VIRTUELLE FACHBIBLIOTHEK GERMANISTIK Germanistik im Netz Logo

Wer-Was-Wo - Detailanzeige

Ergebnisanzeige "Limbus 3 (2010): „Nach der Natur / After Nature“"
RessourcentypCall for Papers
TitelLimbus 3 (2010): „Nach der Natur / After Nature“
BeschreibungLimbus – Australisches Jahrbuch für germanistische Literatur– und Kulturwissenschaft / Australian Yearbook of German Literary and Cultural Studies. Hg. Franz-Josef Deiters, Axel Fliethmann, Birgit Lang, Alison Lewis und Christiane Weller. Freiburg i.Br./Berlin/Wien: Rombach Verlag.

Band 3 (2010): „Nach der Natur / After Nature“

Call for Papers

Das Thema Natur hat Konjunktur – in der ökophilosophischen Debatte ebenso wie im Umfeld von Neurobiologie und Gentechnologie. Die Abschottung voneinander, in der beide Diskurse gegenwärtig geführt werden, ist indes bemerkenswert und verdeckt die Bezüge, in denen die zwei Kulturen zueinander stehen. So hat C.P. Snows Appell zur Aufweichung der Demarkationslinie kaum mehr vermocht, als jene Grenze in den Blick zu rücken, die seit Wilhelm Diltheys methodologisch-disziplinärer Konzeptionalisierung der Natur– und Geisteswissenschaften auf akademischer Ebene immerhin befriedet war, im öffentlichen Raum der politischen Debatten indes immer wieder aufbricht: Natur ist Glaubenssache. Tendiert die Ökophilosophie mitunter offen zur Sakralisierung der Natur, so arbeiten die Naturwissenschaften mit nicht minder essentialistischen Zuschreibungen. Angesichts dieser Konstellation erscheint es vielversprechend, sich der Natur als Figur zu nähern und so einen spezifisch literatur– und kulturwissenschaftlichen Beitrag zum globalen Diskurs zu leisten. Dieser Beitrag oder, besser gesagt, diese Beiträge könnten vielfältig sein. Ein Ziel könnte darin bestehen, jene semiotischen Operationen und ästhetischen Gründungsfiguren sichtbar zu machen, welche den beiden antagonistischen Natur-Diskursen auf je eigene Weise zugrunde liegen. Gegenstand der Analyse wären in diesem Falle pragmatische Textsorten, an denen es aufzuweisen gälte, wie sie entlang eines bestimmten Konzepts von Natur funktionieren. Gegenstand der Analyse könnten aber auch literarische Texte sein, denn seit der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts wird – mit dem Paradigmenwechsel von der rhetorisch fundierten Regelpoetik zur Genieästhetik – Natur zu einer der zentralen Reflexionskategorien des sich ausdifferenzierenden literarischen Systems. Wie, so ließe sich fragen, reagiert das literarische System auf Veränderungen des Naturbegriffs innerhalb der empirischen Wissenschaften? Wie, um ein Beispiel zu nennen, verändern sich die literarischen Naturdarstellungen und die Selbstbeschreibung des literarischen Systems im Zusammenhang des Paradigmenwechsels von der Physik zur Biologie als sog. „Leitdisziplin“ der Naturwissenschaften? Oder umgekehrt: Ließe sich besagter Paradigmenwechsel in den Naturwissenschaften entlang ästhetischer Konzepte beschreiben? Auch könnte den literarischen Modellen nachgeforscht werden, die Texte aus dem Bereich der Ökophilosophie bemühen, um jene Sakralitätseffekte zu erzielen, welche Natur als legitimatorische Letztinstanz menschlichen Handelns ausweisen sollen. Kurz gesagt: Ziel wäre es herauszuarbeiten, in welcher Weise die beiden Natur-Diskurse aneinander mitschreiben und sich damit auf eine Weise verschränken, die angesichts einer Kultur der zwei Kulturen nicht offensichtlich ist.
Das weitgespannte Feld von Fragen an den Naturbegriff, wie es sich aus literatur– und kulturwissenschaftlicher Perspektive öffnet, soll der Band „Nach der Natur / After Nature“ ausloten. Beitragsvorschläge im Umfang von ca. 500 Worten werden (zusammen mit einer Kurzbiographie) in deutscher oder englischer Sprache bis zum 31. März 2009 erbeten an eine der untenstehenden Email-Adressen. Der Termin für die Abgabe der fertigen, nach den redaktionellen Vorgaben des Jahrbuchs eingerichteten Manuskripte wird der 30. September 2009 sein. Die endgültige Entscheidung über die Aufnahme eines Beitrags ins Jahrbuch erfolgt über ein „Peer Review“-Verfahren.

Die Herausgeber

Email-Adressen:
franz-josef.deiters@arts.monash.edu.au
axel.fliethmann@arts.monash.edu.au
langb@unimelb.edu.au
lewisa@unimelb.edu.au
christiane.weller@arts.monash.edu.au
Quelle der BeschreibungInformation des Anbieters
Internetadressehttp://h-net.msu.edu/cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list=H-Germanistik&mo...
VeranstaltungsortMelbourne
Bewerbungsschluss30.09.2008
PersonName: Deiters, Franz-Josef [Dr.] 
Funktion: Herausgeber 
E-Mail: franz-josef.deiters@arts.monash.edu.au 
KontaktdatenName/Institution: Monash University, Faculty of Arts, School of Languages, Cultures and Linguistics 
Strasse/Postfach: Clayton Campus 
Postleitzahl: VIC 3800 
Stadt: Melbourne 
Telefon: +61 3 99 05 80 45 
Fax: +61 3 99 05 54 37 
Internetadresse: www.arts.monash.edu.au  
LandAustralien
BenutzerführungDeutsch
SchlüsselbegriffeHistorische Semantik (Wissensgeschichte, Mentalitätsgeschichte, Ideengeschichte)
Klassifikation05.00.00 Deutsche Literaturgeschichte > 05.04.00 Studien
Ediert von  H-Germanistik
Ein Angebot vonGermanistik im Netz
URL dieses Wer-Was-Wo-Datensatzeshttp://www.germanistik-im-netz.de/wer-was-wo/5075

© Virtuelle Fachbibliothek Germanistik | Letzte Änderung 23.02.2009 | Impressum | Intern