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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "On Myself. Autobiografisches Schreiben bei Thomas Mann"
RessourcentypCall for Papers
TitelOn Myself. Autobiografisches Schreiben bei Thomas Mann
BeschreibungTagung der Deutschen Thomas Mann-Gesellschaft, Lübeck, 16.-18. September 2016

Die kommende Tagung der Deutschen Thomas Mann-Gesellschaft möchte erstmalig die verschiedenen und vielfältigen Spielarten autobiografischen Schreibens bei Thomas Mann in den Blick nehmen. In einem ersten Teil der Tagung sollen die explizit autobiografischen Textsorten wie Tagebuch, Brief, Interviewundautobiografische Auskünfte berücksichtigt werden;in einem zweiten Teilder Tagung die Reden und Essays; in einem dritten Teil auch das literarische Werk.
Autobiografische Texte
Die Publikation der Tagebücher Thomas Manns seit Mitte der Siebzigerjahre hat die Forschung stimuliert: sie hat sich ihrer aber eher als Quelle für die Erschließung des Werkkontextes bedient, als dass sie nach der spezifischen Form gefragt hätte, nach einer eigenen Poetik des Tagebuchs. Inwieweit hier die Literarisierung und Fiktionalisierung des eigenen Lebens beginnt, das Tagebuch mithin eine erste Stufe dann zunehmend literarisierter Selbstoffenbarung darstellt, wäre ebenso zu erörtern wie seine weiteren Funktionen, Sprache und Stil, schließlich der Nutzen und Nachteil der Lektüre für die Literaturwissenschaft.
Die 25.000 bekannten Briefe Thomas Manns bieten eine herausragende Basis für epistolografische Fragestellungen. Thomas Mann richtete hohe Ansprüche an das Briefwerk als „Kunstübung“. Die offensichtliche Selbsteinschätzung der Werkzugehörigkeit rechtfertigt es, Fragen der Rhetorik, Komposition, Medialität und Funktionalität an dieses Briefwerk heranzutragen. Es bewegt sich am Übergang zu den Texten, die den Raum des Privaten verlassen und im Dienste öffentlicher Inszenierung stehen:so sind etwa bei persönlich adressierten Antworten auf Rundfragen u.ä.Übergänge zu anderen Gattungen wie z.B. dem Essay zu beobachten. Auch die Radiosendung „Mein Wunschkonzert“ und ihr intermedialer Charakter könnten unter dieser Perspektive betrachtet werden.
Essays
Zu denautobiografischen Essays gehören „Im Spiegel“, „Lübeck als geistige Lebensform“, „Lebensabriß“, „On Myself“ oder „Meine Zeit“, aber auch die Selbstdarstellungen in den poetologischen und produktionsästhetischen Kommentaren und Paratexten, insbesondere wenn sie das Verhältnis von Wirklichkeit und Fiktion thematisieren, wie „Bilse und ich“oder „Die Entstehung des Doktor Faustus“. Ebenso zu berücksichtigen sind in diesem Kontext auch die anderen Autoren gewidmeten und der Selbstreflexion dienenden Essays wie „Der alte Fontane“, „Chamisso“, „Goethe und Tolstoi“, „Theodor Storm“.Und schließlich auch die politischen Verlautbarungen wie „Betrachtungen eines Unpolitischen“, „Bruder Hitler“, „Ein Briefwechsel“, die Reden „Deutsche Hörer!“ oder der Debattenbeitrag „Warum ich nicht nach Deutschland zurückgehe“.
Die Essays sollten unter der Fragestellung betrachtet werden, inwieweit sie der Selbstpositionierung ihres Autors dienen. Dabei sollten die Untersuchungen bevorzugt einemübergreifenden, über den einzelnen Text hinausgehenden Ansatz folgen. Fragen wären: welche Rede-Position nimmt der Erzähler in den Essays ein? Welche Haltung? Anders gefragt: Wer läutet die Glocken im Essay? Die erzähltheoretisch fundamentale Trennung von empirischem Autor und Erzähler soll dabei nicht ignoriert werden. Schließlich wäre auch vergleichend nach Form und Funktion von autobiografisch-essayistischem Schreiben bei anderen zeitgenössischen Autoren zu fragen (erhellend in diesem Zusammenhang: Birgit Nübel, Robert Musil – Essayismus als Selbstreflexion der Moderne).
Literarisches Werk
Die Diskussion in diesem Teil der Tagung möchte nicht verkürzend autobiografischen Lesarten des literarischen Werkes folgen, auch soll nicht der durch die literarische Transposition geschaffene kategoriale Unterschied zwischen fiktionalem und nichtfiktionalem Werk eingeebnet werden. Vielmehr soll die Komplexität der Beziehungen der Texte dies- und jenseits dieser kategorialen Grenze thematisiert werden, wie zum Beispiel die Selbstdarstellung Thomas Manns in Form inszenierter Autorschaft im literarischen Werk: Von der absichtsvollen Selbstpreisgabe des Autors (und seiner Familie) wie in „Gesang vom Kindchen“, „Herr und Hund“, „Unordnung und frühes Leid“, „Mario und der Zauberer“ bis hin zur Funktion von Maskenspielen, die die eigene Schriftstellerexistenz literarisieren („Tod in Venedig“).

Die Vorträge richten sich an ein Publikum von Fachwissenschaftlern und interessierten Lesern. Sie sollten diesem Publikum zugewandt formuliert sein. Über Vortrags-Vorschläge würden wir uns sehr freuen. Bitte senden Sie ein kurzes Exposé (max. 1000 Zeichen) sowie eine bio-bibliografische Notiz bis zum 12. Februar 2016 per Mail an: Elisabeth Galvan (egalvan@unior.it) und Holger Pils (h.pils@lyrik-kabinett.de). Der Vorstand der Deutschen Thomas Mann-Gesellschaft entscheidet über die Annahme der Vorträge.

URL: http://www.thomas-mann-gesellschaft.de/
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.thomas-mann-gesellschaft.de/
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortLübeck
Bewerbungsschluss12.02.2016
Anmeldeschluss12.02.2016
Beginn16.09.2016
Ende18.09.2016
PersonName: Elisabeth Galvan  
Funktion: Vizepräsidentin 
E-Mail: egalvan@unior.it 
KontaktdatenName/Institution: Deutsche Thomas Mann-Gesellschaft 
Strasse/Postfach: c/o Buddenbrookhaus, Mengstraße 4 
Postleitzahl: 23552  
Stadt: Lübeck 
Telefon: 0451-122-4275 
Fax: 0451-122-4140 
E-Mail: info@thomas-mann-gesellschaft.de 
Internetadresse: www.thomas-mann-gesellschaft.de 
LandDeutschland
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeLiteraturwissenschaft
Klassifikation01.00.00 Allgemeine deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft
Ediert von  H-Germanistik
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