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Ergebnisanzeige "Seenöte, Schiffbrüche, feindliche Wasserwelten. Ozeanische Schreibweisen der Gefährdung und des Untergangs"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelSeenöte, Schiffbrüche, feindliche Wasserwelten. Ozeanische Schreibweisen der Gefährdung und des Untergangs
Beschreibung"Seenöte, Schiffbrüche, feindliche Wasserwelten. Ozeanische Schreibweisen der Gefährdung und des Untergangs". Internationales Kolloquium, Freie Universität Berlin (Seminarzentrum, Raum L 115 und Hs 1A), 26.-28.11.2015

Veranstalter: Hans Richard Brittnacher und Achim Küpper

Freie Universität Berlin, Seminarzentrum, Raum L 115 und Hs 1A, Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin

Meer und Schifffahrt sind uralte Bedeutungsträger menschlicher Belange, Geschicke und Geschichte(n). Obwohl der Mensch kein Wasserwesen ist, zieht seine Erlebnis-, Gefahren- und Abenteuerlust und wohl auch seine Kuriosität als „theoretische Neugierde“ (Blumenberg) ihn immer wieder aufs offene Meer hinaus. Der Gegenstand reicht in die Tiefe und an den Ursprung: Wenn Homers Odyssee den Anfang abendländischer Dichtung bildet, stehen die Seefahrt, das Abenteuer zu Meer, die gefahrenvolle Schiffsreise von Beginn an in Zusammenhang mit der literarischen Rede überhaupt. Das Kolloquium fragt in themen- und disziplinenübergreifenden Sektionen danach, was in dem historischen Dunkelraum der Fortschrittsmetapher, auf der negativen, auf der Schattenseite der Seereise geschieht. Was passiert, wenn das Schiff in totem, windstillem Meer steckenbleibt, wenn die Geschichte stagniert? Was wenn das Schiff untergeht? Das Thema scheint gegenwärtig aktueller denn je: Heute werden wir zu den Zeugen neuer, aus dem Existenziellen entspringender Ströme, die Europa auch übers Wasser erreichen, und es lässt sich bereits jetzt erahnen, dass das angebrochene 21. Jahrhundert eines der fluiden Bewegungen in einem globalen Raum sein wird, der sich auf kurz oder lang immer mehr von der Etablierung fester Ufer, Zäune, Mauern verabschieden und die Durchlässigkeiten einer zunehmend liquiden Welt nach Jahrhunderten der Seeblockaden schließlich willkommen heißen wird.


PROGRAMM:

Donnerstag, 26.11.2015

9:00 Prof. Dr. Jürgen Brokoff (Prodekan für Forschung, FB Philosophie und Geisteswissenschaften der FU Berlin)
Grußwort, Eröffnung der Tagung

9:15 Dr. Achim Küpper (Berlin)
Einleitung. Seenöte, Schiffbrüche, feindliche Wasserwelten: Ein Diskurs der fließenden Grenzen

SEKTION I: LITERATURGESCHICHTE DER SEENOT
a) 18. und 19. Jahrhundert

9:30 Prof. Dr. Rüdiger Görner (London)
„Das Theater kann das Schiff selbst sein“. Schillers ‚Seestücke’, Coleridges Ancient Mariner und Illustrationen von David Jones

10:00 Prof. Dr. Günter Oesterle (Gießen)
Ernst Willkomm: „Seestücke“ oder die ethnographische und ästhetische Entdeckung der Nordsee

10:30 Diskussion

11:00 Kaffeepause

11:30 Prof. Dr. Ulrike Brunotte (Maastricht)
Im Sog des Maelstroms. Edgar Allan Poes Fahrten an die Grenze

12:00 Prof. Dr. Matthias Bickenbach (Köln)
Das Meer im Meer. Figurationen der Gefahr und des Erhabenen in Melvilles Moby-Dick

12:30 Diskussion

13:00 Mittagspause

b) 20. Jahrhundert bis heute

14:00 PD Dr. Burkhardt Wolf (Berlin)
Passage vom Topos zum Affekt: Georg Heyms Schiff

14:30 Prof. Dr. Wolfgang Struck (Erfurt)
Ein Untergang auf fernen Meeren. Brechts Flaschenpost

15:00 Diskussion

15:30 Kaffeepause

16:00 M.A. Sebastian Thede (München)
Dialektik des Totenschiffs. Zur Darstellung einer ziellos sinkenden Moderne bei B. Traven

16:30 Prof. Dr. Hans Richard Brittnacher (Berlin)
Flüchtlings- und Überlebenstragödien zur See – von Théodore Géricault bis Merle Kröger

17:00 Diskussion

ABENDVORTRAG (HÖRSAAL 1A)

18:00 Prof. Dr. Peter Sloterdijk (Karlsruhe)
Arena & See-Not. Stichworte für den Ernstfall


Freitag, 27.11.2015

SEKTION II: VISUALITÄT UND MEDIALITÄT DER WASSERWELTEN
a) Zuschauerpositionen

9:00 Prof. Dr. Georg Mein (Luxemburg)
„Schiffbruch mit Strandrecht“ (Karl Philipp Moritz): Zur Beobachterposition des Schiffbruchs und der Unhintergehbarkeit des Literarischen

9:30 Prof. Dr. Dieter Heimböckel (Luxemburg)
Für Zuschauer. Intermediales Havarie-Spektakel anno 1912/13

10:00 Prof. Dr. Viktoria von Flemming (Braunschweig)
Das Leugnen des Scheiterns – mit Zuschauern. Seestücke von Bakhuisen und anderen

10:30 Diskussion

11:15 Kaffeepause

b) Kino-Blicke

11:45 Prof. Dr. Thomas Koebner (München)
Der Schiffsuntergang – als Kino-Parabel von der Unzuverlässigkeit aller Schutzräume und vom katastrophalen Sturz in ‚nackte Not’. Robinson Crusoe, Titanic und Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger

12:15 Dr. Wilhelm Amann (Luxemburg)
Heroisch scheitern – der Film All Is Lost

12:45 Diskussion

13:15 Mittagspause

c) Bild und Text

14:15 Prof. Dr. Monika Schmitz-Emans (Bochum)
Nachrichten aus der Tiefe: Meer und Wasserwelten bei Ror Wolf

14:45 Dr. Achim Küpper (Berlin)
Schrift und Bild im Horizont des Ozeans: Flottierende Medien – vom Wüstenbuch zum digitalen Schreiben, von der globalen Bilderflut zum Bildverbot

15:15 Diskussion

d) See-Szenarien im Gegenwartsroman (Fortsetzung von I b)

15:45 Prof. Dr. Jürgen Heizmann (Montreal)
Der Schiffbruch als Rache der Schöpfung in Carol Birchs Der Atem der Welt

16:15 Prof. Dr. Gabriele Dürbeck (Vechta)
Fluten und feindliche Wasserwelten im zeitgenössischen Ökothriller

16:45 Diskussion


Samstag, 28.11.2015

SEKTION III: VERLORENE SCHIFFE

09:00 Prof. Dr. Georg Witte (Berlin)
„Helden retten Helden“: Die Tscheljuskin-Geschichte als sowjetische Version des Schiffbruchs

09:30 Dr. des. Simon Zeisberg (Berlin)
Schiffbruch vor der Creutz-Jnsul. Zur Poetik des Ozeanischen in Grimmelshausens Continuatio des abentheuerlichen Simplicissmi (1669)

10:00 Prof. Dr. Rolf-Peter Janz (Berlin)
Der Fliegende Holländer – der „ewige Jude des Ozeans“? Richard Wagner nach Heinrich Heine

10:30 Diskussion

11:15 Kaffeepause

SEKTION IV: DIE SEE VON DER LYRIK BIS ZUR POLITISCHEN METAPHORIK

11:45 Prof. Dr. Elisabeth Paefgen (Berlin)
„[...] die See macht weiter“, und die „Schweiz liegt am Meer.“ Lyrische Texte von Ron Winkler und Steffen Popp

12:15 Prof. Dr. Heinz Bude (Hamburg)
„Das Reparieren des Schiffs auf hoher See.“ Revisionismus als Vermeiden des Schiffbruchs

12:45 Diskussion

13:15 Mittagspause

SEKTION V: POETOLOGIEN DER SEENOT – GATTUNGEN DES SCHIFFBRUCHS

14:15 Prof. Dr. Andrew James Johnston (Berlin)
Die Dramatik des Schiffbruchs. Shakespeares The Tempest

14:45 Prof. Dr. Achim Geisenhanslüke (Frankfurt a.M.)
Ungeheuer Meer. Zum Katastrophischen bei Sophokles, Shakespeare und Racine

15:15 Diskussion

15:45 Prof. Dr. Ursula Kocher (Wuppertal)
Wenn die Novelle Schiffbruch erleidet. Zu einer Nautopoetik novellistischen Erzählens

16:15 Prof. Dr. Alexander Honold (Basel)
„Des Volkes und der Donau Wellen“. Grillparzers Armer Spielmann als hydrographische Dystopie des urbanen Massenzeitalters

16:45 Diskussion

17:15 Kaffeepause

17:45 Prof. Dr. Franco Buono (Bari)
Der sinkende Dichter. Autobiographie und Metapher in Enzensbergers Untergang der Titanic

18:15 PD Dr. Markus May (München)
Im Tretboot in Seenot: Schifffahrt als Allegorie postmodernen Schreibens

18:45 Diskussion

19:15 Schlusswort der Veranstalter

19:30 Ende der Tagung


Kontakt: brittnacher21@aol.com, achimkuepper@gmail.com

Der Eintritt ist frei.
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortBerlin
Beginn26.11.2015
Ende28.11.2015
PersonName: Achim Küpper 
E-Mail: achimkuepper@gmail.com 
KontaktdatenName/Institution: Freie Universität Berlin, Institut für deutsche und niederländische Philologie 
Ediert von  H-Germanistik
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