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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Internationale Sommerschule: Wie entsteht ein Nationalautor?"
RessourcentypVerschiedenes (Workshops, Sommerschulen u.a.)
TitelInternationale Sommerschule: Wie entsteht ein Nationalautor?
BeschreibungWie entsteht ein Nationalautor? – Konstruktion und Ambition
Internationale Sommerschule im Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenbüttel

1. bis 12. August 2016
Klassik Stiftung Weimar

Bewerbungsschluss: 29. Februar 2016

Ausschreibung und Information:
http://www.mww-forschung.de/nachwuchsfoerderung/internationale-sommerschule/

Fast alle europäischen Gesellschaften kennen ihn, den sogenannten Nationalautor. Doch wie entsteht er und welche Bedeutung hat sein Werk für den Diskurs der kulturellen Selbstverständigung? Warum verbindet sich gerade mit einem Nationalautor der Anspruch kollektiver Repräsentanz? Und unter welchen Bedingungen lässt sich seine Person trotz vielfältiger Epochenumbrüche und gesellschaftlicher Transformationsprozesse als Garant kultureller Identität ansprechen? In der Regel entscheiden komplexe Kanonisierungsprozesse, wer in den Rang eines Nationalautors aufsteigt. Diese Kanonisierungsprozesse wiederum sind auf das Engste mit kulturpolitischen Zwecksetzungen und medialen Inszenierungen aller Art verwoben. Ob Racine, Voltaire oder Hugo in Frankreich, Shakespeare oder Byron in Großbritannien, Tolstoi oder Dostojewski in Russland, Goethe oder Schiller in Deutschland: Ungeachtet aller Differenzen stehen sie mit ihrem Werk für das vermeintlich Genuine und Unverwechselbare der eigenen Nation. Eine solche Identifikation von Autor, Werk und Nationalkultur setzt freilich voraus, dass das jeweilige Œuvre auf wenige, möglichst griffige und daher meist stereotype Charakteristika verkürzt wird. Diesen Reduktionsprozess führt etwa der im frühen 20. Jahrhundert überaus wirkmächtige Versuch vor Augen, aus Goethes "Faust" einen Wesenszug des "Faustischen" abzuleiten und diesen als Nationaleigenschaft der Deutschen zu definieren.

Auch wenn zumeist die Nachwelt im Rahmen kultur- und geschichtspolitisch motivierter Kanonisierungsprozesse bedeutende Dichter in den Rang von Nationalautoren erhebt, lässt sich – vor allem im Kontext der Klassischen Moderne – nicht selten die Beobachtung machen, dass sich Literaten selbst die Autorität eines Nationalautors zusprechen und zur Rechtfertigung dieses Anspruchs vor allem auf jene Schriftsteller Bezug nehmen, die als Nationaldichter bereits kanonisiert sind. Besonders deutlich zeigt sich dieser Anspruch etwa bei Thomas Mann, der während des Zweiten Weltkriegs im amerikanischen Exil den Goethe-Roman "Lotte in Weimar" verfasst und selbstbewusst erklärt: "Wo ich bin, ist Deutschland."

Wann und wo entsteht ein klassischer Nationalautor? Diese Frage, die bereits Goethe in seinem berühmten Essay "Literarischer Sansculottismus" formuliert, steht 2016 im Mittelpunkt der Internationalen Sommerschule des Forschungsverbunds MWW. Ausgehend von den in Weimar überlieferten Sammlungen wird die Sommerschule den Aufstieg Goethes und Schillers in den Rang deutscher Nationalautoren verfolgen. Hierbei sollen auch die Inszenierungen der beiden Dichterpersönlichkeiten in zeitgenössischen Porträts und die Überhöhung ihrer Weimarer Wohnhäuser zu weltlichen Wallfahrtsorten besondere Berücksichtigung finden. Autoren wie Thomas Mann oder Gerhart Hauptmann, die sich im gezielten Rekurs auf Goethe wiederholt als moderne Nationalautoren inszeniert haben, werden ebenfalls in die Diskussion einbezogen. Zudem wird sich die Sommerschule mit einem komparatistischen Ansatz ausgewählten Nationalautoren in verschiedenen europäischen Ländern zuwenden, in exemplarischen Einzelanalysen werden auch außereuropäische Autoren berücksichtigt. Abschließend wird zu fragen sein, ob der "Nationalautor" als ein spezifisch europäisches und eng an die Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts gebundenes Phänomen anzusehen ist oder ob er als kollektive Identifikationsfigur auch in den von interkulturellen Austauschprozessen bestimmten Gesellschaften des 21. Jahrhunderts seine Bedeutung behält. Die Seminarsitzungen werden ergänzt durch zahlreiche Exkursionen in die Sammlungen und historischen Häuser der Klassik Stiftung Weimar, darunter der Rokokosaal der Herzogin Anna Amalia Bibliothek sowie Goethes und Schillers Wohnhäuser.

Die Sommerschule bietet zwanzig Plätze für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aus aller Welt. Sie wird im Rahmen des 2013 gegründeten Forschungsverbunds Marbach Weimar Wolfenbüttel (MWW) ausgerichtet (www.mww-forschung.de). Die Finanzierung erfolgt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Einblicke in die Sammlungen der Klassik Stiftung Weimar bietet die Internetseite www.klassik-stiftung.de/sammlungen/.

Internationale Partneruniversitäten: University of Tokyo, Japan; University of Pennsylvania, Philadelphia, USA; University of Oxford, Großbritannien

Ausschreibung und Information:
http://www.mww-forschung.de/nachwuchsfoerderung/internationale-sommerschule/

Kontakt:
Veronika Spinner
Koordination Forschungsverbund MWW / Klassik Stiftung Weimar
veronika.spinner@klassik-stiftung.de
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.mww-forschung.de/nachwuchsfoerderung/internationale-sommers...
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortWeimar
Bewerbungsschluss29.02.2016
Beginn01.08.2016
Ende12.08.2016
PersonName: Spinner, Veronika 
Funktion: Koordination Forschungsverbund MWW / Klassik Stiftung Weimar  
E-Mail: veronika.spinner@klassik-stiftung.de 
KontaktdatenName/Institution: Klassik Stiftung Weimar 
Strasse/Postfach: Burgplatz 4 
Postleitzahl: 99423 
Stadt: Weimar 
Internetadresse: www.klassik-stiftung.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft; Buchwissenschaft (Bibliotheks-, Verlagsgeschichte); Geschichte der Germanistik; Komparatistik (Kulturvergleich, Interkulturelle Literaturwissenschaft); Literatur 1770 - 1830; Literatur 1830 - 1880; Literatur 1880 - 1945; Literatur- u. Kulturgeschichte; Literaturtheorie: Klassiker; Medien- u. Kommunikationsgeschichte (Hand-, Druckschrift, Film, Rundfunk, Computerspiel usw.)
Klassifikation01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft; 01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft > 01.03.00 Germanistik; 01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft > 01.04.00 Wissenschaftsgeschichte; 03.00.00 Literaturwissenschaft; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.08.00 Poetik; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.08.00 Poetik > 03.08.03 Dichtung und Kunst; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.14.00 Literatursoziologie; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.15.00 Literatur und Medien; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.16.00 Literarisches Leben; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.16.00 Literarisches Leben > 03.16.01 Allgemeines; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.16.00 Literarisches Leben > 03.16.02 Schriftsteller; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.16.00 Literarisches Leben > 03.16.05 Literaturarchive. Museen. Forschungsinstitute. Gesellschaften. Sammlungen. Stiftungen; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.16.00 Literarisches Leben > 03.16.06 Buch- und Bibliothekswesen; 03.00.00 Literaturwissenschaft > 03.16.00 Literarisches Leben > 03.16.07 Buchhandel. Verlage; 04.00.00 Allgemeine Literaturgeschichte; 04.00.00 Allgemeine Literaturgeschichte > 04.03.00 Vergleichende Literaturgeschichte; 04.00.00 Allgemeine Literaturgeschichte > 04.04.00 Weltliteratur; 05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte; 12.00.00 18. Jahrhundert; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.06.00 Literarisches Leben; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.08.00 Aufklärung; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.09.00 Empfindsamkeit; 12.00.00 18. Jahrhundert > 12.10.00 Sturm und Drang; 13.00.00 Goethezeit; 13.00.00 Goethezeit > 13.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 13.00.00 Goethezeit > 13.06.00 Literarisches Leben; 13.00.00 Goethezeit > 13.07.00 Zeitschriften; 13.00.00 Goethezeit > 13.10.00 Klassik; 13.00.00 Goethezeit > 13.14.00 Zu einzelnen Autoren; 14.00.00 Romantik; 14.00.00 Romantik > 14.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 14.00.00 Romantik > 14.08.00 Literarisches Leben; 15.00.00 19. Jahrhundert; 15.00.00 19. Jahrhundert > 15.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 15.00.00 19. Jahrhundert > 15.07.00 Literarisches Leben; 16.00.00 Jahrhundertwende (1880-1914); 16.00.00 Jahrhundertwende (1880-1914) > 16.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 16.00.00 Jahrhundertwende (1880-1914) > 16.08.00 Literarisches Leben; 16.00.00 Jahrhundertwende (1880-1914) > 16.09.00 Zeitschriften; 16.00.00 Jahrhundertwende (1880-1914) > 16.10.00 Naturalismus; 16.00.00 Jahrhundertwende (1880-1914) > 16.15.00 Zu einzelnen Autoren; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945); 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.03.00 Geistes- und Kulturgeschichte; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.09.00 Literarisches Leben; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.10.00 Zeitschriften; 17.00.00 20. Jahrhundert (1914-1945) > 17.18.00 Zu einzelnen Autoren
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