Einbindung von Master-KandidatInnen, DoktorandInnen und PostDocs soll der letzte Teil der Tagung einer Sektion zur „Nachwuchsförderung – Diskussion von Forschungsvorhaben aus den verschiedenen Ländern“ gewidmet sein, die die bei der Tagung vertretenen Themenkreise beinhalten und zu der alle TeilnehmerInnen eingeladen sind. NachwuchswissenschaftlerInnen werden die Möglichkeit haben, ihre Projekte in kleineren thematischen Gruppen vorzustellen und danach unter der Leitung von zwei MentorInnen zu diskutieren. Die Projekte (8-10 Seiten) werden den MentorInnnen im Voraus zur Verfügung gestellt.

Für NachwuchswissenschaftlerInnen können begrenzt Reise- und Aufenthaltsstipendien (DAAD-Pauschalen) vergeben werden. Für Informationen hierzu wenden Sie sich bitte per E-Mail an: READ2016@uv.es

Die Veranstaltung wird im Rahmen des Programms „Hochschuldialog mit Südeuropa“ vom DAAD aus Mitteln des Auswärtigen Amts (AA) gefördert. Die Tagungssprache ist Deutsch, einzelne Vorträge können auf Spanisch oder Englisch gehalten werden. Eine Veröffentlichung der Beiträge ist geplant.

Vorschläge für Vorträge von 20 Minuten (plus 10 Minuten Diskussion) und Abstracts für Projekte (Nachwuchsworkshop), jeweils max. 400 Wörter, senden Sie bitte mit einer kurzen biographischen Angabe und der Zuordnung zu einem der thematischen Schwerpunkte an: READ2016@uv.es
Einsendeschluss ist der 15. Februar 2016.
Bis Ende März 2016 werden Sie über die Entscheidung des Auswahlkomitees informiert.

Veranstalterinnen
Prof. Dr. Dagmar von Hoff (Johannes Gutenberg-Universität Mainz)
Prof. Dr. Brigitte Jirku (Universitat de València)
Lena Wetenkamp, M.A. (Johannes Gutenberg-Universität Mainz)
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.uv.es/filoangal
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortValencia (Spanien)
Bewerbungsschluss15.02.2016
Anmeldeschluss24.10.2016
Beginn24.10.2016
Ende26.10.2016
PersonName: Brigitte Jirku 
Funktion: Prof. Dr. 
E-Mail: brigitte.jirku@uv.es 
KontaktdatenName/Institution: Universitat de València 
Strasse/Postfach: Avda. Blasco Ibañez, 32 
Postleitzahl: 46010 
Stadt: Valencia 
Telefon: 0034 963864262 
Fax: 0034 963864161 
E-Mail: brigitte.jirku@uv.es 
Internetadresse: www.uv.es/jirku 
LandSpanien
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft
Zusätzliches SuchwortDE
Klassifikation03.00.00 Literaturwissenschaft; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.03.00 Studien; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.15.00 Literatur und Medien; 16.00.00 Jahrhundertwende (1880-1914); 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945); 18.00.00 20. Jahrhundert (1945-1989); 19.00.00 1990 bis zur Gegenwart
Ediert von  H-Germanistik
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