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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Wissen Gestalten – Grafisches Design in der Wissenskommunikation"
RessourcentypCall for Papers
TitelWissen Gestalten – Grafisches Design in der Wissenskommunikation
BeschreibungWissen Gestalten – Grafisches Design in der Wissenskommunikation, Tübingen

Datum: 6.-8. April 2016,
Ort: Forum Scientiarum, Universität Tübingen

Veranstalter:
Seminar für Allgemeine Rhetorik
Forschungsstelle Präsentationskompetenz
PD Dr. Olaf Kramer, Dr. Thomas Susanka

Call for Papers

Der visual turn hat die Wissenschaften fundamental und nachhaltig verändert: Naturwissenschaftliche Erkenntnisse werden heute nicht allein entdeckt und errechnet, sondern auf vielfältige Weise grafisch geformt und gestaltet. Dies geschieht sowohl innerhalb der Scientific Community, etwa in Form von Postern und Präsentationen auf Konferenzen, als auch im Kontext der Science Communication, wenn also wissenschaftliche Erkenntnisse an Laien vermittelt werden sollen. Mehr denn je sind Wissenschaftler also heute auch Designer von Wissen, ohne grafisches Design kommt Wissenskommunikation heute nicht mehr aus.

Grafisches Design ist eine Form visueller Kommunikation. Mit den Mitteln von Layout, Farbe, Typografie und durch Visualisierungen soll der Kommunikationsprozess beschleunigt und der Informationsfluss optimiert werden. Ziel ist es hierbei, beim Adressaten neue Wissensstrukturen aufzubauen. Rhetorisch gesehen geht es also um die verständliche Gestaltung von Informationen (perspicuitas) sowie um die Erzeugung von Evidenz, einer unmittelbar wirksam werdenden Anschaulichkeit. Aber wie werden Erkenntnisse durch grafisches Design verständlich und anschaulich? Welche gestalterischen Mittel wirken überzeugend? Kann grafisches Design auch anfällig für Manipulation werden oder zu Fehlinformation führen?

Grafisches Design ist nicht nur ein Verfahren zur Optimierung von Kommunikation, sondern hat durchaus auch epistemologischen Charakter. Die gestalterische Formgebung bestimmt maßgeblich, wie wir über Konzepte und Theorien nachdenken (Man denke beispielsweise an unterschiedliche Atommodelle, den Welle-Teilchen-Dualismus beim Licht oder die Konfiguration von Raum durch kartografische Abbildungen). Da Wissen nicht abseits seiner semiotischen Form existiert, ist die grafische Form also nicht allein sinn-vermittelnd, sondern auch sinnstiftend. Damit steht die Frage im Raum, wie der visual turn nicht nur die Vermittlung von Wissen, sondern auch das Wissen selbst verändert hat.

Insbesondere die Rolle von grafischem Design bei der Kommunikation von Information und Wissen verlangt noch nach einer genaueren Untersuchung und Auseinandersetzung. Dabei lässt sich freilich auf verschiedene Vorarbeiten aufbauen: So hat Richard Buchanan die Beziehung von Rhetorik und Design auf das Tableau gebracht und die Designforscherin Gesche Joost hat dem Thema in Deutschland wichtige Impulse gegeben. Im Bereich der Wissenskommunikation ist besonders die von Richard E. Mayer maßgeblich geprägte Cognitive Theory of Multimedia Learning ein wichtiger Anknüpfungspunkt – unter diesem Schlagwort versammeln sich Untersuchungen, die die Beeinflussung von grafischer Gestaltung auf Lernprozesse in den Blick nehmen. Auch aus der Linguistik und Soziologie kommen, etwa durch Henning Lobin, Hubert Knoblauch und Jürgen Schnettler, wichtige Vorarbeiten, die das Thema grafisches Design vor allem mit Blick auf PowerPoint diskutieren. Indem die Tagung solche aktuellen Ansätze aufnimmt, leistet sie auch einen Beitrag zur Aktualisierung antiker rhetorischer Modelle, wie sie in der Tübinger Schule, etwa von Joachim Knape, in den letzten Jahren systematisch vorangebracht wurde.

Entsprechend steht der Nexus von grafischem Design, Wissenschaft und Wissensvermittlung im Zentrum der 2,5-tägigen, interdisziplinären Tagung, bei der Naturwissenschaft und Semiotik, Design und Rhetorik in den Dialog treten sollen.

Bitte übersenden Sie ein kurzes Abstract (300 Wörter) für einen 30-minütigen Vortrag bis zum 04. Januar 2016 per E-Mail an Dr. Thomas Susanka (thomas.susanka@uni-tuebingen.de).

Die Beiträge der Tagung werden in einem Band veröffentlicht.

Kontakt:
PD Dr. Olaf Kramer
olaf.kramer@uni-tuebingen.de

Dr. Thomas Susanka
thomas.susanka@uni-tuebingen.de

Seminar für Allgemeine Rhetorik
Forschungsstelle Präsentationskompetenz
Wilhelmstraße 50
72074 Tübingen

Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://www.knowledge-design.org/
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortTübingen
Bewerbungsschluss04.01.2016
Beginn06.04.2016
Ende08.04.2016
PersonName: Kramer, Olaf [PD Dr.] 
Name: Susanka, Thomas [Dr.] 
E-Mail: thomas.susanka@uni-tuebingen.de 
KontaktdatenName/Institution: Seminar für Allgemeine Rhetorik – Forschungsstelle Präsentationskompetenz 
Strasse/Postfach: Wilhelmstraße 50 
Postleitzahl: 72074 
Stadt: Tübingen 
Telefon: +49 (0)7071 29-77998 
Internetadresse: http://www.rhetorik.uni-tuebingen.de 
LandDeutschland
SchlüsselbegriffeMedien- u. Kommunikationstheorie; Rhetorik
Ediert von  H-Germanistik
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