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Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "KORREKTUR Material Müller - Das literarische Nachleben Heiner Müllers"
RessourcentypKonferenzen, Tagungen, Kolloquien
TitelKORREKTUR Material Müller - Das literarische Nachleben Heiner Müllers
BeschreibungKORREKTUR DER GESTERN VERSCHICKTEN ANKPNDIGUNG: Die Tagung findet nicht in Weimar, sondern in Berlin statt!



FRIEDRICH-SCHILLER-UNIVERSITÄT JENA, INSTITUT FÜR GERMANISTISCHE LITERATURWISSENSCHAFT IN KOOPERATION MIT DER INTERNATIONALEN HEINER-MÜLLER-GESELLSCHAFT UND DEM LITERATURFORUM IM BRECHT-HAUS mit freundlicher Unterstützung der Ernst-Abbe-Stiftung Jena

Tagung: Material Müller. Das literarische Nachleben Heiner Müllers

27.-28. November 2015 im Literaturforum im Brecht-Haus, Chausseestraße 125, 10115 Berlin - Mitte
http://lfbrecht.de/wp-content/uploads/2015/10/material_m%C3%BCller_flyer.pdf

Kaum ein Autor erregte in der ersten Hälfte der 1990er Jahre mehr öffentliches Aufsehen als Heiner Müller. Die Interviews, die er in dieser Zeit gab, füllen 1500 Seiten seiner Werkausgabe. Als Intendant des Berliner Ensembles, als Präsident der Akademie der Künste/Ost war er einer der wichtigsten Akteure des literarischen Lebens nach 1989.
Nachdem seine Gespräche mit der Staatssicherheit bekannt geworden waren, wurde er zudem zu einem der zentralen Gegenstände des sogenannten deutsch-deutschen Literaturstreits. Als er 1995 starb, wurde seine Beerdigung live im Fernsehen übertragen. Seine starke Popularität fiel in eine Zeit, in der Müller als Autor kaum noch produktiv war. Neben einer Reihe von Interviews entstanden eine Autobiographie, die indes auf Interviews beruhte, eine Reihe von Gedichten und ein letztes, unvollendet gebliebenes Drama. Quantitativ ist Müller mehr mit der Kommentierung seines Werks befasst als mit dessen Fortsetzung. Die wenigen literarischen Texte aus dieser Zeit sind deshalb häufig als Dokumente seines Untergangs und des Untergangs der sozialistischen Literatur im Allgemeinen verstanden worden. Der Moment seiner größten Popularität fällt deshalb mit dem Moment seiner Historisierung zusammen.
Der werk- und lebensgeschichtliche Endpunkt wird für andere Autoren zum Ausgangspunkt: Durs Grünbein versteht seine Lyrik als Antwort auf Müller. Reinhard Jirgl siedelt seine Romane in den Ruinen von Müllers Dramen an. Jochen Schmidt irrt durch Berlin auf der Suche nach dem
Heilsversprechen Müller. Sascha Anderson hofft, sich mit seiner Autobiographie ebenso souverän vom Erwartungsdruck der Öffentlichkeit befreien zu können wie Müller. Slavoj Žižek erwägt eine neue Ethik der Gewalt und denkt dabei an Müller. Das Diskurstheater eines Pollesch kann auch als Lösung eines Problems gelesen werden, an dem Müllers Drama scheitert: Wie kommt der Kapitalismus auf die Bühne?
Die Tagung möchte am 20. Todestag keinen weiteren Kranz am Müller-Monument niederlegen. Sie fragt was wie von Müllers Texten, Statements, Inszenierungen und Selbstinszenierungen bleibt oder verworfen wird, wie sich Kritik und Zustimmung, Fortsetzung und Historisierung zueinander verhalten.


PROGRAMM
Freitag, 27. November 2015

9.00–9.30 Uhr Stephan Pabst (Jena): Einführung / Begrüßung

9.30–10.15 Uhr Alexander Löck (Jena): M by M – der STOFF, die FORM und das NACHLEBEN ALS MATERIAL

10.15–10.45 Uhr Kaffeepause

10.45–11.30 Uhr Bernadette Grubner (Berlin): „...seine eigene Mafia ist die größte nördlich von Palermo“ – Heiner Müller in den Texten seiner Gegner

11.30–12.15 Uhr Andreas Degen (Potsdam): Heiner Müller in literaturgeschichtlichen Darstellungen. 1985-2015

12.15–14.00 Uhr Gemeinsames Mittagessen

14:00-14:45 Uhr Astrid Köhler (London) / Robert Gillett (London): Work in Protest: Weiterschreiben, (Auto)-Intertextualität und die Auseinandersetzung mit der Wende bei Müller und Adolf Endler

14.45–15.30 Uhr Birgit Dahlke (Berlin): Als das Wünschen noch geholfen
hat. Thomas Braschs kommunikative Strategien im Interview 1976 bis 2001

15.30–16.15 Uhr Hans-Edwin Friedrich (Kiel): Ein Autor als Material – Heiner Müller bei Alexander Kluge

16:15–16:45 Uhr Kaffeepause

16.45–17.30 Uhr Torsten Hoffmann (Frankfurt / M.): Totengespräche. Nachlebendes in/aus Heiner Müllers Interviews

17.30–18.15 Uhr Heribert Tommek (Regensburg): Der Geschichte die menschliche Haut abziehen. Zum Weiterleben der posthumanen Ästhetik Heiner Müllers bei Thomas Brasch, Durs Grünbein und Reinhard Jirgl


Samstag, 28. November 2015

9.00–9.45 Uhr Kristin Schulz (Berlin): „Eine Chance haben wir nur, wenn wir einen finsteren Spielplan machen.“ (H. Müller) Zu Anschlüssen Einar Schleefs und Lothar Trolles an Müllers Programm

9.45–10.30 Uhr Norbert Otto Eke (Paderborn): Umschriften, Transformationen, Nachschriften. Heiner Müllers Konzept eines „Theaters als Krise“ und sein Nachleben bei René Pollesch und Werner Fritsch

10.30–10.45 Uhr Kaffeepause

10.45–11.30 Uhr Patrick Primavesi (Leipzig): Vom Nachhall zum Prolog. Schreibweisen des Theaters nach Heiner Müller

11.30–12.15 Uhr Anja Quickert (Berlin): „Wie es bleibt, ist es nicht“ – Aktuelle Versuche des Zugriffs auf Heiner Müller im Gegenwartstheater

12.15–14.00 Uhr Mittagspause

14.00–14.45 Uhr Hannes Höfer (Jena): Der Feind in uns. Paul Plampers Auseinandersetzung mit Heiner Müller im zeitgenössischen Hörspiel

14.45–15.30 Uhr Jan Röhnert (Braunschweig): Tristan vs. Hendrix, Sofia vs. Texas. Kontrast-Beziehungen in Christoph Rüters filmischem Müller-Porträt Ich will nicht wissen, wer ich bin (2009)

15.30–15.45 Uhr Kaffeepause

15.45–16.15 Uhr Johanna Bohley (Jena): Respondenz
Abschlußdiskussion
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://lfbrecht.de/events/kategorie/schwerpunkte/?schwerpunkte=Materia...
Verknüpfte Ressourcehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortBerlin
Beginn27.11.2015
Ende28.11.2015
Ediert von  H-Germanistik
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